Weihnachten 2011:

Schon im Sommer 2011 reiften bei mir Überlegungen, im nächsten Sommer mit einigen wenigen Freunden das Baltikum zu bereisen. Natürlich sollte unbedingt ein Abstecher nach St. Petersburg dazu gehören. Reiseberichte im Internet waren meistens von geführten Touren namhafter Veranstalter. Stellplätze wurden auf den Parkplätzen von großen Hotels angefahren.

Eine Nachfrage bei einem russischen Reisebüro führte zu keinem befriedigenden Ergebnis, denn ich wollte eine deutschsprachige Stadtführung mit buchen, die sich als viel zu teuer herausstellte. Bei weiterem Suchen im Internet nach einer Stellplatzmöglichkeit stieß ich auf einen italienischen Anbieter - SanPietroBurgo.it. Aber ein italienischer Anbieter in St. Petersburg – da konnte ich mir nicht vorstellen, dass das funktioniert.

Im August war ich am Rhein mit einem anderen Mobilfahrer ins Gespräch gekommen und habe mit ihm auch über meine Gedanken über die geplante Reise gesprochen. Sein Schwiegervater war bereits in St. Petersburg mit dem Mobil gewesen. Ich bat ihn um Informationen über dessen Reise. Im November kam es dann mit dem Schwiegervater zu einem Mail- und Telefonkontakt. Er hatte genau über dieses italienische Reisebüro den Stellplatz in St. Petersburg gebucht und einen guten Eindruck von diesen Leuten erhalten.

Sofort habe ich mir das Leistungsangebot noch einmal im Internet sehr genau angesehen. Hier habe ich dann auch die Reise von Lettland über Moskau, den Goldenen Ring nach St. Petersburg entdeckt. Das alles mit deutschsprachiger Reiseleitung angefangen von der Einreise nach Russland begleitet bis zur Ausreise nach Estland mit eigenen Stellplätzen auf der Tour. Ich war sofort begeistert – das ist es! Sofort hat uns das Fernweh gerufen – und wir haben ja gesagt, wir machen das.

Meine Begeisterung ging so weit, dass ich diese Tour in unserem Club, Reisemobilclub Braunschweig e. V., als Reise angeboten habe. Wir fahren jetzt nicht mehr mit einigen wenigen Freunden sondern mit einigen mehr – wir sind jetzt 13 Mobile – das kann nur eine Glückszahl sein. Für mich ist jetzt zwar der Planungsaufwand für den Bereich Baltikum deutlich größer geworden, dafür wird es eine schöne Reise mit vielen Freunden werden.

Im Februar 2012 habe ich in Spanien auf dem Stellplatz Los Ramos, nahe Murcia, tollen Internetzugang. Hier kann ich an unserer Tour arbeiten. Schließlich muß ich bei 13 Mobilen alle Stationen im Baltikum und auf der An- und Abreise genau planen und Übernachtungsstationen reservieren. Bis auf zwei Bestätigungen, die dann aber im März kommen, habe ich hier nach 11 Tagen alles zusammen. Parkplätze für Besichtigungen suche ich mir dann später zu hause über Google Earth heraus.

 

Mittwoch, 6. Juni: Alle Vorbereitungen sind längst abgeschlossen. Die Visa sind erteilt und alle haben ihre Unterlagen zusammen. Im letzten Mobil wurde auch noch eine CB-Funkanlage eingebaut. Einige von uns sind auch schon am Packen und das Reisefieber fiebert seinem Höhepunkt entgegen. Am Donnerstag, 14. Juni geht es endlich los. Leider mussten Herbert und Sabine ihre Teilnahme absagen, da Herbert ins Krankenhaus zur OP muß. Aber er hat schon gesagt, wenn er wieder fit ist, will er vielleicht bei der Ausreise aus Russland wieder zu uns stoßen. Wir wünschen ihm alles Gute und freuen uns auf das Wiedersehen.

So starten wir dann am Donnerstag der nächsten Woche in zwei Gruppen mit jeweils 6 Mobilen mit ca. 15 Minuten Abstand. In Gruppe 1 fahren Hörbi und Marianne, Gerhard und Monika, Bernd und Sabine, Lore, Martin und Karin und wir als Führungsfahrzeug. In Gruppe 2 fahren Erika O., Siggi und Erika P., Detlef und Barbara, Willi und Christel, Klaus und Traudel und Manfred und Hermi als Führungsfahrzeug.

Aber erst einmal fahren einige von uns noch mit dem Club am Wochenende nach Weilburg. Hier werden wir unter anderem die weltweit einzige dauerhafte Ausstellung der Terrakotta-Armee mit 300 Kriegern in Originalgröße besichtigen.

Reisebericht Baltikum – Russland

Туристическое сообщение Прибалтика - Россия

14. Juni – 27. Juli 2012

Mittwoch, 13. Juni: Wir fahren bereits heute auf unserem vereinbarten Abfahrtspunkt gegen 18.00 Uhr auf. Wir haben frisch ver- und entsorgt und aufgetankt. So können wir den morgigen Abfahrtsdruck etwas schmälern. Gegen 20.00 Uhr sind wir mit fünf Mobilen vertreten.

Donnerstag, 14. Juni: Um 8.00 Uhr sind alle pünktlich eingetroffen. Nach einer kurzen Begrüßung geht es gleich auf die Autobahn. Die 1. P.-Pause machen wir auf dem Rastplatz Wolfslake Ost am Berliner Ring nach ca. 200 km. Tank- und Mittagspause erfolgt gleich nach der polnischen Grenze nach knapp 400 km. Auf polnischer Seite stehen immer wieder Mauterhebungsbrücken über der Straße. Sind wir mautpflichtig oder nicht? Niemand weiß genaues – wahrscheinlich nicht. Wir fahren weiter und hoffen, dass es so ist. Nach 500 km merken Sabine und Bernd, dass der KFZ-Schein zu Hause liegen muss. Noch ist nicht alles zu spät – die beiden kehren um. Hoffentlich kann ihre Tochter ihnen mit dem Dokument entgegen fahren. Wir fahren weiter bis Sadki-Smielin. Hier ist unser vorgebuchter Stellplatz für die kommende Nacht. Seit der letzten Stunde hat uns Nieselregen begleitet, der auch hier nicht nachlässt. Der Stellplatz mit einem z. Z. nicht bewirtschafteten Landgasthof liegt fast direkt an der Straße. Wir hatten für uns alle Bigos, das polnische Nationalgericht, vorbestellt. Frau Banack, die Betreiberin, hat uns mit großen und sehr leckeren Portionen verwöhnt. Wir haben gleich wieder für unsere Rückfahrt bestellt. Abends meldet sich Sabine per Handy. Sie stehen bereits wieder an der polnischen Grenze und werden nachts noch bei uns eintreffen.

Freitag, 15. Juni: Sabine und Bernd sind da. Sie sind gegen 1.00 Uhr eingetroffen. Die Tochter ist ihnen bis nach Berlin entgegen gekommen. Der KFZ-Schein lag noch im Scanner für die letzten Kopien. Gegen 8.30 starten wir. Frau Banack fährt uns bis zum nächsten Ort voraus und führt uns bis zum LIDL-Parkplatz. Hier wollen wir unsere Getränkevorräte pfandfrei auffüllen. Alle wollen mit Karte bezahlen. Das ist für die Kassen Zuviel. Nach wenigen Zahlvorgängen stürzt das System ab und ist auch nicht mehr zu überreden. Wir verlieren viel Zeit und nur wenige können einkaufen. So dass wir später noch einmal einen Einkaufsstopp machen müssen. So brauchen wir für ca. 400 km dann auch bis 18.00 Uhr. Wir durchfahren herrliche Landschaften und landen schließlich auf dem Agrotouristik Camping in Orzysz-Klusy. Der Platz ist malerisch schön und mit viel Liebe mitten in der Natur angelegt. Hier müsste man länger bleiben können. Leider haben wir hier nur 2 Übernachtungen geplant.

Samstag, 16. Juni: Wir haben nach dem gestrigen Schlummertrunk alle tief und fest geschlafen. Um 9.00 Uhr bringen wir Hermi unser Ständchen zum Geburtstag. Das wird ein Tag heute. Die Sonne scheint von stahlblauem Himmel und wir starten sogleich mit dem ersten Schluck Geburtstagssekt. Mittags folgen Würstchen und Kartoffelsalat. Nach kurzer Mittagsruhe gibt es reichlich Kuchen. Das ist aber längst noch nicht alles. Gestern haben wir unsere Stellplatz-Betreiber, Heinz und Johanna, nach frischen Forellen gefragt. Heinz und Johanna werden von den Berlinern Wolfgang und Ilona, den guten Seelen des Platzes, unterstützt. Unsere Frage hat bei Ihnen große Betriebsamkeit ausgelöst. Tatsächlich bekommen wir heute 32 frische Riesenforellen. Klaus und Traudel legen sie sofort in einer Beize ein. Am Nachmittag wirft Klaus die beiden Räucheröfen an, so dass das Abendessen auch sicher gestellt ist. Man könnte denken, wir sind mit Kulinaria-Tours unterwegs.

Sonntag, 17. Juni: Nachts hat es leicht geregnet. Nach dem Frühstück und dem letzten Entsorgen verabschieden wir uns von den netten Gastgebern. Am 25. Juli kommen wir auf dem Rückweg wieder hierher. Von unterwegs wollen wir uns dann Räucheraale bestellen. Bei trockenem Wetter starten wir. Unser erstes Ziel ist das Wasserschloss von Trakai. Am Sonntag ist hier natürlich der Teufel los. Auf einem Busparkplatz stellen wir die Mobile ab und besichtigen das Wasserschloss von außen. Am Eingang steht natürlich ein Kassenhäuschen und wir konnten bis jetzt kein Geld wechseln. Nach einem Blick auf den Schlosshof und einem Rundgang um die kleine Insel starten wir zu unserem Stellplatz in Vilnius.

Abends stellt Herbert seinen Fernseher so in das Mobilfenster, dass wir davor im "Public Viewing" dem Fußballspiel der EM folgen können.

Montag, 18. Juni: Seit der Einreise in Litauen befinden wir uns in einer anderen Zeitzone. Das hat dem Einen oder Anderen das Aufstehen heute etwas schwerer gemacht. Unser Start zur Stadtbesichtigung um 9.00 Uhr Ortszeit entspricht halt 8.00 Uhr MEZ. Bernd, unser Banker, verwaltet den ersten kleinen Geldbetrag ausreichend für die Busfahrt in die Stadt. Zuerst testen wir die Trolleybusse von Vilnius. Die ersten drei Stationen führt Bernd uns in die verkehrte Richtung, dann steigen wir noch einmal um und es geht zur Altstadt. Unser erster Weg führt zum Geldwechsel in eine Bank. Wir durchstreifen die hübsche Innenstadt. Alles ist sehr sauber und aufgeräumt. Vom alten kommunistischen Mief ist nichts mehr zu finden. Wir besichtigen einige Kirchen sowohl christliche als auch orthodoxe. Prunk und Pracht scheinen keine Grenzen zu kennen. Sehr nüchtern hingegen ist die Kathedrale. Nach 6stündigem Fußmarsch bei strahlendem Sonnenschein und 28° C treten wir fußkrank den Rückzug an. Nach einigem Suchen finden wir mit Hilfe eines netten Litauers auch die richtige Busstation.

Dienstag, 19. Juni: Heute ist die Anreise an die russische Grenze geplant. Aber erst bringen wir Siggi unser Geburtstagsständchen. Im Anschluss geht es gleich auf die Piste. Nach ca. 170 km durch Landschaften ohne Ende und dem letzten Einkauf in einem Supermarkt erreichen wir Stelmuze. In diesem kleinen Dorf an der litauisch-lettischen Grenze steht eine kleine Holzkirche mitten im Wald. Sie ist ganz ohne Nägel gebaut. Leider ist sie verschlossen. Nebenan steht eine alte Eiche, die angeblich 1500 Jahre alt sein soll. Ihr Stammumfang misst 11 Meter. Auf unbefestigten Wegen geht es ca. 20 km lang hinein nach Lettland. Unser erstes Ziel ist die Basilika in Aglona. Hier finden jedes Jahr große Prozessionen statt mit Pilgern aus dem ganzen Baltikum. Zu diesem Zweck stehen hier allein über 30 Beichtstühle. Die Basilika mit ihren beiden großen Türmen steht in einer riesigen Parkanlage. Hier machen wir Mittagspause. Auf scheinbar endlosen Wegen geht es dann über Rezekne weiter nach Zilupes, dem Grenzort nach Russland. Auf dem Parkplatz gegenüber des Bahnhofs machen wir Station. Bei Würstchen und Kartoffelsalat und geistigen Getränke lassen wir Siggi hochleben. Bei den Getränken müssen wir uns sehr zurück halten. Morgen reisen wir nach Russland ein und hier herrscht ein Promillewert von 0,0.

Mittwoch, 20. Juni: Um 6.00 Uhr soll unsere Reisebegleitung mit dem Zug eintreffen. Wir warten. SMS-Verkehr beginnt. Sacha, gesprochen Sascha, unsere Reisebegleiterin wartet in Russland auf uns. Es ist bereits 7.00 Uhr. Wir sollen zur Grenz kommen. Hier soll uns Ugo erwarten. Ugo spricht englisch. Wie sich bald herausstellen wird, ist er ein kompetenter Mitarbeiter von SanPietroburgo. Später erfahren wir, dass er der Chef und Eigentümer ist. Wegen eines erheblichen Rückstaus von der russischen Seite zieht sich die Ausreise aus Lettland ewig hin. Und dann wiehert der Amtsschimmel. Bei Manfred stellen die lettischen Beamten fest, das zwar eine TÜV-Plakette am Mobil vorhanden ist, aber der Stempel im KFZ-Schein fehlt. Sie wollen ihn nicht etwa loswerden in Richtung Russland – nein sie wollen ihn zurück schicken. Nach zähen Verhandlungen durch Ugo drückt man dann aber die Augen zu. Gott sei Dank. Nach einigem Papier- und Formularkrieg und nur einer oberflächlichen Fahrzeugkontrolle haben wir es nach 8 ½ Stunden geschafft, wir sind in Russland. Hier erwartet uns dann Sacha, eine junge, sehr zurückhaltende Weißrussin, die im Umgang mit Touristen noch einige Erfahrung sammeln muss. Zu unserer Gruppe stoßen noch zwei Mobile dazu - Gisela und Gregor sowie Toni als Alleinfahrer.

Hier in Russland müssen wir die Uhr noch einmal 1 Stunde vorstellen. So starten wir dann um 16.30 Uhr nach Nelidovo, wo wir übernachten werden. Die Fahrt zieht sich fast endlos hin durch wenige Ortschaften aber durch eine wunderschöne grüne Landschaft. Zum Teil sehen wir aber auch verbrannte Bäume von den Moorbränden des vergangenen Jahres. Der Straßenzustand ist zum großen Teil katastrophal. Die Anforderung an die Leidensfähigkeit von Mensch und Material ist sehr hoch. Um 22.00 Uhr stehen wir endlich auf dem bewachten TIR-Platz an der Tankstelle. Wir schlafen nach einem kurzen Absackerbier und Abendessen erschöpft ein. Wir waren 20 Stunden auf den Beinen. Das könnte man sicher besser regeln.

Donnerstag, 21. Juni: Heute nehmen wir die restlichen 325 km nach Moskau in Angriff. Straßenzustand und Landschaft siehe Vortag. Der Verkehr in Moskau ist zäh. Es wird gedrängelt und abgedrängt auf Teufel komm raus. Aber es funktioniert. Wir kommen auf einer vielspurigen Straße ohne jegliche Ampel bis kurz vor unser Ziel. Dadurch wird auch unsere Gruppe nicht zerrissen und wir erreichen alle zusammen unser Ziel auf dem Gelände des Sokolniki-Stadions. Wir stehen auf der Eishockeybahn, die im Sommer als Parkplatz dient. Die folgende Besprechung verläuft sehr zäh. Sacha hat einige Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Viele Programmpunkte muss sie auch bei Ugo erst wieder auf Russisch abklären.

Freitag, 22. Juni: Durch den Gewaltritt vom Mittwoch sind wir einen Tag zu früh in Moskau angekommen und haben daher den heutigen Tag mehr zur freien Verfügung. Mit der Metro fahren wir in das Centrum von Moskau. Die Bahnhöfe liegen tief unter der Stadt und wir fahren auf langen Rolltreppen in die Tiefe. Wir besichtigen das Kaufhaus GUM mit seinen vielen exklusiven Geschäften. Alle Marken mit Rang und Namen in der westlichen Welt sind hier vertreten. In den einzelnen Geschäften herrscht wenig Betrieb. Hier kommt sicher keiner auf seine Kosten. Hier wird repräsentiert. Der Rote Platz ist weitläufig abgesperrt. Es werden Tribünen aufgebaut. Abends fahren wir mit der Metro zum Besuch des Russischen Zirkus. Die Darstellungen sind sehr schön – die Lautstärke der Musik ist ohrenbetäubend. Zurück am Platz sehen wir per „Public Viewing“ vor unserem Mobil das EM-Spiel Deutschland – Griechenland. Bedingt durch die Zeitverschiebung von 2 Stunden sitzen wir bis 01 Uhr draußen. Wir befinden uns im absoluten Grenzbereich der Senderausstrahlung. Nur über Hotbird bekomme ich noch das ZDF als einziger herein.

Samstag, 23. Juni: Heute geht es mit Tatjana, unserer Fremdenführerin, auf Stadtrundfahrt. Ein betagter Neoplan-Bus, der schon bessere Zeiten gesehen hat, wartet auf uns. Als wir in den Bus steigen, kommt uns der Fahrer unrasiert und mit zwei Schraubenschlüsseln in den schmutzigen Händen entgegen. Über dem Fahrersitz ist die offene Elektroverteilung zu sehen. Gut dass wir mit dem nicht über Land fahren. Aber Tatjana reißt alles wieder heraus. Mit viel Humor und noch viel mehr Kenntnissen über die Stadt und die Sehenswürdigkeiten begeistert sie uns. Neben Stadtrundfahrt und GUM-Besichtigung führt sie uns noch in den Kreml. Mit der Metro kehren wir später wieder zu unserem Platz zurück. Zur gleichen Zeit findet sich auch eine zweite Gruppe aus Frankreich ein.

Sonntag, 24. Juni: Um 9.00 Uhr holt uns Tatjana an unserem Stellplatz ab, und wir gehen zur Metrostation. Wir wollen heute die schönsten und kunstvollsten Metrostationen besichtigen. Der sozialistische Größenwahn hat hier mit voller Macht zugeschlagen und eine wahre Pracht hinterlassen. Auch besuchen wir die tiefste Metrostation in 100 Metern unter der Oberfläche. Die 128 Meter lange Rolltreppe befördert die Menschen in die Tiefe bzw. wieder an das Tageslicht. Anschließend bummeln wir durch die Arbatstraße – Moskaus erster Fußgängerzone. Hier ist alles auf den Touristen zu geschneidert. Ein Souvenirladen folgt auf den nächsten. Nach der Mittagspause auf dem Stellplatz unternehmen wir noch eine Schifffahrt auf der Moskwa. Der Flusslauf führt um den Innenstadtkern herum, so dass wir viele Bauwerke noch einmal aus anderer Perspektive bewundern können. Bevor wir mit dem Bus zurück zum Stellplatz fahren, verabschieden wir uns von Tatjana. Ihre Führung war einfach großartig.

Montag, 25. Juni: Der heutige Tag steht zur freien Verfügung. Gaby will unbedingt über den Roten Platz marschieren. Also starten wir mit der Metro. Tatsächlich ist der Rote Platz heute frei begehbar. Wir lustwandeln und machen noch ein paar Fotos aus anderen Perspektiven. Dann geht es auch schon zurück, denn wir haben in einem georgischen Restaurant einen Tisch reserviert. Natürlich will man uns nur das Beste vom Besten servieren. Doch das Attentat auf unsere Barschaft müssen wir etwas kleiner halten. Das Essen ist gut, doch der Bierpreis liegt erheblich über dem der Preisliste. Der Kellner muss es mit einem kleineren Trinkgeld ausbaden. Danach ver- und entsorgen wir die Mobile und machen Technischen Dienst, denn morgen geht es weiter zum Goldenen Ring.

Dienstag, 26. Juni: Auf guten Straßen geht es nach Wladimir. Unser Navi hat mit dem Ziel Probleme, denn hier ist die Einfahrt verboten. Man macht es hier aber trotzdem so. Vor der Kathedrale auf dem schmalen Parksteifen machen wir Mittagspause. Dann geht es zur Besichtigung der beiden Kathedralen. Endlich könnte unsere Reisebegleiterin Sascha zeigen, was in ihr steckt. Denn schließlich sei der goldene Ring ihr Spezialgebiet. Aber ihre Hemmungen und Probleme mit der deutschen Sprache sind leider zu groß. Weiter geht es nach Susdal, einem altertümlichen Museumsdorf. Gleich nach der Ankunft auf einem gut gesicherten Stellplatz starten wir mit Sascha zur Ortsbesichtigung. Auch der Kreml folgt.

Mittwoch, 27. Juni: Letzte Nacht hat es etwas Regen gegeben, so dass die Luft sehr angenehm ist. An der Ortsausfahrt führt uns Sacha, Spezialistin für den Goldenen Ring, trotz ihrer eigenen Navi und auf meine Rückfrage auf den verkehrten Weg. Meine Navi zeigte den richtigen Weg. So waren 14 Mobile zum Wenden gezwungen mit einem Zeitaufwand von ca. 20 Minuten. Eigentlich sollten heute so ziemlich die schlechtesten Straßen der Tour auf uns warten. So waren wir auf das Übelste vorbereitet. Die Straßen sind aber in gutem Zustand, so dass wir zügig vorankommen. In Kostroma machen wir vor dem Markt auf engem Parkraum Mittagspause. Anschließend geht es auf den Markt. Das Warenangebot ist riesig und viele Menschen wollen hier einkaufen. Wir erstehen hier frische Pfifferlinge, die unser Abendbrot bereichern sollen. Anschließend fahren wir zum Museum der hölzernen Baukunst, wo wir alte Holzhäuser aus der Region im Originalzustand besichtigen. Sachas Erklärungen waren ausführlicher. Anschließend besichtigen wir das Kloster. Pracht kennt hier keine Grenzen. Der erste Zar der Romanoffs wurde hier gewählt. Dafür hat er sich sehr erkenntlich gezeigt. Führung und Erklärung könnten ruhig ergiebiger sein. Weiter geht es auf ordentlichen Straßen nach Jaroslawl. Mitten im Zentrum auf einem großen Innenhof ist unser Stellplatz. Befinden wir uns auf einem ehemaligen KGB-Gelände? Die vielen Antennen auf dem Dach lassen das vermuten.

Donnerstag, 28. Juni: So weit die Füße tragen! Motorische Unterstützung ist heute nicht so schnell angesagt. Auf Schuster’s Rappen geht es durch das Zentrum der größten und „elegantesten“ Stadt des Goldenen Rings. Wir besichtigen den großen Kreml mit einer eher nüchternen Kathedrale. Sacha läuft langsam zu ungeahnter Form auf. Sie hat wohl mehr Selbstsicherheit gewonnen. Weiter geht es zur Kathedrale des Heiligen Iljas, die heute mehr Museum ist. Die unzähligen Fresken an Wänden und Decken sind in gutem Zustand. Hierher pilgerten früher die Zaren. Nach einer kurzen Mittagsrast besteigen wir ein Linienmotorschiff zu einer „Kreuzfahrt“ auf der Wolga. Die Wolga ist mit ca. 3300 Kilometern der 3.längste Fluss Russlands und der 8.längste der Welt. Zurück auf dem Platz, natürlich wieder zu Fuß, geht es nach kurzer Erholungsphase an die 3 kg Pfifferlinge. Putzen – Zubereiten – Essen. Eine Hochzeitsnacht auf der Zunge. 7 Personen sind satt geworden.

Freitag, 29. Juni: Trotz langer Fußballnacht bis 0.30 Uhr (Deutschland unterliegt Italien 1 : 2 in der EM) starten wir zu gewohnter Zeit. Nach dem Regen gestern Abend hat es sich etwas abgekühlt. Nach 66 km halten wir in Rostow. Hier besichtigen wir einen der ältesten Kreml Russlands. Seit vielen Jahren wird aufwendig restauriert. Trotzdem ist noch viel zu tun. Weiter geht es unserem heutigen Tagesziel entgegen. In Sergiev Posad fahren wir auf einem kleinen Parkplatz unsere Übernachtungsstation an. Es fängt an heftig zu regnen. Zu Fuß brechen wir auf zum Sergius-Kloster, das nur wenige hundert Meter entfernt liegt. Das Sergius-Kloster entspricht in der Bedeutung für die Russisch Orthodoxe Kirche dem Vatikan der Katholischen Kirche. Die Anlage ist mit ihren Kathedralen sehr prächtig.

Samstag, 30.Juni: Schnell haben wir den morgendlichen Berufsverkehr hinter uns gelassen. Die Straßen sind gut, und wir sind auf dem Weg in Richtung St. Petersburg. Die Landschaft ist abwechslungsreich, aber ohne jegliche Spuren einer landwirtschaftlichen Bewirtschaftung. Wir durchfahren viele Straßendörfer, die sich lang hin ziehen. Auffällig ist jedoch, dass die Holzhäuser zum großen Teil verlassen und dem Verfall Preis gegeben sind. Mittags erschallt dann der Hilferuf von Siggi. Sein Motor machte seltsame Geräusche, zieht nicht mehr und verliert Öl. Alles rechts ran – Schadensbegutachtung von allen Laien. Wir verlassen mit Sacha und Manfred zusammen die Gruppe. In 2 km Entfernung ist eine Werkstatt. Die fahren zu Siggi. Sie kommen mit ihm und der Gruppe zurück. Sofort startet der Monteur den Ausbau von Frontgitter, Kühler, Lüfterventilator und was sonst noch im Wege ist. Der Simmerring ist defekt. Nachdem ein neuer besorgt und alles wieder eingebaut ist, läuft der Motor aber immer noch nicht richtig. Diagnose – kapitaler Motorschaden. Nach vielen Telefonaten ist klar, Siggi und Erika nebst Hund Susi müssen zurück bleiben. Sie sollen am Montag mit einem Abschleppwagen abgeholt und in eine Mercedes-Werkstatt gebracht werden. Gegen 18.00 Uhr verabschieden wir uns schweren Herzens. Nach erfolgter Reparatur wollen die Beiden nach St. Petersburg nachkommen. Der Weg zu unserem Übernachtungsplatz endet kurz vor dem Ziel am Ende eines Staus. Nach 2 km erreichen wir einen total überfüllten Parkplatz mit Tankstelle. Auf der Gegenseite stehen über 20 km Stau, so dass viele LKW-Fahrer hier frühzeitig Rast einlegen. Eine unruhige Nacht erwartet uns.

Sonntag, 1. Juli: Richtig tief und fest schläft keiner von uns. In der Nachbarschaft läuft ein Kühlaggregat bis in die Morgenstunden. LKW kommen und gehen. Wir starten nach Nowgorod. Straßen siehe oben. Mittags treffen wir hier auf unserem Platz ein. Nach der Mittagspause starten wir unter Sachas Führung, die zusehends auftaut und besser wird, zur Besichtigung des riesigen Kremls. Nowgorod ist die älteste Stadt Russlands mit dem ältesten Kreml und Kathedrale. Nach dem anschließenden Stadtbummel kehren wir auf unseren Platz zurück. Zu 21.00 Uhr hat uns Sacha eine Überraschung angekündigt. Sie erscheint mit einer Folkloregruppe, die eine tolle Darstellung aufführt. Wir sind alle begeistert.

Montag, 2. Juli: Wegen der kürzeren Tagesetappe soll es heute um 8.30 Uhr eine ½ Stunde später losgehen. Doch die Realität sieht ganz anders aus. Klaus brauchte schon gestern Starthilfe wegen seiner schwächelnden Batterie. Heute hilft das alles nicht mehr. In Nowgorod, einer Stadt mit mehr als 800.000 Einwohnern gibt es angeblich keinen Bosch-Dienst oder eine andere Auto-Elektrik-Werkstatt. Also wird in Teamarbeit die Batterie ausgebaut. Mit Sachas Hilfe wird immerhin eine Stelle ausgemacht, wo es neue Autobatterien gibt. Irgendwann ist dann auch eine neue Batterie eingebaut, und wir können nach Puschkin einem Vorort von St. Petersburg starten. Hier wartet der riesige Palast der berühmten Ekaterina, Katarina der Großen, auf uns. Unser hiesiger Reiseführer Juri erwartet uns. Der im II Weltkrieg zerstörte Palast wurde wieder auf der vollen Länge von 390 m aufgebaut, wobei die Restauration noch nicht komplett abgeschlossen ist. Diese Pracht ist einfach unbeschreiblich – man muss es gesehen haben. Hier wurde mit Blattgold in Hülle und Fülle gearbeitet. Auch das wieder hergestellte Bernsteinzimmer übertrifft die Erwartungen vieler. Der Besucherandrang ist entsprechend riesig. Die Führungen verlaufen entsprechend in Eile. Anschließend fahren wir nach St. Petersburg weiter. Ziemlich zentral stehen wir an einem Stadion recht ruhig im Grünen. Die Durchfahrt ist allerdings für die Mobile von Manfred und uns zu niedrig, so dass wir direkt durch das Stadion fahren müssen. Wer eine Reise tut – der kann schon was erleben. Um 23.00 Uhr scheint noch immer die tiefstehende Sonne. Nur bei bedecktem Himmel wird es um diese Jahreszeit dunkler.

Siggi und Erika sollen in den späten Abendstunden endlich von einem Abschleppwagen nach Moskau zur Mercedes-Werkstatt abgeholt werden. Hier in Russland geht halt alles etwas langsamer. Geschäfte haben an 7 Tagen in der Woche geöffnet. Abschleppunternehmer arbeiten aber nur 5 Tage in der Woche. In den Lebensmittelgeschäften stehen die Verkäuferinnen hinter der Theke. Warum wissen sie aber selbst nicht. Käufer müssen schon sehr eindringlich nach Ware verlangen. Aufdringlich ist hier keiner.

Dienstag, 3. Juli: Heute ist Ausschlafen angesagt. Um 10.00 Uhr erwartet uns Juri an unserem Bus. Wir besichtigen die Kathedrale der Marine, und weiter geht es zur Pjotr-Pavel-Festung. Nach einem Rundgang besuchen wir natürlich auch hier die Kathedrale mit ihrem untypischen spitzen Turm. Juri versorgt uns mit einer Informationsfülle, die wir kaum verarbeiten können. Er ist ein wandelndes Lexikon. Anschließend fahren wir zur gewaltigen Kathedrale des Heiligen Issaac. Eine fast grenzenlose Pracht erwartet uns hier. Einige unserer Fittesten erklimmen auch noch die 269 Stufen zur Aussichtsplattform unterhalb der großen goldenen Kuppel. Auf Juris Empfehlung essen wir mittags in einem russischen Restaurant mit Selbstbedienung. Gut gestärkt geht es zum zweiten Teil des heutigen Tages. Wir machen eine Flussfahrt auf der Neva. Es wimmelt nur so von den flachen Flußbooten, die unter den vielen niedrigen Brücken durch fahren müssen. Juri erklärt fast zu jedem Gebäude etwas. Es ist unwahrscheinlich, was aus ihm an Information in klarem fast akzentfreien Deutsch an uns fließt. Wer kann das verarbeiten?

Abends habe ich SMS-Kontakt zu Siggi und Erika. Sie stehen bei Mercedes in Moskau. Es ist „nur“ die Kraftstoffpumpe kaputt. Doch diese liegt nicht in Moskau und muss erst aus Deutschland kommen, das soll aber 2 – 3 Wochen dauern. So lange reicht aber das Visum nicht. SanPietroburgo versucht aber, eine Pumpe, neu oder gebraucht, in Russland aufzutreiben. Drücken wir alle die Daumen, dass es klappt.

Mittwoch, 4. Juli: Juri und der Bus warten auf uns, und wir starten zur Eremitage. 3.000.000 Exponate warten hier auf die Besucher. Wenn man für jedes Teil nur 1 Minute besichtigt, soll man für die nächsten 11 Jahre voll beschäftigt sein. So viel Zeit haben wir natürlich nicht. Die einstmals private Sammlung der Zarenfamilien ist in prächtigen Räumen untergebracht. Hier warten viele Bilder berühmtester Maler und noch viel mehr auf die zahllosen Besucher. Der Wert dieser Sammlung ist sicher nicht in Zahlen zu fassen. Die Anzahl der Besucher schon – es sollen jedes Jahr mehr als 5 Millionen sein. Wie heute überall auf der Welt, stehen neben den Japanern auch Chinesen in wahren Heerscharen vor allem Sehenswerten, um sich davor photographien zu lassen. Es ist daher nicht immer einfach, ein asiatenfreies Bild zu erhaschen.

Mittags essen wir in einem russischen Restaurant. Speisen und liebevolles Ambiente hinterlassen einen angenehmen Eindruck.

Die Stadtrundfahrt durch das wunderschöne St. Petersburg beschließt unser heutiges Besichtigungsprogramm. Der Tag klingt auf unserem Stellplatz in froher Runde nach 23.00 Uhr aus.

Donnerstag, 5. Juli: Heute ist ein Tag zur freien Verfügung. Die Frauen fahren mit der Metro in das Zentrum von St. Petersburg. Die Männer bleiben auf dem Platz. Zweites Frühstück mit „Feuerwehrmarmelade“ (frisches Gehacktes mit Zwiebeln), russischen Brötchen und einem Bier sind angesagt. Danach folgen Wagenpflege, Ver- und Entsorgung und einige spielen auch Skat. Um 22.30 Uhr starten wir zur Nachtfahrt durch St. Petersburg mit dem Bus. Da wir uns immer noch in der Nähe der „Weißen Nächte“ befinden, wird es auch erst nach Mitternacht dunkler. Dann setzt auch langsam die Beleuchtung der Brücken und Gebäude ein. Nach 01.00 Uhr werden dann die Brücken angehoben, so dass die Großen Frachtschiffe von und zur Ostsee passieren können. Die Straßen sind voller Menschen, die sich dieses Schauspiel ansehen, das sich jede Nacht wiederholt. Um 2.00 Uhr erreichen wir mit unserem Bus wieder unseren Stellplatz.

Freitag, 6. Juli: Freier Tag

Samstag, 7. Juli: Die Mobile sind reisefertig. Zu 8.00 Uhr starten wir zur Besichtigung des Peterhofes. Es herrscht noch wenig Verkehr, so dass wir schnell aus der Stadt herauskommen. Auch auf den Parkplätzen vor dem Peterhof herrscht noch kein Gedränge. Juri führt uns dann durch die Sommerresidenz der Zarenfamilie. Die Gartenanlage ist gewaltig mit ihren vielen Springbrunnen und Kaskaden sowie dem Blick auf die Ostsee. Unendlich viele Besucher gehen mit uns die Anlage. Anschließend machen wir noch eine kurze Pause. Ein paar Mobile müssen noch tanken, da sie sonst vielleicht die Grenze nach Estland nicht erreichen. Die Fahrt geht zügig voran. Unmittelbar vor der Grenze tanken wir alle ein letztes Mal den preiswerten russischen Diesel, der zwischen 60 und 70 €Cent kostet. Dann erfolgen die Grenzformalitäten. Sacha und Katja erklären uns noch einmal den Verlauf. Die ganze Prozedur dauert reichlich 3 Stunden bei drückender Schwüle und mehr als 36° C. Dann endlich haben wir Narva erreicht. Die letzten 12 km vergehen dann wie im Fluge. Am Laagna-Hotel fahren wir auf den Stellplatz direkt an einem See. Wir verbringen hier eine ruhige Nacht.

Sonntag, 8. Juli: Alle haben bestens ausgeschlafen. Wir fahren ein Stück entlang der Ostsee. Hier an der Steilküste besuchen wir Estlands höchsten Wasserfall, der 26 m tief in die Ostsee fällt – z. Z. aber fast nur tröpfelt. Weiter geht es durch niedliche kleine Dörfer bis zu unserer heutigen Station in Palmse-Vösupere. Das Ehepaar Hölscher hat hier neben ihrem Landgasthof einen Stellplatz eingerichtet. Wir werden herzlich empfangen. Wir wollen hier einen Ruhetag einlegen, um uns vom Stress Russlands zu erholen, aber auch, um die dort gesammelten Eindrücke etwas auf uns einwirken und sammeln zu lassen. Das gelingt uns hervorragend. Petrus reinigt die Luft zum Abend mit einem heftigen Guss. Unser Abendessen nehmen wir im Restaurant der Hölschers ein. Es wartet ein kulinarischer Genuss auf uns. Dieter Hölscher erbringt wahre Wunder in seiner Küche. Auch das Fassbier mundet allen. So gehen wir dann wieder frohen Mutes zu den Mobilen.

Montag, 9. Juli: Heute früh ist es trüb aber trocken. Wir wollen heute zusammen Puffer/Reibekuchen zu Mittag machen. Vereint werden Kartoffeln und Zwiebeln geschält und gerieben. Dann geht es ans Braten und Essen. Inzwischen scheint auch wieder die Sonne und alle sitzen satt und zufrieden an ihren Tischen. So etwas fördert und stärkt ungemein das Gruppengefühl. Sollte Jogi Löw jemals diesen Bericht lesen, nimmt er Pufferbacken vielleicht auch in sein Trainingsprogramm auf.

Um 18.00 Uhr melden sich Erika und Siggi per Handy. Sie sind wieder in Estland. Zwei Stunden später treffen sie bei uns erschöpft ein. Sie haben viel von ihrem Leidensweg zu erzählen. Russische Mühlen mahlen halt langsam und die Reparatur zog sich entsprechend lang hin. Der Motor läuft wieder. Dafür zieht er aber nicht richtig, qualmt und räuchert stark und verbraucht viel.

Dienstag, 10. Juli: Herbert und Marianne fahren heute Mittag in eine nahe Mercedes-Werkstatt, um ihr beschädigtes Radlager ersetzen zu lassen. Dieses hatte auf den schlechten Straßen nach Moskau hin Schaden genommen. Siggi und Erika fahren ebenfalls dorthin. Hoffentlich kann man ihnen hier helfen. Wir fahren inzwischen die wenigen Kilometer nach Tallin voraus. Durch die notwendigen Platzreservierungen stecken wir leider in einem ziemlich festen Zeitkorsett, das wir einhalten müssen. So verabschieden wir uns von den Freunden und von den Hölschers.

Auf dem Weg nach Tallin füllen wir alle noch in einem großen Supermarkt wieder unsere Vorräte auf. Auf dem öden Tallin-City-Camping laufen wir mittags ein. Das einzige was hier an Camping erinnert, ist der Preis. Nachmittags erlaufen wir einen ersten Teil der wunderschönen Altstadt. Hinter der hohen Stadtmauer finden wir viele gepflegte Gassen und Häuser. Natürlich gibt es viele Souvenirläden und noch viel mehr Restauration, die auf die Touristen warten. Schließlich zählt die Altstadt zu den Weltkulturerben der UNESCO.

Herbert meldet sich per SMS. Sie müssen morgen noch einmal in die Werkstatt. Das Federbein ist lose. Sie folgen uns morgen nach Tallinn. Siggi muss am Donnerstag in die Werkstatt. Hoffentlich lässt sich dort alles beheben.

Mittwoch, 11. Juli: Marianne und Herbert treffen ein. Das Radlager war in Ordnung, und das lose Federbein wurde bereits gestern repariert. Sie haben Erika und Siggi Beistand geleistet und mit ihnen zusammen noch bei den Hölschers zu Abend gegessen. Für Siggi’s Mobil muss ein Messgerät herbeigeschafft werden. Morgen soll es dort weiter gehen.

Wir starten noch einmal zur Stadtbesichtigung von Tallin.

Donnerstag, 12. Juli: Es geht weiter nach Haapsalu. Die Straßen sind in gutem Zustand und wir treffen gegen Mittag ein. Der Campingplatz Pikseke ist durch die vielen Regenfällen der vergangenen Tage aufgeweicht und zeigt tiefe Reifenspuren. Mit dem Bus fahren wir in die alte Kurstadt. Die Häuser im Altstadtbereich sind teils schon renoviert, andere sind noch renovierungsbedürftig. Die große Burganlage ist sehenswert. Die Kurpromenade ist wieder sehr schön hergerichtet.

Freitag, 13. Juli: Die Nacht verlief sehr ruhig. Unser Schlaf wurde jedoch durch heftigen Regen gestört. Die Reifenspuren auf dem Platz stehen voller Wasser. Der Platzbetreiber hält heute morgen frische Brötchen und Gebäck bereit. Wie lange hatten wir das schon nicht mehr? Wir starten bei bewölktem Himmel nach Lavassare. Hier wollen wir das Eisenbahnmuseum besichtigen. Es regnet wieder und die angeblich vorhandene Möglichkeit zur Übernachtung ist auch nicht akzeptabel. Das Museum macht einen sehr traurigen Eindruck, so dass wir weiter nach Pärnu fahren. Wir finden in der Stadt einen Parkplatz, auf dem wir auch übernachten können. Nachmittags bummeln wir durch den Ort. Die Fußgängerzone und der Kurpark bieten uns Abwechslung.

Zum Abend treffen Erika und Siggi ein. Uns allen fällt ein Stein vom Herzen, dass die Beiden wieder bei uns sind. Die Einspritzpumpe wurde in langwieriger Arbeit mühsam neu eingestellt. Der Wagen läuft wieder wie ein Uhrwerk und räuchert auch nicht mehr. Damit sollte der Leidensweg der Beiden nun endlich beendet sein.

Samstag, 14. Juli: Wie in allen anderen Städten auch, ist die Jugend in den Nächten zum Wochenende lange unterwegs. Um 4.30 Uhr hielt kurz ein PKW mit lauter Musik und fröhlichem Lachen neben uns. Sonst war die Nacht sehr ruhig. Bevor wir starten, kaufen wir im nahe gelegenen Einkaufszentrum nach alle Zutaten für eine Tajine auf, die wir auf dem nächsten Campingplatz für alle machen wollen. Nach einem hektischen Tankstopp führt uns dann unser Weg nach Dunte. Hier werden wir vor dem Münchhausenmuseum schon erwartet und auf dem Parkplatz und der daneben liegenden Wiese eingewiesen. Die Chefin, verkleidet als Münchhausens Ehefrau Jakobine, und ein gut deutsch sprechender junger Mann begrüßen uns. Der junge Mann führt uns durch das Museum und erklärt uns auf sehr humorvolle Weise die Ausstellungsstücke, die Geschichten und die Lebensweise von Münchhausen. Wir sind sehr interessiert, da Münchhausen schließlich bei den Husaren in Braunschweig gedient hat.

Nach unserer Mittagspause starten wir auf den Münchhausenweg. Dieser führt auf Eschenholzbohlen durch reinsten Urwald und Sumpfgebiet zur Ostsee und im Bogen wieder zurück. Der Weg ist 5,3 km lang und der längste Eschenholzpfad Europas. Neben vielen hölzernen Skulpturen warten hier noch mehr blutrünstige Mücken auf uns. Das Museum mit der gesamten Anlage ist wirklich einen Besuch wert. Der Abend klingt in froher Runde bei den Mobilen aus.

Sonntag, 15. Juli: Nachdem wir uns von Jakobine verabschiedet haben, starten wir bei regnerischem Wetter zu dem ca. 8 km entfernten Campingplatz Laucu Akmens in Lauci. Der wunderschöne Platz liegt direkt an der Ostsee. Eigentlich hatte ich hier 2 Tage Badeurlaub eingeplant. Der Platz ist aber durch den vielen Regen aufgeweicht, so dass wir tiefe Reifenspuren auf der Rasenfläche hinterlassen. Mittags essen wir in dem vor 2 Tagen eröffneten neuen Restaurant. Zum Nachmittag hat Petrus ein Einsehen mit uns. Es regnet nicht mehr und die Sonne zeigt sich.

Um 16.30 Uhr treffen sich die Frauen zum kollektiven Gemüseputzen und Zwiebelschälen für unsere Tajine. Die Männer bauen die Feldküchen für 3 große und einer kleinen Tajine auf. Verarbeitet werden 4,5 kg Rindfleisch, 5 kg Kartoffeln, 4,5 kg Möhren, 3,5 kg Zwiebeln, 5 Knoblauchknollen, 4 Tomaten, Petersilie und Gewürze. In den 3 Mobilen mit Backofen werden 6 Baguetten als „Titschbrot“ aufgebacken. 22 Personen werden satt und sind rundum zufrieden. Gesamturteil: Hervorragend!

Montag, 16. Juli: Heute ist „Badetag“ angesagt – allerdings geht niemand in die aufgewühlte Ostsee. Wasser und Wind sind zu kühl. Monika hat heute zwei frische Torten gezaubert und Karin einen Sandkuchen. Martin hat den Samowar angeheizt, und so treffen sich alle zum gemeinsamen Teetrinken und Kuchenverzehr. Lecker! Zum Nachmittag wird es auch noch warm, so dass Gaby auch noch Pickert vorbereitet. Für den Hefeteig ist die entsprechende Temperatur erforderlich. Abends machen sich alle über die lippische Spezialität her. Auch hier heißt es wieder: Lecker! Wir sind halt wirklich auf Kulinaria-Tours.

Dienstag, 17. Juli: Riga, die größte Stadt des Baltikums und zugleich die Hauptstadt von Lettland, steht heute und morgen auf dem Terminplan. Auf der Anfahrt machen wir noch einen ausgiebigen Einkaufsstopp. Der Stellplatz Riga-City-Camping ist ein typischer Metropolen-Stellplatz was den Preis betrifft. Aber alles ist sauber und ordentlich und wir stehen sogar auf Rasen. Nach der Mittagspause mit kräftigem Regenguss starten wir. Der Fußweg in die Altstadt ist aber mit ca. 2,5 km lang. Der Weg führt über die große Daugava-Brück vorbei am Seehafen. Hier liegen drei große Kreuzfahrtschiffe. Die Altstadt überrascht uns mit vielen alten Gebäuden und Kirchen. Am anderen Ende wartet der riesige Markt mit seinen großen Hallen und Freiflächen. Tief beeindruckt und total erschöpft kehren wir auf den Stellplatz zurück. Am späten Nachmittag werden wir noch in der Stadt von einem heftigen Regenfall überrascht. Das wiederholt sich auch noch zweimal am Abend.

Mittwoch, 18. Juli: Direkt vom Stellplatz aus gibt es einen Sightseeing-Bus, mit dem wir eine interessante Stadtrundfahrt um die Altstadt herum unternehmen. Wir sehen auch einen Teil der vielen Jugendstilhäuser Rigas. Anschließen an die Busfahrt gibt es noch eine Bootsfahrt auf dem Rigaer Kanal. Ein leckeres Mittagessen nahe dem Kreuzfahrt-Terminal beendet unsere Stadterkundung.

Donnerstag, 19. Juli: Auf unserem heutigen Tourenplan steht an erster Stelle das Barockschloß Pils-Rundale. Hier in der Einöde steht dieses beeindruckende Schloss, vollgestopft mit vielen Schätzen. Nach der anschließenden Mittagapause geht es weiter zum Berg der Kreuze. Dieses Symbol der litauischen Freiheitsbewegung mit seinen tausenden von Kreuzen hinterlässt einen tiefen Eindruck auf uns genauso wie die Vielzahl der Besucher. Der Abend endet bei strömendem Regen auf dem Parkplatz, wo wir auch übernachten.

Freitag, 20. Juli: Noch bevor wir von hier starten, stellen Manfred und Klaus auch von uns ein Kreuz auf dem Berg auf. Der Regen begleitet uns auch bei unserer Weiterfahrt bis in die Mittagsstunden. Am späten Nachmittag fahren wir auf dem Platz vor dem großen Radioteleskop von Irbenes auf. Dies ist ein Relikt aus der sowjetischen Besatzungszeit. Inzwischen hat die Sonne wieder Einzug gehalten, so dass wir bis in die Abendstunden vor den Mobilen fröhlich zusammen sitzen.

Samstag, 21. Juli: Die Nacht verlief hier in tiefster Natur weit ab jeder Behausung ausgesprochen ruhig. Pünktlich um 9.00 Uhr stehen wir zur Besichtigung und Führung des Radioteleskopes bereit. Die Führung erfolgt leider nur auf Englisch. Auf steilen Stiegen geht es hinauf bis unter die große Schüssel mit einem Durchmesser von 32 Metern. Es ist das größte Radioteleskop Nordeuropas. Erbaut wurde es von den Russen zu Spionagezwecken. Die Technik ist einfach aber solide. Hier kann bei mechanischen Problemen sicher jeder Dorfschmied helfen. Dann starten wir nach Liepāja. Auf dem Marktplatz können wir die Mobile abstellen. Von hier aus besichtigen wir die kleine Altstadt. Einiges ist renoviert oder neu gebaut. Einiges sieht noch sehr traurig aus oder ist dem Verfall preisgegeben. 45 Jahre Besatzung und Sperrgebiet seitens der Sowjets haben ihre Spuren hinterlassen.

Nachmittags erreichen wir unseren Campingplatz Gaili 15 km südlich von Liepāja. Hier stehen wir sehr schön auf gepflegtem Rasen nur 400 m von der Ostsee entfernt.

Sonntag, 22. Juli: Morgenstund hat Gold im Mund – und so starten wir heute etwas früher. Siggi versetzt allen einen Schrecken, denn sein Wagen springt erst nach einigen Überredungskünsten an. Dann führt uns unser Weg nach Palanga. Gleich nach der Grenze Lettland/Litauen müssen wir erst noch tanken. Bei der Einfahrt nach Palanga finden wir sehr zentral vor einem Sportplatz einen Parkplatz für die Mobile. Bei herrlichem Wetter gehen wir durch den Schlosspark zum Schloss, in dem sich das Bernsteinmuseum befindet. Hier sind viele interessante Steine und Schmuckstücke ausgestellt. Dann bummeln wir weiter zur Seebrücke. Unsere nächste Station heißt Klaipėda. Doch die Zufahrt zur Stadt ist bereits wegen eines Radrennens gesperrt. So fahren wir gleich weiter zu unserem Campingplatz in Vente am Haff. Wir stehen hier etwas uneben aber mit schönem Blick auf das Wasser.

Montag, 23. Juli: Um 9.00 Uhr gehen wir an Bord des kleinen Fährschiffes, das uns in 90 Minuten über das Kurische Haff nach Nida bringt. Auf dem Wasser liegen Schaumkronen und entsprechend unruhig ist die Überfahrt. Einige werden etwas blass, trotzdem kommen alle wohlbehalten in Nida an. 4 Stunden haben wir Zeit alles zu erkunden. Natürlich gehen wir auch zum Haus von Thomas Mann. Es ist sehr schön gelegen mit einem tollen Rundblick über das Haff. Das Haus selbst ist spärlich möbliert und sagt nicht viel aus. Die Rückfahrt verläuft mit dem Wind wesentlich ruhiger, so dass wir um 17.00 Uhr wieder bei unseren Mobilen sind. Bei einem Abendessen im Restaurant des Platzes und anschließendem Klönschnack vor den Mobilen beenden wir den Tag. Barbara und Detlef werden sich morgen früh von uns trennen und noch einige Tage in Litauen bleiben.

Dienstag, 24. Juli: Anfangs wollten wir heute uns noch Kaunas ansehen. Aber wir starten lieber nach Orzysz-Klusy auf den herrlichen Platz, wo wir schon auf der Hinfahrt entspannt haben. Das wollen wir hier wiederholen und morgen einen faulen Tag einlegen. Wir werden herzlich begrüßt.

Mittwoch, 25. Juli: Heute entspannen wir bei herrlichem Wetter. Es ist so warm, dass alle möglichst den Schatten aufsuchen. Zu unserem vorgezogenen Abschlussabend haben wir für alle schon in Litauen Grillbratwurst eingekauft. So finden wir uns dann alle zum gemeinsamen Abendessen ein. Anschließend findet Manfred viele Worte und Dank zu unserer tollen Reise. Uns hat es viel Spaß gemacht, das alles zu organisieren. Und der schönste Dank für uns ist, wenn es allen gefallen hat und Freude gemacht hat. Dank geht natürlich auch an Bernd unseren Banker. Er hat uns auf der ganzen Fahrt viel Zeit und Wege gespart, indem er immer alle Zahlungen in Landeswährung oder € geschlossen vorgenommen hat und mühsam bei jedem einzelnen von uns das Geld wieder eingetrieben hat.

Und dann kommt die große Überraschung – Karin hat ihrer poetischen Ader freien Lauf gelassen und ein überwältigendes Gedicht vorgetragen:


Russland Russland, was für ein Land,

das hat der Lutz schon früh erkannt.

Wollen wir fahren, wer kommt mit,

das Land ist bestimmt ein großer Hit.

Im Dezember wird die Reise bezahlt,

denn dadurch wird in Russland der Diesel gespart.

 

Zu Ende nun das lange Warten,

wir am 14. Juni endlich starten.

Für unseren Banker waren die ersten 500 km wie eine Kur,

er sie deshalb zweimal fuhr,

denn ohne Kraftfahrzeugschein

lassen sie ihn in Russland nicht rein.

 

Am zweiten Tag werden wir zu Lidl gebracht,

da haben wir erst mal den Kartenautomat geknackt.

 

Über Polen, Litauen und Lettland,

man am 20.06. an der russischen Grenze stand.

Acht Stunden wir an der Grenze standen,

die Grenzer bei Manfred den TÜV-Stempel nicht fanden.

 

Nun ging es über Stock und Stein,

fast bis nach Moskau rein.

Wir umfahren manches Loch,

doch viele trifft man doch.

 

Moskau ist eine Superstadt,

die 12 Millionen Einwohner hat.

Metro, Prachtbauten, Kreml und das Kaufhaus Gum,

da stehen die Verkäuferinnen nur rum.

Früher kaufte da das russische Mütterlein,

heute brauchst du dafür große Schein´.

 

Nun geht es über Suzdal, Yaroslawl, Rostow und Nowgorod,

endlich bis nach St. Petersburg.

Wir fahren auch durchs Twer-Gebiet,

das wird für Siggi und Erika zum Sperrgebiet.

Leider geht nun die Reise ohne Siggi und Erika weiter,

wir sind alle ganz traurig und nicht mehr heiter.

Klaus von Haus aus nicht bange,

aber seine Batterie hielt nicht lange.

Die war in Nowgorod leer,

also musste eine Neue her.

 

In St. Petersburg angekommen,

werden die 269 Stufen der Isaak-Kathedrale erklommen.

Ein herrlicher Panoramablick über diese Stadt,

die so viele Paläste hat.

Wir sahen voll Entzücken

jede Menge Brücken.

Nachts um Eins werden sie hochgeschraubt,

für die Schiffe als Durchfahrt wird das gebraucht.

 

St. Petersburg wir nun verlassen,

die letzten Rubel wir verprassen.

Wodka wird noch schnell eingekauft,

denn der wird jeden Abend gebraucht.

 

Münchhausen auch in Braunschweig war,

das wir ihn in Dunte besuchen, war ja klar.

 

Auf dem Weg nach Siaulai,

war der Ausflug zum Berg der Kreuze mit dabei.

Der Wind der leise weht,

wenn man langsam durch die Reihen geht.

Jedes Kreuz ein Gebet.

Freiheit ist das höchste Gut,

die Litauer bewiesen es mit Mut.

Die Kreuze habe ich nicht gezählt,

es bestimmt in die Hunderttausend geht.

 

Sadki, Klusy, Vilnius, Zilupes, Nelidowo, Moskau,

Suzdal, Jaroslawl, Nowgorod, Petersburg, Narwa,

Tallinn, Dunte, Riga und Nida,

ich glaube da komme ich wieder.

 

Nach 300km waren wir wieder in Polen,

hier wollen wir uns zwei Tage erholen.

 

Hier fing die kulinarische Reise an,

zuerst waren die Forellen dran.

Lecker ging es weiter,

an Hermi´s Geburtstag waren wir ganz heiter.

Abends haben wir immer zusammen gesessen,

manchmal auch zusammen gegessen.

War der Teig unter Gabys Anleitung gut geraten,

wurde er von Lutz und Klaus gleich gebraten.

Die Hefe musste im warmen Auto stehen,

damit sie kann gehen.

Alle haben mit gearbeitet

und alles zubereitet

Manfred servierte alles auf einem Teller,

mit der Zeit wurde er immer schneller.

 

Jeden Morgen wurde pünktlich gestartet,

man am Lenkrad schon wartet.

Reise, Reise war die Parole,

es geht nicht ohne.

Alle Tage Sonnenschein,

wir sind wohl alles Engelein;

oder Lutz hast du das so bestellt?

Dann bist du unser Held.

 

Wir wollen Gaby nicht vergessen,

sie hat neben Lutz gesessen.

Morgens ging die Funke an,

dann war Gaby dran.

Sie ist eine wichtige Frau,

führt uns durch manchen Stau.

Überall haben wir uns durchgeschlängelt,

wurden nach links und rechts abgedrängelt.

Von hinten hieß es, wir haben Rot: Gaby sagt wir fahren rechts ran,

kam es von hinten, wir sind schon wieder dran!

Oker-Löwe ist alles klar, wunderbar.

Manchmal mussten wir langsam kriechen,

Ich denke, wir machen Gaby zu unserem Funkenmariechen.

 

Aus Sacha machte Lutz das Röschen Suppenhuhn,

sie hatte mit uns nicht viel zu tun.

Sie machte oft ein ernstes Gesicht,

dabei steht ihr das Lachen nicht schlecht.

Zum Schluss war sie ganz locker,

unsere Spende warf sie vielleicht vom Hocker.

 

Am Freitag nun fahren wir heim,

da wartet schon mein Minkilein.

Mein Kopf ist voll, ich muss alles erst verdauen

und zu Hause die Bilder anschauen.

Ich sage es gerne in diesem Kreise,

es war eine ganz tolle Reise.

   

Donnerstag, 26. Juli: Rückfahrt durch herrliche Landschaften nach Sadki-Smielin. Unterwegs hat Herbert Probleme mit seinem Turbolader, die sich aber nach einem Werkstattbesuch wieder von allein beheben. Nach 18.00 Uhr treffen wir auf dem Stellplatz ein. Das bereits auf der Hinfahrt bestellte Bigos schmeckt wieder vorzüglich.

Freitag, 29. Juli: Heute haben wir unsere letzte Etappe vor uns. Kurz vor der deutsch/polnischen Grenze machen wir die letzte gemeinsame Rast. Da sich nach der Grenze die Gruppe teilt, um individuelle Ziel anzufahren, verabschieden wir uns hier alle herzlich voneinander. Wir selbst treffen um 17.00 Uhr wieder zu Hause ein.

 

Eine wunderschöne Reise im Kreise vieler Freunde hat jetzt ihr Ende gefunden. 43 harmonische Tage mit vielen Besichtigungen, wo ein Highlight dem nächsten folgte, liegen hinter uns. 43 Tage von denen wir jeden genossen haben und an die wir lange zurück denken werden.


Die Tour durch Russland, geführt durch SanPietroburgo.it, war besonders beeindruckend. Unsere Reiseleiterin Sascha war anfangs sehr schüchtern und taute erst zum Ende auf und legte ihre Hemmungen ab. Sie hatte offensichtlich Angst vor der deutschen Sprache, vor uns und der Aufgabe. Sie hat sich gut um Siggi und Erika und mit deren Werkstattproblemen in Moskau gekümmert. Es wäre schön gewesen, wenn Sascha schon am Anfang freier gewesen wäre. Die Organisation war von kleinen Mängeln abgesehen für russische Verhältnisse sehr gut.

 


Mittwoch, 1. August: Am heutigen Clubabend bekommen wir von Sabine und Bernd die folgende Karte überreicht.

Danke an Sabine, die hier auch ihrer künstlerischen Ader freien Lauf gelassen hat.