Bericht Polen 2007


3. – 24. Juni

Ausrichter: Annemarie u. Josef mit Unterstützung von Sonja u. Karl sowie Rosi u. Jürgen

Teilnehmer: 1. Gruppe: Annemarie und Josef , Rosemarie und Jürgen, Eleonore und Horst, Barbara und Martin, Gisela und Franz, Barbara und Uwe

2. Gruppe: Christel und Willi, Elke und Henning, Lore und Reimar, Elisabeth und Peterr, Erika

3. Gruppe: Gaby und Lutz, Jenny und Harry, Reinhard und Brigitte, Marianne und Herbert, Sonja und Karl

 

Sonntag, 3. Juni: Um 9.00 Uhr starten wir pünktlich vom Autohof Lehre bei trüben Wetter und Nieselregen mit 13 Mobilen zur Clubausfahrt gen Polen. Barbara und Martin, Reinhard und Brigitte und Erika stoßen während der Fahrt zu uns zu. Gegen 15.00 Uhr treffen wir in Stettin ein. Die Grenzabfertigung ging flott und zügig von statten. Der EU und Schengen sei gedankt. Auf dem Parkplatz eines großen Einkaufszentrums mit einem Real-kauf machen wir Station. Josef hat einen Geldwechsel organisiert. Bei dem Gesamtbetrag für 16 Mobile kommt auch ein guter Kurs für alle zum Tragen. Unsere Frauen warten begierig auf den Zlotysegen um das Einkaufszentrum zu stürmen. Wir übernachten auf dem Parkplatz und verbringen den Abend feucht-fröhlich. Wir begießen den neuen Tachostand von unserem Leo – wir haben die 300.000 km-Schallgrenze heute überschritten. 363 km.

Montag, 4. Juni: Nach ruhiger Nacht starten wir um 10.00 Uhr zur Stadtrundfahrt von Stettin, der grünen Stadt Polens. Unsere Reiseleiterin erklärt uns während der Busfahrt einiges zu den örtlichen Sehenswürdigkeiten. Die vielen alten Backsteingebäude und die üppigen Grünanlagen sind sehr schön. Die Hafenrundfahrt ist ebenfalls sehr beeindruckend. Leider verwöhnt uns Petrus nicht gerade. Es ist trüb und kühl. Um 15.00 Uhr brechen wir nach kurzer Mittagspause vom Parkplatz auf zu unserem nächsten Ziel – Kolberg. Um 18.30 Uhr fahren wir auf dem Campingplatz auf. Nach einigem Rangieren – damit auch der Satellit für den abendlichen Fernsehempfang gefunden wird – beziehen wir hier unser Quartier. Der Abend wird kurz und ruhig. 164 km.

 

Dienstag, 5. Juni: Der heutige Tag steht zur freien Verfügung. Jeder erkundet für sich Kolberg auf eigene Faust. Die große Überraschung findet jedoch am Abend statt. Josef hat für uns eine Exclusivaufführung gebucht. Eine engagierte Lehrerin der hiesigen Volksschule hat eine Tanzgruppe über alle Altersgruppen gebildet, die uns außerordentlich engagiert in farbenprächtigen Kostümen die schönsten Folkloretänze darbietet. Nur vom Zusehen sind wir schon fast außer Atem. Wir sind alle total begeistert.

Mittwoch, 6. Juni: Wir starten in drei Gruppen mit jeweils 15 Minuten-Abstand nach Leba. Dank „Navi“ ist das heute ja kein Problem mehr, so dass wir auch ohne ortskundige Führung von Josef zum Ziel finden. In der Mittagspause treffen wir wieder alle auf dem real-Parkplatz in Stupsk zusammen. Gegen 15.00 Uhr treffen wir in Leba ein. Nachmittags findet eine große Kaffeetafel statt, ausgerichtet von unseren Meisterbäckerinnen Gisela und Rosi. Am Abend gibt Erika auf ihre 10-jährige Clubmitgliedschaft eine Runde aus. Wir leben gut! 183 km.

Donnerstag, 7. Juni: Tag zur freien Verfügung – einige fahren bzw. gehen nach Leba hinein, um die Fronleichnamsprozession zu sehen, um zu bummeln oder zum Einkaufen oder Essen. Andere relaxen auf dem Cpl.

Freitag, 8. Juni: Um 10.30 Uhr fahren wir mit der Elektrobahn zum Slowinski-Nationalpark. Hier erklimmen wir die gut 40 Meter hohe Wanderdüne und genießen von hier den Ausblick. Der Sand ist fein und hell wie Puderzucker. Gerippe von abgestorbenen Bäumen ragen aus der Düne, da der Sand sie erdrückt.

Eine bittere Überraschung erwartet uns auf dem Campingplatz. Während unserer Abwesendheit wurde das Mobil von Barbara und Uwe aufgebrochen. Handys, Scheckkarte, etwas Bargeld, Fernglas und Barbaras Schlüpfer fehlen und vielleicht noch einiges, was sie erst später bemerken werden. Ein Seitenfenster war beschädigt, aber die beiden können die Fahrt fortsetzen. Selbst auf Campingplätzen steht man nicht sicher! Auf dem Cpl. In Kolberg waren anderen dt. Mobilisten nachts die Fahrräder geklaut worden.

Samstag, 9. Juni: Heute geht es weiter nach Sopot (Zoppot). Nach ruhiger Fahrt durch schöne Landschaft erreichen wir mittags unseren Campingplatz Nr. 19. Der Platz ist schön angelegt, aber die nahe Straße kann man nicht überhören. Heute und der morgige Sonntag stehen zur freien Verfügung. Dies wird individuell genutzt. Radtouren ins Zentrum von Sopot, zur 512 m langen Mole und Kurpark, zum feinsandigen Ostseestrand, Bahnfahrten ins Zentrum von Danzig oder einfach nur Entspannen auf dem Campingplatz sind angesagt. 97 km.

Montag, 11. Juni: Um 10.00 Uhr stehen Bus und Fremdenführer bereit zur Fahrt auf die Halbinsel Hela. Erst verläuft die Fahrt durch den zähen Verkehr der Drei-Städte-Stadt Gdansk-Sopot-Gdynia (Danzig-Zoppot-Gdingen). Weiter nördlich wird die Strecke angenehmer bis wir in den landschaftlich schönen Teil der schmalen Halbinsel Hela kommen. An ihrer schmalsten Stelle misst sie nur ca. 150 Meter. An der Spitze in Hel machen wir Station. Nach Mittagspause und kurzer Besichtigung geht es wieder zurück zum Campingplatz. Der Fahrstil unseres Busfahrers ist gewöhnungsbedürftig. Er fährt sonst wohl eher Kies und keine Touristen durch die Gegend.

Dienstag, 12. Juni: Wir fahren früh mit der Eisenbahn nach Danzig hinein. Eine alte Danzigerin, die seit ihrer Kindheit deutsch spricht, ist unsere Fremdenführerin. Sie erklärt sehr verständlich die Sehenswürdigkeiten von Danzig auf unserem Rundweg durch die Rechtstadt entlang der Patrizierhäuser der Langgasse zum Goldenen Tor. Wir besichtigen die Marienkirche, die größte Backsteinkirche Europas, mit ihrer großartigen Innenausstattung. Interessant ist auch das Krantor mit dem größten Schiffskran seiner Zeit. Angetrieben wurde der Kran durch Menschenkraft. Sträflinge haben in einem großen Laufrad wie die Hamster bzw. Mäuse für den Antrieb gesorgt. Bei herrlichem Sonnenschein und großer Hitze kehren alle erschöpft aber auch begeistert von dieser schönen Stadt, die zu 90 Prozent durch den Krieg zerstört war, zu den Mobilen zurück.

Mittwoch, 13. Juni: Heute stehen wir etwas früher auf. Kurz vor neun Uhr startet die Gruppe 1, im Viertel-Stunden-Takt starten die beiden anderen Gruppen. Unser erstes Ziel heißt Marienburg. Wahnsinn! Der größte Backsteinbau und die größte Burg Europas stehen vor uns. Seit fast zweihundert Jahren wird hier restauriert. Nach dem zweiten Weltkrieg ging alles wieder von Anfang an los! Wir haben einen tollen Fremdenführer, der uns alles super erklärt – auch an Humor lässt er es hier und da nicht fehlen. Wir sind tief beeindruckt. Im Anschluss fahren wir weiter nach Elbing (Elblag). Hier machen wir auf dem Cpl. am Kanal Station. Mal wieder findet ein schöner Tag vor den Mobilen in trauter Runde sein Ende. 117 km.

Donnerstag, 14. Juni: Die Nacht ist früh zu Ende. Um 7.30 Uhr stehen wir an der Anlegestelle der „Weißen Flotte“, die uns durch Kanal und See zu den berühmten schrägen Ebenen bringt. Hier fahren die kleinen Ausflugsschiffe auf fahrbare Plattformen zwischen seitlichen Geländern. Die Plattformen stehen auf Rädern und werden von Stahlseilen über 5 Hänge bis auf eine Höhe von 99 Metern gezogen. Angetrieben werden diese Stahlseile über Wasser- und Turbinenräder mittels Wasserkraft. Einmalig auf der Welt!

Freitag, 15. Juni: Nach ruhiger Nacht starten wir ab 9.00 Uhr. Wir durchfahren eine wunderbare Landschaft im Land der Störche und Spurrillen, die teils schon zu Spurgräben mutiert sind. Unsere Zwischenetappe heißt Swieta Lipka = Heiligelinde. Wir besichtigen die prächtige Basilika, eines der prunkvollsten Denkmäler des Spätbarocks in Polen. Am Nachmittag erreichen wir den Stell-(Camping)Platz vor der Wolfsschanze. 210 km.

Samstag, 16. Juni: Um 10.00 Uhr startet unsere Führung durch das ehemalige Hauptquartier Hitlers. Unsere Führerin ist scheinbar gestresst von zu vielen Terminen – wir sind im Tiefflug mit ihr unterwegs. Das spiegelt sich negativ beim Trinkgeld wider – es gibt keins. Die gesprengten Bunkeranlagen beeindrucken durch Größe und Wandstärken zwischen 6 und 9 Metern Beton. Nach anschließender Mittagspause führt unser weiterer Weg uns nach Nikolaiken – heute Mikolajki. Die Landschaft ist einfach herrlich. Üppig grünes Land – saftige Wiesen und Felder, herrliche Alleen, die wir wie in einem Tunnel unter den Bäumen durchfahren. Wie zur Bestätigung üppigster Natur liegt am Straßenrand ein Elch, der wahrscheinlich die Begegnung mit einem Auto nicht überlebt hat. Er wird von einem Abschleppwagen geborgen. Wir erreichen in Mikolajki unseren Campingplatz. Hier werden wir auf Tuchfühlung eingewiesen. An langer Kaffeetafel nehmen wir frisch gebackenen Kuchen von Gaby zu uns. 45 km.

Sonntag, 17. Juni: Bei herrlichem Sonnenschein stürzen sich unsere Frauen auf die Arbeit. Heute ist Puffertag. Waschen – schälen – reiben. Nur gut, dass wir Riesenkartoffeln kaufen konnten – dass schont die Fingernägel. Nach einer Stunde sind 20 kg Kartoffeln, 3 kg Zwiebeln, 26 Eier, Paniermehl, Mehl, Salz und eine Priese Pfeffer zu einem Pufferteig verarbeitet. Zwei große Eimer sind gefüllt. Drei große Pfannen werden angeheizt und dann geht es los. Hmmmm – einfach köstlich! Keiner geht hier hungrig vom Tisch.

Montag, 18. Juni: In Nikolaiken ist heute Markt. Wenn er auch nur klein ist, so findet doch ein jeder irgendetwas. Karl und Sonja kaufen Unmengen an Erdbeeren. Die Beiden bereiten uns allen nachträglich zu Karls 85. Geburtstag Erdbeerkuchen und zum Abend eine große Erdbeerbowle. Schlemmen ohne Ende ist angesagt. Die Krönung erfolgt dann am Abend. Josef hat ein Schwein am Spieß, auf offenem Feuer gegrillt, organisiert. Die beiden polnischen Schlachter verstehen ihr Handwerk. Es ist absolut lecker – eine Hochzeitsnacht auf der Zunge. Harry unterhält uns mit seiner Hammondorgel. Ein gelungener Abend. Josef verkündet das offizielle Ende der Reise, und wir danken ihm und Annemarie für diese gelungene Fahrt. Sie haben sich viel Mühe und uns allen eine große Freude gemacht. Der Rest kann nun individuell gestaltet werden. Die eigentliche Rückreise ist für Freitag in drei Tagesetappen von hier nach Braunschweig vorgesehen.

Dienstag, 19. Juni: Petrus ist uns heute nicht hold gesonnen, es regnet. Vorgesehen hatten wir eine Schifffahrt auf dem See, die nun buchstäblich ins Wasser fällt. Daher starten um 10.00 Uhr zu eigener Heimfahrt entlang der Ostsee Barbara und Martin gefolgt von Erika, Marianne und Herbert, Jenny und Harry sowie Eleonore und Horst. Eine halbe Stunde später verabschieden sich auch Brigitte und Reinhard.

Mittwoch, 20. Juni: Blauer Himmel, Sonnenschein - am frühen Morgen begrüßt uns so der neue Tag. Christel und Willi begleitet von Elisabeth und Peter, Gisela und Franz und Elke und Henning h brechen um 9.00 Uhr auf nach Thorn. Für unsere restlichen 6 Mobilbesatzungen steigt heute die Schifffahrt über die masurischen Seen. Wir sitzen auf dem Sonnendeck und bewundern die herrliche Landschaft. Die Seen mit dem dichten Schilfgürtel und den dahinter beginnenden Wäldern sind ein wunderschöner Anblick. Wir essen in Nikolaiken Mittag und anschließend durchpirschen die Frauen noch einmal die Geschäfte. Wir Männer genießen einen Schoppen Rotwein vor den Mobilen. Gemeinsam beschließen wir den Abend auf Einladung von Lore und Reimar bei einer leckeren Erdbeerbowle vor deren Mobil.

Donnerstag, 21. Juni: Frühes Aufstehen ist heute angesagt. Unsere Seniorentrupppe (Karl und Josef) hat Hummeln im Hintern. Kurz vor 8.00 Uhr fahren wir vom Campingplatz. Wir fahren durch die wunderbare masurische Landschaft und erreichen nach Einkaufs- und Mittagsstopp um 15.00 Uhr den Campingplatz in Torun (früher Thorn). Hier erwartet uns schon die Gruppe, die am Vortag in Nikolajki abgefahren ist. Nach der Kaffeepause setzen wir über die Weichsel in das Stadtzentrum über. Eine Erstbesichtigung zeigt uns die wunderschöne Altstadt. Bei leichtem Nieselregen und heftigem Beflug von Junikäfern sitzen wir abends noch vor den Mobilen. 303 km incl. einer vorherigen Campingplatzsuche von ca. 40 km.

 

Freitag, 22. Juni: Der nächtliche Regen lässt in den Vormittagsstunden nach. Die andere Gruppe hat uns um 9.00 Uhr mit Ziel Lagow verlassen. Zwei Stunden später treffen Sonja und Karl ein, die am Vortag einen Abstecher zu Karls Geburtsort unternommen haben. Gemeinsam geht es zur weiteren Erkundung in die Thorner Altstadt. Am frühen Nachmittag treffen alle wieder auf dem Campingplatz ein.

Samstag, 23. Juni: Die schönste Zeit geht auch einmal vorbei. Heute geht es auf den Heimweg. Unser Ziel heißt Lubrza. Hier soll es einen Campingplatz geben. Die Straßen sind heute zum großen Teil besser, so dass wir gut vorankommen. In Posen machen wir auf dem Parkplatz von Carefour Pause zum Einkaufen und zum Mittagessen. Hier trennen wir uns von der restlichen kleinen Gruppe und fahren weiter nach Berlin. Der LKW-Verkehr nimmt, je näher wir der Grenze kommen, stark zu. Die Hetz und Eile der LKW-Fahrer spiegelt sich in ihrem Fahrstil wider. Die Grenzabfertigung geht zügig von statten, so dass wir um 17.00 Uhr Berlin erreichen. 435 km.

Die restliche Gruppe setzt ihre Fahrt nach Lubrza fort. Der Campingplatz existiert hier nicht mehr. Dafür gibt es eine Ansiedlung von Ferien-Hütten. Hier gibt es im Wald eine Möglichkeit zum Übernachten.

Sonntag, 24. Juni: Die restliche Gruppe setzt ihre Heimfahrt fort. Nach der Mittagspause bei Berlin trennen sich noch Lore und Reimar, um die hier lebende Tochter von Reimar zu besuchen. So erreichen am frühen Nachmittag die letzten drei Mobile unversehrt Braunschweig.

 

Vielen Dank an Annemarie und Josef, die uns eine unvergessliche Fahrt entlang der polnischen Ostseeküste und der Masuren bereitet haben. Es war alles hervorragend geplant und vorbereitet, wenn wir es den beiden auch nicht immer leicht gemacht haben. Wir hatten eine wunderschöne Zeit miteinander.