Reisebericht

Türkei – Syrien - Jordanien

16. Januar – 19. Mai 2009

Freitag 16. Januar: Schon am Vorabend sind wir auf den Braunschweiger Stellplatz gefahren und haben hier übernachtet. Um 8.00 Uhr treffen Inge und Manfred ein und wir starten nach kurzer Begrüßung auf unsere lang ersehnte Tour. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt geht es bei trübem Wetter in Richtung Süden. Nach problemloser Fahrt erreichen wir gegen 15.00 Uhr Nürnberg. Nach einem Stadtbummel übernachten wir auf dem Stellplatz. 460 km.

Samstag, 17. Januar: Um 8.00 Uhr drehen wir die Zündschlüssel. Die Wettervorhersage am gestrigen Abend sagte im Alpenvorland für heute Nachmittag reichlich Regen bzw. Schnee voraus. Davor wollen wir weg sein. Bei zum großen Teil herrlichem Sonnenschein geht es durch mit Raureif überzuckerter Landschaft durch das Alpenvorland. Bei reichlich Sonne geht es durch eine schneebedeckte Berglandschaft über den Brenner – einfach herrlich und beeindruckend. Frustrierend sind nur die hohen Maut- und Brennergebühren für unsere Mobile – Österreich bedeutet Raubritterreich - um aber im Januar sicher über die Alpen zu kommen, bleibt uns leider kaum ein anderer Weg. Wir übernachten neben der italienischen Autobahn in Avio. 543 km.

Sonntag, 18. Januar: Nach ruhiger Nacht brechen wir bei verhangenem Himmel auf. Nach ruhiger Autobahnfahrt erreichen wir Ancona. Das Fährbüro hat bereits geschlossen, so dass wir uns nicht um eine frühere Passage bemühen können. Wir übernachten in Senigallia in einer Nebenstraße der Strandstraße (Rennstrecke). Leider nicht ganz so ruhig, wie wir erhofft hatten. 435 km.

Montag, 19. Januar: Um 8.45 Uhr zur Schalteröffnung der Superfast-Ferries sind wir wieder in Ancona. Eine Passage ist für den heutigen Tag möglich. Super – 3 Tage gewonnen. Die Überfahrt verläuft ruhig und ohne Störungen. Die Frauen schleusen wir um 19.00 Uhr in die Mobile und Manfred und ich verbringen die Nacht an Deck – das hat ganz schön geschlaucht. Nach 21 Stunden landen wir in Patras. Nach dem Ausschiffen fahren wir unter der großen Brücke, die den Golf von Korinth überspannt, mit der Fähre hindurch. Wir haben einen Preis von 80,00 € gegen einen Kurs von 10,00 € getauscht. Nach wenigen Kilometern machen wir in Xiliadou direkt am Hafenbecken des kleinen Ortes Station. Bei ca. 20 Grad sitzen wir noch mit einem Rotweinglas in der Hand am Wasser und beobachten zwei Fischer, die mit einem reichen Fang festmachen. Früh ruft der Bettzipfel. 37 km.

Mittwoch, 21. Januar: Um 8.00 Uhr brechen wir bei bedecktem Himmel, nachts regnete es etwas, in nördlicher Richtung auf. Unser Tagesziel sollte östlich von Thessaloniki liegen. Doch es kam anders. Die griechischen Bauern streiken gegen die EU–Kasse und blockieren mit ihren Traktoren für höhere Reispreise die Autobahnen und Fernstraßen. So fahren wir von einer Polizeisperre zur nächsten und müssen immer wieder großflächige Umleitungen fahren. Wir lernen die intimsten Ecken Griechenlands kennen. Gefrustet machen wir bei Einbruch der Dunkelheit in Evagelismos, einem kleinem Kaff an der Autobahn, Station. 362 km.

Donnerstag, 22. Januar: Die Bauern streiken immer noch. Die Auffahrt auf die Autobahn wird uns um 8.00 Uhr wieder verwehrt. Statt 11 km Autobahn fahren wir 103 km durch die griechischen Lande bis zur gleichen Auffahrt. Hinter Thessaloniki ist die nächste Sperrung angesagt, so dass wir über Serres nach Kavalla fahren müssen. Auch auf diesem Umweg stoßen wir wieder auf eine Bauernsperre. Jetzt wissen wir endlich, warum „Bauer“ auch ein Schimpfwort seien kann. Wir verstehen durchaus deren Nöte, doch für uns ist das ganz schön nervig. Wir treffen bei Dunkelheit geschafft in Kavalla ein und suchen unseren alten Stellplatz an der Marina auf. 411 km.

Freitag, 23. Januar: Bei strömenden Regen starten wir in Kavalla. Der Regen wird mit Unterbrechungen der Begleiter des Tages. In Alexandropoulis, ca. 35 km vor der türkischen Grenze, tanken wir auf und statten dem Lidl-Markt noch einen Besuch ab. Dann heißt es nur noch ab in Richtung Türkei. 9 km vor der Grenze, die letzte Abfahrt vorher, geht der griechische Albtraum wieder los. Straßensperrung – runter von der Autobahn. Nach 2 Stunden soll es aber weiter gehen. Es ist 11.30 Uhr. Wir warten auf dem großen Gelände einer Tank- uns Raststelle ab. Wir erleben heute das Ende der Sperrung nicht mehr. 213 km.

Samstag, 24. Januar: Nach unruhiger Nacht stellt sich nach dem Aufwachen als erstes die Frage: Ist die Sperrung zu Ende? Nach kurzem Frühstück geht es gleich los. Die Erlösung – die Strecke ist frei. Jetzt nur schnell zur Grenze, damit dieser Albtraum ein Ende nimmt. Die Grenzer sind noch recht verschlafen, trotzdem geht die Abwicklung zügig von statten. In Gelibolu machen wir Zwischenstation: türkische Lira aus dem Automaten ziehen, SIM-Karten für unsere Handys kaufen, eine türkische Zwischenmahlzeit einnehmen und dann auf die Fähre. Wir überqueren die Dardanellen und wechseln so die Kontinente von Europa nach Asien. Weiter geht es zügig in südlicher Richtung. Der Straßenzustand hat sich hier im nördlichen Teil deutlich verschlechtert seit 2006/2007. Eine Tortour für unsere Mobile. Um 16.00 Uhr treffen wir in Ören ein und beziehen Stellung im Hafen mit Blick auf Wasser und Boote. 292 km.

Sonntag, 25. Januar: Eigentlich sollte heute Ausschlafen angesagt sein. Doch gegen 6.30 Uhr schreckt uns ein unheilvolles Motorengeräusch auf. Eine Schlauchverbindung hat sich gelöst und unsere Wasserpumpe spült reichlich Frischwasser in unser Mobil. Bis ich die Pumpe ausgestellt habe, ist die Bescherung groß. 6 Badehandtücher müssen die Bescherung aufsaugen. Nach dem Mittagessen brechen wir nach Bergama auf. Morgen wollen wir den Markt besuchen. Doch wir hören, dass er nicht mehr in allen Straßen der Altstadt statt findet sondern jetzt nach außerhalb verlegt ist. 91 km.

Montag, 26. Januar: Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Dolmus zum neuen Markt. Die Stadt hat ein neues Gelände mit riesigen überdachten Strassen für den Markt geschaffen. Das Angebot ist riesig. Aber auch die Atmosphäre ist ganz anders. Das Gedränge früher in den engen Gassen hatte auch etwas für sich. Den ganzen Tag über regnet es immer mal wieder. Abends besucht uns unser Dolmus-Fahrer vom Morgen. Er hat über 30 Jahre in Bielefeld gelebt und freut sich, Deutsche zu treffen. Für unsere Rückreise hat er uns zum Grillabend mit leckerem Fisch eingeladen.

Dienstag, 27. Januar: Um 8.00 Uhr ist Aufbruch angesagt. Hier in Bergama, etwas im Lande gelegen, ist es doch deutlich kühler als an der Küste. Also starten wir in den Süden. Nachmittags treffen wir in Dalyan ein. Wir sind zügig durch gekommen, auch das Umfahren von Izmir, der drittgrößten Stadt der Türkei, war heute problemlos. Dalyan wurde einmal bekannt wegen seiner Sandstrände, wo die Caretta-Caretta-Meeresschildkröte ihre Eier ablegt. Hier sollte ein riesiges Hotel gebaut werden. Weltweite Proteste haben dies aber verhindert. Heute stehen hier über 200 Touristenboote, die die Menschen in der Saison zu den Stränden und durch die Fluss- und Seenlandschaft fahren. 2003 waren wir schon einmal hier. Damals war es ein verträumter, von der Welt vergessener Ort. Heute ist Dalyan ganz auf den Tourismus ausgelegt. 392 km.

Freitag, 30. Januar: Heute geht es weiter. Unser heutiges Ziel heißt Kas. Bei wechselnder Bewölkung und trockenen Straßen erreichen wir schnell unser Ziel. Besonders geholfen hat uns die neue Straße vor Kalkan, die uns heftigste Steigungen, Gefällestrecken und abenteuerliche Kurven erspart. Auch vor Kas ist eine neue Umgehungsstraße im Bau, die zur weiteren Entlastung führen soll. Wir beziehen wie bei den vorigen Reisen wieder einen Platz im Hafen. 163 km.

Samstag, 31. Januar: Petrus verwöhnt uns heute endlich mit reichlich Sonne. Gegen Mittag treffen wir uns mit Anne und Peter. Sie haben vor zwei Jahren über Kas ein traumhaftes Haus gebaut, das wir heute besichtigen. Hier verbringen wir nette Stunden.

Sonntag, 1. Februar: Bei schönstem Wetter verbringen wir den Tag in Kas. (20 Grad im Schatten)

Montag, 2. Februar: Bei wechselnder Bewölkung starten wir um 9.00 Uhr nach Antalya. Die Straßen- und Verkehrsverhältnisse sind gut, so dass wir gut durch kommen. Mittags sind wir im Ortsteil Lara, wo Inge und Manfred im vorletzten Jahr eine türkische Mutter und deren Tochter kennen gelernt haben, die wir jetzt besuchen. 204 km.

Dienstag, 3. Februar: Unsere Richtung heißt Osten und unsere heutige Station Gazipasa. Wieder geht es flott voran, so dass wir in den Mittagsstunden eintreffen. Doch unser alter Platz an der Bungalowanlage und Grillplatz ist total verwüstet. Es soll alles neu gestaltet werden. Trotzdem können wir hier stehen und die Waschmaschinen stehen wie vor 2 Jahren für den Kessel Buntes bereit. Doch bevor alles soweit ist, wir haben inzwischen unsere Teepause gemacht und wollen gerade die Roller raus holen, da sollen wir auf einmal 15 Türk. Lira pro Tag für diese Müllhalde zahlen. Entrüstet brechen wir ab und fahren den Platz in der anderen Bucht vor den Gewächshäusern an. Zum Abend warten wieder leckere Lefreks (Wolfsbarsch) auf uns. Die wir frisch aus unseren Pfannen vor der untergehenden Sonne genießen. 192 km.

Mittwoch, 4. Februar: Der Osten ruft. Heute ist die reinste Berg- und Talbahn angesagt. Die Küstenstraße wird jetzt schmal, bergig und kurvig. Schmal heißt, dass neben dem talseitigen weißen Begrenzungsstreifen der Fahrbahn manchmal schon kein Platz mehr für eine Leitplanke vorhanden ist. Es geht senkrecht in die Tiefe. Wir wollen in Anamur auf einem der Campingplätze Station machen. Die Frauen wollen einen Kessel Buntes aufsetzen. Nach Besichtigung der Plätze fahren wir lieber weiter und machen wie schon häufiger in Ovacic in unserer Bucht Station. 171 schöne aber anstrengende km.

Donnerstag, 5. Februar: Die Küstenstraße setzt sich in diesem Zustand bis Silifke fort. An vielen Stellen wird aber schon an einer Verbreiterung gearbeitet. Es müssen viele Felsen abgetragen werden, um Platz für einen vierspurigen Ausbau zu schaffen. Gegen Mittag treffen wir auf dem schönen Campingplatz in Kizkalezi ein. Wir stehen direkt am Wasser und sofort geht der Stress mit der Wäsche los. Aber die Gesichter unserer glücklichen Frauen entschädigen uns für unsere Spül- und Wringhilfen. Am Abend sitzen wir bis neun Uhr vor dem Mobilen. Der Wind hat nachgelassen und es ist einfach herrlich. 77 km.

Freitag, 6. Februar: Heute werden wir schon von der Sonne geweckt. Schon um 9.00 Uhr haben wir 20 Grad im Schatten (Celsius nicht Fahrenheit). Wäschewaschen, Hausputz, technischer Dienst stehen auf dem Programm. Der Roller von Manfred gibt wegen Batterieschadens den Geist auf.

Samstag, 7. Februar: Wir fahren mit einem Mobil nach Erdemli. Hier ist heute großer Markt, und Wochenmarkt in der Türkei ist immer einen Besuch wert. Außerdem muss Manfred eine neue Batterie kaufen.

Sonntag, 8. Februar: Das Wetter trübt sich etwas ein. Die Frauen wuseln immer noch in den Mobilen herum und die letzten einzelnen Wäschestücke müssen auch noch gewaschen werden. Nachmittags fahren wir mit den Rollern noch zu einigen Ruinen im Umkreis von Kizkalesi.

Montag, 10. Februar: Bei leichtem bis kräftigem Regen fahren wir heute nach Antakya. Bei Iskenderun suchen wir noch einen Campingplatz mit Waschmaschine, der hier seien soll. Nach den uns bekannten Ortsangaben suchen wir überall, doch er scheint großen Straßenbaumaßnahmen zum Opfer gefallen zu sein. Wir treffen in Antakya am frühen Nachmittag ein und machen wieder auf dem „Otogar“ Busparkplatz/Bahnhof Station. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fahren wir noch in den Ort und suchen den Bazar auf. 400 km.

Dienstag, 10. Februar: Schon nachts regnete es kräftig. Um 10.00 Uhr fahren wir wieder in die Stadt. Wir besuchen das Archäologische Museum, das für seine vielen Mosaike weltberühmt ist. Anschließend bummeln wir noch einmal über den Bazar. Das Wetter ist wechselhaft, mal regnet es, mal scheint die Sonne.

Mittwoch, 11. Februar: Die ganze Nacht hat es kräftige Gewitter gegeben. Teilweise hat unser Mobil gebebt, so dicht hat das Gewitter über uns gestanden. Morgens ist dann alles vorbei und die Sonne scheint. Auf den Bergspitzen um uns herum ist der Regen als Schnee nieder gegangen. Pünktlich um 8.00 Uhr starten wir zum Grenzübergang nach Syrien. Doch auch hier hat das Unwetter zugeschlagen. Die Computer funktionieren nicht mehr und der Grenzübergang ist geschlossen. Nach dreistündiger Wartezeit fahren wir zurück in den ersten türkischen Ort Yayaladagi. Inzwischen hat es sich auch wieder eingetrübt. Nach einem tollen türkischen Abendessen, Fleisch mit Gemüse in Steingutschüsseln feurig scharf gewürzt, im Ofen gebacken, mit tollem Salat und heißem Fladenbrot, übernachten wir hier. 62 km.

Donnerstag, 12. Februar: Um 8.00 Uhr wagen wir den nächsten Angriff auf die Grenzstation. Die Ausreise auf türkischer Seite läuft relativ zügig ab. Aber dann! Auf syrischer Seite gibt es nur an einer Stelle einen Computer. Die anderen Stationen schreiben noch mit Blaupapier in doppelter Ausführung alles per Hand. Nur einer der vielen „Beamten“ spricht englisch. Nachdem ich ihn mit einer Flasche Raki und Inge ihn mit einer Flasche Rotwein gesponsert haben, entwickelt er sich zur treuen Seele und geleitet uns durch alle weiteren Stationen. Gebühren für Mobil und Roller jeweils Versicherung, Carnet de Passage, Straßennutzungsgebühr und für das Mobil eine Petrolsteuer betragen stolze 370 US $. Weiter sind noch einmal 200 Syrische Pfund ca. 3,30 € an Stempelgebühren fällig. Die gesamte Grenzprozedur dauert 3 Stunden. Die Fahrt nach Anamea verläuft durch überraschend dicht besiedeltes Gebiet auf zumeist recht guten Straßen. Wir besichtigen die fast 2 km lange Säulenstrasse aus römischer Zeit. Die meisten Säulen sind wieder aufgestellt, so dass sich ein tolles Bild ergibt. Vor dem Gelände übernachten wir auf einem kleinen Parkplatz vor einer Cafeteria. 124 km.

Freitag, 13. Februar: Bei reichlich Nebel starten wir. Unsere Fahrt führt uns zum Krak des Chevaliers, der schönsten Kreuzritterburg Syriens. Anfangs verläuft die Straße durch eine lange Ebene, aber später wird es immer bergiger und die Straßen werden in den Orten immer enger. Die letzten Kilometer, der Nebel ist endlich aufgerissen, gehen durch eine wunderschöne Landschaft mit heftigen Steigungen und Gefällestrecken, die teilweise nur im zweiten Gang zu bewältigen sind. Die letzten 3 km haben es dann besonders in sich, hier muss auch schon einmal der 1. Gang eingelegt werden. Wegen der vielen Kids, die keine Ruhe geben, fahren wir auf den Campingplatz. Wir besichtigen die gewaltige Burg, die bestens erhalten ist. Zurück auf den Cpl. ist inzwischen ein Supermobil auf MAN in absoluter Wüstenausstattung eingetroffen. Das deutsche Pärchen ist seit Mai letzten Jahres unterwegs und hat das Mittelmeer fast komplett umrundet. Abends essen wir zum ersten Mal syrisch im Lokal. Eine große Auswahl an Vorgerichten, das Hauptgericht – Hähnchen – und eine reiche Obstauswahl zum Nachtisch haben hervorragend gemundet. Essen für 4 Personen incl. Getränke ca. 30 €. 91 km.

Samstag, 14. Februar: Die Abfahrt vom Krak des Chevaliers ist abenteuerlich steil und kurvig. Doch nach kurzem Abstieg erreichen wir schnell die Autobahn. Auf einer syrischen Autobahn wird am Rand geparkt und gerastet incl. Imbißwagen, weiter gibt es hier Bushaltestellen und entgegenkommende Motorradfahrer. Das ist ganz normal. Die Verkehrsdichte ist recht hoch. Nach 204 km erreichen wir den Campingplatz unmittelbar vor Damaskus. Bei herrlichem Sonnenschein genießen wir den Nachmittag hier in aller Ruhe. Der Platz ist sehr sauber und gepflegt.

Sonntag, 15. Februar: Um 9.00 Uhr brechen wir auf zur Stadtbesichtigung. Die Altstadt erwacht langsam zum Leben. Im Suq öffnen die einzelnen Geschäfte und bieten ihre vielfältigen Waren an. Wir besichtigen Moscheen und Madrasen und bummeln durch die schmalen Gassen der Altstadt bzw. die überdachten Suq-Strassen. In einem sehr stilvollen syrischen Restaurant nehmen wir unser Mittagessen ein. Die Vorspeisen und auch das Hauptgericht sind ein wahrer Gaumenschmaus. In der Altstadt fallen uns viele Gruppen auf, die offensichtlich von der Hamas organisiert, den Suq besuchen. Sie singen gemeinsam und verhalten sich sonst völlig ruhig. Überall finden wir Hamas-Plakate angeklebt.

Montag, 16. Februar: Nach eiskalter Nacht brechen wir nach dem Frühstück wieder in die Stadt auf. Heute besichtigen wir das Syrische Nationalmuseum, den Bahnhof und die prächtige Umayyaden-Moschee, die bedeutendste Syriens. Anschließend gehen wir noch kurz über den Gemüse-Suq, um die letzten Einkäufe zu tätigen. Gegen Mittag wird es stark bewölkt, kalt und regnerisch. Wir fahren zurück zu den Mobilen.

Dienstag, 17. Februar: Früh starten wir unseren Weg durch das morgendliche Verkehrschaos von Damaskus. Wir finden recht schnell unsere Strassen durch den dichten Verkehr vorbei am Flughafen und dann Richtung Bosra. Unterwegs kaufen wir noch etwas Gemüse, und werden gleich wieder zum Kaffee und Falafel eingeladen. Mittags treffen wir in Bosra ein. Wir besichtigen die alte Stadt und anschließend das wohl am besten erhaltene Amphitheater aus römischer Zeit mit Sitzplätzen für 15.000 Menschen. 143 km.

Mittwoch, 18. Februar: 3 Grad Außentemperatur zeigt das Thermometer heute früh. Kurz vor 8.00 Uhr machen wir uns auf den Weg. Nach einer Stunde Fahrzeit erreichen wir die syrisch/jordanische Grenze. Die Ausreise geht schnell von statten – wir bezahlen noch einmal 1000 Syr. Pfund (ca. 17 €) an „Stempelgeld“. Die Abwicklung auf jordanischer Seite dauert etwa 2 Stunden. Alle sind nett und zuvor kommend, aber der Papierkrieg ist einfach sagenhaft. Kosten für die Einreise 161,50 Jord. Dinar (ca. 190 €), Visagebühr, Versicherung für Mobil und Roller und „Stempelgeld“. Schnell erreichen wir dann Umm Qays mit seiner Ausgrabungsstätte. Von hier oben haben wir auch eine tolle Aussicht auf den See Genezareth und die Golanhöhen, sowie Syrien und Ausläufer aus dem Libanon. Wir übernachten am Museum der Ausgrabungsstätte und genießen die Nachtaussicht auf das beleuchtete Umland. 103 km.

Donnerstag, 19. Februar: Nachttemperatur 12 Grad. Aus ca. 1000 Meter Höhe fahren wir in Serpentinen steil bergab bis an den Jordan. Im Jordantal, parallel zur israelischen Grenze, führt unser Weg vorbei an vielen Polizeikontrollen in Richtung Totes Meer. Der Abstand zwischen den Kontrollstationen ist anfangs teilweise in Sichtweite. Das Jordantal ist die grüne Oase von Jordanien mit viel Gartenbau. Entsprechend reichhaltig ist das Gemüseangebot am Straßenrand. Wir machen am Amman Beach Ressort, ziemlich im Norden des Toten Meeres Station. Hier können wir übernachten und natürlich das obligatorische Bad im Toten Meer nehmen. Das extrem salzhaltige Wasser fühlt sich eigenartig an. Wir liegen fast wie die Korken auf dem Wasser. Das Umdrehen von Bauch- auf Rückenlage oder umgekehrt ist gewöhnungsbedürftig. Um das Wasser zu verlassen, müssen wir fast bis an das Ufer schwimmen, denn es ist nicht möglich, die Beine im Wasser nach unten zu bekommen. Die obligatorische Braunschweiger Zeitung haben wir im Mobil vergessen. Der Eintritt zum Wasser kostet ca. 15 € p.P., schließt aber ein Bad mit Süßwasserdusche und –Pools ein. Obwohl es den ganzen Tag über trüb ist, können wir bis 19.00 Uhr vor den Mobilen sitzen. Dann kommt ein leises Lüftchen auf. 150 km.

Freitag, 20. Februar: Wir setzen unsere Fahrt entlang des Toten Meeres fort. Hier wird entlang des Meeres vor den steilen Berghängen intensive Gartenwirtschaft betrieben. Auffällig für uns ist, dass Tomaten hier als reine Feldfrucht angebaut werden – sie wachsen einfach auf dem Boden. Nach dem Toten Meer fahren wir fast 200 km durch die Wüste. Die Landschaft ist bizarr und lebensfeindlich. Sand- und Geröllwüste werden von steilen Bergmassiven begrenzt. Dieses lange und breite Tal heißt Wadi Araba. Am Ende erreichen wir Aqaba am Roten Meer. Wir sind außerordentlich überrascht. Die Stadt macht einen modernen, großzügigen und sauberen Eindruck. Wir fahren weiter entlang der Küste Richtung Saudi Arabien. Ca. 8 km vor der Grenze erreichen wir den angeblich einzigen akzeptablen Campingplatz. Er ist wunder- aber nicht unbedingt –schön. Die Restauration macht einen sauberen und ordentlichen Eindruck – ganz im Gegensatz zu den sanitären Einrichtungen. Gut, dass wir die im Mobil haben. Von den Mobilen haben wir eine schöne Aussicht auf das Rote Meer und die gegenüber liegende, israelische Küste. Die Tagestemperatur liegt bei fast 30 Grad, die Nachttemperatur ist nicht unter 18 Grad abgefallen. Erstaunlich ist, dass ich immer noch deutsches Fernsehen und somit die uns wichtigen deutschen Nachrichten über Satellit Hotbird in hervorragender Qualität empfangen kann. 293 km.

Samstag, 21. Februar: Bei herrlichem Sonnenschein und wechselhaften Winden besuchen wir Aqaba. Unser Cpl. liegt 12 km südlich der Stadt, so dass heute endlich mal die Roller zum Einsatz kommen. Wir bummeln durch das Zentrum, entlang der Promenade und durch die Altstadt. Über allem weht die Flagge der Arabischen Revolution in gigantischen Ausmaßen. Der Flaggenmast ist 138 m hoch, und die Flagge misst 60 mal 30 Meter. Nachmittags finden wir frei am Strand noch 4 Mobile aus Deutschland stehend. Ein Pärchen aus Darmstadt im hohen Alter, er von 85 Jahren und sie hat die 80 auch schon überschritten. Sie wollen weiter nach Ägypten, Lybien und Tunesien. Sie machen das schon zum 15. Mal. Inge und Gaby baden im Roten Meer. Abends essen wir lecker im Restaurant unserer Anlage.

Sonntag, 22. Februar: Nachdem wir alles verladen haben, fahren wir mit den Mobilen noch an die Grenze zu Saudi Arabien. Wenigstens einmal müssen unsere Frauen über den Zaun sehen. Dann geht es noch einmal in die Stadt. Bevor wir dann zum Wadi Rum starten, geht es an die Tankstelle, der Liter Diesel kostet knapp 40 Cent. Da macht selbst Tanken einmal Spaß. Die letzten km vor dem Wadi Rum führen uns schon durch beeindruckende Bergformationen. Vor dem Resthouse im Wadi beziehen wir Station für die kommende Nacht. Zuvor haben wir schon unsere Jeeptour für den nächsten Morgen gebucht. Um 9.00 Uhr soll es losgehen. 103 km.

Montag, 23. Februar: Unser Driver mit seinem alten Toyato-Landcruiser steht schon kurz nach 8.00 Uhr vor den Mobilen, so dass wir früh starten können. Wir haben stahlblauen Himmel und die Sonne lässt sich auch nicht lumpen. Die Fahrt durch das Wadi ist atemberaubend. Die Bergformationen erschlagen uns förmlich. Der Wüstensand in allen möglichen Farbschattierungen ergänzt das sagenhafte Bild. Unser Fahrer ist 25 Jahre jünger als sein 40 jähriger Landcruiser. Er fährt uns gut über Waschbrettpisten und durch tiefen Sand. Gut durch geschüttelt kommen wir zu den Mobilen zurück. Weiter fahren wir durch bergige Stein- und Geröllwüsten mit tollen Fernsichten nach Petra. Vor dem Visitor-Centrum stehen eine Unmenge Reisebusse. Wir informieren uns, wie wir morgen vorgehen wollen. Auf dem Parkplatz beziehen wir Stellung für die kommende Nacht. 114 km.

Dienstag, 24. Februar: Früh starten wir zur Besichtigung. Für den Anmarsch durch die Schlucht bis zum Schatzhaus chartern wir eine Kutsche. Hier kann es aber heißen, lieber gut gelaufen als schlecht, bzw. sehr holperig, gefahren. Die erste Station ist das Schatzhaus, das auch für ganz Petra steht. Alle Grabstellen sind sehr beeindruckend, besonders das Schatzhaus. Faszinierend sind auch immer wieder die vielen Farbschattierungen des Kalksandsteins. Petra zählt zu Recht zu den neuen Weltwundern. Gut, dass wir früh aufgebrochen sind. Die Sonne meint es recht schnell sehr gut mit uns, und die Besucherströme werden immer zahlreicher. Am frühen Nachmittag sind wir fußlahm und kehren erschöpft zurück bei den Mobilen.

Mittwoch, 25. Februar: Kurz vor 8.00 Uhr wird wieder der Zündschlüssel herum gedreht. Unser heutiges Ziel ist Madaba. Die Fahrt führt durch atemberaubende Landschaften. Zwei tiefe Wadis durch fahren wir. In heftigsten Steigungen und Gefällestrecken mit unzähligen Serpentinen, in denen fast auf der Stelle gewendet wird, überwinden wir Höhenunterschiede von bis zu 900 Metern. Eine Mondlandschaft kann nicht bizarrer sein. In Madaba besichtigen wir die griechisch/orthdoxe St. Georgkirche. Hier ist das bekannte Palästina-Bodenmosaik zu besichtigen. Wir übernachten auf dem 9 km entfernten Mont Nebo direkt neben der Station der Police, die allgegenwärtig den Verkehr kontrolliert. Von hier können wir die Lichter von Jerusalem und Jerichow sehen. 252 herrlich anstrengende km.

Donnerstag, 26. Februar: Die drei jungen Polizisten haben nachts einiges unternommen, um warm und wach zu bleiben. Das war mit einigen Geräuschen verbunden, die unserer Nachtruhe nicht förderlich waren. 8.00 Uhr ist unsere inzwischen gewohnte Aufbruchzeit. Wir wollen heute einige Wüstenschlösser besichtigen, die östlich von Amman liegen. Das erste, Qasar al-Halabat, ist sehr gut erhalten. Diese Wüstenschlösser waren sowohl Lust- als auch Lastschlösser. Lust weil sie unter anderem auch der Jagd dienten – Last weil sie auch verteidigt werden mussten. Dieses wurde später auch als Karawanserei genutzt. Das nächste, Qasr Amra, war sicher mehr der „lustige“ Teil des Ersten und diente dem Bade. Es hat noch heute gut erhaltene Fresken an Wänden und Decken zu bieten und war zu Pferde vom Ersten erreichbar. Die Wüstenpiste führt uns weiter nach al-Azrag, einem Verkehrsknotenpunkt in der Wüste zwischen Jordanien, Saudi Arabien und dem Irak. Hier fahren Unmengen von Trucks, hauptsächlich Tankfahrzeuge mit dem schwarzen Gold beladen. In al-Azrak steht das nächste und größte Wüstenschloß, ganz aus schwarzem Basalt gebaut. Es hatte an diesem Knotenpunkt in der Wüste eine hohe militärische Bedeutung und ist entsprechend ausgebaut. Der Rückweg auf der nördlichen Piste nach Amman verläuft auf einer brutal schlechten Waschbrettpiste, die durch den vielen Schwerlastverkehr arg in Mitleidenschaft gezogen ist. Schwerlastverkehr wird hier nicht in Tonnen gemessen – ein LKW ist schwer beladen, wenn er kurz vor dem Zusammenbruch steht. Und wir wundern uns immer wieder, wo diese Grenze zu liegen scheint. Viele Uralt-Trucks verrichten hier ihre letzten Touren. Hier befinden wir uns scheinbar im größten Mercedes-Museum für die alten Rund-Hauber. In Amman fahren wir die Theodor-Schneller-Schule an, eine soziale Einrichtung der evangelischen Kirche für Jugendliche. Sie bietet auch ein Gästehaus und ein Camp für Mobilfahrer an. Kurz vorher müssen wir an unserem Mobil noch den verschmutzten Dieselfilter auf dem Randstreifen der Autobahn wechseln, da der Motor fast stehen bleibt. 242 km.

Freitag, 27. Februar: Es ist kalt und regnerisch. Trotzdem fahren wir mit der Taxe in die Stadt. Bei eiskaltem Wind besichtigen wir die große Zitadelle über Amman. Anschließend gehen wir noch durch die Altstadt. Der ständige Regen vertreibt uns aber früh zurück zu unseren Mobilen.

Samstag, 28. Februar: Die Nacht war sehr stürmisch und es regnete ohne Unterbrechung. Die Schneller-Schule unterrichtet die Jugendlichen nicht nur, sondern bietet auch verschiedene Berufausbildungen an. Unter anderem betreibt sie auch eine Kfz-Werkstatt. Hier lasse ich heute morgen noch den Kraftstoff-Vorfilter wechseln, denn der Hauptfilter war beim Wechsel noch recht sauber gewesen. Es stellt sich schnell heraus, dass der Vorfilter total verschmutzt ist. Nachdem wir dann noch Wasser aufgenommen haben, starten wir nach Jerash. In höher gelegenen Teilen von Amman ist heute nacht Schnee gefallen. In Jerash können wir mit den Mobilen vor dem Visitor-Center stehen und auch übernachten. Gut in Regenkleidung gehüllt, besichtigen wir die Ausgrabungsstätte von Gerasa. Es bietet sich eine römische Stadt, die in sich geschlossen und noch sehr gut erhalten ist. Wir sind sehr beeindruckt. 58 km.

Sonntag, 1. März: Die Nacht ist früh zu Ende, wir starten um 6.00 Uhr. Nach einer Stunde stehen wir an der jordanisch/syrischen Grenze. Die Ausreise aus Jordanien erfolgt nach Zahlung von „Stempelgeld“ recht zügig – aber dann kommt Syrien. Ein Tollhaus voller Narren wartet wieder auf uns. Viele Schalter, viele Durchschreibeblöcke, viele Unterschriften und Stempel und viele Dollars sind fällig. An Dieselsteuer, Straßengebühren, Carnet sind 290 US-$ fällig. Dazu kommen noch einige Syrische Pfund. So kann man Touristen das Wiederkommen gänzlich verleiden. Weiter geht es an teilweise schneebedeckten Bergen vorbei nach Damaskus. Die Autobahnfahrt gleicht manchmal einer Trampolinübung, da die Straße so wellig ist. Der Verkehr in Damaskus ist wieder wahnsinnig. Jeder sucht sich seinen Weg über alle Fahrspuren hinweg, wie es ihm gefällt. Radfahrer kommen auf der Stadtautobahnen entgegen. Kreuzungen werden im dichtesten Verkehr wie ein Zahnradgetriebe abgewickelt, Minibusse halten in zweiter Reihe zum Ein- und Aussteigen, und so lange keiner bremst, funktioniert das wunderbar. Nach Damaskus geht es für über 200 km in die Wüste. Unser Ziel heißt Palmyra, die große römische Wüstenstadt. Wir finden für die Mobile im Palmenhain Platz für die Nacht und stehen direkt unter dem Baal-Tempel. Abends fahren wir mit den Rollern in die Stadt zum Essen. Wir sind die Attraktion. Roller gibt es hier nicht, nur Motorräder. Dann fahren wir mit Licht – gibt es auch nur selten, und dann kommen wir wohl auch noch von einem anderen Stern, denn wir tragen Helme. Ein kleines Kind lief bei unserem Anblick laut schreiend und weinend zur Mutter. 414 km.

Montag, 2. März: Heute haben wir bei herrlicher Ruhe im Palmenhain ausgeschlafen. Um 9.00 Uhr starten wir zur Besichtigung. Zuerst steuern wir den riesigen Tempel des Baal an. Hier in Palmyra ist einfach alles gigantisch so auch dieser Tempel. Anschließend geht es hinauf zur Zitadelle, die hoch über der Stadt steht. Von hier können wir erst richtig die Ausdehnung der alten Stadt Palmyra ermessen. Dann fahren wir in die Ausgrabungsstätte. Alles ist einfach gigantisch – die Größe und auch der Zustand. Wir gehen förmlich durch die Stadt und können uns sehr gut in die Vergangenheit versetzen. Im Tal der Gräber müssen wir auf unseren Rollern heftigst Gas geben, weil wir auf einmal von einem jungen, weißen Kamel verfolgt werden, das unsere Rückspiegel offensichtlich zum Fressen gern hat.

Dienstag, 3. März: Zur gewohnten Zeit verlassen wir unseren Palmenhain und fahren die nächsten 150 km wieder durch die Wüste. Über Homs geht es weiter nach Hama. Petrus lässt während der Fahrt sein ganzes Wetterprogramm über uns ergehen. In Hama machen wir gegenüber einem Hotel am Straßenrand Station. Bei einem Besichtigungsbummel durch die Innenstadt und natürlich an den berühmten Wasserrädern vorbei regnet es aus allen Kannen. Wir suchen Unterschlupf in einem „Eiscafe“ und lassen uns hier lecker bewirten. Die Wasserräder von Hama haben früher das Wasser aus dem Orontes hoch in Aquädukte geschaufelt, und so die höheren Stadtteile mit Wasser versorgt. Die meisten Räder haben Durchmesser von 20 Metern und mehr. Der Orontes heute erinnert vom Ansehen und vom Geruch eher an eine Kloake. Im Sommer muss es hier jämmerlich stinken. 205 km.

Mittwoch, 4. März: Unser letztes Etappenziel in Syrien ist Aleppo. Wir starten bei Sonne, kommen durch dicken Nebel und erreichen unser Ziel bei reichlich Regen. In Aleppo, der größten Stadt Syriens, gibt es keine Stellmöglichkeit für uns, so dass wir nach Kafr Ame auf einen privaten Campingplatz ausweichen. Hier lassen wir bei wechselhaftem Wetter einmal die Seele baumeln, und kochen heute einmal selbst. Der Eigentümer spricht deutsch. 153 km.

Donnerstag, 5. März: Der Bruder des Platzbesitzers holt uns mit seinem Minibus ab und bringt uns in die 4-Millionen-Stadt Allepo. Der Suq ist wie aus 1000 und 1 Nacht. Orientalisch, quirlig, verwinkelt mit einem riesigen Warenangebot und unzählig kleinen Händlern – und teilweise ganz schön schmuddelig. Gewaltig von ihren Ausmaßen ist die riesige Zitadelle. Die nächste Sehenswürdigkeit, die Umayaden-Moschee kann einem Vergleich zu der in Damaskus nicht stand halten.

Freitag, 6. März: Nach ruhiger Nacht starten wir zu gewohnter Zeit. Wir können die Mobile nicht mit Frischwasser auffüllen, das läuft nur alle 2 Tage in den Vororten und heute gar nicht. Unser Weg führt auf teils üblen Straßen zum Simeons-Kloster. In herrlicher Lage liegt die Ruine auf einem Berg mit phantastischer Aussicht. Das Bauwerk beeindruckt uns sehr. Hier hat Simeon über 40 Jahre auf seiner Säule in 19 Meter Höhe Ruhe vor den Pilgern gesucht. Weiter geht es über die Grenze in die Türkei. Die Abwicklung verläuft flott und zügig – so macht es schon fast Spaß. Am frühen Nachmittag treffen wir in Gaziantep ein. Zu unserem großen Erstaunen finden wir neben dem Busbahnhof Platz auf dem Parkplatz von real und Praktiker. 162 km.

Samstag, 7. März: Wir besichtigen die Innenstadt von Gaziantep. Sie ist voller Leben und hat eine eigene, reizvolle Atmosphäre. Fußkrank fahren wir durch abenteuerliche Strassen und Gassen zurück zu den Mobilen. Von hier fahren wir weiter. Unser Ziel heißt Adana. Adana, das heißt endlich wärmere Temperaturen. Gaziantep liegt auf 870 Meter über n. N. und Adana auf 23 Metern. Die Temperatur geht sofort auf über 20 Grad, und selbst die Nachttemperatur geht nicht unter 19 Grad Celsius. Wir stehen wieder bei dem Einkaufs-Zentrum hinter der Sabanci-Moschee. Es ist Wochenende und in der Grünanlage herrscht reges Treiben. Leider ist das für die Cukorova, so heißt die hiesige Gegend, typische Wetter angesagt – trüb, dunstig und drückend. 223 km.

Sonntag, 8. März: Stadtbummel durch Adana – trübes Wetter – Temperatur über 20 Grad Celsius.

Montag, 9. März: Wir fahren weiter gen Westen, denn jetzt soll nach dem kulturellen „Stress“ die Relaxphase kommen, d. h. wir suchen Sonne, Strand und Meer. Nach dem verstopften Dieselfilter in Jordanien will ich noch einmal den Vorfilter wechseln lassen. Die erste LKW-Werkstatt (Mercedes und MAN) verlassen wir fast fluchtartig. Die Fachkompetenz der Werkstattleute ist genauso beängstigend wie der Dreck. Das wichtigste Werkzeug scheint hier der Hammer zu seien. Dafür ist die Mercedes-Werkstatt ca. 12 km östlich von Tarsus der Himmel auf Erden. Hier könnten wir vom Fußboden essen – sauber und kompetent. Kostenlos werden Filter gewechselt bzw. gereinigt und genauso werden die Mobile kostenlos gewaschen. Diese Mercedesgruppe war im letzten Jahr weltweit auf der Zufriedenheitsskala der Kunden die Nummer 1. Nach einem Kaffee und nettem Abschied durch die Meister fahren wir weiter. In Erdemli machen wir bei herrlichem Sonnenschein in dem Grillpark direkt am Meer Station. 121 km.

Dienstag, 10. März – Donnerstag, 12. März: Bei herrlichem Sonnenschein ist mal wieder ein Kessel Buntes fällig. Wenn wir nicht waschen, spülen und wringen, dann relaxen wir und genießen die Ruhe.

Freitag, 13. März: Dass heute Freitag der 13. ist, können wir gleich nach dem Frühstück riechen. Hinter unseren Mobilen führt ein Flüsschen ins Meer. Leider fliest heute nicht nur klares Wasser aus den Bergen darin. Dominierend ist heute eine übel riechende, trübe Flüssigkeit, die den Bach zur Kloake verwandelt. Wir ergreifen die Flucht. Unsere neue Station ist heute Kizkalesi. Hier stehen wir wieder auf dem Cpl. Mocamp direkt am Wasser. Die Sonne meint es sehr gut mit uns, nur leider trübt die Freude ein kühler Wind. Hier wollen wir die nächsten Tage verweilen. 21 km.

Mittwoch, 18. März: Es geht weiter, aber nicht zu weit. Nachdem wir eine Zeit gefaulenzt haben, fahren wir heute in die schöne Bucht von Narlikuyu. Hier stehen wir in einem wunderbaren Naturhafen. Unter uns haben die vielen kleinen Fischerbötchen festgemacht. Wir sitzen in der Sonne und genießen das tolle Panorama. Der ständige Wind verlangt aber nach einer wärmenden Bekleidung. 24 km.

Dienstag, 24. März: Nach 5 schönen und dem letzten verregneten Tag brechen wir heute auf. Es geht weiter westwärts. 4 km westlich von Tasucu fahren wir auf den Campingplatz Akcakil, der in einer wunderbaren Bucht liegt. Wir stehen direkt am weißen Sandstrand mit 100er Körnung und dem herrlich blauen Meer. Es stellt sich absolutes Karibik-Feeling ein. Der Platz ist sehr gepflegt und verfügt sogar über eine Waschmaschine, was bei den Frauen wahre Begeisterungsstürme auslöst – bei mir auch, denn Spülen und Wringen entfällt. 51 km.

Mittwoch und Donnerstag – viel Sonne, viel Wind. Donnerstagabends setzt reichlich Regen ein. Ab Freitagabend Sturm bis Sonntag früh.

Sonntag, 29. März: Bei herrlichem Sonnenschein aber immer noch heftigem Wind starten wir nach Ovacik. In „unserer“ Bucht steht ein Mobil aus München. Nach ausgiebigem Erfahrungsaustausch fahren diese weiter ostwärts. Peter Hoffmann, ein Berliner Urgestein, hat hier seit vielen Jahren ein Haus. Er besucht uns mit seiner MZ und unterhält uns die nächste Stunde. Der Wind lässt nach, so dass wir herrlich in der Sonne sitzen können. Abends gibt es Lamm-Tajine mit Pflaumen und Mandeln. 45 km.

Dienstag, 31. März: Nach zwei Tagen mit herrlichem Wetter fahren wir weiter. Mehrere Baustellen an der Küstenstrasse halten auf. Die herrliche Strecke – kurvenreich, schmal und mit heftigen Steigungen und Gefällen, aber landschaftlich traumhaft schön - soll zukünftig vierspurig ausgebaut werden. Dann geht es sicher viel schneller voran, aber die Schönheit der Landschaft werden viele nicht mehr erfassen können. Wir machen in Boziazi, östlich von Anamur Station. Hier besuchen wir Mobil-Bekannte, die wir letztes Jahr in Ungarn kennen gelernt haben. Sie haben hier ein Haus in einer „Sitesi“ = Ferienhaussiedlung. Unsere Mobile stehen neben dieser Anlage fast direkt am Meer. Wir sollen hier herrlich schlafen. 75 km.

Mittwoch, 1. April: Nach dem Frühstück verabschieden wir uns und fahren weiter gen Westen. Am Ortsausgang besichtigen wir noch den Campingplatz „Pullu“. Wir merken ihn für die nächste Türkeifahrt vor. Hier können wir in einer herrlichen Bucht stehen. Der Platz hat alles, sogar eine Waschmaschine, macht einen ordentlichen Eindruck und kostet nur ca. 5,-- €. Auf der Weiterfahrt besichtigen wir Anamurium, eine alte phönizische Stadt westlich von Anamur. Unser heutiges Tagesziel heißt Gazipasa. Wir machen in der östlichen Bucht Station. 110 km.

Freitag, 3. April: Heute ist in Gazipasa Wochenmarkt. Wir decken unseren Bedarf für die nächsten Tage. Unsere Weiterfahrt soll uns nach Alanya führen. Vor Alanya finden wir keinen Stellplatz für die Mobile. Nachdem wir bei der Durchfahrt von diesem Touristenmoloch genug gesehen haben, ist unser Bedarf mehr als gedeckt. Nur weg! Unser neues Ziel soll Side sein. Ca. 20 km vorher fahren wir wegen des bevorstehenden Wochenendes und eines zu erwartenden Touristenansturms lieber in Kizilot den Campingplatz an. In Europa beginnen die Osterferien und hier wird überall der erste große Ansturm der Saison erwartet. Daher verfahren wir nach dem Motto: Rette sich wer kann! 100 km.

Montag, 6. April: Heute herrscht trübes und regnerisches Wetter. Wir fahren nach Side der nächsten Touristenhochburg entgegen. Unsere erste Stellplatzsuche endet bei strömendem Regen vor der Gendarmastation. Der Untergrund ist sandig und sehr uneben. Daher fahren wir zum Otogar (Busbahnhof). Hier können wir am Randbereich ruhig und eben auf befestigtem Boden stehen. 26 km.

Dienstag, 7. April: Bei trüben Wetter fahren wir weiter nach Lara. Unterwegs machen wir an einem großen Wochenmarkt Zwischenstation. Voll bepackt geht es weiter. Wir brauchen zwar nie etwas, kommen aber zu den Mobilen immer in gebückter Haltung zurück. In Lara finden wir wieder vor dem Polizei-Erholungsheim unseren ruhigen und absolut sicheren Platz. Als wir hier ankommen, finden gerade große Feierlichkeiten statt. Vermutlich wird der Start in die neue Saison gefeiert. Die uns umgebenden Mimosenbüsche und -bäume stehen in voller Blüte. Der Frühling lässt grüßen. 82 km.

Karfreitag, 10. April: Nach dem Besuch des Wochenmarktes fahren wir weiter nach Camyuva. Hier füllen wir erst an der Moschee unsere Wasservorräte auf und kaufen noch schnell Brot ein. Anschließend fahren wir in „unsere Bucht“. Wie schon vor zwei Jahren steht auch heute wieder die Zufahrt unter Wasser. Das schreckt uns aber nicht. Bei herrlichstem Sonnenschein stellen wir uns direkt am Wasser auf. Wir genießen die Sonne. 81 km.

Ostersamstag, 11. April: Die ruhige Nacht findet um 6.00 Uhr ein jähes Ende. Auto um Auto mit Boots-Trailern fahren neben uns auf und lassen ihre Boote zu Wasser. Mehr als 20 Trailer stehen später in der Bucht. Ein Club aus Fenike veranstaltet einen Angelwettbewerb. Manfred und ich fahren mit den Rollern zur benachbarten Ausgrabungsstätte Phaselis und die Frauen halten Putz- und Flickstunde. Zum Abend hin kommen die Boote wieder zurück und die Prozedur findet in anderer Reihenfolge wieder statt. Nach 19.00 Uhr kehrt wieder Ruhe ein.

Ostersonntag, 12. April: Um 6.00 Uhr rücken wieder die Freizeitfischer, verbunden mit der entsprechenden Geräuschkulisse, ein. Die Bucht wird bei herrlichem Wetter von vielen Wochenendurlaubern besucht. Das letzte Boot wird gegen 20.00 Uhr aus dem Wasser gezogen. Ruhe!

Ostermontag, 13. April: Heute kommen nur 2 Freizeitfischer. Wetter super – Ruhe.

Mittwoch, 15. April: Um 8.00 Uhr brechen wir auf. An der Moschee nehmen wir Wasser auf, dann geht es weiter nach Kemer, um einige Einkäufe zu tätigen. Anschließend geht es wieder gen Westen. In Camyuva auf dem Wochenmarkt kaufen wir noch frisches Obst und Gemüse. Die Vorräte sind für die nächsten Tage aufgefüllt und die Kühlschränke bersten. Wir steuern unser heutiges Ziel Cirali an. Gestern haben wir diesen Ort bereits mit den Rollern erkundet. Von der Küstenstraße 400 geht es noch 10 km auf schmaler und kurviger Straße durch tiefe Täler weiter. Die Landschaft ist atemberaubend. In Cirali stehen wir vor einem herrlichen Strand unter riesigen Pinien. Zwei weitere Mobile aus München und Lüdenscheid stehen hier bereits. Wir befinden uns in einem riesigen Naturschutzgebiet. Die wenigen Häuser sind höchstens 2-etagig. Hier wollen wir einige Tage verbleiben. 61 km.

Zu Reinhard und Erika aus Schalksmühle gesellen sich Inge und Herrmann aus Homburg/Saar, mit denen wir hier schöne und angenehme Tage verbringen. Erkan, ein junger Türke, möchte uns gerne ein Haus oder ein Wildschwein verkaufen. Wir entscheiden uns nach 2 Besichtigungen lieber für eine Keule von dem Wildschwein, die wir am letzten Abend mariniert und als Schnitzel grillen.

Freitag, 24. April: Nachdem wir uns von unseren neuen Freunden verabschiedet haben, fahren wir nach Kumluca auf einen riesigen Wochenmarkt. Wir decken unseren Bedarf für die nächsten Tage und fahren weiter nach Kas. Hier machen wir im westlichen Hafen Station. Einige Schiffe haben noch nicht ihr Winterquartier auf dem „Trockendock“ verlassen. Eifrig wird noch an den Anstrichen für die neue Saison gearbeitet. 129 km.

Montag, 27. April: Das Wochenende hatte schönes Wetter für uns gehabt. Heute geht es weiter nach Katranci. Diese schöne Bucht wird leider immer mehr Dauercampingplatz für türkische Wohnwagen. Daher bekommen wir keinen Platz mehr am Wasser, sondern stehen weiter hinten unter den hohen Kiefern. Riesige Schildkröten besuchen uns immer wieder an unseren Mobilen.117 km.

Mittwoch, 29. April: In unserer schönen aber kleinen Bucht fallen die Nachttemperaturen wieder tiefer ab, da die Sonneneinstrahlung am Tage kürzer ist. Nach dem Frühstück stehen Inge und Manfred vor unserem Mobil und bringen Gaby ein Geburttagsständchen. Das Wetter ist heute sehr wechselhaft. Abends regnet es etwas.

Donnerstag, 30. April: Weiter geht es westwärts. Wir wollen die Gökava-Bucht erkunden. Nachdem wir die Küstenstrasse verlassen haben, wird die Strasse sofort schmaler. Nach Akyaka geht es auf der herrlichen Küstenstrasse direkt links am Wasser und rechts an den steil aufragenden Bergen entlang. Die Landschaft ist wie aus dem Bilderbuch. Leider sind die Zufahrten zu möglichen Stellplätzen am Wasser zu stark für unsere Fahrzeuge ausgewaschen. In Akbük, einem kleinen Ort am Ende einer Strasse in einer wunderschönen kleineren Bucht, stehen wir direkt am Wasser. Uns trennt nur ein 5 m breiter Kiesstrand. 117 km.

Samstag, 2. Mai: Unsere nächste Station heißt Ören/Gökova-Bucht. Der Weg ist ausgesprochen beschwerlich. An manchen Stellen überwiegen die Schlaglöcher eindeutig über den Asphalt. Dafür entschädigt uns die herrliche Bucht von Ören. Malerisch zieht sich der Ort mit seinem kleinen Hafen um die Bucht herum. Wir werden auch gleich von zwei Türken angesprochen, die sowohl hier als auch in Deutschland leben. 26 km.

Montag, 4. Mai: Nach dem schönen Wetter der vergangenen Tage hat es sich heute eingetrübt. Nach dem Mittagessen brechen wir auf nach Milas. Die Straße führt an riesigen Abräumhalden der hiesigen Kohlebergwerke vorbei. In Milas finden wir mit Mühe und Not einen Platz für die Mobile. Wir bummeln durch die Stadt die für ihren Altstadtkern bekannt ist. Hier gibt es noch eine Menge von Kleinhandwerkern, die ihre Waren anbieten. Zum Abend hin fängt es an zu regnen. 53 km.

Dienstag, 5. Mai: Es hat die ganze Nacht geregnet. Eigentlich wollten wir heute den Wochenmarkt besuchen, doch bei dem Wetter fahren wir lieber weiter. Wir geben unser Ziel am Bafa-See auf und fahren bis Yenifoca. Unterwegs bessert sich das Wetter leicht – es regnet nicht mehr und gelegentlich lugt sogar die Sonne hervor. In Yenifoca suchen wir nach dem Schlachterladen, wo wir vor 2 Jahren die Ziegenkeulen gekauft haben – leider vergeblich. Es herrscht reichlich Wind, so dass wir nach kurzem Bummel durch den Ort wieder in die Mobile steigen. 251 km.

Mittwoch, 6. Mai: Nach einem leckeren Mittagsmenue in einem Hafenrestaurant fahren wir weiter. Kurz vorher stellen wir fest, dass unser Dieseltank tropft. Ich hatte gestern in einer „Mercedes-Fachwerkstatt“ meinen Dieselvorfilter noch einmal reinigen lassen. Um das Filtergehäuse zu entlüften, hatten die „Fachleute“ etwas Diesel aus dem Tank mittels der Ablass-Schraube entnommen. Nun tropft sie, obwohl sie absolut fest angezogen ist. Wahrscheinlich wurde die Dichtung verwirkt. Der Einsatz kostete aber nichts. Auf unserer Weiterfahrt halten wir an einer Ford-LKW-Werkstatt. Hier wird uns unkompliziert geholfen. Die Ablassschraube wird entfernt. De 180 Liter Diesel im Dank werden mit einem Finger im Ablassstopfen gehalten und eine neue Schraube wird mit Teflondichtung eingesetzt – und hält! Und das alles kostenlos! Eine Schachtel Marlboro und eine Dose kaltes Efes-Bier erfreuen den Monteur mächtig. Unsere heutige Übernachtungsmöglichkeit ist in Dikili. Wir stehen auf einem Gelände am Strand, wo vor zwei Jahren noch einige alte Gebäude standen und wo scheinbar eine neue Grünfläche angelegt werden soll. 82 km.

Donnerstag, 7. Mai: Nach einer ruhigen Nacht starten wir. Nach gnadenlos schlechten Strassen erreichen wir kurz vor Edremit Ören. Wir stehen wieder am Hafenbecken und genießen den Sonnenschein. Hier lernen wir Klaus kennen, der bereits seit zwölf Jahren hier lebt. Er hat ein Holzschiff von 12 Metern im Hafen liegen und lädt uns für morgen zu einer Ausfahrt ein. Abends essen wir mal wieder „marokkanisch“ – es gibt leckere Lamm-Tajine mit grünen Bohnen. 67 km.

Freitag, 8. Mai: Bei herrlichem Wetter stechen wir mit unserem Kapitän Klaus in See und erkunden die Bucht von Edremit. Abends gibt es eine Fischpfanne.

Samstag, 9. Mai: Unser heutiger Abschnitt führt uns über weiterhin schlechte Straßen nach Gelibolu. Die Fährpassage über die Dardanellen von Lapseki nach Gelibolu, d. h. von Asien nach Europa, verläuft bei ruhigem Wasser und herrlichem Wetter wie immer problemlos. Der alte Dolmusparkplatz ist trocken und eben und somit als Stellplatz wieder für uns nutzbar. Die unmittelbare Hafennähe beeinflusst allerdings die Nachtruhe recht geräuschvoll. 194 km.

Sonntag, 10. Mai: Kurz vor 9.00 Uhr drehen wir die Zündschlüssel. Die schöne Zeit in der Türkei geht zu Ende. Kurz nach 10.00 Uhr stehen wir an der türkisch/griechischen Grenze. Die Abwicklung erfolgt wie immer mit kleinen Problemchen, die aber nicht weiter in das Gewicht fallen. Inzwischen steigt die Temperatur und überschreitet die 30 Gradmarke. Die vergangenen Lücken der griechischen Autobahn sind geschlossen, so dass wir zügig voran kommen. Wie bereits 2002 fahren wir Vergina an. Wir treffen um 17.30 Uhr hier ein und besuchen noch das Museum und die Grabstelle von Phillip II. Wir essen zum Abend die letzte Portion Wildschweingulasch (Gruß an Erkan) und übernachten auf dem hiesigen Parkplatz. 535 km.

Montag, 11. Mai: Nach ruhiger Nacht (morgens bellte ein Hund ausdauernd) starten wir. Die Autobahn bis Igoumenitsa ist leider noch immer nicht komplett fertig, so dass weiterhin anstrengende Serpentinenstrecken durch das Gebirge bewältigt werden müssen. Die Aussichten und die Natur entschädigen aber voll und ganz. Auf den fertig gestellten Abschnitten durchfahren wir etwa 20 Tunnel. Gegen 13.00 Uhr treffen wir in Igoumenitsa ein. Im Fährbüro reservieren wir unsere Passage nach Ancona für Freitag 20.00 Uhr. Anschließend füllen wir bei Lidl einige Vorräte auf und fahren in „Unsere Bucht“ nach Sagiada. Ein Paar aus der Schweiz im grünen Bulli steht hier bereits – sonst ist alles beim alten. Unser Leo muckelt seit 2 Tagen, nach dem Ausschalten des Motors kann ich den Zündschlüssel nicht abziehen und somit den Motor nicht neu starten. Nach einer gewissen Bedenkzeit funktioniert es dann aber wieder. Morgen will ich eine Werkstatt aufsuchen. 305 km.

Dienstag, 12. Mai: Ich fahre in Igoumenitsa eine LKW-Werkstatt und einen Autoelektriker an. Bei beiden tritt der bekannte Vorführeffekt ein – der Fehler zeigt sich nicht! Dafür ist er bei der Rückkehr in der Bucht wieder da. Wir lassen es darauf beruhen und hoffen, dass es auf der Rückreise nicht zu ernsteren Problemen kommt. 49 km.

Freitag, 15. Mai: Die vergangenen Tage haben wir herrliches Wetter gehabt. Heute bezieht es sich leicht und es wird zusehends schwüler. Trotzdem genießen wir den Tag noch einmal. Zum letzten Mal gehen wir baden. Nach 16.00 Uhr starten wir. Wir fahren noch einmal eine Tankstelle an, um den griechischen Preisvorteil beim Diesel zu nutzen (-,949 €). Etwas Reiseproviant muss auch noch beim Lidl eingekauft werden. Um 18.00 Uhr holen wir unsere Bordkarten im Fährbüro ab und 2 Stunden später sind wir an Bord und legen pünktlich in Igoumenitsa ab. 28 km.

Samstag, 16. Mai: Die Nacht verläuft ruhig. Trotzdem bin ich früh wach und gehe schon um 4.30 Uhr zum Duschen, die hier an Bord sehr sauber sind. Die eine Stunde Zeitumstellung lässt uns halt früh wach sein. Um 11.15 Uhr fahren wir von der Fähre. Nachdem wir die Stadt durchquert haben, geht es auf die Autobahn. Unser Übernachtungsziel ist Avio, wo wir schon auf der Hinfahrt genächtigt haben. Ca. 50 km vor der Autobahnausfahrt fallen im Leo alle Elektroinstrumente, Scheinwerfer, Blinker, Hupe usw. aus. Der Selbstzünder-Dieselmotor hält aber durch bis Avio. Der Ruf über den ADAC nach einem Pannendienst verläuft mal wieder im Chaos. Hier herrscht im Ausland deutsches Beamtentum vor. Wir sind in einem „Callcenter“ miserabelst aufgehoben. Unser Ruf über den Schutzbrief bei der Funkgruppe führt nach einer halben Stunde zum Erfolg. Ein Pannendienst aus dem Nachbarort erscheint und diagnostiziert den Ausfall der Lichtmaschine und daher eine „herunter gekommene“ Batterie. Er gibt mit Starthilfe, und wir fahren zur Werkstatt in Sabbionara in1 km Entfernung. Hier müssen wir leider bis Montag warten. 378 km.

Sonntag, 17. Mai: Inge und Manfred fahren voraus. Sie haben einen Termin bei ihrem Fahrzeughersteller in Deutschland.

Montag, 18. Mai: Gleich um 8.00 Uhr wird unsere Lima ausgebaut und noch einmal durchgecheckt – Totalschaden. Eine Austauschlima kann um 16.00 Uhr hier sein und eine neue erst am nächsten Tag. Wir wollen auf jeden Fall am Dienstag zu hause sein, darum entscheide ich mich für die Austauschlima, die auch pünktlich angeliefert wird. Nach der Montage gibt es noch Masseprobleme. Doch auch diese lassen sich lösen, so dass wir um 19.00 Uhr vom Hof fahren. Wegen der fortgeschrittenen Zeit fahren wir über den Brenner. Gegen 21.00 Uhr machen wir auf dem Brenner-Stellplatz Station für die kommende Nacht. 167 km.

Dienstag, 19. Mai: Morgenstund hat Gold im Mund – daher starten wir um 6.00 Uhr. In den Alpen liegen zum Teil noch Morgennebel. Trotzdem kommen wir den ganzen Tag gut voran und erreichen ohne Stau am frühen Abend wieder den heimatlichen Hafen. Ein wunderschöner Urlaub ist nach 4 Monaten und 3 Tagen zu Ende gegangen. Wir haben sehr viel gesehen und viele neue Eindrücke gewonnen, von denen wir noch lange zehren können. 819 km.

 

Gesamtkilometer: 16.074 km