Reisebericht Türkei 2006

12. August bis 9. November

 

Mit uns fahren Inge und Manfred , Hermi und Manfred

 

Samstag, 12. August: Heute geht es endlich los, wir treffen uns um 9.00 Uhr am Autohof Lehre. Nach dem obligatorischem Gruppenfoto geht es pünktlich auf die Bahn. Über Magdeburg, Dresden, Zinnwald reisen wir in die Tschechische Republik ein. Ca. 30 km vor Prag machen wir in Nelahozeves unter einem großen Schloss Station. 445 km.

Sonntag, 13. August: Ich kann kaum mein Notebook erkennen, so stehen mir immer noch die Tränen in den Augen. Wir wurden heute mit Mautgebühren abgezockt für die Slowakei und Ungarn – schlimmer geht es nicht mehr. Gestern für Tschechien 25,- €, heute für die Slowakei 9,- € und für Ungarn 33,- €. Unser Reisebudget ist ganz schön geschrumpft. Wir übernachten auf einem schönen Parkplatz vor dem Friedhof von Tata. 501 km.

Montag, 14. August: Nach einer ruhigen Nacht machen wir uns um 9.00 Uhr wieder auf den Weg. Auf dem Budapester Ring verbringen wir 20 Minuten in einem Stau. Die Autobahn führt inzwischen bis kurz vor Szeged. Auf dem weiteren Weg streift ein entgegenkommender LKW den linken Außenspiegel von Inge und Manfred und reißt ihn ab. Das hätte weitaus schlimmer enden können. Noch einmal riesig Glück gehabt. In Mako finden wir eine Werkstatt die über Nacht den entsprechenden Spiegel besorgen wollen, so dass wir morgen die Fahrt fortsetzen können. Wir übernachten auf einer Wiese zwischen alten Schrottautos und einem Mähdrescher – fast wie bei Zille. 274 km.

Dienstag, 15. August: Nach erfolgter Montage des neuen Außenspiegels geht es um 9.00 Uhr auf die Piste. Die Einreise nach Rumänien ist absolut problemlos. Die Fahrzeuge werden für 4.-- € desinfiziert. Um 19.00 Uhr treffen wir auf dem Campingplatz von Brasov ein. Hier warten herrlich heiße Duschen auf uns. Die haben wir nach der langen Fahrt über teilweise katastrophale Straßen uns auch redlich verdient. 470 km

Mittwoch, 16. August: Weiter geht es bei herrlichem Wetter und Temperaturen über 30 Grad an die Schwarzmeerküste. Es geht durch wunderbare Landschaften mit sattem Grün und Bergen bis über 2000 Metern. Station machen wir auf einem Campingplatz bei Mangalia. Wir sind die einzigen Mobile unter wenigen Wohnwagen und vielen Zelten. 405 km

Donnerstag, 17. August: Heute starten wir früh – 8.00 Uhr Ortszeit bzw. 7.00 Uhr MEZ. Die Grenzabwicklung nach Bulgarien ist problemlos aber in altsozialistischen Trott d.h. sehr langsam. Natürlich fahren wir durch ein Desinfektionsbecken zum Preise von 5.00 €. Die Desinfektionsbrühe kommt wohl aus dem Wasserhahn, denn Tauben und Hunde laben sich ohne Schwierigkeiten an dem kostbaren Nass. Die obligatorische Vignette kostet noch einmal 18,00 €. Ein Hoch auf den Kapitalismus. Der Transit entlang der Schwarzmeerküste ist bis auf die letzten 50 km recht angenehm. Die letzten Kilometer haben es aber in sich. Die Straßen stammen aus der Geisterbahn oder von einer Stoßdämpfer-Teststrecke. Wir fahren rund 2 Stunden daran. Dann kommen die Grenzabfertigungen in die Türkei. Dass Menschen mit einem Reisemobil unterwegs sind, macht kein Problem. Dass diese aber dann auch noch einen Motorroller mit sich führen, das macht riesige Probleme. Die Einreiseformalitäten ziehen sich über 1 ½ Stunden hin. Entnervt fahren wir noch 30 km bis Kirklareli. Hier machen wir auf einem Hinterhof Station und essen in einem türkischen Restaurant hervorragend Lamm, frischen Salat und Joghurt – einfach köstlich. 537 km.

Freitag, 18. August: Nach einer ruhigen Nacht starten wir zum Marmarameer. Bei Yenice finden wir am Strand einen Stellplatz direkt am Wasser. Das Feuchtbiotop im Hintergrund ist Trinkstation für Hunderte von Störchen, die auf ihrem Zug in den Süden kurze Rast einlegen und sofort wieder in der Thermik in große Höhen aufsteigen. Geruchsbelästigung durch Chemieabwasser.128 km.

Sonntag, 20. August: Genug relaxt - bei ruhigem Sonntagsverkehr geht es nach dem Frühstück weiter nach Istanbul. Ohne Probleme erreichen wir den Cpl. Ataköy. Wir finden unter ein paar Bäumen Platz für unsere Mobile. Um 16.00 Uhr starten wir zur Hagia Sophia und besichtigen auch gleich noch die „Blaue Moschee“ mit. Zwei beeindruckende Bauwerke, die viele Touristen magisch anziehen. Zum Abend fahren wir zum Taksim und flanieren die große Geschäftsstrasse hinunter zum Galataturm, der bei Nacht herrlich beleuchtet ist. Der Weg über die Galatabrücke zeigt uns eine herrliche Skyline von Istanbul bei Nacht. Eine abenteuerliche Taxifahrt mit uns sechs Personen zuzüglich Fahrer in einem Fiat bringt uns zurück zum Campingplatz. 110 km.

Montag, 21. August: Um 10.00 Uhr starten wir mit dem Bus. Der Topcapi-Palast steht heute früh auf dem Programm. Dieser ist mit seiner wunderschönen Parkanlage und seinen tollen Bauwerken wieder einmal eine Augenweide. Anschließend besichtigen wir noch die Zysterne mit ihren 362 Säulen und den Medusenköpfen. Der Weg durch den großen Basar, das Geschäftsviertel und den Gewürzbasar zeigt uns das rege Treiben der Istanbuler. Abends lassen wir uns in einem der vielen Fischlokale gegenüber des Fischereihafens über den Leisten ziehen. Speisekarte und Rechnung liegen weltweit auseinander.

Dienstag, 22. August: Heute starten wir zu einer Dampferfahrt auf dem Bosporus. Die Fahrt zeigt uns die Schönheit des Bosporus mit seinen wunderschönen Ufern und den alten Holzvillen.

Mittwoch, 23. August: Es geht weiter in Richtung Schwarzmeerküste. Wir fahren fast eine volle Stunde auf der Autobahn bei zügiger Geschwindigkeit, bis wir um Istanbul herum sind. Nach 426 km machen wir kurz vor Karabük an dem Abzweig nach einem Ovacik in 38 km Station.

Donnerstag, 24. August: Nach kurzer Fahrt besichtigen wir die historische Stadt Safranbolu (Weltkulturerbe) mit ihrer alten osmanischen Architektur. Dann geht es weiter nach Amasra, der kleinen Hafenstadt am Schwarzen Meer. Hier machen wir am Wasser Station. 112km.

Samstag, 26. August: Nach 2 Tagen in dem wunderschönen Amasra geht es heute weiter – unser Ziel heißt Cide. Über inzwischen recht guten Strassen geht es in teils heftigen Steigungen immer wieder auf und nieder. Die üppige Vegetation und die herrlichen Aussichten begeistern uns immer wieder aufs Neue. In Cide finden wir wieder unseren alten Platz im Hafen. Hier haben wir eine gute Aussicht auf Wasser und Berge. 89 km.

Sonntag, 27. August: Nach ruhiger Nacht geht es weiter an der wunderschönen Schwarzmeerküste. Auch hier ist der Straßenzustand deutlich besser als vor drei Jahren. Die durch ein Erdbeben völlig schief stehende Moschee gibt es noch immer. Ob sie wohl immer noch genutzt wird? Nach 103 km erreichen wir Inebolu und machen auch hier im Hafen Station. Junge Leute bereiten uns eine lautstarke Nacht.

Montag, 28. August: Unser heutiger Zielpunkt heißt Sinop. Vielleicht befahren wir heute den schönsten Teil der Schwarzmeer-Küstenstrasse. In der Mittagszeit treffen wir ein und finden natürlich im Hafen eine Möglichkeit für unsere Mobile für die nächsten 3 Nächte. Nachmittags treffen wir mit der Familie Kügük zusammen und werden sehr freundlich aufgenommen. Wir besichtigen ihr wunderschönes Haus und verbringen nette Stunden miteinander. Ruhige Nacht – 147 km.

Dienstag, 29. August: Die sprichwörtlich türkische Gastfreundschaft der Kügüks beschämt uns sehr. Sie treffen um 10.00 Uhr zur Stadtbesichtigung bei unseren Mobilen ein und überschütten uns mit frischem Obst und Gemüse sowie Geschenken. Wir haben keine Chance, uns selbst erkenntlich zu zeigen. Eintritt in zwei Museen dürfen wir genauso wenig übernehmen wie das Mittagessen in einem Hafenrestaurant bzw. eine Kaffeepause.

Donnerstag, 31. August: Nach 3 wunderschönen Tagen und Abschied von der Familie Kügük (unser Abschiedsgeschenk hat hoffentlich gut gefallen) fahren wir weiter auf der Küstenstrasse. Der Zustand hat sich noch einmal gebessert, so dass wir sehr zügig durch die wunderschöne Landschaft voran kommen. Ca. 20 km vor Samsun verlassen wir im Kreisel von Taylan die Küstenstrasse und fahren in ein Ferienhausgebiet. Wir finden zwischen den Häusern auf Rasen einen Stellplatz. Wir baden am herrlichen Sandstrand in der warmen Brandung des Schwarzen Meeres. Abends bringen uns gastfreundliche Familien leckeres Gebäck an unsere Mobile. 145 km.

Freitag, 1. September: Nach einer ruhigen Nacht mit etwas Regen fahren wir weiter. Der Weg führt über Samsun nach Amasya. Wir besichtigen die Stadt mit ihren Felsengräbern, Moscheen und der Burg. Unser Stellplatz für die beiden nächsten Nächte ist der Hof einer Schule, die gerade renoviert wird. 146 km. Die Tage in Amasya sind wunderschön. Samstag abend machen wir Lamm-Tajine – köstlich.

Sonntag, 3. September: Heute geht es weiter nach Ankara. Bis auf die letzten 40 km waren die Straßen in gutem Zustand. Station machen wir im Centilmen Picknick im Stadtteil Mamak. Wir stehen dicht an einem großen See mit Grillpark, der am Sonntag stark besucht ist. 364 km.

Montag, 4. und Dienstag, 5. September: Wir bummeln durch Ankara und besichtigen die Burg, den Basar mit seinem geschäftigen Treiben und die beiden gigantischen Bauwerke das Atatürk Mausoleum und die Kocatepe Moschee, die einen tiefen Eindruck bei uns hinterlassen. Die Nachmittage und Abende genießen wir auf unserem „Campingplatz“ – die Frauen geben sich der Wäsche hin.

Mittwoch, 6. September: Unser heutiges Ziel heißt Tuz Gölü, der riesige Salzsee. Es ist der zweitgrößte See der Türkei mit 1.500 qkm Fläche. 150.000 Tonnen Salz werden hier jedes Jahr abgebaut. Der Anblick des gleißend hellen Salzes und der tiefblaue Himmel über den Bergen im Hintergrund ist wie vor 3 Jahren absolut gewaltig. Leider können wir hier nicht stehen bleiben. Bei der Abfahrt reicht uns ein älterer Türke, der einige Jahre in Deutschland gelebt hat, noch reichlich Wassermelonen ins Mobil. Wir fahren weiter in Richtung Konya und machen in Kolu mal wieder auf einem Schulhof Station. Die Nacht ist absolut ruhig. 280 km.

Donnerstag, 7. September: Nach ruhiger Nacht treten wir die Fahrt nach Konya an. Die Straße führt durch endlose Weiten abgeernteter Weizenfelder. Hier in Konya gibt es den Campingplatz auf dem Stadiongelände nicht mehr. Nach einiger Suche hilft uns ein ehemaliger Gastarbeiter weiter, so dass wir mitten im Zentrum einen Stellplatz auf einem Hinterhof für die nächste Nacht finden. Wir besichtigen die Stadt, ganz besonders das ehemalige Kloster des Derwisch-Ordens.

Freitag, 8. September: Wir verlassen den trostlosen Parkplatz im Zentrum und fahren auf überraschend guten Straßen nach Catal Hüyük, einer Ausgrabungsstätte. Hier befindet sich eine alte Stadt, die bis auf 7.500 Jahre vor Christi zurück datiert werden kann. Es ist eine der ältesten Städte der Welt. Weiter geht es dann nach Sultanhani. Unsere drei verschiedenen Karten weisen uns alle drei verschiedene Wege auf, die es in der Realität gar nicht gibt. Daher fahren wir einen riesigen Umweg, auf dem wir an zentralanatolischen Dörfern vorbei fahren, in denen noch die alten Stampflehm-hütten bewohnt werden. Es sieht doch noch sehr ärmlich aus. Wir beziehen hier auf dem Campingplatz Kervan Quartier. Endlich wieder einmal stehen wir staubfrei auf Rasen und genießen später die heißen Duschen. Hier ist alles Tipp-Top sauber und gepflegt. Auf dem Pferdewagen geht es zur größten Karawanserei der Türkei, erbaut 1221. Einfach riesig. Auf dem Campingplatz genießen wir ein Abendessen, dass uns total begeistert. 261 km.

Samstag, 9. September: Heute ist Putz- und Flickstunde angesagt. Zuvor gibt es aber im Kreise der Campingplatzeigner ein Frühstück mit frisch gebackenen und gefüllten Pfannkuchen sowie Cai. Abends gibt es wieder ein tolles Abendessen. Die „Mama“ ist eine hervorragende Köchin.

Sonntag, 10. September: Weiter geht es nach Kapadokien. In Uchisar besichtigen wir den großen Schweizer-Käse-Tuff-Kegel. Wahnsinn was die Natur geschaffen hat, und wie früher die Menschen den Tuffstein zu Wohnzwecken ausgehöhlt haben. Wir essen türkische Pizza frisch aus dem Ofen und fahren weiter nach Göreme. Hier fahren wir den CPL. Panorama an, wo wir auf einer herrlichen Terrasse unter Bäumen einen tollen Blick über Göreme haben. Von hier aus besichtigen wir das Openair Museum mit dem Kirchental. In den kleinen Kirchen, in den Tuffstein getrieben, sind erstaunlich viele Fresken erhalten geblieben. Eine Rollertour bringt uns zur Underground-City von Kaymakli. 131 km.

Mittwoch, 13. September: Nachdem wir uns von Achmed, dem Sohn vom Campingplatzbetreiber, verabschiedet haben, geht es weiter in südlicher Richtung. Unsere erste Zwischenstation ist die Underground-City von Derinkuyu. Wieder geht es in engen Gängen über mehrere Etagen in die Tiefen der ehemaligen Fluchtburgen während der frühen Christenverfolgung. Die zweite Zwischenstation ist das kleine Dorf bei Bereket, in dem wir bereits vor drei Jahren Station gemacht hatten. Einige haben uns sofort wieder erkannt und sich über die mitgebrachten Fotos gefreut. Unsere Nachtstation finden wir in Bahceli in der Roma Havuzu, einem Marmorbad aus der Römerzeit. So dachten wir. Jedoch wird kurz nach 21.00 Uhr, es ist schon längst dunkel, kräftig an das Mobil geklopft. Die Gendarmen erklären uns, dass wir hier nicht sicher stehen. Wir folgen ihnen bis zu ihrer Station in Kemerhisar. Die Straße führt immer an einem römischen Aquädukt entlang. Hier angekommen werden wir erst noch mit türkischem Gebäck bedacht und verbringen dann neben der Station auf der einen Seite und der Friedhofsmauer auf der anderen Seite eine ruhige Nacht. 141 km.

Donnerstag, 14. September: Heute geht es mal wieder aufwärts mit uns. Wir überqueren das Taurusgebirge. Malerische Panoramen gigantischer Bergmassive werden uns geboten. Unsere heutige Station heißt Kizkalesi. Auf einem ungepflegten Campingplatz, dafür aber mit einem tollen Ausblick auf das Wasserschloss Kizkalesi, finden wir Platz. Wir stehen in einer malerischen Bucht inmitten römischer Siedlungsreste in fast absoluter Ruhe mit einer Süßwasserdusche versehen direkt am Wasser. Hier relaxen wir die nächsten Tage. Manfred W. und ich besuchen die Korykischen Grotten Cennet ve Cehennem (Himmel und Hölle). Über 452 Stufen steigen wir in ein riesiges Gewölbe hinab und auch wieder hinauf. Sehr beeindruckend – sehr anstrengend. 246 km.

Montag, 18. September: Jetzt geht es nur noch westwärts. Nach 99 km erreichen wir unsere herrliche Bucht in Büyükeveli/Ovacik. Unter dem gleichen Baum wie vor drei Jahren stehen wir wieder mit unseren Mobilen – keine 10 Meter vom Strand. Das Wasser ist kristallklar und fast 30 Grad Celsius warm.

Donnerstag, 21. September: Heute ist ein ehrwürdiger Tag – Inge hat Geburtstag. Möge sie noch viele schöne Reisen mit ihrem Manfred und manchmal vielleicht auch mit uns bei bester Gesundheit erleben. Sie bewirtet uns mit einem opulenten zweiten Frühstück, an das wir noch manches mal zurück denken werden. Kaffee und Kuchen und einen Dämmerschotten selbst gelesenen Weines warten später noch auf uns. Seit gestern haben wir zum Teil heftigen Wind.

Freitag, 22. September: Der Westen ruft, und so geht es weiter bis zur großen Festung östlich von Anamur. Es ist ein wahnsinnig großes Bauwerk mit drei Innenhöfen und 39 Türmen. Sie ist sehr gut erhalten und daher kaum restauriert. Über enge, kurvige Küstenstrassen geht es munter auf und nieder weiter. Regenfälle und ein heftiges Gewitter machen die Strassen sehr schmierig. Vor Antalya geht es dann übergangslos von einem Badeort in den Nächsten. Das hält noch lange so an – bis Side. 25 km östlich von Manavgat finden wir in einer Nebenstrasse Platz für die kommende Nacht. 247 km.

Samstag, 23. September: Bei bedecktem Himmel starten wir. Unsere Fahrt führt uns zuerst zu den Wasserfällen von Manavgat. Hier machen wir nur kurze Fotorast, dann geht es weiter nach Aspendos. Hier steht eines der besterhaltenen Amphitheater aus der römischen Epoche. Platz gibt es hier für 10.000 bis 15.000 Menschen und eine phänomenale Akustik. Auf dem großen Parkplatz machen wir Station. 69 km.

Sonntag, 24. September: 15 – 20 km westlich von Antalya fahren wir an der Küstenstrasse den Grillplatz und Bucht Kargicak II an, wo wir auch schon letztes Mal gestanden haben. Der Sandstrand hat etwa 100er Körnung und mehr. An den beiden folgenden Tagen fahren wir mit Bus und Dolmus nach Antalya zur Stadtbesichtigung. 76 km.

Mittwoch, 27. September: Wir steuern die malerische Bucht von Camyuva an, die ca. 10 km westlich von Kemer liegt. Am Tage liegen mehrere Ausflugsschiffe in der Bucht vor Anker. Nachts wird es manchmal sehr unruhig durch Einheimische, ebenso soll es hier reichlich Wildschweine geben. Wir stehen hier im Schatten unter Pinien und genießen den Ausblick. Das Wetter ist teils bedeckt und die hohen Tagestemperaturen haben etwas nachgelassen. Cemal, den wir hier schon vor drei Jahren kennen gelernt haben, besucht uns auch wieder. Er ist inzwischen erfolgreicher Unternehmer mit seinem Bruder zusammen geworden. Sie betätigen sich im Wassersportbereich mit Parasailing, Bananaboot, Jetski usw. 40 km.

Sonntag, 1. Oktober: Meine Mitreisenden überraschen mich früh zu meinem Geburtstag mit einem Ständchen und Geschenken. Vielen Dank! Sie bereiten mir einen herrlichen Tag.

Montag, 2. Oktober: Heute steht die Besichtigung von Phaselis auf dem Programm. Der Weg dorthin und Phaselis selbst begeistern die Teilnehmenden. Zum Mittag gibt es heute selbst gebratenen Kusu-Balik. Kusu heißt Lamm und Balik heißt Fisch. Das ganze heißt also Lammfisch und soll angeblich nach Hähnchen schmecken. Kusu-Balik ist herrlich festfleischig, hat feste große Gräten und schmeckt einfach köstlich.

Dienstag, 3. Oktober: Unser heutiges Ziel ist Kas. Die Küstenstrasse ist kurvig aber landschaftlich traumhaft schön und inzwischen gut ausgebaut. Wir stehen im Gewerbehafen direkt am kristallklaren Wasser. Der abendliche Stadtrundgang durch die gewachsene Stadt ist sehr schön. Am 3. Abend gehen wir groß Essen. Das Chateaubriand ist auf den Punkt genau gebraten. Von dem Lokal aus genießen wir einen herrlichen Ausblick über den Hafen und die abendlich beleuchtete Stadt. 139 km.

Samstag, 7. Oktober: Ein paar haarige Serpentinen bei Kalkan beenden die kurvige Küstenstrasse. Dann geht es durch das Innland weiter nach Fethiye. Ca. 8 km westlich von Fethiye hinter Yaniklar fahren wir den Abzweig Katranci hinunter in unsere alte Bucht. Für 10 Lira stehen wir unter Bäumen an der wunderschönen Bucht in absoluter Ruhe. Außer der Besichtigung von Fethiye und Wäsche waschen (hier gibt es 2 Waschmaschinen) ist relaxen angesagt. 116 km.

Dienstag, 10. Oktober: Das Wetter trübt sich ein und wir verlassen die schöne Bucht. Unser heutiges Ziel heißt Turunc. Hier hatten wir vor drei Jahren den Kommandanten der Gendarmerie und seine Familie kennen gelernt. Über starke Steigungen und Serpentinen erreichen wir den hübschen Ort. Der Kommandant ist inzwischen leider versetzt, so dass wir unsere Fotos der vergangenen Reise nicht übergeben können. Wir besichtigen den Ort und übernachten auf einem Parkplatz. 137 km.

Mittwoch, 11. Oktober: Über nasse schmierige Strassen geht es heute ins Innland nach Aphrodisia. Auf dem Parkplatz vor der Gendarmerie-Station machen wir Station. 207 km.

Donnerstag, 12. Oktober: Nach dem Frühstück besichtigen wir die Ausgrabungsstätte. Sie ist einfach riesig und bietet viele Skulpturen und Bauwerke. Das muss man gesehen haben! Im Anschluss fahren wir weiter nach Pamukkale. Hier besichtigen wir die berühmten Sinterterrassen, die längst nicht mehr mit den Postkarten übereinstimmen. Sie haben unter dem Tourismus erheblich gelitten. Die Ruinen von Hierapolis, und hier besonders das Amphitheater, sind sehr beeindruckend. Auf dem Parkplatz übernachten wir. 102 km.

Freitag, 13. Oktober: Der heutige Weg führt uns nach 214 km nach Selcuk, dem heutigen Ort von der großen Ausgrabungsstätte Ephesos. Hier stehen wir gut auf einem sehr gepflegten Campingplatz (nachts bellende Hunde).

Samstag, 14. Oktober: Wir besichtigen Ephesos mit seinen beeindruckenden Ausgrabungen – einfach Wahnsinn. Im Anschluss fahren wir weiter nach Güzelbahce, einem Vorort von Izmir. Wir stehen auf dem Campingplatz Oba. 99 km.

Sonntag, 15. Oktober: Busfahrt nach Izmir und Basarbesichtung. Ein riesiges Warenangebot mit unendlich vielen Händlern und großer Andrang warten auf uns. Nach sechs Stunden erreichen wir geschafft unsere Mobile wieder.

Montag, 16. Oktober: Heute geht es weiter nach Bergama. Die Auffahrt zur Ausgrabungsstätte von Pergamon ist noch genauso abenteuerlich wie vor drei Jahren ebenso die Parkplätze. Die Aussicht von hier oben über Bergama und das Land ist herrlich. Nach Besichtigung und Mittagessen fahren wir runter zum Ort. Hier machen wir auf dem großen Parkplatz Station und bummeln dann durch den Ort. Heute ist großer Markttag, das heißt ganz Bergama ist ein Marktplatz. Die Vielzahl der Händler und deren Angebot ist unbeschreiblich. Bergama ist die größte Kreisstadt der Türkei mit 128 umliegenden Dörfern. Daher sind Menschen über Menschen zum Einkaufen hier. 166 km.

Dienstag, 17. Oktober: Ayvalik ist heute unser Ziel. Wir wollen wieder ans Meer. Das Wetter wird schlechter mit teilweise Regen und heftigem Wind mit starken Böen. Ayvalik ist eine hübsche Kleinstadt. Manfred W. stellt am Abend einen „Platten“ an der Hinterachse fest. Heute ist es schon zu spät, um noch etwas zu unternehmen. 80 km.

Mittwoch, 18. Oktober: Früh am Morgen finden wir eine Reifenwerkstatt – Otolastik. Die Reifenpanne ist schnell geflickt, so dass wir dann weiter fahren können. In Edremit machen wir Zwischenstation. Sehr zur Freude unserer Frauen ist hier heute ebenfalls Markttag. Also geht es wieder ins Getümmel und Gedrängel. In einer Siedlung von Akcay, einem kleinen Küstenort, finden wir Platz für die nächste Nacht. 65 km.

Donnerstag, 19. Oktober: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen bzw. findet sich heute ein neuer Platz. Etwa 5 Stunden benötigen wir um endlich etwas Passendes zu finden. Dann steht ein kleiner Campingplatz vor uns in Lamponia – so heißt auch unser Platz. Gegen Abend erscheint auch der Besitzer, der auf dem Platz auch ein Restaurant betreibt. Wenn wir bei ihm auch einmal essen und etwas trinken, soll der Platz kostenlos sein. Heute abend führt Manfred W. seine Türkeibilder auf dem Notebook vor, denn Hermi und Manfred werden sich morgen von uns trennen und die Heimfahrt antreten. Wir hatten eine wunderbare Zeit miteinander. 52 km.

Montag, 23. Oktober: Nach einer sternklaren Nacht erwartet uns heute früh Dunst und hohe Luftfeuchtigkeit. Unser heutiges Ziel heißt Abide, das große Militärmonument im Süden der Halbinsel Gelibolu. Wir nehmen nicht die Hauptstraße 550, sondern fahren auf der Küstenstraße. Wir passieren viele kleine Dörfer – manche teilweise recht ärmlich. In Canakkale verfahren wir uns auf dem Weg zur Fähre. Kleinste und schmalste Gassen bereiten Gaby fast einen Herzkasper. Schließlich finden wir doch noch den richtigen Weg und stehen dann im Fährhafen. Auf Gelibolu hat sich viel in den letzten 3 Jahren verändert. Das ganze Gelände unter dem Monument befindet sich in Umgestaltung. Durch das Zuckerfest (heute ist der erste Tag) sind viele Menschen hier. Wir genießen bei herrlichem Sonnenschein den Ausblick und stehen auf dem neuen Parkplatz direkt am Ende mit herrlicher Aussicht auf die Dardanellen. 178 km.

Donnerstag, 26. Oktober: Ein großes Hoch steht über der Ägäis und die Sonne scheint wieder kräftig. Wir verlassen Abide. In Gelibolu-Ort machen wir einen Zwischenstopp, um die Vorräte aufzufüllen. An den Fischständen kaufen wir frische Doraden und in einer Patisserie eine kleine türkische Torte. Nachdem wir die Halbinsel verlassen haben, halten wir uns sofort westlich entlang der Küste. In einem kleinen Dorf mit großer Schlosserei lässt Manfred sich eine Halterung für sein Reserverad anfertigen. Für die Schlosser ist dies eine Ehre – und Ehre ist unbezahlbar. Sie weisen jegliche Bezahlung ab, nehmen aber schließlich 2 T-Shirts. Weiter geht unser Weg auf Feldwegen bis wir schließlich mal wieder eine schöne Bucht finden. Wir stehen keine 10 Meter vom Wasser neben einer „Beach-Bar“, die nur nachmittags von einigen Fischern besucht wird. Der Fang wird hier sofort gegrillt und mit Rotwein und Raki zusammen aufgegessen. Von hier sind es 3 km zum nächsten Ort namens Sazlidere und weitere 7 km bis Göktepe, das es immerhin schon auf der Karte gibt. 128 km.

Montag, 30. Oktober: Heute früh regnet es leicht. Aber wir wollten heute sowieso weiter. Nach dem Frühstück verlassen wir diese herrliche Bucht. Über Kesan fahren wir zur Grenze nach Griechenland. Die Grenzabfertigung geht zügig von statten. In Alexandroupoli finden wir einen Lidl, wo wir unsere Vorräte ergänzen. In der Nähe von Makri machen wir auf dem uns bekannten Parkplatz Station. 129 km.

Dienstag, 31. Oktober: Bei eiskaltem, stark böigen Wind geht es weiter nach Westen. 6 km östlich von Kavala finden wir eine Bucht mit geschlossenen Tavernen, Wochenendgrundstücken und alter Siedlungsbebauung. Hier ist es windstill. Ein guter Übernachtungsplatz. 152 km.

Mittwoch, 1. November: Die Sonne scheint aus allen Knopflöchern. Wir fahren nach Kavala und finden am westlichen Stadtrand vor einer kleinen Marina und dem Hotel Lucy, dass bis Mai 2007 geschlossen ist, einen schönen Platz. Mit dem Bus fahren wir zum Bummel in das Stadtzentrum. Ruhige Nacht. 13 km.

Donnerstag, 2. November: Heute heißt es Abschied nehmen. Inge und Manfred H. fahren zurück in Richtung Türkei zum Überwintern und wir fahren weiter nach Sykia auf Chalkidiki. Hier gibt es den letzten Campingplatz (Melissi), der noch geöffnet hat und über eine Waschmaschine verfügt. Denn bei Gaby ist letzte große Wäsche angesagt, bevor wir nach Thessaloniki fahren. Hier wollen wir unser Mobil bei einem uns bekannten Wohnwagen- und Mobilhändler unterstellen und nach hause fliegen. Im Januar werden wir zurückkommen, um uns dann wieder mit den Beiden in der Türkei zu treffen. Auf dem Campingplatz ist schon Winterzeit. Es wird für die neue Saison gebaut und wir sind die einzigen Gäste. Aber die Waschmaschine läuft schon. 259 km.