Reisebericht Frankreich


09.09. – 03.10.2007

Sonntag, 9. September: Nach einer schönen Clubfahrt nach Uslar starten wir um 13.00 Uhr zusammen mit Rosi und Jürgen zu unserer Frankreichfahrt. Unsere erste Station heute ist Bochum. Wir haben Karten für das Musical „Starlight-Express“. Auf einem großen Parkplatz nahe des Theaters finden wir Platz für unsere Mobile. Hier können wir auch für die kommende Nacht stehen. Die Aufführung des „Starlight-Express“ begeistert von der Darstellung, Bühnenbild und Beleuchtung. Die Lautstärke ist aber brutal. Den zweiten Teil nach der Pause konnte ich nur noch mit Ohropax ertragen. Die Nacht verlief ruhig. 194 km.

Montag, 10. September: Um 9.00 Uhr starten wir unsere Fahrt nach Brüssel. Anfangs geht es etwas zäh über den Ruhrschnellweg durch den Ruhrpott. Der Rest des Weges vergeht zügig auf der Autobahn. Um 13.00 Uhr erreichen wir den Campingplatz in Grimbergen, denn in Brüssel gibt es keinen Stellplatz. Eine Stunde später, nach der Mittagspause, checken wir hier ein. 268 km

Dienstag, 11. September: Heute geht es mit dem Bus nach Brüssel zur Stadtbesichtigung. Beeindruckend ist der Grand Place mit seien prächtigen, alten Häusern. Eine Sightseeing-Tour führt uns auch am Atomium, das 1958 anlässlich der Weltausstellung errichtet wurde, vorbei.

Mittwoch, 12. September: Weiter geht’s! Brügge ist unser heutiges Ziel. Bei dichtem Verkehr geht es auf der Autobahn nordwärts. Nach 99 km erreichen wir den Stellplatz von Brügge. Für sagenhafte 15 € dürfen wir hier bis zum nächsten Tag 11.00 Uhr stehen. Die Sani-Station ist das absolute Musterbeispiel für eine Fehlinstalation – sie ist so aufgestellt, dass sie mit einem Schlauch zur Entsorgung praktisch nicht erreichbar ist. In der Stadt werden wir aber für alles entschädigt. Die Innenstadt Brügges soll eine der schönsten Europas sein. Dem können wir nur zustimmen. Wir durchstreifen die Stadt zu Fuß, per Fahrrad und per Boot fahren wir durch die Grachten. Wir sind absolut beeindruckt. Brügge ist wunderschön.

Donnerstag, 13. September: Es wird Zeit, dass wir diesen Stellplatz verlassen. Gegen 8.00 Uhr fahren eine Unmenge an Schulbussen auf den benachbarten Parkplatz. Dieser Platz ist nicht nur teuer (Ver- und Entsorgung kosten auch noch extra), er ist auch noch laut. Auf der Autobahn geht es weiter nach Calais. Wir kommen gut voran und sind schon früh auf dem Stellplatz direkt am Fährhafen. Mit den Rädern geht es in die Stadt. Das prunkvolle Rathaus mit seinem großen Turm ist eine wahre Pracht. Auch der großen Zitadelle statten wir einen Besuch ab. Zum Abend wird es im Hafen rappelvoll. Viele englische Mobile fahren auf. Sicher wollen diese morgen nach England übersetzen – das Wochenende und somit auch manches Urlaubsende stehen bevor. 121 km.

Freitag, 14. September: Langsam fahren wir die Küstenstrasse entlang. In Sangatte biegen wir ab, um den Eingang zum Euro-Tunnel nach England zu besichtigen. Unsere einstündige Suche, zweimal durch Skizzen von Polizei oder einem Parkwächter unterstützt, ist leider erfolglos. Entnervt brechen wir ab und fahren weiter. Am Cap Blanc Nez und Cap Gris Nez lassen wir den Blick über den Ärmelkanal schweifen. Leichter Dunst liegt über dem Wasser, so dass wir leider die Kreidefelsen von Dover nicht erblicken können. In Fort-Mahon-Plage machen wir auf dem Stellplatz Station. 149 km.

Samstag, 15. September: Der Ort füllt sich zum Wochenende. Viele Wochenendurlauber treffen ein und der Mobilplatz wird im Laufe des Tages zum Bersten voll. Es ist herrliches Wetter und wir bummeln durch den Ort bzw. genießen die Sonne im Liegestuhl.

Sonntag, 16. September: Nach dem Frühstück brechen wir auf nach Le Tréport. Hier treffen wir bei herrlichem Sonnenschein auf dem neuen Stellplatz ein und treffen hier auf Hermi und Manfred r sowie Traudel und Klaus. Zu acht machen wir uns am frühen Nachmittag über Gabys frisch gebackenen Kuchen her. Zum Abend bummeln wir durch Le Tréport und bewundern die hohen Kreidefelsen sowie den kleinen Hafen. 58 km.

Montag, 17. September: Der Himmel ist bedeckt und bereits zum Frühstück setzt der erste Regen ein. So soll es auch den ganzen Tag weiter gehen. Trotzdem bummeln wir noch einmal in die Stadt. In der kommunalen Fischhalle wählen wir aus einem riesigen Angebot von Meeresfrüchten 2 dicke Doraden = 2 kg aus. Rosi und Jürgen bescheiden sich mit zwei kleinen Lachsscheiben. Anschließend fahren wir mit dem Aufzug auf den Kreidefelsen. Leider ist alles verhangen, so dass uns keine Fernsicht geboten wird. Zum Mittag treffen wir wieder bei unseren Mobilen ein. Ich putze unsere beiden Doraden und ab geht es in die Pfanne. Auch nachdem Kopf und Schwanz abgeschnitten sind, passen sie gerade so in unsere große Pfanne. Die Heckgarage muss bei diesem miesen Wetter mal wieder als Fischbratküche herhalten. Wenn die Portion auch riesig ist, geschmeckt hat es doch. Es war wieder eine Hochzeitsnacht auf der Zunge.

Dienstag, 18. September: Bei stark bewölktem Himmel geht es weiter. Unser heutiges Ziel sollte St.-Valerie-en-Caux sein. Aber mehrere haben abgeraten – unser Mobil wäre zu groß. So fahren wir weiter nach Fecamp. Am Hafen machen wir Mittag und besuchen anschließend die Stadt. Das Palais Benedictine, die bekannte Likörfabrik, ist ein wahrlich imposantes Bauwerk. Leider ist während der Mittagszeit keine Besichtigung möglich. Also geht es weiter nach Etretat. Hier besichtigen wir die großen Kreidebögen an der Küste. Am Cap d’Antifer finden wir unter dem Leuchtturm an der Steilküste unsere heutige Übernachtungsstation. 146 km.

Mittwoch, 19. September: Nach ruhiger Nacht führt uns unser Weg vorbei an Le Havre über die riesige Pont de Normandie nach Honfleur. Die Brücke ist ein gigantisches Bauwerk, von dem man weit ins Land sehen kann. Auf dem großen Stellplatz von Honfleur machen wir Station. Honfleur ist ein wunderschönes Städtchen mit herrlichen alten Häusern und Bauwerken. Die große alte Holzkirche mit dem separaten Glockenturm ist sehr schön mit ihren Holzschindeln eingedeckt. 46 km.

Donnerstag, 20. September: Nach kurzer Putz- und Flickstunde starten wir kurz nach 10.00 Uhr. Unsere Navi führt uns durch herrliche Landschaften und immer enger werdende Dörfer nach Arromanches-les-Bains. Hier besuchen wir das Cinema Cirkulaire. In diesem Rundum-Kino stehen wir mitten in einer Darstellung der Landung der Alliierten an der Küste der Normandie. Um uns herum landen Sturmboote, wird geschossen, fliegen Flugzeuge, springen Fallschirmjäger und rollen tosende Panzer, Verletzte werden verbunden und Gefallene weggetragen. Nach der 20minütigen Vorstellung verlassen wir nachdenklich das Kino. Auffällig ist, dass alle üblichen Souvenirs und Bücher sowie Schriftstücke nur in französisch oder englisch angeboten werden. Unseren nächsten Stellplatz finden wir in Port-en-Bessin-Huppain. 110 km.

Freitag, 21. September: Nach 88 km Fahrt erreichen wir St-Vaast-la-Hougoue. Die Fahrt hierher führt uns wieder durch schöne Landschaften mit sauberen Dörfern, die alle toll an den Straßenrändern und Ampeln bepflanzt sind. Besonders auffallend sind riesige Hortensienbüsche. In der Utah-Bucht, in der die Amerikaner in der Invasion gelandet sind, machen wir eine kurze Zwischenstation. In St-Vaast-la-Hougoue stehen wir für das Wochenende auf einem sehr gepflegtem Stellplatz. Wir erkunden Ort und Hafen. Am Samstag bummeln wir über den Wochenmarkt.

Sonntag, 23. September: Bei leichten Morgennebeln starten wir nach dem Entsorgen nach Le-Mont-St-Michel. Es ist Sonntagvormittag und die Straßen sind ziemlich leer, so dass wir nach knapp 3 Stunden unser Ziel erreicht haben. Schon früh sehen wir den Felsen mit seiner stattlichen Klosteranlage im Atlantik stehen. Auf dem großen Parkplatz stehen wir mit direkter Sicht auf Le-Mont-St-Michel. Der Andrang ist riesig groß. Wir stehen neben dem Eifelturm vor der größten Sehenswürdigkeit Frankreichs. Nach dem Essen erkunden wir die beeindruckende 1000-jährige Anlage. 158 km.

Montag, 24. September: Bei wolkenbruchartigem Regen verlassen wir den Parkplatz von Mont-St-Michel. Nach kurzer Fahrt klärt es sich aber wieder auf, so dass wir St-Malo anfahren. Vor dem großen Aquarium parken wir unsere Mobile und fahren dann mit dem Bus in die historische Stadt. Die alte Korsarenstadt ist von einer hohen Stadtmauer umgeben. Drinnen herrscht jedoch reges Treiben. In den engen Gassen tummeln sich viele Touristen und natürlich auch Einheimische. In Josselin wollen wir das große Chateau besichtigen und Station machen. Leider können wir das Chateau nur von außen betrachten. Die Besichtigungszeiten für heute sind beendet, und morgen beginnen sie erst um 14.00 Uhr. So schlendern wir halt durch das hübsche Städtchen mit vielen Fachwerkbauten, die aber in einem anderen Stil als in der Normandie gebaut sind. 169 km.

Dienstag, 25. September: Nach einer ruhigen Nacht und leckerem Baguette zum Frühstück fahren wir noch einmal zurück an die Küste. Bei herrlichem Sonnenschein aber kräftigem Wind machen wir in La Turballe Station. 94 km.

Mittwoch, 26. September: Heute gehr es an die Loire. Am Nordufer fahren wir bis Oudon. Hier überqueren wir die Loire und machen in Chamcopteaux Mittagspause. Unser heutiges Übernachtungsziel ist Montreuil-Bellay. 232 km.

Donnerstag, 27. September: Nach einer Außenbesichtigung des Chateaus fahren wir entlang der Loire. In Tours bleiben sowohl unsere alte Blaupunkt-Navi mit Tele-Atlas-Sotware wie auch die neue mit Navtec-Software am gleichen Punkt stehen. Mehrere LKW haben offensichtlich das gleiche Problem. In Rigny-Usse passieren wir ein prächtiges Schloss am Cher. Unsere Station heute ist der Parkplatz vor dem Schloss von Chenonceaux. 148 km.

Freitag, 28. September: Da der Park-/Stellplatz nur wenige Meter vom Bahndamm entfernt ist, haben wir den Nachtfahrplan der französischen Eisenbahn kennen gelernt. Gleich um 9.00 Uhr stehen wir an der Kasse, um unsere Eintrittskarten zu kaufen. 13.50 € pro Nase schließen aber eine Audio-Video-Führung per i.pod ein, die sich wirklich lohnt. Auf diesem Wege bekommen wir vieles über das Schloss und seine ehemaligen Bewohner sowie die Räumlichkeiten erklärt. Das Schloss, über den Cher gebaut, fügt sich mit seinen Gärten und Wäldern malerisch in die Natur ein. Wir machen hier noch Mittag, bevor wir über Amboise entlang der Loire nach Blois fahren. Unsere heutige Station ist das Schloss von Chambord. Hier machen wir nach 85 km Station. Mit den Fahrrädern fahren wir durch die große Parkanlage um das Schloss.

Samstag, 29. September: Wieder stehen wir um 9.00 Uhr an der Kasse, um unsere Eintrittskarten für das Schloss Chambord zu erstehen. Chambord ist wesentlich größer als

Chenonceaux. Es ist aber auch unpersönlicher und kälter. Wir durchlaufen die vielen Räume und auch die gewaltige Wendeltreppe, die in die einzelnen Etagen führt. Nach der Besichtigung starten wir nach Beaugency, auf der anderen Flußseite der Loire. Nach 23 km steuern wir den Stellplatz direkt am Flussufer an. Die Sonne scheint und wir genießen den schönen Nachmittag.

Sonntag, 30. September: Nach ruhiger Nacht geht es westwärts. In Geraudot, östlich von Troyes, machen wir bei herrlichem Sonnenschein am Lac de la Orient auf einem schönen Stellplatz Station. 254 km.

Montag, 1. Oktober: Morgens, ca. 4.30 Uhr, werden wir durch lautes Geschrei von vielen Käuzchen geweckt. Sie müssen direkt über unseren Mobilen sitzen. Nach dem Frühstück kommen Rosi und Jürgen mir zum Geburtstag zu gratulieren. Wir wollen heute hier bleiben, denn das Wetter ist schön. Nach einer kleinen Radtour bereitet Rosi Eierkuchen zum Mittag. In Geraudot gibt es keinen Bäcker, so dass ich den Roller aus der Garage hole und 20 km in den Nachbarort fahre. Auch hier gibt es nur grausames Toastbrot. Aber in der Not….

Dienstag, 2. Oktober: Wir fahren weiter nach Verdun. Wir besichtigen das Fort Faux. Übernachtungsstation ist diesmal der Parkplatz von Inter-Marche.

Mittwoch, 3. Oktober: Wir wollen uns an der Mosel noch mit Inge und Manfred treffen. Rosi und Jürgen wollen lieber nach Hause fahren, so trennen wir uns nach dem Frühstück.