Reisebericht Türkei 2007

vom 25. Januar - 13. April

Donnerstag, 25. Januar: Mitten in der Nacht, um 2.00 Uhr, klingelt der Wecker – wäre nicht nötig gewesen, das Reisefieber ließ uns ohnehin nicht schlafen. Nach Frühstück und Gassigehen kommt um 3.30 Uhr unsere Taxe. Bei leichtem Schneefall geht es nach Hannover zum Flughafen. Mit einer halbstündigen Verspätung wegen des Enteisens der Maschine fliegen wir nach Stuttgart ab. Hier kommt es dann dicke. Zwei Stunden Verspätung wegen Schnee und Eis gibt es hier auch noch. So landen wir dann um 15.00 Uhr Ortszeit in Thessaloniki. Auch Nicky hat den Flug in ihrer Box gut überstanden. Eine halbe Stunde später stehen wir vor unserem Mobil. Schnell die wenigen Sachen, die wir mitgebracht haben, hinein, einen Fremdstart nach fast 3 Monaten Stillstand, und los geht es Richtung Türkei. In Ofrinio machen wir auf einem Parkplatz am Meer Nachtstation. 130 km.

Freitag, 26. Januar: Nach ruhiger Nacht starten wir um 8.30 Uhr. Bei einem Lidl machen wir Einkaufsstation. Alle Vorräte werden aufgefrischt und mit zwei vollen Einkaufswagen fahren wir an unser Mobil. Nachdem alles verstaut ist, geht es weiter bis zur türkischen Grenze. Auch dieses mal wieder macht der Roller erhebliche Probleme. Es gibt ab 2007 neue Regelungen diesbezüglich und wir scheinen der erste Testfall zu sein. Dabei fällt es erst dem letzten von 4 Kontrollstationen auf, dass der Kfz-Schein für das Reisemobil verkehrt ist. Es ist der Schein vom PKW, der zuhause in der Garage steht. Der Beamte ist verzweifelt und lässt uns einreisen. Mal sehen, wie wir im April wieder herauskommen. Gegen 17.00 Uhr fahren wir in Gelibolou auf die Fähre und überqueren die Dardanellen. Jetzt sind wir in Asien. In Cardak, 3 km nördlich vom Fährhafen Lapseki, finden wir schon im Dunkeln in einem Ferienhausgebiet Platz für die nächste Nacht. 372 km

Samstag, 27. Januar: Leichte Regenschauer setzen kurz nach dem Aufstehen ein. Wir starten um 8.00 Uhr. Nach Troja lässt der Regen langsam nach. Die türkischen Straßen verwandeln sich bei Nässe in extreme Rutschbahnen. Die festen Bestandteile im Asphalt werden bei den Sommertemperaturen immer tiefer in den Teer gedrückt, so dass nur Bitumen auf der Oberfläche zurück bleibt – sauglatt. Unser Weg führt über Edremit, Bergama, Izmir, Aydin und Mugla. In Gökova, am Abzweig nach Marmaris, machen wir neben der Gendarmerie Station für die Nacht. Nicht ruhig – aber sicher! 584 km.

Sonntag, 28. Januar: Heftiger Regen weckt uns um 6.00 Uhr. Als wir zwei Stunden später los fahren, ist es schon wieder trocken und ab 9.00 Uhr trocknen die Straßen wieder ab. Kurz hinter Fethiye tanken wir und lassen auch gleich von drei tüchtigen Türken das Mobil waschen. Leider sollten wir daran nicht lange Freude haben. Nach 20 km wurden die Straßen wieder feucht und die Küstenstrasse vor Kas wurde wegen des starken Windes immer wieder von der Gischt übersprüht. Um 12.00 Uhr trafen wir im Hafen von Kas ein. Hier wurden wir von Inge und Manfred Heuer herzlich in Empfang genommen. Bei selbst gebackenem Kuchen von Inge und mitgebrachten Weihnachtsstollen von uns gab es erst einmal viel zu erzählen. Zum Abendessen wurden wir von den Beiden mit einer sehr schmackhaften Lamm-Tajine überrascht. Heftigste Windböen verteilten während dieser Zeit unsere vor der Womo-Tür abgestellten Schuhe im Hafengebiet. 4 Schuhe fanden wir wieder, aber leider war das nur je einer pro Person.

Montag, 29. Januar: Wir lassen es heute ruhig angehen – Wagenwäsche wegen starker Gischtschwaden mit Meerwasser am Vortag - Bummel durch Kas. Nach einem Plausch in unserem Wagen fehlt schon wieder ein vor der Tür abgestellter Schuh von Inge. Diesmal war es nicht der Sturm sondern ein Hund. Er hatte den Schuh geklaut und in der nahen Bummelmeile einfach wieder fallen lassen. Wahrscheinlich bedient er sich sonst an den Schuhen, die vor der nahen Moschee stehen.

Dienstag, 30. Januar: Wir waren heute mittag zum Essen (Chateaubriand wie im Oktober, aber sehr enttäuschend diesmal). Später haben wir ein deutsches Pärchen besucht, die seit 15 Jahren eine Wohnung in Kas haben.

Mittwoch, 31. Januar: Heute soll es weiter nach Demre gehen. Kurz vor der Abfahrt verspringt sich Nicky, so dass wir noch zum Tierarzt müssen. Nach kurzer Fahrt hat sich ihr Zustand bis Demre wieder normalisiert. Wir stehen in einer schönen Bucht und unsere Frauen kaufen in den nahen Gewächshäusern Tomaten und Paprika. 55 km.

Donnerstag, 1. Februar: Wir fahren nach Myra, um die bekannten Felsengräber zu sehen. Sehr beeindruckend. Hier in Myra treffen wir auch Mehmet, unseren Kapitän von der Schifffahrt in Kas vom letzten Oktober wieder.

Freitag, 2. Februar: Wir fahren wieder ins Zentrum von Demre zum Markt, um hier einige Einkäufe zu tätigen. Das Wetter ist nasskalt. Am Nachmittag setzt Dauerregen ein, der bis in die Nacht geht.

Samstag, 3. Februar: Die Sonne scheint, und in den Bergen ist der Regen als Schnee herunter gegangen. Der Taurus und auch vorgelagerte kleinere Berge sind schneebedeckt. Am späten Vormittag verlassen wir die Bucht von Demre und fahren weiter nach Kemer. Es hat sich wieder eingetrübt. In Kemer machen wir Station auf dem großen Parkplatz, wo wir ganz alleine stehen. 101 km.

Sonntag, 4. Februar: Nach eiskalter Nacht mit Reif auf dem HEKI weckt uns strahlender Sonnenschein. Nach dem Mittagessen dösen wir in der Sonne bei 33 Grad, das Taurusgebirge mit den schneebedeckten Gipfeln im Hintergrund und stahlblauem Himmel. Als die Sonne hinter den Bergen verschwindet, fällt die Temperatur sofort auf 13 Grad. Wir ziehen uns in die Mobile zurück und warten auf die Übertragung der Handball-WM im Fernsehen.

Montag, 5. Februar: Wir fahren nach Antalya. Erste Station ist der Zoll. Hier müssen Inge und Manfred die Aufenthalts-Verlängerung für ihr Mobil beantragen. Es geht überraschend schnell und zügig von statten – und das ohne irgendwelche Gebühren. Möglich ist das aber nur bei Rentnern mit aufwendigem Papierkrieg im Vorfeld. Nach ausgiebigem Stadtbummel fahren wir zum Lara-Strand. Hier übernachten wir. 62 km

Dienstag, 6. Februar: Nach eisiger Nacht scheint heute die Sonne. Da wir seit Tagen Westwind haben und dieser über die schneebedeckten Berge nur eisige Kälte bringt, fahren wir gegen 11.00 Uhr weiter. Wir wollen auf die andere Seite der Antalya-Bucht. Hier streicht der Wind über das Wasser der Bucht und ist wesentlich angenehmer. In Gazipasa finden wir am Hafen auf dem Gelände eines Grillplatzes Station für unsere Mobile. Hier liegt die Temperatur bei 20 Grad im Schatten. Die Frauen holen sofort die Wäsche heraus, die über Nacht einweichen soll. 188 km

Samstag, 10. Februar: Das Wetter ist herrlich – trocken – Sonne satt – und Mittagstemperaturen von 30 Grad. Inzwischen haben wir auch Gazipasa erkundet. Wir genießen!

Montag, 12. Februar: Um 10.00 Uhr brechen wir bei schönem Wetter gen Osten auf. Nach kurzer Fahrt heißt es: auf und nieder – immer wieder! Die Küstenstraße wird ausgesprochen kurvig und bergig. Aber anders als im letzten Oktober sind die Straßen heute trocken und daher nicht so extrem schmierig. Trotzdem kommen wir kaum voran. Gegen 15.00 Uhr treffen wir in der Bucht von Ovacik ein. Hier stehen wir nun zum dritten Mal. Einiges wird hier umgebaut. Es entstehen neue Hütten in einfachster Bauweise im Mo-Camp. Ansonsten wohnt hier in der Bucht um diese Jahreszeit fast kein Mensch. 172 anstrengende km.

Mittwoch, 14. Februar: Nach dem Regen starten wir um 11.00 Uhr nach Kizkalesi. Die Straßen sind zum Teil auch schon abgetrocknet. Auf kurvigen Straßen geht es bis Silifke. Hier tanken wir und machen bei heftigen Schauern auch gleich Mittagspause – Spaghetti mit Gabys Tomatensoße. Nach kurzem Einkauf und Besuch eines Internet-Cafes, in dem ich leider nicht an meine e-mails gekommen bin, fahren wir weiter bis zum Mo-Camp. Für 9 € stehen wir direkt am Wasser auf einem Top-Campingplatz mit warmen Duschen. Um 5.00 Uhr wird der Wind langsam zum Sturm, so dass ich zum ruhigeren Stehen die Stützen ausfahre. Der Regen wird heftiger. 78 km.

Am Donnerstag ist das Wetter gemischt. Freitags gibt es Sonne satt. Ich sitze schon vor 9.00 Uhr vor dem Mobil. Eine Stunde später haben wir schon 36 Grad in der Sonne.

Samstag, 17. Februar: Heute früh ist es trüb, so dass wir weiter nach Hatai bzw. Antakya fahren wollen. Wir brechen um 10.00 Uhr auf. Unterwegs besuchen wir noch einen Wochenmarkt. Ca. 200 km fahren wir auf der wenig benutzten Autobahn. Hierfür zahlen wir 4,50 Türk. Lira Maut. Nach Iskenderun müssen wir noch einmal kurz aber heftig in die Berge. Belohnt werden wir mit einer riesigen Weitsicht. In Antakya fahren wir den Otogar (Busbahnhof) an. Neben dem Taxenstand können wir für die nächste Nacht stehen. 322 km

Montag, 19. Februar: Wir haben zwei Tage durch Antakya gebummelt und uns heute auf dem Basar gründlichst umgesehen und eingekauft. Wir sind vom vielen Laufen und gebückten Tragen der Einkäufe sicher 5 cm kleiner geworden. Das Wetter ist wunderbar. Den ganzen Tag scheint die Sonne.

Dienstag, 20. Februar: Nach ruhiger Nacht starten wir bei herrlichem Sonnenschein. Bei Belen überfahren wir eine Höhe von 700 m um dann steil bergab nach Iskenderun auf Meereshöhe abzufahren. Gegen Mittag erreichen wir Adana. Mitten in der Stadt hinter der Sabanci Merkez Moschee und dem Archäologischen Museum finden wir auf dem Parkplatz von Migros Station für unsere Mobile. Wir stehen fast vor einer Polizeistation. Nach dem Mittagessen besichtigen wir die wunderschöne Grünanlage vor der Moschee und diese selbst. Sie wurde mit Mitteln der Familie Sabanci gebaut. Eine der reichsten Familien der Welt, die aus Adana stammt. Entsprechend prächtig ist auch diese Moschee. 195 km.

Mittwoch, 21. Februar: Nach einer ruhigen Nacht brechen wir früh auf zur Stadtbesichtigung. Adana hat eine sehr schöne Altstadt mit leicht orientalischem Flair. In den Gassen haben sich die einzelnen Gewerbe geschlossen angesiedelt. Nach einem umfangreichen Essen in einem einheimischen Lokal, 3 Essen mit Ayran für 13,50 Lira, etwa 7 €, gehen wir zurück zu den Mobilen. Es geht weiter westwärts. Unterwegs wird noch kurz eingekauft (10 kg Orangen für 4 Lira). In Erdemil finden wir auf einem Grillplatz direkt am Wasser einen Platz. Wir stehen hier ganz alleine. Die Polizei fährt bis zu uns ihre Kontrollfahrten. 136 km.

Samstag, 24. Februar: Bei schönem Wetter waschen wir morgens unsere Mobile – wir können hier mit Schlauch und Waschbürste waschen. Noch ein kurzer Besuch auf dem Wochenmarkt in Erdemil und weiter geht es westwärts. Jeder Kilometer bringt uns jetzt schon der Heimat näher. Aber es sind sicher noch 4000 km – es sind also noch 2 Monate Zeit. In Narlikuyu finden wir eine kleine Bucht. Hier gibt es auch Wasser. Bei herrlichstem Sonnenschein machen wir hier Station. Es ist so warm, dass wir das erste Mal bis 20.00 Uhr draußen sitzen. 35 km.

Sonntag, 25. Februar: Wir werden von einem Gewitter geweckt. Aber gegen 9.00 Uhr hört es wieder auf zu regnen. Es bleibt den ganzen Tag verhangen. Aber es ist warm ca. 25 Grad.

Mittwoch, 28. Februar: Nach schönen Tagen in Narlikuyu nehmen wir heute bei trübem Wetter Abschied. In Silifke lassen wir in unser Mobil einen neuen Wasserhahn einbauen – der alte war inzwischen ein Auslaufmodel geworden. Dann sind wir weiter nach Ovacik/Büyükeceli. Viele Kurven und ein ständiges auf und nieder auf der schmalen Küstenstrasse war wieder angesagt. Erst bei leichtem Regen, der zum Abend aber heftiger wurde. 77 km.

Donnerstag, 1. März: Heute scheint die Sonne wieder aus allen Knopflöchern. Um 10.00 Uhr brechen wir auf. Unser heutiges Ziel heißt Gazipasa. Für die 167 km brauchen wir 4 ½ Stunde. Die kurvige und bergige Küstenstrasse, die bis auf über 500 Meter Höhe führt, lässt kein zügiges Vorankommen zu. Heute fahren wir in Gazipasa eine andere Bucht an. Zum Abendessen braten wir leckeren Fisch.

Freitag, 2. März: Bei schönem Wetter starten wir in die Stadt zum Wochenmarkt. Doch zuvor ist ein Erlebnis der besonderen Art angesagt – wir gehen zum türkischen Friseur! So etwas muss man erlebt haben. Hier werden nicht nur einfach Haare geschnitten. Zuerst werden wir bestens verpackt, damit kein abgeschnittenes Haar hinkommt, wo es nicht hin soll. Dazu werden auch die Ohren mit Watte verschlossen. Dann kommt der kunstvolle Haarschnitt. Diese Prozedur wird abgeschlossen durch die Haarwäsche, die das ganze Gesicht und logischerweise auch die Ohren mit einschließt. Anschließend erfolgt Massage – Gesicht, Hände, Arme, Schultern und Rücken. Knacken muss es. Und als krönender Abschluss werden die Haare in Nase und Ohr geschnitten und anschließend abgeflämmt. Lachen ohne Ende ist angesagt!

Montag 5. März: Heute werden wir früh durch eine heftige Sturmböe geweckt. Es folgt peitschender Regen und nach einer Stunde haben wir herrlichsten Sonnenschein. Wir setzen dann auf den Picknickplatz um. Hier frönen unsere Frauen dann fürchterlich ihrem Waschtrieb. (Es gibt hier zwei Waschmaschinen für 5 Lira je Wäsche)

Dienstag, 6. März: Herrliches Wetter und Marktbesuch in Gazipasa.

Mittwoch, 7. März: Herrliches Wetter. Die Mobile erleben einer Rundumschlag mit Staubsauger und Wischlappen. Der Nachmittag wird ruhiger und wir genießen die Sonne. Die 30-Gradmarke wird wieder überschritten.

Donnerstag, 8. März: Nach unruhiger Nacht durch viel Hundegebell, dem Manfred erst mit der Zwille ein Ende setzt, brechen wir um 9.00 Uhr auf. Unser heutiges Ziel heißt Lara-Strand, einem Stadtteil von Antalya. Bei herrlichem Wetter erreichen wir mittags unser Ziel. Es wird jetzt zusehends mehr Frühling. Alles grünt und blüht, und die Bäume und Büsche schlagen aus. 193 km.

Freitag, 9. März: Unser rechtes Vorderrad hat zu wenig Luft. Begonnen hat dieses schon gleich beim Start in Thessaloniki. Wir haben Luft nachgefüllt und das hat bis vor einer Woche ganz gut gehalten. Also geht es heute früh zum OTOLASTIK, so heißen hier die Reifenbuden – kleine Werkstätten, die überall vertreten sind und Reifen flicken. Wir hatten ein kleines Loch im Reifen. Mit Demontage, Flicken und erneuter Montage sind wir nach nicht einmal einer Stunde fertig und das alles für 20 Lira. Dann sind wir noch über den Markt gebummelt und haben frisches Obst und Gemüse, Schafskäse und Levrek (so heißt hier der Wolfsbarsch), einen leckeren Seefisch, eingekauft. Den soll es morgen frisch aus der Pfanne geben.

Samstag, 10. März: Die Frauen fahren heute alleine nach Lara auf den Plünnenmarkt zum Bügelschieben. Wir Männer genießen das herrliche Wetter. Am späten Nachmittag kommt der Levrek in die Pfanne. Eine Hochzeitsnacht auf der Zunge.

Montag, 12. März: Heute geht es weiter nach Camyuva. Die Zufahrt zu „unserer“ Bucht steht durch die Schneeschmelze in den Bergen und dem parallel laufenden Bach unter Wasser. Ein Kontrollgang nimmt uns unsere Zweifel und wir fahren wie durch eine Fuhrt bis in die Bucht hinein. Wir stehen direkt am Wasser in herrlicher Ruhe. 81 km.

Dienstag, 13. März: Heute ist es bedeckt. Vormittags regnet es und erst am Nachmittag kommt etwas die Sonne raus. Am Abend kommt innerhalb von 5 Minuten heftigster Sturm auf. Wir verziehen uns erst vom Strand weg unter die Bäume. Aber hier ist Sandsturm angesagt und wir haben Angst vor eventuell abbrechenden Ästen. Wir fahren im Dunklen zurück durch die Fuhrt und stehen über Nacht im Ort. Der Sturm flacht nur schwach ab.

Mittwoch, 14. März: Die Sonne scheint, aber der Wind ist immer noch kräftig. Wir besuchen den Markt und beschließen gegen 12.00 Uhr weiter nach Kas zu fahren. Hier stehen wir wieder im Hafen. Es herrscht Aprilwetter – Sonne, reichlich Wind und auch einmal Regen. Mal sehen, wie es morgen weiter geht. 141 km.

Donnerstag, 15. März: Herrliches Wetter – Sonne satt.

Freitag, 16. März: Petrus ist unschlüssig – bedeckter Himmel – knapp 20 Grad. Heute ist Markttag in Kas. Einige Boote von der griechischen Nachbarinsel Meis bringen Marktbesucher.

Montag, 19. März: Nach herrlichen Sonnentagen brechen wir auf. Unser Ziel heißt Fethiye. Die Küstenstraße ist kurvig. Extrem wird es dann um Kalkan. Hier gibt es nicht einsehbare Spitzkehren verbunden mit kräftigen Steigungen bzw. Gefälle. In Fethiye stehen wir westlich der Stadt am Strand. Die Nacht wird ausgesprochen unruhig. 110 km.

Dienstag, 20. März: Nach der unruhigen Nacht setzen wir in die ruhige Bucht Katranci um. Hier sind wir zu dieser Jahreszeit die einzigen, die sich hier aufhalten. Heut essen wir selbst gebratenen Tintenfisch, den wir gestern in Fethiye gekauft haben. Manfred, der Junge aus der Fischbratküche, vollbringt wieder wahre Wunder an der Pfanne – lecker. Unsere Frauen waschen heute auf der Tour das letzte Mal einen Kessel Buntes. Um 20.40 Uhr kommen wir erst ins Mobil. Wir haben noch 17,6 Grad Außentemperatur und bis eben draußen gesessen. Die Brandung und der herrliche Sternenhimmel sind ein wahrer Genuss gewesen. 19 km.

Mittwoch, 21. März: Herrliches Wetter – relaxen ist angesagt. Bis 21.00 Uhr bei 21 Grad draußen gesessen.

Donnerstag, 22. März: Ganzer Tag trübes Wetter.

Freitag, 23. März: Bei trübem Wetter fahren wir nach Fethiye zum Markt. Anschließend soll es weiter gehen. Es macht sich jedoch Regen auf, so dass wir kurz vor Katranci vor dem Reiterhof Desperado-Ranch Station machen. Der Chef der Ranch, Duran, ist auch als Türke ein absolut gläubiger Christ. Seine Versuche, aus uns bibelhörige Menschen zu machen, ist jedoch etwas aufdringlich. 4 km

Samstag, 24. März: In der Frühe werden wir durch ein heftiges Gewitter geweckt. Trotzdem brechen wir kurz vor 9.00 Uhr auf und entfleuchen den Missionierungs-Bemühungen von Duran. Auf dem Flughafen von Dalaman wollen wir beim Zoll anfragen, ob wir dort im Zolllager eventuell unser Mobil im nächsten Jahr unter Verschluss stellen können. Doch der Touristenflughafen ist scheinbar geschlossen. Nur Security-Leute sind in großer Zahl anwesend. Am Köycegiz-Gölü, einem großen Binnensee, machen wir am Thermalbad Sultaniye Station. 105 km.

Montag, 26. März: Jetzt geht es nicht nur westwärts – heute geht es auch nordwärts. Bei Sonnenschein starten wir um 9.00 Uhr. Erst überqueren wir die letzten Taurusausläufer und dann geht es über wunderbare Hochland-Landschaften bis nach Izmir. Hier treibt es Inge zu IKEA. Wir machen hier Mittagspause und Bummel – natürlich wird auch nutzloses eingekauft. Dann geht es weiter. 70 km nordwestlich machen wir im hübschen Hafenstädtchen Foca Station. Hier liegt neben vielen Booten auch eine Fischfangflotte im Hafen. Es gibt viele Restaurants und Geschäfte. Die Sonne scheint kräftig, aber der Wind ist ebenfalls kräftig und kalt. 268 km.

Mittwoch, 28. März: Wir fahren an der Küste weiter nach Yenifoca. Hier steht neben einem kleinen Ortskern ein Ferienhaus am anderen. Es sollen viele Deutsche hier Häuser haben. Bei dem Immobilienmakler im Ort hängen einige Angebote aus, die erstmals angemessene Preisforderungen darstellen. Sonne scheint – kalter Wind. 24 km.

Donnerstag und Freitag - herrliches Wetter. Wir kaufen frischen Fisch, Levrek (Wolfsbarsch) und Cupra (Dorade), sowie zwei Ziegenkeulen. Die Versorgung für die nächsten Tage ist sicher gestellt.

Samstag, 31. März: Gegen 6.00 Uhr werden wir durch die ersten Regentropfen geweckt, die sich aber zu einem ausgewachsenem Dauerregen bis 15.00 Uhr hinstrecken. Nach dem Frühstück wechseln wir den Standplatz in Yenifoca, da wir in einer tiefen Pfütze stehen. Kurz vor 16.00 Uhr brechen wir dann nach Dikili auf. Hier stehen wir an einer Wochenendhaus-Siedlung in einer Stichstrasse direkt am Strand. 85 km.

Montag, 2. April: Nach unruhiger Nacht - Türken wollten die Strandtüchtigkeit ihres PKW testen – starten wir nach Bergama. Hier wartet der riesige Wochenmarkt auf unsere Frauen. Um weniger Stress zu haben, trennen wir uns frühzeitig. Beim Pide-Essen treffen wir uns zufällig wieder. Anschließend führt uns unsere Tour weiter nach Ören bei Burhaniye. Bei der Ferienhaussiedlung stehen wir wieder am Strand. 92 km.

Dienstag, 3. April: Die Nächte werden wieder sehr kalt. Heute nacht waren es nur 2,2 Grad. Um 9.45 Uhr lese ich gerade 33 Grad in der Sonne ab. Herrliches Wetter. Kalte Nacht – warmer Tag. Wir machen einen Strandspaziergang. Um 14.00 Uhr werden wir von unserem Stellplatz vertrieben. Die Gemeinde spritzt den Strandhafer mit Chemie. Wir flüchten auf einen Platz am Hafen. Wir haben hier eine tolle Aussicht. Bei den Fischhändlern kaufen wir kräftig ein. Cupra = Doraden und Levrek = Wolfsbarsch für jeweils 10 Lira das Kilo. Wir frieren schon für die Heimfahrt ein.

Mittwoch, 4. April: Nach ruhiger Nacht und nochmaligem Fischkauf, es ist noch etwas Platz im Gefrierfach, starten wir bei schönem Wetter nach Gelibolu. Um 13.00 Uhr stehen wir in Lapseki im Fährhafen. Die vollbesetzte Fähre legt vor unseren Augen ab. Nach einer Stunde Wartezeit setzen wir dann über die Dardanellen über und verlassen somit Asien und treffen wieder in Europa ein. Wir wissen nicht so recht, ob wir uns freuen oder ob wir traurig sein sollen. Unsere Tour neigt sich immer mehr dem Ende entgegen. 180 km.

Donnerstag, 5. April: Schon nachts fängt es an zu regnen. Auf unserem Stellplatz bilden sich riesige Pfützen. Dafür ist die Nachttemperatur nicht unter 10 Grad abgefallen und wir brauchen heute früh keine Heizung, denn im Mobil haben wir fast 20 Grad. Um 10.00 Uhr hört es auf zu regnen und zum Nachmittag kommt auch noch die Sonne heraus. Abends trinken wir alle zusammen auf unsere wunderschöne Türkeitour türkischen Sekt, der uns sehr gut mundet, denn morgen fahren wir nach Griechenland ein.

Karfreitag, 6. April: Kurz vor neun Uhr starten wir. Frühnebel begleiten uns bis nach Kesan. An der türkischen Grenze ist auf der Ausreiseseite nichts los. Man wartet auf uns. Passkontrolle – kein Problem. Aber dann – wir müssen zur Zollabfertigung wegen der Ausreise der Fahrzeuge. Die findet heute auf der Einreiseseite statt, denn hier ist der Bär oder besser der Grieche los. Es ist Karfreitag und die Griechen wollen die Festtage in der billigeren Türkei verbringen. Und hier geht das ganze Theater mit der falschen Zulassungsnummer von der Einreise los (siehe 26. Januar). Nach einiger Rennerei von Pontius zu Pilatus lässt sich aber auch das regeln und wir fahren rüber zur griechischen Seite. Hier wird das erste Mal nach der Einfuhr von Hunden bzw. Katzen gefragt. Da die Papiere für Nicky komplett und perfekt sind, ist das auch kein Problem. Nachdem wir bei LIDL in Alexandropolis unsere Vorräte aufgefüllt haben, fahren wir Makri an und machen auf einem Parkplatz am Strand Station. 174 km.

Ostersamstag, 7. April: Bei schönem Wetter fahren wir bis Ofrinio. Hier stehen wir wieder auf unserem alten Platz am Strand. Abends wird nahe unserer Mobile ein Feuerwerk aufgebaut, das um Mitternacht abgebrannt wird. Das ist Brauch in der Orthodoxen Welt. Die ganze Bevölkerung steht mit brennenden Kerzen in der Hand davor. Natürlich hat es davor und danach wohl auch noch Gottesdienste mit heftigem Gebimmel gegeben. 308 km.

Ostersonntag, 8. April: Um 9.00 Uhr brechen wir auf zu Costa und Katharina, den Freunden von Inge und Manfred. Wir fahren über Thessaloniki nach Grevena. Dort suchen wir den Weg nach Amigdalies, den wir nach einer kleinen Irrfahrt auch finden. Wir treffen um 15.00 Uhr ein und werden herzlich empfangen. Schon in Ofrinio und während der ganzen Fahrt sehen wir immer wieder Feuer für das Grillen der Osterlämmer oder –Ziegen. Auch bei Costa und Katharina warten manche leckeren Happen auf uns. 297 km.

Dienstag, 10. April: Nachdem wir uns bei unseren Gastgebern für die herzliche Aufnahme und die schönen Stunden bedankt haben, verabschieden wir uns und starten nach Igoumenitsa. Bei herrlichem Wetter überfahren wir die Passstrassen bis zur Schneegrenze. Es gibt wunderschöne Panoramen. Nach Ioannina kommen wir dann wieder tiefer und prachtvolle Frühlingsvegetation erwartet uns in voller Blüte. In Igoumenitsa holen wir unser reserviertes Fährticket nach Venedig am Freitag den 13. April ab. Inge und Manfred wollen eine Woche später fahren und kaufen auch gleich ihr Ticket. Nach einem kurzen Zwischenstopp bei LIDL fahren wir in „Unsere Bucht“ weiter nach Sagiada. Hier stehen wir dann bei tollem Sonnenschein und über 30 Grad. Der Abend wird ganz lau, so dass wir bei Lagerfeuer, Glühwürmchen und angenehmen 18 Grad noch bis 21.30 Uhr vor den Mobilen sitzen. 248 km.

Mittwoch, 11. April: Schon früh scheint die Sonne in unsere Bucht. Uns wird bewusst, dass eine wunderschöne Tour sich dem Ende neigt. Wir werden morgen in die Bucht von Igoumenitsa umsetzen und übermorgen auf die Fähre gehen. Dann können wir auf viele schöne Erlebnisse und Begegnungen mit vielen netten Menschen zurückblicken. Es war eine Tour, die wir wieder als sehr angenehm und harmonisch empfunden haben.