Türkei

 

6. April – 14. Juni 2003

Sonntag, 6. Apr.: Nach unserer Club-Ausfahrt (Bosseln) in Wehnsen starten wir nach dem Frühstück in unseren heiß ersehnten Türkeiurlaub. Bis wir uns von allen verabschiedet haben, ist es 9.00 Uhr. Gisela und Franz sind schon seit einer Stunde unterwegs. Sie wollen bei Frankfurt noch ihre Tochter mit Enkelkind besuchen. Wir treffen uns dann in Gingen auf dem Stellplatz. Tagespensum 524 km.

Montag, 7. Apr.: Nach einer kalten Nacht mit Schneetreiben und 5 cm Neuschnee in Füssen starten wir um 8.30 Uhr. Nachfragen beim ADAC über die Passierbarkeit der Alpenpässe veranlassen uns, von der geplanten Tour über Fern- und Reschenpaß abzuweichen. Wir fahren über Ulm – Augsburg – München und überqueren die Alpen über den teuren Brennerpaß. Auf Passhöhe bleibt auf der linken Fahrspur der Schneematsch trotz reichlichem Streusalzeinsatz liegen. Auf italienischer Seite erwartet uns dann der Frühling. Am Kalterer See blühen die ersten Apfelbäume. Wir übernachten am Sportzentrum Altenburg. Das Lokal mit der tollen Pizza hat leider geschlossen. (Saison mit der Eislaufbahn von September bis März) Tagespensum 471 km

Dienstag, 8. Apr.: Mit salzverkrusteten WOMOs starten wir bei herrlichem Sonnenschein nach Venedig. Wir fahren durch viele Apfelplantagen. Die Bäume sind zum Schutz der Blüte vor dem Nachtfrost mit einer aufgesprühten Eisschicht bedeckt. In Venedig treffen wir gegen Mittag ein und fahren den Campingplatz bei Fusina an. Den Nachmittag verbringen wir vor unseren Mobilen bei Sonnenschein und genießen den Blick auf Venedig.

Mittwoch, 9. Apr.: Vormittags besichtigen wir nach einer Bootsüberfahrt Venedig. Gegen 14.00 Uhr fahren wir vom Campingplatz zum Fährhafen. Wir können sofort einchecken.

An Board fahren wir um 16.30 Uhr. Planmäßig um 19.00 Uhr laufen wir aus nach Igoumenitsa

Donnerstag, 10. Apr.: Nach zum Teil heftigen Seegang treffen wir um 21.30 Uhr in Igoumenitsa ein. Da ich seit unserem Bosselwochenende mit Kreuzschmerzen zu tun habe, suchen wir noch das Health Centrum in Igoumenitsa auf, wo mir noch eine deftige Pferdespritze verpasst wird. Wir übernachten dort gleich in der Nähe.

Freitag, 11. Apr.: Wir kaufen morgens noch schnell in Igoumenitsa ein und starten dann nach Sagiada. Hier suchen wir wieder unsere Traumbucht auf. Wir waschen hier von unseren Mobilen die Salzkruste vom Brennerpaß ab und verbringen den Tag faul in der Sonne. Wir haben mittags schon 28 Grad im Schatten.

Samstag, 12. Apr.: Wir fahren heute von Sagiada über Ioanina nach Kastraki zu den Meteora-Klöstern. Auf dem Katara-Paß (1705 Meter) liegt reichlich Schnee. Wir übernachten zu Füßen der Klöster. Tagespensum 231 km.

Sonntag, 13.Apr.: Pünktlich um 9.00 Uhr zur Öffnung stehen wir vor der Tür des Metamorphosis-Klosters. Kloster und Aussicht sind wieder einmal beeindruckend. Anschließend fahren wir über Kalambaka, Larissa und Platamonas. Hier besichtigen wir die gewaltige Festung aus dem 13. Jahrhundert. Dann fahren wir über Thessaloniki bis in die Bucht von Nea-Mihaniona. Hier können wir wunderbar am Meer stehen. Nach einem Umtrunk mit Stillio, dem Inhaber der Beach-Taverne, beziehen wir hier unser Nacht-quartier. Von reichlich Wind werden wir in den Schlaf geschaukelt. Tagespensum 308 km.

Montag, 14. Apr.: Wir fahren über Kavala, Xantthi, Komotini nach Alexandroupoli. Teilweise haben wir heftigen Regen gehabt, bei Komotini extremen Seitenwind. Wir übernachten westlich von Makri auf einem ausgewiesenen Parking-Platz auf den Klippen. Tagespensum 338 km.

Dienstag, 15. Apr.: Bei herrlichem Sonnenschein, aber heftigem Wind reisen wir in die Türkei ein. Die Abwicklung an der Grenze erscheint etwas umständlich – aber unkompliziert. Die Einreisegebühr beträgt pro Fahrzeug – WOMO und Roller – je 8.- €. Unser Weg führt über Kesan nach Gelibolu. Anfangs ist die Landschaft eher trostlos. In Gelibolu fallen Autoscheiben-Putzer, Parfümverkäufer und andere hilfsbereite Geister wie die Mücken über uns her. Nachdem wir uns auf der Bank zu mehrfachen Millionären gemacht haben, es gab für 100.- € - 170.000.000 Türkische Lira, haben wir am Hafen unser erster türkisches Mittagessen eingenommen. Wir sind dann weiter nach Abida, dem südlichsten Ort der Halbinsel. Hier steht auf den Klippen ein monumentales Denkmal an den 1. Weltkrieg und ein Soldatenfriedhof. Unter dem Denkmal beziehen wir über den Dardanellen unser Quartier. Von hier aus beobachten wir den regen Schiffsverkehr zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer. Die hier arbeitenden Soldaten bringen uns Gebäck und türkischen Kaffee. Sie bereiten hier alles für den kommenden Gedenktag vor.

Mittwoch, 16.Apr.: Heute ist Entspannung angesagt. Franz und ich fahren mit unseren Rollern in die beiden nächsten Dörfer zum „Shopping“. Brot – Ekmek haben wir bekommen, aber Tomaten, Gurken oder Apfelsinen sind auf den Dörfern nicht zu haben. Unsere Frauen haben inzwischen Haushaltstag eingelegt.

Donnerstag, 17. Apr.: Über Eceabat, europäischer Teil, fahren wir nach Canakkale, asiatischer Teil mit der Fähre über die Dardanellen. Auf beiden Uferseiten stehen gewaltige Festungen. Als nächstes besuchen wir Troja, heute Truva. Schliemann hat in seiner großen Sandkiste ganz schön gebuddelt. Da hier sieben Epochen über einander liegen, sieht das für uns Laien ganz schön verwirrend aus. Später verlassen wir die E 87 und fahren auf landschaftlich schöner, aber schmaler und welliger Straße weiter nach Behramkale. Auch über diesem Dorf thront eine gewaltige Festung. Auf abenteurlichem Wege fahren wir bis kurz vor die Siedlung Assos. Assos ist eine kleine Ansammlung alter Gebäude um einen Hafen herum – heute alles Restaurants und kleine Hotels. Hier übernachten wir. Tagespensum 128 km

Karfreitag, 18. Apr.: Bei reichlich Regen und nur 8 – 9 Grad fahren wir weiter nach Bergama – Pergamon. Auf Grund des kalten und unfreundlichen Wetters wollen wir schneller in den Süden. Auch die großen Fernstraßen sind redliche Schüttelpisten. Unsere Mobile werden einem Härtetest unterzogen. Am frühen Nachmittag erreichen wir Pergamon. Die Festungs- und Tempelanlagen beeindrucken uns genauso wie die atemberaubende Aussicht über Bergama und das Land. Parkgebühr pro WOMO 7,5 Mio Lira, Eintritt 10 Mio Lira pro Person. Der heutige Wechselkurs 1 € = 1,73 Mio Lira. Ein Gemeindeangestellter wies uns auf Pergamon den Weg zu unserem Übernachtungsplatz. Wir stehen in einem Klein- und Kunstgewerbedorf vor den Toren Bergamas. Wie sich hier herausstellt, ist es eine Genossenschaft, die die Vermarktung von Teppichen, aber auch die Ausbildung von jungen Türkinnen betreibt. Tagespensum 202 km.

Samstag, 19. Apr.: Wir fahren weiter nach Cesme – bei Kälte und Regen über Stoßdämpfer-Teststrecken. Die Durchquerung von Izmir ist geradezu abenteuerlich. Das Verkehrs-aufkommen und der türkische Fahrstil sind wirklich beeindruckend. In Cesme finden wir auf dem Dolmus-Parkplatz eine Übernachtungsmöglichkeit. Wir bummeln durch die „Fußgänger-zone“ und besuchen anschließend das Haus von Gisela und Franz. Ganz selbstverständlich werden wir von türkischen Nachbarn mal wieder zum Tee eingeladen. Die türkische Gastfreundschaft und Herzlichkeit ist wie so häufig überwältigend. Tagespensum 201 km.

Sonntag, 20. Apr.: Fauler Tag in Cesme.

Montag, 21. April: Unser heutiges Ziel ist der Basar in Izmir. Hierfür fahren wir bis 20 km an Izmir heran und machen auf dem Campingplatz in Güzelbahce für 6,- € pro Mobil mit 2 Personen Station. Mir dem Bus geht es dann nach Izmir. Das Treiben auf dem Basar der drittgrößten Stadt der Türkei ist schon einen Besuch wert. Wir haben leckeren Fisch erstanden, den wir abends auf dem Campingplatz grillen.

Dienstag, 22. Apr.: Nach ausgiebigem Frühstück und Versorgung der Fahrzeuge geht es wieder auf die Piste. Unser Ziel ist Ephesos. Auf dem Parplatz (2.5 Mio Lira) sind wir auf einen Schlepper für ein Juwelier-Zentrum hereingefallen. Es brachte uns auf einem „Umweg“ mit seinem Shuttle zum oberen Eingang. Ephesos (15 Mio Lira/Person) ist von seinen Dimensionen und auch von Zustand der Restauration einfach gigantisch. Im nächsten Ort südlich von Kusadasi finden wir für die nächste Nacht in einem Ferienhausgebiet an der Beach eine Stellmöglichkeit. Tagespensum 135 km.

Mittwoch, 23. Apr.: Unser heutiges Ziel heißt Bodrum. In Davutlar, einem kleinen Dorf bei Kusadsi, zieht ein Umzug von zum Teil hübsch in Trachten gekleideten Schülern durch die Straßen. Heute ist ein besonderer Feiertag – Tag des Kindes. Überall unterwegs treffen wir auf Reste dieser Umzüge und reichlich türkische Flaggen sind überall aufgehängt. Bodrum selbst ist pulsierendes Leben. Was ist hier wohl erst in der Saison los? Die Straßen sind für unsere Mobile manchmal etwas sehr schmal. Da wir hier für unsere WOMOS keine Parkmöglichkeit finden, fahren wir weiter nach Turgutreis, an der Spitze der Halbinsel. Unterwegs machen wir an einem Imbisstand Pause. Was wir essen, muß dem Preis nach etwas ganz besonderes sein. Es ist kräftig gewürzt und an einem Spieß gewickelt. Bevor es in das Weißbrot kommt, wird es ganz fein gehackt – es sind Hammeldärme. Es bekommt den Einheimischen gut – wir haben ein etwas mulmiges Gefühl im Magen. Nach langem Suchen finden wir in Turgutreis eine Möglichkeit zum Übernachten. Tagespensum 190 km.

Donnerstag, 24. Apr.: Mit dem Dolmus fahren wir nach Bodrum zur Stadtbesichtigung. Die Festung am Hafen ist mit dem weltgrößten Museum für Unterwasser-Archäologie absolut sehenswert. Von hier oben haben wir eine tolle Aussicht über Bodrum und Hafen.

Freitag, 25. Apr.: Wir fahren heute weiter nach Marmaris. Auch hier treffen wir auf einen typischen Touristenort. Da wir keinen Stellplatz für unsere Mobile finden, fahren wir nach einem Einkaufsbummel über den Bauernmarkt weiter. Nach atemberaubender Fahrt auf schmalen Straßen, spitzen Kehren und Aufstieg auf über 800 Metern haben wir eine sagenhafte Aussicht auf Turunc. Es geht genauso abenteuerlich bergab in den kleinen Küstenort. Nach ausschweifenden Gesprächen und Cay-Gelagen mit der Gendarmerie dürfen wir direkt im Hafen auf der Promenade für die nächsten Tage stehen. Tagespensum 206 km.

Samstag, 26. Apr.: Heute wollen wir bei herrlichem Sonnenschein relaxen. Doch wir haben die Rechnung ohne die Gendarmen gemacht. Der Kommandant und ein deutschsprachiger Adjudant lösen uns vom Kaffee zum Cay ab. Das geht bis kurz vor dem Mittagessen. Nach dem Mittag kommt der Kommandant mit Familie zum Kaffee. Daraus folgt die Einladung zu Wein und Bier beim Kommandanten zu hause. Die Unterhaltung des Tages erfolgt mit Händen, Füßen und Wörterbuch sowie Zetteln und gebrochenem Englisch. Wir verstehen uns hervorragend und lachen viel und herzlich. Kommandant-Junior, Berkhan, unterzieht Nicky einer Parfüm-Attacke. Leicht beschwipst ziehen wir zu unseren WOMO’s zurück.

Sonntag, 27.Apr.: Absoluter Ruhetag!

Montag, 28.Apr.: Nachdem wir uns vom Kommandanten der Gendarmerie und auch von seiner Frau verabschiedet haben, fahren wir von Turunc nach Marmaris zurück. Wir wechseln hier Geld und tätigen einige Einkäufe, um die Bordküche wieder auf zu füllen. Dann starten wir nach Dalyan. Angeblich soll man hier in einer tollen Bucht, wo auch Wasser-Schildkröten ihre Eier ablegen, stehen können – weit gefehlt. Auf dem Weg nach Fethiye finden wir eine tolle Bucht, die als Grill- und Campingbucht ausgewiesen ist. Für 4,5 Mio Lira (2,70 €) können wir hier wunderbar stehen. Neben zwei türkischen Familien haben wir die Bucht ganz für uns. Tagespensum 162 km.

Dienstag, 29. Apr.: Heute hat Gaby Geburtstag. Gleich nach dem Frühstück stehen Gisela und Franz vor der Tür, um Gaby zum Geburtstag zu gratulieren. Gaby bereitet zum Mittag ihre beliebten Rotwein-Nudeln, die uns alle super schmecken. Zum Kaffe gibt es frische Erdbeeren mit Rahm. Es ist ein wunderschöner Tag.

Mittwoch, 30. Apr.: Wir fahren mit den Motorrollern nach Fethiye – 21 km. Wir bummeln durch den Hafen und die Altstadt. Hier kaufen wir frischen Fisch zum Abendessen.

Donnerstag, 1. Mai: Ruhetag. Auf dem Platz ist ein altes deutsches San-Car, umgebaut zum Reisemobil, mit drei Männern aus Ankara zur Herren- und Angeltour eingetroffen.

Freitag, 2. Mai: Als heutiges Tagesziel haben wir die Patara-Bucht geplant. Doch leider können wir hier nicht stehen – hier stehen schon Ruinen, und zwar ältere als wir. Da wir schon genug alte Steine gesehen haben und den Eintritt von 10 Mio TLira scheuen, fahren wir weiter. In Kas machen wir im Hafen Station und besuchen noch den Wochenmarkt.

Samstag, 3. Mai: Wir setzen unsere WOMO’s auf die gegenüber liegende Seite der Bucht um. Hier stehen wir auf einer Halbinsel auf einem erhöhten Podest und haben einen wunderbaren Überblick. Beim Umrunden der Halbinsel mit unseren Rollern genießen wir eine herrliche Aussicht auf die griechisch/türkische Inselwelt.

Sonntag, 4. Mai: Ruhetag

Montag, 5. Mai: Wir fahren weiter bis kurz vor Kemer. Viele Kilometer Küstenstraße mit schmaler, kurvenreicher Strecke aber tollen Aussichten erwarten uns. Unmittelbar vor Camyuva machen wir in einer Bucht unter Kiefern Station. Einige Fischer haben hier ihre Boote liegen. Wir lernen einen jungen Türken kennen, der hier sein ehemaliges Fischerboot zum Ausflugsboot in Eigenarbeit umbaut. In 10 Tagen will er fertig sein – er hat noch viel zu tun. Trotzdem will er morgen mit uns zusammen Fisch grillen, Salat machen und gemeinsam essen. Tagespensum 142 km.

Dienstag, 6. Mai: Rollertour und Besichtigung von Kemer. Fauler Tag in der Bucht mit viel türkischem Besuch – es ist Feiertag. Abends machen wir mit unserem türkischen Freund Celöl eine Ausfahrt mit dem Fischerboot und braten noch den Fisch, um mit ihm gemeinsam zum Abend zu essen.

Mittwoch, 7. Mai.: Heute ist ein ehrwürdiger Tag - Gisela hat Geburtstag. Gleich nach dem Frühstück kommen wir zur Gratulation. Viele lange Jahre möge sie uns noch auf unseren Fahrten begleiten. Wir fahren nach Antalya, damit Franz auf deutsche Gasflaschen türkisches Gas tanken kann. Eine kleine Odyssee nimmt ihren Lauf. Zu guter letzt finden wir jemanden, der einen Adapter in türkischer Weise baut und der Kühlschrank bekommt neue Nahrung. Vor Antalya finden wir eine Picknick-Bucht (7 Mio TL) für die nächste Nacht. Gisela lädt zum Abendessen und wir lassen es uns wohl schmecken. Abends sitzen wir noch bei einer Flasche Wein am Lagerfeuer und lassen den Tag ausklingen. Tagespensum 139 km.

Donnerstag, 8. Mai: Nach dem Frühstück fahren wir weiter nach Side. Nach einem Stadtrundgang machen wir mangels anderer Möglichkeiten auf einem Campingplatz Station. Es ist eine Hotelanlage mit Strand und separatem Pool – 15.- €. Tagespensum 126 km.

Freitag, 9. Mai. Heute sind wir seit fünf Wochen unterwegs. Unser Weg führt uns nach Anamur. Die letzten 40 km fahren wir eine wunderbare aber kurvenreiche Küstenstraße. Als Stellplatz finden wir einen privaten Platz mit Dusche unmittelbar am Strand am Ortseingang von Anamur (5 Mio Tlira). Tagespensum 191 km.

Samstag, 10. Mai: Weiter geht es nach Osten. Über kurvenreiche Küstenstraße mit kräftigen Höhenunterschieden und atemberaubenden Aussichten fahren wir Richtung Silifke. In Ovacik treffen wir an der Straße einen deutschen Rollerfahrer. Er erklärt uns den Weg in eine schöne Bucht wo er mit seiner Frau, Hund und WOMO steht. Hier finden wir unter Bäumen einen schönen Stellplatz am Wasser, wo wir mal wieder etwas länger stehen können. Die nächsten Tage verbringen wir hier in netter Atmosphäre mit Annette und Wolfgang Brinkmann aus Meschede. Da beide türkisch sprechen, haben sie viele interessante Kontakte geknüpft, von denen wir auch profitieren. So komme ich mit den beiden in den Genuß einer Ausfahrt mit dem Ingenieur für Forstwirtschaft. Wir fahren auf einen Waldbrand-Beobachtungsturm in 1 500 Metern Höhe mit einer tollen Aussicht. Außerdem besuchen wir eine türkische Bauernfamilie in ihrer Saisonunterkunft – einem besseren Zelt.

Mittwoch, 14. Mai: Heute geht es weiter in Richtung Kapadokien. Wir verlassen vor Adana die Küstentrasse und erklimmen das türkische Hochland. Kurz vor Nigde verlassen wir die Fernstraße und fahren in Bereket, einem Bauerndorf mit 400 Einwohnern, auf den Dorfplatz. Wir sind die Sensation und sicher Gesprächsthema für die nächsten Tage. Die Bewohner stehen um uns herum, besichtigen unsere Mobile, bringen Airan und laden uns zum Tee ein. Hier übernachten wir.

Donnerstag, 15. Mai: Ab 7.00 Uhr stehen die ersten Dorfkinder in ihrer Schuluniform vor unseren Mobilen und betrachten uns wie die Affen im Käfig. Nach dem Frühstück fahren wir bei Temperaturen von etwas über 20 Grad nach Nevsehir. Wir machen Station auf einem Campingplatz (10 Mio TLira). Dunkle Wolken ziehen auf und wir fahren per Roller nach Göreme. Auf der Fahrt erreicht uns das Gewitter mit Regen und Sturm. Die Tuffsteinkegel mit ihren Wohnungen hinterlassen einen starken Eindruck auf uns.

Freitag, 16. Mai: Nach dem Frühstück starten wir mit den Rollern nach Kaymakli. Hier besichtigen wir eine unterirdische Stadt. In diesen „Underground Citys“ haben sich die Christen vor der Verfolgung im 2. Jahrhundert versteckt. Hierbei haben sie sich bis zu 7 Etagen tief in das Tuffstein-Gebirge geschlagen. In Kaymakli sollen 200 Menschen gelebt haben. Zum Nachmittag hat uns wieder der Regen eingeholt, als wir noch einmal in Göreme waren.

Samstag, 17. Mai: Wir haben heute das Freilichtmuseum von Göreme besichtigt. Hier sind auf engem Raum mehrere Kirchen in den Tuffstein getrieben. Zum Teil sind in diesen Mini-Kirchen noch gut erhaltene Fresken zu besichtigen.

Sonntag, 18. Mai: Von Nevsehir fahren wir heute über Aksaray zum Tuz Gölü. In Kaldinm Tuzian bei Sereflikochisar besichtigen wir eine Saline – Salzgewinnung aus einem Binnensee. Weiter fahren wir dann nach Ankara und machen auf dem M A N –Werksgelände Station. Franz aktiviert sofort seine alten Kontakte, über die er durch seine Tätigkeit hier als Meister der Busfertigung und mehr verfügt.

Montag, 19. Mai: Heute ist türkischer Feiertag. Trotzdem wird in einigen Bereichen bei  

M A N heute gearbeitet. Daher begrüßt uns Ali, Chef der Lackiererei, zum zweiten Frühstück. Sein Sohn führt uns heute durch Ankara mit Besichtigung des Atatürk Mausoleums, der Kocatepe-Moschee – der größten der Türkei und der Burg. Anschließend sind wir zum Picknick mit Ali’s Familie eingeladen. Ein Nachmittag mit opulenter türkischer Grillküche und überwältigender Gastfreundschaft erwartet uns. Total „überfressen“ kehren wir zu unseren Mobilen zurück.

Dienstag, 20. Mai: Wir besichtigen heute die LKW-Fertigung und den Bus-Rohbau. Für uns Laien – Franz natürlich ausgenommen – eine hochinteressante Angelegenheit. Unser Mittagessen nahmen wir in der Werkskantine MAN ein. Nach dem Essen bringt uns ein Fahrer von MAN nach Cubuk, wo wir unsere Frauen beim Friseur abgeben. Wir Männer sitzen im Park beim Tee und warten gespannt darauf, wie unsere Frauen aussehen werden. Nach 1,5 Stunden und erfolgreicher Wiedererkennung geht es zurück zu den Mobilen. Abends sind wir in Ankara zum türkischen Abendessen eingeladen. Es war ein ausgesprochen angenehmer Abend mit einem wohlschmeckenden und abwechselungsreichen Essen.

Mittwoch, 21. Mai: Heute besichtigen wir die Endfertigung im Busbau. Fast alles ist reine Handarbeit. Wenn man das alles gesehen hat, betrachtet man die Busse mit anderen Augen. Es hat uns schon sehr beeindruckt. Nach dem Essen in der Kantine fahren wir per Linienbus in das Centrum von Ankara und bummeln über den Basar.

Donnerstag, 22. Mai: Nach ausgiebiger Verabschiedung von MAN verlassen wir dieses Musterbeispiel von Gastfreundschaft mit den besten Wünschen von beiden Seiten. Es geht nordwärts zum Schwarzen Meer. Nach 250 km Hochebene geht es wieder bis auf 1.875 m über Pässe und Berge. Am Abend erreichen wir Inebolu an der Schwarz-Meer-Küste. Nach etwas Suchen finden wir Station im Fischerhafen. Zwischen Fischerbooten (auf dem Trockenen) stehend verbringen wir die nächste Nacht.

Freitag, 23. Mai: Nach dem Frühstück zieht vom Meer Nebel auf. Also fahren wir die Küstenstraße westwärts. Es geht auf schmalen und verwundenen Straßen auf elendem Pflaster mit teils riesigen Schlaglöchern bis Cide. Für diese 103 km benötigen wir fast fünf Stunden Fahrzeit. Wir werden aber mit einer tollen grünen Landschaft und üppigen Pflanzenbewuchs belohnt. Viele Zierpflanzen unserer Gärten wie gelbe Azaleen und violette Rhododendren wachsen hier in freier Natur. Über allem wabert aber immer wieder der Nebel. Auf unserem abenteuerlichem Weg durchqueren wir auch ein Dorf, das vor einiger Zeit von einem Erdbeben heimgesucht wurde. Wir übernachten im Hafen von Cide.

Samstag, 24. Mai: Keine Wetterbesserung in Sicht – wir fahren weiter. Am Zustand der Küstenstraße nach Amasra ändert sich nichts. Gut durchgeschüttelt treffen wir hier mittags ein. Am Ende des großen Parkplatzes am Hafen stellen wir die Mobile ab und übernachten hier dann auch (5 Mio. T Lira). Auf der Landzunge mitten im Ort befindet sich eine sehenswerte Festungsanlage. Abends essen wir lecker in einem der vielen Fischrestaurants.

Sonntag, 25. Mai: Wieder Nebel und Nieselregen – wir fahren weiter nach Safranbolu. Hier ist im historischen Stadtkern alte osmanische Baukunst zu bewundern. Deshalb spricht man auch vom türkischen Rothenburg. Wir fahren in großem Bogen über Gerede und Düzce zurück ans Schwarze Meer nach Akcakoca, wo wir auf einem Campingplatz am Ort nach Verhandlung durch Franz für 5.- € statt 9,- € als einzige Gäste Station machen. An den beiden nächsten Tagen genießen wir auf diesem herrlichen Platz die Sonne, besichtigen den Ort und essen im Platzrestaurant hervorragend Fisch zum Abendessen.

Mittwoch, 28. Mai: Wir fahren weiter nach Karasu – finden hier aber leider keine Stellmöglichkeit. Daher fahren wir einen Tag früher nach Istanbul weiter. Wir machen Station auf dem Ataköy-Campingplatz (16.- €) – ein üblicher Touristenplatz in einer Metropole. Abends kommt noch ein alter türkischer Freund von Franz und Gisela auf den Platz. Natürlich werden wir wieder nach hause eingeladen. Hier lernen wir seine nette Familie kennen und essen wieder türkisch zu abend.

Donnerstag, 29. Mai: Mit dem Bus geht es bis kurz vor die Galata-Brücke. Wir bummeln über den Gewürz-Basar und den großen Basar, sowie durch umliegende Geschäftsgassen. Hier kann man viele Tage verbringen und orientalisches Flair genießen. Die Sultan-Ahmet-Moschee, auch Blaue Moschee genannt, besichtigen wir ebenfalls. Sie ist von üppigen Grünanlagen gesäumt. Beeindruckend sind die sechs Minarette.

Freitag, 30. Mai: Heute sind starke Nerven und kräftige, schmerzgewohnte Füße gefragt. Es geht wieder auf den Basar. Wir genießen das Leben aus 1001 Nacht und kehren am späten Nachmittag erschöpft zu den Mobilen zurück.

Samstag, 31. Mai: Wir befahren mit einem Schiff, halb Linien- halb Ausflugsdampfer, den Bosporus vom Marmarameer zum Schwarzen Meer und zurück. Es werden immer wieder Anlegestationen sowohl am asiatischen wie auch am europäischen Ufer angefahren. Wir genießen traumhafte Aussichten zwischen den Kontinenten. An der letzten Station am Schwarzen Meer essen wir typisch türkisch – natürlich Fisch.

Sonntag, 1. Juni: Der gestrige Tag war sehr schön, aber er liegt uns allen heute früh noch schwer im Magen – Montezumas Rache hat uns getroffen. Besonders schwer leidet Gisela. Mittags fahren wir ohne Franz und Gisela mit dem Bus ins Zentrum – noch etwas schwach auf den Beinen. Wir besichtigen einen Teil des Topkapi-Palastes. Der Tourismus hat hier schonungslos zugeschlagen – die Gesamtbesichtigung kostet jetzt 32 Mio T-Lira = 20 € pro Person. Wir genießen die Pracht und den Prunk vergangener Zeiten genauso wie die herrliche Aussicht über den Bosporus.

Montag, 2. Juni: Auf dem Weg von Istanbul nach Griechenland schließt sich der Kreis unserer Türkeirundreise. Wehmütig nach diesen tollen, erlebnisreichen Wochen, in denen wir Land und Leute in besonderem Maße kennen gelernt haben, treten wir die Rückreise über Griechenland an. Unser Übernachtungsplatz bei Makri ist leider mit Kette und Vorhängeschloß gesperrt. So übernachten wir vor der nahe gelegenen Taverne, in der wir zu Abend essen.

Dienstag, 3. Juni: Es geht weiter westwärts. Die griechischen Fernstraßen sind von Ginster und Oleander in voller Blüte gesäumt. Vorbei an Thessaloniki fahren wir bis Korinos Beach. Hier beziehen wir auf unserem Platz vom Vorjahr Quartier für die nächste Nacht.

Mittwoch, 4. Juni: Bei schönstem Wetter durchqueren wir heute Griechenland von Ost nach West. Wir fahren über Larissa, Kalambaka, Ioanina nach Sagiada. Unser Stammplatz in der schönen Bucht ist schon von 4 Mobilen belegt. Für uns ist aber noch ausreichend Platz vorhanden. Nach einem Erfrischungsbad im warmen Mittelmeer lassen wir einen ruhigen Abend angehen. Hier wollen wir bis zur Abfahrt relaxen – relaxen und noch einmal relaxen.

Sonntag, 8. Juni: Wegen vieler Mücken wechseln wir nach Igoumenitsa. Wir tauschen unsere kleine ruhige Bucht mit Kiesstrand und Mücken gegen eine große Bucht mit herrlichem Sandstrand, weniger Ruhe und noch mehr Mücken. Aber wir stehen unter großen Eukalyptusbäumen wunderbar im Schatten.

Freitag, 13. Juni: Jetzt geht unsere wunderbare Tour endgültig dem Ende entgegen. Es heißt früh aufstehen, denn wir müssen um 6.00 Uhr im Hafen sein. Um 7.30 Uhr läuft unsere Fähre nach Venedig ein. Bei herrlichem Sonnenschein geht es auf See.

Samstag, 14. Juni: Nach einer ruhigen Überfahrt treffen wir um 7.30 Uhr in Venedig ein. Bei herrlichem Sonnenschein, aber großer Hitze geht es nordwärts. Es herrscht auf der italienischen Autobahn dichter Rückreiseverkehr. Ab Gardasee stellen deutsche Fahrzeuge die absolute Mehrheit. Wir fahren über Reschen- und Fernpaß und genießen die Alpenpanoramen. Gegen 16.00 Uhr treffen wir in Füssen ein. Hier trennen sich unsere Wege. Gisela und Franz wollen noch ihre Tochter bei Frankfurt und wir Freunde in Süddeutschland besuchen.