Marokko 2010

 

14. Januar – 8. April

 

Donnerstag, 14. Januar: Wir haben die Nacht vor dem Haus unserer Kinder geschlafen. Maike feierte gestern ihren 6. Geburtstag. Der Start für unsere Marokkotour war mit vielen Hindernissen gepflastert. Erst hatten wir mit den späten Folgen der Marderattacke am Mobil zu tun. Dann machte uns der ungewöhnliche Schneereichtum dieses Winters sehr zu schaffen. Wegen der hohen Schneewälle an den Straßenrändern konnten wir das Mobil nicht vor das Haus holen, so dass wir alles Gepäck mühsam mit dem PKW in die Scheune zum Wagen fahren mussten. Aber auch hier mussten erst 20 Meter Spur durch hohen Schnee bis zur Straße frei gegraben werden. Die Nachrichten und Verkehrsmeldungen heute früh bauen uns auch nicht auf. In den Landkreisen Wolfenbüttel und Peine fallen heute die Unterrichte an den Schulen aus, und mit Eisregen müssen wir auch noch rechnen. Der Entschluss dennoch zu fahren, fällt uns nicht ganz leicht. Die Hauptstraßen sind aber Gott (welchem) sei Dank frei, und so kommen wir gut durch. Unsere Station heißt Gröningen/Pforzheim. Hier haben wir einen Termin bei unserem Sat-Anlagen-Hersteller, da die Antenne nicht ordentlich funktioniert. 508 km.

Freitag, 15. Januar: Die Reparatur zieht sich bis in die Mittagsstunden hin. Der kostenlose Frühstücksbrötchen-Service von ten haaft ist erwähnenswert – die Brötchen nicht. Die Reparatur ist diesmal hoffentlich von Erfolg gekrönt, im November war sie es leider nicht. Für eine große Weiterfahrt ist es zu spät. Daher fahren wir nur noch bis Rheinmünster. Wir übernachten vor dem Campingplatz, weil wir hier morgen früh um 8.00 Uhr noch einmal unsere Gasflasche tauschen können, um mit vollen Flaschen dann endlich auf die Reise gehen zu können. 104 km.

Freitag, 15. Januar: Die Reparatur zieht sich bis in die Mittagsstunden hin. Der kostenlose Frühstücksbrötchen-Service von ten haaft ist erwähnenswert – die Brötchen nicht. Die Reparatur ist diesmal hoffentlich von Erfolg gekrönt, im November war sie es leider nicht. Für eine große Weiterfahrt ist es zu spät. Daher fahren wir nur noch bis Rheinmünster. Wir übernachten vor dem Campingplatz, weil wir hier morgen früh um 8.00 Uhr noch einmal unsere Gasflasche tauschen können, um mit vollen Flaschen dann endlich auf die Reise gehen zu können. 104 km.

 

Samstag, 16. Januar: Die Gasflasche ist getauscht, jetzt geht es endlich los. Nur noch kurz getankt und dann fahren wir nach Frankreich ein. Nach Nancy sehen wir endlich nicht mehr weiß. Wir können Schnee nicht mehr sehen. Die französischen Straßen befinden sich auch nicht mehr im besten Zustand – manchmal wird das Ausweichen vor den Schlaglöchern nervig. In La Charite, ca. 60 km vor Bourges, übernachten wir nach 555 km.

 

Sonntag, 17. Januar: Bevor es weiter geht, wollen wir noch tanken. Doch in Frankreich gibt es am Wochenende nur Automatentankstellen. Die EU regelt bekanntlich fast alles. Die Einheitlichkeit von Kredit- und EC-Karten wurde bisher aber wohl vergessen. Unsere 4 Karten werden allesamt von den Automaten nicht akzeptiert. In Bourges an einer Tankstelle finden wir schließlich einen netten Franzosen (Mobilfahrer) der uns gegen Bares auf seiner Karte tanken lässt. Hier noch einmal – vielen Dank! Bei ruhigem Sonntagsverkehr geht es weiter über Bordeaux bis Biarritz. Schon lange vorher sind entlang der Autobahn die Nadelwälder total kaputt. Die Kokons der Prozessionsraupen hängen überall in den Kiefern und Pinien. Die Raupen saugen allen Saft aus den Bäumen. Die Bäume werden braun und gehen ein. Welch Wunder, der Stellplatz ist nur zu 1/3 belegt. Wir haben es schon ganz anders erlebt. 670 km.

 

Montag, 18. Januar: Auch wenn es noch dunkel ist, um 8.00 Uhr drehen wir den Zündschlüssel. Über San Sebastian, Burgos und Valladolid geht es heute bis Salamanca. Die Straßen sind gut – bis auf ca. 70 km vor Burgos. Diese 70 km müssen durch das Zielgebiet der spanischen Artillerie führen – die Schlaglöcher können nur Bombentrichter sein. Außerdem herrscht teils dichter Nebel. 524 km.

Dienstag, 19. Januar: Heute geht es auf guter Strecke noch einmal durch die nebligen Berge. Ab Sevilla kommt die Sonne durch. In den folgenden Niederungen gibt es viele Störche. Nach 16.00 Uhr landen wir bei LIDL, östlich von Algeciras. Hier ist der Treffpunkt der Marokkofahrer und des günstigen Agenten (Carlos) für die Fährtickets. Heute hat er ein absolutes Schnäppchen. Für 150,-- € (in Worten einhundertfünfzig) gibt es die Überfahrt incl. der Rückfahrt für zwei Personen und einem WOMO, wie groß auch immer. Nach erfolgter Buchung und letztem Einkauf bei LIDL halten wir noch einen Umtrunk und Erfahrungsaustausch mit einem HH-Pärchen. 659 km.

Mittwoch, 20. Januar: Der Wecker klingelt früh, denn um 6.45 Uhr starten wir zum Hafen von Algeciras. Alles geht südlich behäbig von statten. Trotzdem sind wir irgendwann verladen, und die Schnellfähre lässt mit ihren Turbinen das Wasser fast bis zum Kochen aufwirbeln. Wenn man in Tanger die Einreiseformalitäten nur annähernd so funktionieren würden. Hier ist unendliche Geduld gefordert. Unendlich viele Menschen sind um uns bemüht. Und jeder fühlt sich auch unendlich wichtig. Daher dauert es auch unendlich lange. Doch irgendwann geht auch diese Prozedur zu ende, und wir können einreisen. Die Autobahn gen Süden ist gut ausgebaut, so dass wir gut vorankommen. Ausgiebige Regenfälle haben entlang der Autobahn riesige Landflächen unter Wasser gestellt und große Seengebiete geschaffen. Doch auf der Umgehungsstrasse von Rabatt schlägt das Schicksal mal wieder zu. Einem der korrupten Polizisten ist unser Mobil zu groß. Wir müssen rechts ran (wie 2005 und 2006 auch). Nach langem Palaver habe ich mal wieder ein angebliches Haltezeichen des Beamten nicht befolgt. Ich soll 400 Dirham berappen. Aber 200 reichen nachher auch – allerdings ohne Beleg, da das Geld wohl zur Aufbesserung für das eigene Budget bestimmt ist. Dieses Verfahren ärgert uns maßlos – aber es beschleunigt das Vorankommen. Schließlich wollen wir vor Einbruch der Dunkelheit El Jadida erreichen. Wir schaffen es auch gerade so. Der Campingplatz ist zum Bersten voll, aber wir sind auch ziemlich geschafft. Maut für die Autobahn 193 DH entsprechend 18 €. 448 km.

Donnerstag, 21. Januar: Heute ist ein Ruhetag angesagt.

 

Freitag, 22. Januar: Um 8.00 Uhr geht es weiter gen Süden. In den Ortschaften herrscht reges Treiben – fast überall ist Markttag. Unterwegs kommen wir für eine halbe Stunde in dichten Nebel. Da die Marokkaner sehr sparsam und nur teilweise mit Fahrzeugbeleuchtungen umgehen, ist größte Vorsicht geboten. Eselskarren bzw. Pferdekarren und Zweiräder sind natürlich überhaupt nicht beleuchtet. Insgesamt kommen wir aber gut voran. Vor Targazoute gehen wir auf einen Campingplatz oberhalb der Straße mit einer tollen Aussicht über den Atlantik. Hier warten Inge und Manfred auf uns. Die Begrüßung fällt außerordentlich herzlich aus – schließlich haben wir uns lange nicht gesehen. Natürlich hat Inge für uns einen Begrüßungskuchen gebacken. Abends gibt es genauso natürlich eine leckere Lammtajine. Wir lernen hier Ingrid und Hans aus Münster kennen, mit denen Inge und Manfred einige Wochen miteinander verbracht haben. Der CP ist noch sehr neu und mit tollen Sanitäranlagen. Alles ist sehr sauber. Hier werden wir einige Tage verweilen. 410 km.

Mittwoch, 27. Januar: Nach kurzer Verabschiedung von Ingrid und Hans starten wir in südlicher Richtung. In Agadir erledigen wir einige Einkäufe. Nachdem die Vorräte aufgefüllt und T-Shirts eingekauft sind, gehen wir noch essen. Kuskus und Kameltajine stehen auf der heutigen Speisekarte. Wir wissen jetzt, dass ein Kamel auch Sehnen hat. Weiter geht der Weg Richtung Tiznit. Unser Ziel ist der CP Sidi Wassay Beach. Die Zufahrt von der Hauptstrasse führt über 18 km auf schmalen Verbindungsstrassen zwischen einigen Dörfern. Wir stehen direkt am Atlantikstrand. Der Platz ist neu und entsprechend auch in gutem Zustand. 198 km.

 

Sonntag, 31. Januar: Gleich nach dem Frühstück geht es bei kaltem ablandigem Wind runter an den Strand. Auf den beiden vorgelagerten Sandbänken wollen wir wie bereits gestern „Vongole-Muscheln“ im Sand suchen. Nach 2 ½ Stunden mühsamen Suchens haben wir ausreichend „Bückware“ gesammelt. Ca. 2 kg Muscheln ergeben nach dem Abkochen eine handvoll Muschelfleisch. Unser Abendessen Spaghetti-Vongole schmeckt vorzüglich. Mittags haben wir erstmals Schatten aufgesucht. Auch hier hatten wir 32 Grad. In der Nacht zu Montag gibt es ein heftiges Gewitter.

Sonntag, 7. Februar: Wir stehen immer noch auf dem CP Sidi Wassay Beach. Das Wetter ist schön, jedoch seit 3 Tagen ist es so diesig, dass wir über dem Atlantik kaum den Horizont sehen können. Am Donnerstag und Freitag waren wir in Tiznit. Gaby testet die Leistungsfähigkeit eines marokkanischen Dentisten. Wir sind zuversichtlich. Die nächste und hoffentlich auch letzte Behandlung findet morgen statt. Dann soll es endlich am Donnerstag weiter gehen, bevor wir hier noch Wurzeln schlagen.

 

Samstag, 13. Februar: Das mit den Wurzeln wird langsam wahrscheinlicher. Wir sind immer noch hier. Gabys Zahnbehandlung ist erfolgreich abgeschlossen. Dafür habe ich mir eine saftige Erkältung eingefangen, die sich aber im Abklingen befindet. Der Platz hier ist einfach zu schön. Wir haben aus dem Mobil heraus einen tollen Blick auf den Atlantik, die Sanitäranlagen sind stets sauber, es gibt Waschmaschinen für die Frauen und es kommt nur alle paar Tage mal ein fliegender Händler. Wir hatten zwischendurch zwei sehr windige Tage. Die Temperaturen sind etwas gefallen, und die Sonne ist auch etwas zurückhaltender geworden. Trotzdem der Count Down läuft – am Montag wollen wir endgültig aufbrechen.

Für Zahnarztbesuche 364 km.

Montag, 15. Februar: Gestern saßen wir abends zum Abschied noch mit Ingrid und Georg, unseren Nachbarn, sowie Inge und Manfred bei uns im Mobil zusammen und haben den letzten Moselwein genossen. Heute geht es endlich wieder „on Tour“. Nach einem kurzen Einkaufsstopp in Tiznit geht es weiter nach Sidi Ifni. Das Wetter wird zusehends feuchter, windiger und kühler. Starke Regenfälle haben zu Überschwemmungen und Unterspülungen geführt. Eine Hauptstrasse in Sidi Ifni steht unter Wasser und Schlamm und ist gesperrt. Manfred wollte uns hier anlässlich seines zurückliegenden 70. Geburtstages zu einem Essen im Restaurant Nomad einladen. Das Lokal ist heute jedoch wegen Überarbeitung des Eigentümers geschlossen. Wir werden auf morgen vertröstet. 146 km.

Dienstag, 16. Februar: Nach der Übernachtung auf dem Cpl. El Barco stellen wir um auf den großen Parkplatz im Zentrum. Böse Überraschung: das Lokal Nomad ist immer noch geschlossen. Wir weichen auf ein anderes Restaurant aus. Auch hier essen wir vorzüglich. Nach dem Essen brechen wir auf. Vor dem Ort Sid Bou al Feydal stehen einige Mobile auf einer Platte vor einem kleinen Hafen. Wir stellen uns für die nächste Nacht dazu. Es regnet und stürmt recht heftig. 45 km.

Mittwoch, 17. Februar: Der Regen lässt nicht nach. Der Cpl. In Aglou soll befestigt sein. Dahin wollen wir umsetzen. Der Platz ist furchtbar eng und mit tiefen Ausspülungsfurchen durchzogen. Wir fahren weiter nach Tiznit. Wir kaufen hier wieder ein und füllen unsere Vorräte auf. Hier entschließen wir, dass wir weiter bis zum Ocean Park fahren. Mittagspause machen wir in Agadir. Im Hafen essen wir bei einem der zahlreichen Fischstände einen Mix-Teller. Der Preis liegt unverändert bei nur 34 DH – lecker. Unterwegs sind wieder viele Überspülungen mit Schlamm und Geröll auf den Straßen. Der Ocean Park empfängt uns mit Sonnenschein. Das soll aber auch nur vorübergehend sein. Auch hier hat in den vergangen Tagen Regen und Sturm gewütet. Die Abbruchkante am Hang ist aufgeweicht und zeigt erste Risse. 157 km.

Donnerstag, 18. Februar: Die Nacht war sehr stürmisch und es hat heftig geregnet. Die Spitze erreicht uns morgens gegen 7.00 Uhr. Der Sturm will fast das Mobil umblasen und der Regen versetzt mit etwas Hagel prasselt auf das Mobil. Einige Findlinge, die die Abbruchkante absichern sollen, sind den Hang runtergerutscht. Zwei Mobil stellen sich weiter nach hinten auf dem Platz um. Am Montag, 22.02., bessert sich das Wetter – die Sonne zieht auf. Wir genießen Wetter, Platz, Einkäufe in Auria (Bananendorf) und Agadir. Informationen von Ingrid und Georg per SMS sagen: der Platz in Sidi Wassay ist seit Dienstag, 16. 02., nach heftigen Regenfällen nicht mehr erreichbar – sie sind ohne Wasser, Strom und Brot – der nahe gelegene Stausee musste abgelassen werden, so dass die Niederung vor dem CP in einen zusätzlichen Stausee verwandelt wurde – am Dienstag, 23. 02., der CP wird mit Unterstützung des marokkanischen Militärs evakuiert.Auch im Inland hat es weiter kräftig geregnet. Dort sind durch viele Überschwemmungen und Unterspülungen viele Stassen nicht passierbar. Eigentlich wollten wir auch weiter ins Land hinein fahren, das können wir aber wohl aufgeben.

Freitag, 26. Februar: Wir brechen unsere Zelte ab. Nach dem Frühstück geht es weiter. Unsere neue Station heißt Sidi Kaouki. Wir stehen hier auf einem kleinen CP mit wenigen Parzellen. 150 m vom Platz entfernt beginnt der breite Sandstrand. Unser Fladenbrot zum Frühstück wird morgens noch warm per Esel bis an die Mobiltür angeliefert. Das Wetter ist gemischt – mal Sonne und auch mal Regen. Wir fahren mit den Rollern entlang der Küstenstrasse durch eine wunderschöne Landschaft. 144 km.

Mittwoch, 3. März: Heute geht es weiter entlang der Küstenstrasse nach Essaouira. Auf einem Parkplatz an der Stadtmauer machen wir Station. Der Platz ist bewacht, und die Mobile stehen hier französisch, d. h. dicht auf Tuchfühlung. Der Nachbar kann mühelos dir das Salz durch das offene Fenster auf dein Frühstücksei streuen. Wir bummeln durch die malerische Altstadt. 26 km.

Donnerstag, 4. März: Wir fahren entlang der schönen Küstenstrasse weiter nordwärts. In Safi wird kurz bei Marjan eingekauft. Etwas weiter nördlich fahren wir in Lalla Fatma in eine Bucht. Hier übernachten wir. 143 km.

Freitag, 5. März: Unsere heutige Station heiß El Oualidia. Wir stehen vor dem feuchten und ungepflegten Campingplatz. Wir besuchen den Markt. Wenn die Sonne scheint, bummeln wir durch die schöne Lagune am Strand entlang. Hier geht es kulinarisch zu. Am Samstag essen wir hervorragend im Restaurant: Austern, Seeigel, Calamares, Seezunge satt, einen nicht näher bekannten gebratenen Fisch, Orangentarte und Blätterteiggebäck mit Frucht – bis kein Happen mehr geht. Sonntags liefert uns Ali, ein sehr gut deutsch sprechender Marokkaner, ein leckeres Kuskus an unsere Mobile. 53 km.

Montag, 8. März: In El Jadida gehen wir auf den Campingplatz. Da wir früh eintreffen, finden wir auch noch ein gutes Plätzchen. Das Wetter ist durchwachsen. Auch die Wetterberichte sind leider nicht viel versprechend. Da das Wetter auch für Portugal nicht besser aussieht, wollen wir hier einige Zeit aussitzen in der Hoffnung, dass in Portugal der Frühling jetzt schnell Einzug hält. Der Donnerstag ist total verregnet, so dass wir nicht einmal in die Stadt können. 82 km.

Montag, 15. März: Nach 2 Tagen voller Sonnenschein aber trotzdem mit kaltem Wind im Schatten geht es heute weiter. Über die Autobahn fahren wir nach Moulay Bousselham.

Bei der Umfahrung von Rabat ereilt es dieses Mal Manfred. Ein korrupter Polizist stellt wieder ominöse Behauptungen über ein Rotlichvergehen auf. Gegen eine Zahlung von 200 statt 400 Dirham ohne Beleg geht es dann aber weiter. Entlang der Strassen stehen die Felder unter Wasser. In Moulay B. verwöhnt uns die Sonne und ohne kalten Wind können wir abends auch mal wieder draußen sitzen. 324 km.

Dienstag, 16. März: Asilah heißt unser heutiges Ziel. Am Ende der Promenade gibt es einen Stellplatz, wo dicht bei dicht (französisch) gestanden wird. Dafür können wir direkt vom Mobil auf einen breiten Strand und den Atlantik schauen. Ein Stadtbummel geht natürlich nicht ohne Einkäufe über die Bühne. Unsere Frauen schlagen bei einem Babuschenhändler (marok. Schuhe) fürchterlich zu und erreichen so traumhafte Rabatte. 87 km.

Donnerstag, 18. März: Um 8.00 Uhr drehen wir die Zündschlüssel. Auf nach Tanger. Die Ausreise bei der polizeilichen Kontrolle geht zügig von statten – aber dann geht es zum Scanner. Alle Fahrzeuge außer PKW werden gescannt – und das dauert. Irgendwann haben wir aber auch das überstanden und stehen auf der Fähre. Nach ca. 2 Stunden sind wir in Algeciras. Unsere erste Station ist natürlich der Lidl, um unsere Vorräte wieder auf zu füllen. Im Hafen von Tarifa finden wir dann unsere nächste Übernachtungsstation. 87 km.

Freitag, 19. März: Da es keine direkte Küstenstrasse zwischen Spanien und Portugal gibt, bleibt uns nur der Weg über Sevilla. Direkt hinter der portugiesischen Grenze steuern wir Monte Gordo an. Hier können wir unsere Gasflaschen wieder auffüllen lassen. Bei der Füllstation bekommen wir auch einen Tipp für den nächsten Übernachtungsplatz. Am Hafen, am Grenzfluss zu Spanien, stehen auf einem für Mobile und Gespanne „verbotenen“ Gelände ca. 100 Reisemobile. Angeblich wird hier von Zeit zu Zeit durch die Polizei geräumt und ein Bußgeld von 60 € dabei kassiert. 201 km.

Samstag, 20. März: Bevor die Polizei eventuell noch auf dumme Gedanken kommt, starten wir lieber. Die neuen großen Verbotsschilder, die wir gestern bewundern konnten, gab es wohl im Sonderangebot. Überall an der Küste sind sie jetzt aufgestellt. Scheinbar werden die Verbote auch durchgesetzt, denn nirgendwo stehen Mobile. Erst in Quarteira werden wir wieder am Ortsrand geduldet. Es gibt einen Campingplatz und einen geduldeten Stellplatz, wo ca. 30 Mobile stehen. Hier wird ein zukünftiger Stellplatz für Mobile erstellt. 95 km.

Montag, 22. März: Nach 2 geruhsamen Tagen geht es weiter. In Sagres fahren wir natürlich zum Cabo St. Vicente, Europas südwestlichstem Zipfel. Auf hohen Klippen steht hier der Leuchtturm. In Sagres stehen wir auf einem geduldeten Platz mit herrlicher Aussicht auf Atlantik und Steilküste. 113 km.

Mittwoch, 24. März: Durch urige Landschaft mit Pinien, Korkeichen und Eukalyptusbäumen fahren wir entlang der Atlantikküste nordwärts. Ca. 8 km vor Sines machen wir auf einem Parkplatz direkt am Strand mit Sicht auf den Containerhafen Station. Nachts müssen wir uns wegen eines starken Sturmes so umstellen, dass uns der Wind nur noch von hinten trifft. Trotzdem werden wir weiterhin teils noch heftig durchgeschüttelt. 136 km.

Donnerstag, 25. März: Bei teils heftigem Regen geht es weiter gen Lissabon. Auf der Ponte 25 de April überqueren wir den Rio Tejo. Unter uns fährt die Eisenbahn auf dieser großen Hängebrücke. Nach einer kleinen Irrfahrt durch den dichten Verkehr am Fuße der Brücke erreichen wir Belem. Auf einem geduldeten Platz machen wir unter den Verbotsschildern für Caravans Station. In einem bekannten Cafe, dessen Räumlichkeiten sich inzwischen durch mehrere Häuser ziehen, genießen wir deren Spezialität – warmen Vanillepudding in Plunderschälchen ofenfrisch überbacken. Dazu gibt es köstliche heiße Schokolade. Den Erfolg dieses Cafes kann man bereits auf der Strasse sehen. Bereits hier stehen die Leute in einer Schlange an. Die Nacht verläuft nicht ganz so ruhig, der Straßenverkehr hält auch nachts an. 174 km.

Freitag, 26. März: Bedingt durch eine Baustelle wird die Fahrt zum Lissabonner Campingplatz zu einer Irrfahrt. Der Verkehr ist hoch, die Strassen sind eng, die Kurven manchmal noch enger und die Steigungen teils erheblich. Nach 18 km werden wir aber mit eine hervorragendem Campingplatz mit für eine Landeshauptstadt zivilen Preisen entschädigt. Wir fahren mit dem Bus in die Stadt, die wir mit den beiden Sightseeing-Buslinien erkunden. Am Samstag fahren wir per Taxi in das bekannte Ozeaneum, das 1998 mit der Expo eröffnet wurde. Unser 2stündiger Rundgang hat uns durch die Unterwasserwelt der Weltmeere geführt. Das Ozeaneum ist außerordentlich gut gemacht und absolut sehenswert. Als „alte Sporttaucher“ hat es uns sehr beeindruckt. Zurück in der City haben wir noch gebummelt, und dem bunten Treiben zugesehen. Natürlich sind wir auch mit einer der berühmten Straßenbahnen den steilen Berg hinauf zur Oberstadt gefahren. Recht fußkrank sind wir wieder bei den Mobilen angekommen. Eine Lammtajine mit Pflaumen und Nüssen hat uns unsere Lebensgeister zurück gebracht.

Sonntag, 28. März: Nach einem ruhigen Vormittag auf dem Campingplatz starten wir um 15.00 Uhr. Unser Ziel ist das Cabo da Roca, der westlichste Zipfel Europas. Am Sonntagnachmittag bei herrlichstem Wetter ist hier der Bär los. Wir genießen den Ausblick. Eigentlich wollten wir auf dem Parkplatz nächtigen, aber der Besucherandrang nimmt auch nach 2stündiger Wartezeit nicht im Geringsten ab. Frustriert fahren wir weiter. Kurz vor Ericeira spielen am Steilküstenrand ca. 10 Paraglider im Aufwind. Wir halten direkt auf dem Parkplatz bei diesem tollen Schauspiel. Von hier sehen wir in der darunter liegenden Bucht eine gute Möglichkeit zum Übernachten. 78 km.

Montag, 29. März: Nach ruhiger Nacht werden wir durch Windböen mit vereinzeltem Regen geweckt. Durch schöne Landschaften entlang der Küste fahren wir weiter nördlich nach Periche. Vor einer endlos langen Stadtmauer gibt es reichlich Parkplätze, auf denen auch einige Mobile stehen. Damit diese nicht so einsam sind, stellen wir uns einfach dazu. Wir bummeln durch die Altstadt, auch nicht ohne einiges mehr oder weniges Unnützliches zu kaufen. Hier endlich essen wir gegrillte Sardinen, die es scheinbar in fast jedem portugiesischen Lokal gibt. Die Portion ist reichlich und schmecken tun sie auch. Leider geben sie aber auch noch einige Stunden später immer wieder Pfötchen. 62 km.

Dienstag, 30. März: Nach einem regnerischen Vormittag folgt ein schöner Nachmittag. Unsere Fahrt führt uns nach Praia de Mira. Die Fahrt über die portugiesischen Straßen verursacht Kopfschmerzen wegen der vielen dick aufgetragenen, weißen Querstreifen an Ortseingängen, vor Zebrastreifen und Ampeln. Wir finden einen Parkplatz hinter den hohen Sanddünen, vor denen der Atlantik rauscht. 182 km.

Mittwoch, 31. März: Anfangs auf Landstrassen, später auf mautfreien Autobahnen führt uns unser Weg nach Nordosten. In Spanien geht es weiter auf der Autovia bis kurz hinter Valladolid. In Cabezon finden wir hinter dem Sportplatz eine Übernachtungsmöglichkeit, wo wir ruhig stehen. 492 km.

Donnerstag, 1. April: Im spanischen Hochland ist es noch sehr kalt. Darum nichts wie weg. Auf der Weiterfahrt fällt die Temperatur anfangs bis auf den Gefrierpunkt. Bei San Sebastian gehen wir über die Grenze nach Frankreich. Hier ist das Verkehrsaufkommen enorm. In Spanien ist Feiertag, so dass viele Spanier den grenznahen Verkehr zusätzlich belasten. Bis Bayonne gehen wir daher auf die mautpflichtige Autobahn, um dem fast ruhenden Verkehr zu entgehen. Wir wollen nach Vieux-Boucau, am Atlantik, und hier einen Stellplatz anfahren. Wir haben die Rechnung jedoch ohne den Osterverkehr gemacht. Die Stellplätze sind längst alle zum Bersten voll, so dass wir auf einen Cpl. ausweichen müssen. 440 km.

Freitag, 2. April: Unser heutiger Stellplatz ist in Oradour-sur-Glane (eine kleine Gemeinde mit einem großen Stellplatz mit V+E). Die Fahrt dort hin verläuft flott und zügig. 357 km.

Samstag, 3. April: Über Chateauroux und Auxerre geht unsere Fahrt über kleine Straßen durch viele nette Dörfer nach Geraudot bei Troyes. Wir stehen auf einem schönen Stellplatz am Lac de la Foret d’ Orient. Kalter Wind streicht über den See, so dass wir uns kaum draußen aufhalten können. 454 km.

Sonntag, 4. April: Zu unserer Überraschung kommt heute morgen ein Bäckerwagen auf den Platz. Das Baguette ist lecker, und die Croissants sind die besten, die wir je gegessen haben. So gut das Frühstück ist, so grausam kalt und windig ist das Wetter. Eigentlich wollten wir über Ostern bleiben. Aber nach kurzer Beratung drehen wir die Zündschlüssel. Nach einer kurzen Tankpause in Luxemburg steuern wir unseren beliebten Stellplatz Zellerhof in Mehring an. Bei Herbert gefällt es uns halt immer wieder. Der Platz ist voll, so dass wir auf einem nahen Parkplatz übernachten. 345 km.

Montag, 5. April: Am Vormittag stellen wir die Mobile auf den Stellplatz um. Die nächsten schönen Tage verbringen wir hier.

Donnerstag, 8. April: Heute trennen wir uns von Inge und Manfred. Den weiteren Weg nach hause fahren wir getrennt, da jeder bei dieser Gelegenheit noch einige Besuche bei Verwandten oder Freunden tätigt. Am Sonntag treffen wir wieder zu hause ein. 668 km.

 

Gesamtkilometer: 9.702 km.