Reisebericht Griechenland 2002

 

8. Oktober – 23. November

 

Mitreisende: Marianne und Herbert (Funkname Hörbi) - Hermi und Manfred (Okerlöwe), der die Fotos beisteuerte – Erika und Rudi (Piefke), Christel und Willi (Südstadtlöwe) – alles Clubfreunde vom Reisemobilclub Braunschweig e.V., die Löwen

 

Unsere erste große Fahrt, die in unserem privaten "Reisebüro" entstanden ist.

 

Dienstag, 8. Okt.

Nach einer eiskalten Frostnacht treibt uns alle das Reisefieber früher als verabredet zu unserem Treffpunkt nach SZ-Westerlinde. Nach dem obligatorischem Gruppenfoto können wir bei herrlichstem Sonnenwetter starten. Wir haben eine wunderschöne Fahrt auf der A 7 bis Giengen, wo wir auf einem schön gelegenen Stellplatz übernachten. Unsere Fahrt war durch einen 1stündigen Aufenthalt auf einem Autobahn-Rastplatz unterbrochen. Hier hatten Rudi und Manfred noch einmal die Leistungsfähigkeit des ADAC getestet.

 

Mittwoch, 9. Okt.

Nach einer weiteren Frostnacht starten wir zu unserer nächsten Etappe – der Alpenüberquerung. Die Frühnebel lösen sich erst gegen Mittag in den Alpen auf. Unsere Fahrt geht über Fern- und Reschenpass bei wunderschönen Sonnenschein und atemberaubenden Aussichten auf die Alpenpanoramen bis an den Kalterer See. Hier erreichen wir nach Irrfahrt von Hörbi, Piefke und Leo dann Altenburg. Südstadt- und Okerlöwe hatten als Hinterherfahrende noch rechtzeitig den günstigeren Abzweig erwischt. Wir übernachten hier vor den Eis- und Tennishallen. Im Restaurant haben wir ausgiebig gegessen und getrunken.

Donnerstag, 10. Okt.

Am frühen Morgen, nach dem Frühstück, starten wir nach Venedig, wo wir mittags eintreffen. Den ganzen Tag ist es neblig und regnerisch, so dass wir auf dem Campingplatz den Tag verbringen. Hoffentlich meint Petrus es morgen mit uns besser.

 

Freitag, 11. Okt.

Von den Regentropfen auf unseren Mobildächern werden wir geweckt. Nach dem Frühstück lässt Petrus es kurzweilig etwas aufhellen. Das veranlasst uns ganz optimistisch zum Aufbruch nach Venedig. Doch mit dem Regen wurde es noch viel dicker. So erkunden wir in Venedig nur den Fährhafen, wo wir am Abend auffahren wollen. Durchnässt bis auf die Haut geht es dann auch gleich wieder zurück zu den Mobilen. Mittags klart es wieder kurz und betrügerisch auf. Wir bringen die Mobile in den Fährhafen, wo uns auch gleich wieder der Regen in Empfang nimmt. Abends wird es auf wundersame Weise wieder trocken, so dass wir noch einen Bummel durch Venedig starten können. Es ist schon beeindruckend, durch die schmalen Gassen über die vielen kleinen Brücken und über den Markusplatz zu schlendern. Die Rückfahrt treten wir mit einem der vielen Linien-Schiffe an.

 

Samstag, 12. Okt.

Nach einer unruhigen Nacht mit viel LKW-Verkehr checken wir schon vor 9.00 Uhr am Fährschalter ein. Dafür braucht man Geduld, denn die Südländer drängeln sich sehr dreist vor und wickeln dann auch gleich immer noch für eine ganze Sippe ab. Aber irgendwann ist auch das geschafft und wir stellen uns vor der Fähre geduldig an. Nachdem alle in geordnetem Chaos ihren Platz auf der Fähre gefunden haben, geht es um 12.3o Uhr mit einer halben Stunde Verspätung auf die Reise. Die Fähre passiert noch einmal Venedig, so dass wir noch eine Sight-Seeing-Tour von oben genießen können. Die Überfahrt beginnt bei aufklarendem Wetter.

Sonntag, 13. Okt.

Zum Morgen wird die See etwas unruhiger und eine leichte Dünung läuft auf. Die Nachtruhe war vom ständigen Motorengeräusch begleitet. Das Wetter wird wieder zusehends regnerischer und stürmischer. Zum Mittag hin entladen sich die reinsten Wolkenbrüche. Zuerst läuft die Fähre Korfu an. Die hier aussteigenden Touristen müssen das Schiff bei strömendem Regen verlassen. Bei denen

war bestimmt kein Haar mehr trocken. Gegen 14.00 Uhr kommen wir in Igoumenitsa an. Auch wir bekommen nach dem Entladen sofort die erste kostenlose griechische Wagenwäsche mit Wasser satt verpasst. Bei strömendem Regen starten wir. Auf dem Weg nach Sagiada durchqueren wir eine Furt. Die Straße steht fast einen halben Meter unter Wasser. Nachmittags schlagen wir unser Quartier im Hafen von Sagiada auf.

Montag, 14. Okt.

Nach einer ruhigen Nacht und tiefem Schlaf wird uns in Sagiada noch eine Extraaufführung geboten. Ich hatte schon um 6.00 Uhr, noch im Halbschlaf, einen Automotor aufheulen gehört und danach muss etwas Großes ins Wasser gefallen sein. Danach hörte ich noch kurzes, heftiges Stimmengewirr. Ich sagte schon zu Gaby, dass wohl ein Auto ins Hafenbecken gestürzt sei. Nach unserem Frühstück kommen Kranwagen und Taucher. Sie holen ein Auto aus dem Hafenbecken. Danach wechseln wir bei herrlichem Sonnenschein in eine Badebucht ca. 1,5 km nördlich von Sagiada. Hier stehen wir ganz alleine direkt am Wasser und lassen es uns gut gehen. Sogar eine Süßwasserdusche ist hier vorhanden. Manfred ist sogleich mit seiner Vespa gestartet und hat Grillfleisch für den Abend besorgt. So verbringen wir hier drei wunderschöne Tage und ebensolche Abende am Lagerfeuer. Nachdem wir sämtliches Treibholz in der näheren Umgebung eingesammelt haben, fahren wir weiter.

Donnerstag, 17. Okt.

Wir verlassen unsere Traumbucht, fassen in Sagiada noch Frischwasser und treten die Fahrt nach Ioanina an. Die Fahrt führt uns über mehrere Pässe bis auf Höhen von ca. 750 Metern. Wir genießen wunderschöne Aussichten. Die Täler liegen teils in den Wolken. In Ioanina besichtigen wir die alte Festung und die Innenstadt mit Altstadt.

Freitag, 18. Okt.

Nach einer unruhigen Nacht fahren wir die wenigen Kilometer nach Perama, um dort die Tropf-

Steinhöhle zu besichtigen. Die Höhle von Perama ist die größte und schönste von Griechenland.

Sie ist eine Besichtigung wert und wer in Ioanina ist, sollte sie wirklich nicht versäumen. Der nächste Weg führte uns unserem Herrgott ein gutes Stückchen näher. Wir verlangen unseren Mobilen Bergziegen ähnliches Steigungsvermögen ab, um zuletzt auf Schotterwegen 1.400 Meter

hoch zur Vikos-Schlucht zu steigen. Es handelt sich um die größte Schlucht Europas. Von oben können wir 1.000 Meter in die Tiefe schauen. Atemberaubende Panoramen bieten sich uns. Zum

Abend suchen wir dann Dodona auf. Wir übernachten auf dem Parkplatz eines Restaurants, in dem wir noch einige Gläser griechischen Weines genießen.

Samstag, 19. Okt.

Nach einer ruhigen Nacht und einem gepflegtem Frühstück besichtigen wir das Amphitheater von Dodona mit seinen Anlagen, die in einem sehr gut erhaltenen Zustand sich befinden. Von hieraus fahren wir weiter über den Katara-Paß nach Kastraki. Wir überfahren den Paß in einer Höhe von 1.690 Metern. Hier befindet sich im Winter ein Ski-Paradies. Die Aus- und Fernsichten sind wieder einmal beeindruckend. Wir durchfahren Kastraki und steigen auf zu den Meteora-Klöstern. Es sind wahrlich beeindruckende Felsformationen, die sich unserem Auge zeigen. Es ist erstaunlich, was die Mönche damals bewogen hat, in dieser Einsamkeit auf diesen unwirtlichen Felsen Zuflucht zu suchen und ihre Klöster zu bauen. Am Fuße des Varlaam-Klosters finden wir einen Platz für unsere Mobile, auf dem wir dann auch neben dem Schild „Camping verboten“ die Nacht verbringen werden. Wir besichtigen an diesem Nachmittag noch Varlaam. Über eine Treppe von 118 Stufen erreichen wir die Eingangspforte und besichtigen das kleine, etwas spartanisch sich darbietende Kloster.

Sonntag, 20. Okt.

Wir besichtigen nach einer ruhigen Nacht das benachbarte Kloster Metamorphosis. Der Aufstieg geht durch einen kleinen, in den Fels geschlagenen Tunnel über 190 Stufen zur Klosterpforte.

Metamorphosis ist größer und prächtiger als Varlaam. Hier hat man sich ziemlich bewusst schon auf den Tourismus eingestellt. Die Kapelle ist größer als auf Varlaam, aber ebenso prächtig.

Von hier starten wir nach Veria. Wieder geht es natürlich über die Berge. Diesmal ist es der Kastaria-Paß mit einer Höhe von fast 1.400 Metern. Das fahrende Personal bekommt trotz Servo-Lenkungen bei den vielen Serpentinen bald Bizeps wie Pop-Eye, aber ohne Spinat. Auf dem Weg nach Vergina folgen wir einer Beschilderung „Basilika“, die wir allerdings nie erreichen. Der Weg führt uns am Fluß Aliakmona, mit wunderschöner Aussicht, entlang. Hier finden wir einen sehr schön gelegen Platz für die Nacht.

Montag, 21. Okt.

Das Königsgrab und der Palast in Vergina haben montags ihren tariflich vereinbarten Ruhetag. Somit fahren wir enttäuscht weiter über Thessalokini weiter nach Chalkidiki. Auch auf diesem Stück der Fahrt haben wir wieder 1.000 Höhenmeter überwunden. Unser erstes Ziel ist der östliche Finger Athos. Zum Nachmittag finden wir einen Stellplatz am Strand von Ierissos. Hier wird uns mit aller Deutlichkeit mangelndes Bewusstsein der Griechen bezüglich des Umwelt-Schutzes demonstriert. Wir stehen auf einer besseren Müllhalde. Für eine Nacht wird’s reichen.

Dienstag, 22. Okt.

Nach einer ruhigen Nacht fahren wir weiter nach Ouranapoli. Hier befinden wir uns am Ende der irdischen Welt, wenige 100 Meter weiter beginnt die göttliche. Hier beginnt der Mönchsstaat Athos, in dem 40.000 Mönche in vielen Klöstern unter Selbstverwaltung leben. Mit einem Ausflugsschiff fahren wir an der Küste entlang. Auf dieser Fahrt können wir einige Klöster von der Seeseite besichtigen, denn der Zugang nach Athos ist uns verwehrt. Frauen dürfen Athos überhaupt nicht betreten. Angeblich sind nicht einmal weibliche Tiere hier geduldet. In Ouranapoli finden wir einen schönen Platz am Wasser in Orts- und Hafennähe, wo wir übernachten. Am Abend essen wir im Ort.

 

Mittwoch, 23. Okt.

Wir fahren weiter nach Sithonia, dem mittleren Finger von Chalkidiki. Hier ist es schwer, einen Stellplatz zu finden. Die Buchten sind alle von Campingplätzen belegt. Am Ortsrand von Sarti

finden wir an einer Straße am Strand eine Möglichkeit für die nächsten zwei Tage. Wir werden

hier von streunenden Hunden regelrecht belagert. Mariannes Herz blutet für die armen Hunde.

Sämtliche Leberwurstvorräte werden hier wahrscheinlich aufgebraucht, denn Trockenbrot mögen

die Hunde auch nicht.

Freitag, 25. Okt.

Unseren nächsten Stellplatz finden wir in einer schönen Bucht auf der Westseite von Sithonia in der Nähe von Toroni. Hier verbringen wir vier herrliche Tage, tagsüber mit reichlich Sonnenschein, Baden, Schnorcheln und abends am Lagerfeuer. Wir versuchen unser Glück auch mit der Angel, nur im felsigen Grund bleiben immer wieder die Haken hängen. Hier in dieser herrlichen Bucht ist Puffer-Time (Reibekuchen) angesagt. Alle fleißigen Hände schälen – reiben – mischen und braten. Zuletzt liegen wir alle „vollgefr....en“ und müde in unseren Liegestühlen in der Sonne.

Dienstag, 29. Okt.

Wir brechen auf nach Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt Griechenlands. Der Straßenverkehr läuft nach unseren Verhältnissen etwas chaotisch ab, aber wir finden nach einigem Suchen auf dem Messegelände einen bewachten Parkplatz. Zu Fuß machen wir uns auf den Weg, um die Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Gleich in der Nähe finden wir den Galeriusbogen und die Rotunde mit einer gewaltigen Kuppel. Weit oberhalb der Stadt besteigen wir die Zitadelle und genießen einen sagenhaften Ausblick über Thessaloniki. Durch steil abfallende, schmale Gässchen

steigen wir wieder ab und sehen uns Agios Dimitrios, eine orthodoxe Kirche an. Von hier geht es weiter zur Römischen Agora, einer Ausgrabungsstätte mitten in der Stadt. Ein abendlicher Bummel

führt uns noch zum Weißen Turm. Wir schlafen auf dem Messegelände sicher und laut. Am Mittwoch besuchen wir den Viali-Markt. Hier herrscht ein buntes Treiben von Anbietern und Marktschreiern. Unsere nächste Station ist das Archäologische Museum mit reichlich alten Steinen und viel altem macedonischem Goldschmuck.

 

Donnerstag, 31. Okt.

Heute starten wir einen erneuten Anlauf nach Vergina. Wir besichtigen eine Grabstelle und den Palast von Phillip II. Im Ort befindet sich sehr unscheinbar das Museum. Ein Hügel, unter dem

sich Gräber befinden, wurde zum Museum ausgebaut. Hier befindet sich auch die Grabstätte von Phillip II, die hier völlig unversehrt gefunden wurde. Dieses Museum ist einen Besuch wert. Von hier aus fahren wir weiter nach Korinos Beach. An einem scheinbar endlosen, breiten Sandstrand finden wir für die nächsten Tage unseren Stellplatz. Es wird jetzt spürbar Herbst. Viele Bäume haben schon einen großen Teil ihres Laubes abgeworfen, die Nachttemperaturen sinken bis auf 4 Grad und das Meer wird kalt.

Samstag, 2. Nov.

Willi begeht heute seinen 68. Geburtstag. Zum zweiten Frühstück sind wir zu Hausmacher Wurstbroten und diversen berauschenden Getränken eingeladen. Wir lassen unseren Willi hoch leben und genießen die heimische Wurst. Er mögen uns noch viele Jahre bei bester Gesundheit begleiten. Technische Probleme deuten sich bei unserem Leo an – der Kühlschrank riecht aufdringlich nach Salmiak, aber er kühlt noch. Der ADAC will uns weiter helfen.

 

Sonntag, 3. Nov.

Wir setzen 4 km weiter südlich nach Paralia um. Hier könne unsere Frauen „Bügel schieben“ gehen. Paralia ist ein richtiger Touristenort. Der ADAC meldet sich wieder. Hilfe für unseren

Kühlschrank gibt es wahrscheinlich am nächsten Morgen in Katerini.

Montag, 4. Nov.

Das Drama um unseren Kühlschrank nimmt seinen Lauf. Wir starten früh nach Katerini zum

„ELPA“, dem griechischen Straßendienst, der uns zu einem Kältetechniker weiterbringt. Dieser

riecht aus unserem Kühlschrank Ammoniak. Nach seiner Aussage macht niemand in Griechenland dafür Service. Zurück bei unserer Gruppe in Paralia finden wir in Willis neuester Serviceliste

von Electrolux einen Servicepartner in Thessaloniki. Der ADAC vermittelt und wir verlassen die

Gruppe und starten zur Firma Zambetas. Hier wird fließend deutsch gesprochen. Unser Kühlschrank ist nicht reparabel. Telefongespräche mit Elektrolux in Deutschland folgen. Wir übernachten auf dem großen Firmengelände der Zambetas, die hier eine HOBBY-General-Vertretung mit Zubehör-Shop und Servicewerkstatt betreiben.

Unsere Gruppe fährt weiter nach Platamos und besichtigt die Festungsanlage, die 1204 von den Franken errichtet wurde. In Stomio vor dem Ort links ab zum Strand wird übernachtet.

Dienstag, 5. Nov.

Unsere Gruppe feiert an diesem schönen Strand den Geburtstag von unserem lieben Herbert. Es soll gar fürchterlich gewesen sein. Herbert möge uns noch viele Jahre bei bester Gesundheit auf unseren gemeinsamen Fahrten begleiten. Mittags startete noch eine Badeorgie im Meer.

Es gibt für unseren Kühlschrank kein passendes Nachfolgemodell – entweder größer oder kleiner.

Wir entscheiden uns für den etwas kleineren, der nun aus Deutschland mit Unterstützung des ADAC eingeflogen werden soll. Unser Kühlschrank stinkt weiter – aber kühlt noch prächtig. Da wir nur warten können, fahren wir Richtung Chalkidiki und finden in der Nähe von Epanomi einen sehr schönen Stellplatz am Meer. Schlechtes Wetter mit Regen und kräftigem Sturm zieht auf.

Mittwoch, 6. Nov.

Unsere Gruppe zieht wegen schlechten Wetters weiter nach Volos. Dort übernachten sie am
Stadtausgang auf dem Parkplatz des Ruderclubs.

Früh morgens stellt sich heraus, dass der neue Kühlschrank nur in 30 m-bar erhältlich ist, wir aber

noch 50 m-bar benötigen. Herr Zambetas telefoniert mit Gott und der Welt. In Schweden steht noch

ein Aggregat von unserem Kühlschrank-Modell mit 50 m-bar. Nach dem die Transportfrage geklärt

ist, geht dieses Teil von Schweden aus zu uns auf die Reise nach Thessaloniki. Die für den Einbau

erforderliche Kälteleitpaste ist in Schweden nicht vorrätig und muß aus Deutschland kommen. Herr Zambetas vollbringt die reinsten Wunder. Die erforderlichen Teile sollen am Freitag in Thessaloniki eintreffen, mit viel Glück auch schon am Donnerstag. Wir übernachten wieder auf dem Firmengelände.

 

Donnerstag, 7. Nov.

Die Gruppe fährt weiter auf die Insel Euböa per Fähre von Glyfa. Übernachtung am Strand von Kria Vrissi.

Wir verweilen bei schlechtem Wetter weiter in Thessaloniki und warten auf unser Aggregat.

 

Freitag, 8. Nov.

Mittags stellt sich heraus, dass unser Aggregat nicht per Flugzeug sondern per LKW auf die

Reise gebracht wurde und sich immerhin schon in Hannover befindet. Jetzt ist unsere Geduld am Ende. Wir lassen das Aggregat zum Kundendienst nach Hannover überstellen, wo wir es dann

nach unserer Reise einbauen lassen. Um 13.30 Uhr brechen wir nach Euböa auf. Die Fahrt geht Nonstop bis Glyfa. Bei Dunkelheit setzen wir mit der letzten Fähre über und erreichen nach abenteuerlicher Nachtfahrt unsere Gruppe gegen 22.00 Uhr. Wir werden herzlichst empfangen.

Nach kurzen gegenseitigen Berichten geht es erschöpft ins Bett.

Samstag, 9. Nov.

Es regnet. Regentag ist Reisetag, so fahren wir also weiter nach Halkida, der Hauptstadt von Euböa.

Bei Regen suchen wir die Meerenge von nur 40 Metern Breite auf. Da wir hier nirgendwo eine Übernachtungsmöglichkeit finden, fahren wir bei strömendem Regen weiter nach Athen. Wir finden sehr schnell den Campingplatz Athens.

Sonntag, 10. Nov.

Heute brechen wir schon früh (9.00 Uhr) mit Bus und U-Bahn zur Akropolis auf. Wir genießen bei klarer Sicht den Fernblick über den Moloch Athen. Die Restaurierungsarbeiten an der Akropolis

gehen seit Jahren langsam voran. Noch sind riesige „Ersatzteillager an alten Steinen“ vorhanden.

Als wir dann später wieder in die Stadt absteigen, wird der Besucherandrang erheblich größer.

Wir gehen weiter zum Parlament, um uns hier die Wachablösung in alter griechischer Tracht an zu-

sehen. Wir bekommen aber viel mehr geboten. Es zieht zusätzlich eine Kapelle und Trachtengruppe auf. Es ist der 90ste Jahrestag der Vertreibung der Türken. In diesem Angedenken werden von mehreren Gruppen (Veteranenverbände?) Kränze nieder gelegt. Anschließend bummeln wir durch die Altstadt (Plaka). Auf der Rückfahrt zum Campingplatz bieten Willi und Manfred noch eine

besondere Einlage. Während wir auf den Bus warten, sucht ein offensichtlich geistesgestörter

Grieche mit Willi Streit, als dessen Folge es zu einem heftigen Handgemenge kommt. Marianne ruft in heller Panik von der nächsten Kreuzung die Polizei, die dem Ganzen ein Ende bereitet. Die Aufregung war für Marianne zu viel – der Kreislauf spielt verrückt.

Montag, 11. Nov.

Wir brechen per Bus durch den dichten Athener Straßenverkehr auf nach Piräus. Hier besichtigen wir den Fährhafen und anschließend den Yachthafen. Hier liegen schon einige gewaltige Bötchen,

deren Eigner ganz gewiß nicht von der Sozialhilfe leben. Die Rückfahrt zum Campingplatz will

scheinbar kein Ende nehmen – der Verkehr ist inzwischen um vieles dichter geworden und der Bus kommt kaum noch voran.

 

Dienstag, 12. Nov.

Wir verlassen Athen mit dem Ziel Korinth. Die Fahrt geht entlang der Küstenstraße mit tollen Aussichten. In Isthma stoßen wir an den Kanal von Korinth. Es ist schon erstaunlich, wie er aus dem Fels geschlagen wurde. Anschließend besichtigen wir Alt-Korinth, das zum großen Teil wieder ausgegraben wurde. Von hier aus fahren wir unseren nächsten Stellplatz am Limni Vouliagmenis an. Hier stehen wir an einer wunderschönen Bucht mit einem nur wenige Meter breiten Durchgang zum Meer. Wir stehen hier in herrlicher Ruhe mit einer tollen Aussicht über den See und die Berge.

 

Freitag, 15. Nov.

Nach erholsamen Tagen am Limni Voulagmenis fahren wir heute weiter nach Psatha. Hierzu müssen wir natürlich mal wieder die Berge mit reichlich Serpentinen überqueren. Einige Steinabgänge und enge Ortsdurchfahrten müssen wir passieren. Von den Bergen bieten sich uns wieder tolle Aussichten. In Psatha stehen wir direkt am Kiesstrand Auch hier ist das Wasser immer noch so warm, dass wir im Meer baden können.

Samstag, 16. Nov.

Unser erstes Ziel heute ist das Kloster Osios Loukas, das für seine goldenen Deckenmosaiken bekannt ist. Es liegt einsam in den Bergen. Von hier aus schrauben wir uns langsam immer höher,

um nach Delphi zu kommen. Hier kommen wir leider erst eine halbe Stunde vor Besichtigungsende an – 14.45 Uhr, und man läßt uns nicht mehr herein. Da es hier keinerlei Übernachtungsmöglichkeit gibt, fahren wir enttäuscht weiter.

Am Nachmittag finden wir kurz vor Galaxidi in einer wunderschönen Bucht einen Platz zum Übernachten.

Sonntag, 17. Nov.

Um 7.30 Uhr (!) springt Manfred schon zum Morgenbad in die Fluten. Das macht ihm heute früh auch niemand nach. Wir fahren weiter, und finden zwischen Paleros und Pogonia in einer sehr ruhigen Bucht unsere nächste Station.

Montag, 18. Nov.

Unser lieber Rudi hat heute Geburtstag. Wir sind alle zum Umtrunk und zweiten Frühstück eingeladen. Bei Bouletten und Nudelsalat sowie einigen berauschenden Getränken lassen wir Rudi hoch leben. Er möge noch viele Jahre bei bester Gesundheit bleiben und noch viele gemeinsame Fahrten mit uns machen. Wir beschließen heute, unsere Reise mit einer drei Tage früher fahrenden Fähre eher zu beenden und buchen telefonisch um.

Dienstag, 19. Nov.

Heute fahren wir unsere letzte Station in Ammoudia an, bevor wir die Fähre für die Heimreise

besteigen. Ammoudia ist ein kleiner Fischerort mit reichlich Tavernen und einer sehr schönen Bucht. Wir finden hier fließend Wasser vor, und die Mobile werden noch einmal vom griechischen Straßenstaub befreit.

 

Mittwoch, 20. Nov.

Heute gibt es in großer Team-Arbeit noch einmal Puffer. Abends gehen wir zum letzten Mal in

Griechenland essen. Endlich kommen einige von uns zu ihrer lang ersehnten Moussaka.

Donnerstag, 21. Nov.

Wir verlassen nach dem Mittagessen Ammoudia und fahren nach Igoumenitsa. Wir können schon am Nachmittag für unsere Fähre einchecken. Die Nacht verbringen wir im Fährhafen.

 

Freitag, 22. Nov.

Nach einer unruhigen Nacht zwischen LKWs und röhrenden Kühlaggregaten fahren wir um 8.30 Uhr auf die Fähre und laufen um 8.55 Uhr aus. Ein wunderschöner Urlaub mit vielen neuen Eindrücken von Sehenswürdigkeiten, beeindruckenden Panoramen und tollen Badebuchten geht dem Ende entgegen.

Samstag, 23. Nov.

Gegen 8.30 Uhr erreichen wir nach einer teils unruhigen Seefahrt Venedig. Es wird zügig entladen und wir treten die zweite Etappe unseres Heimweges an. Die Straßen sind am Wochenende so wenig befahren, dass wir unwahrscheinlich gut durch kommen. Mittags machen wir in Lana eine kurze Pause und fahren dann auf freien Straßen über Reschen- und Fernpaß bis Füssen bzw.

Schwangau. Hier treffen wir kurz nach 17.00 Uhr noch vor der Dunkelheit ein. Wir haben hier

noch einen sehr netten Abend bei Schweinshaxen und bayrischem Bier. Am nächsten Morgen werden wir uns trennen und jeder auf eigenem Wege weiter nach hause fahren.