Reisebericht zum Baikalsee

Туристическое сообщение к озеру Байкал

13. Juni – 12. September 2013

Teil II

Mittwoch, 21. August: Nach dem Frühstück fahren wir weiter. Wir wollen sehen, dass wir am Asowschen Meer noch etwas anderes finden. Ca. 2 km weiter entlang der Küstenstraße ist der nächste Abzweig zu einem Dorf. Wir durchfahren den endlos langen Ort. Es gibt keinen Zugang zum Meer – alles ist zugebaut. Ganz am Ende der Landzunge Berdians‘ka kosa finden wir direkt zur Nehrung einen Platz am Wasser.

Donnerstag, 22. August und Freitag, 23. August: Wir genießen unseren schönen Platz direkt am Wasser. Etwas Wagenpflege innen sowie außen, etwas lesen, etwas baden, etwas zocken und viel faulenzen bzw. erholen sind angesagt.

Samstag, 24. August: Bevor wir hier Wurzeln schlagen, drehen wir heute früh wieder die Zündschlüssel. Wir durchfahren trockene Becken, evtl. frühere Salinen,  und Dörfer der Nehrung. Nach 30 km erreichen wir die Hauptstraße. Die Strecke nach Simferopol, unserem heutigen Ziel, geht über schlechte Straßen. Die teilweise großen Schlaglöcher Russlands fallen hier in der Ukraine milder aus. Dafür entfallen aber die vielen Kilometer neuer Strecke. Gut durchgeschüttelt erreichen wir unser Ziel. Simferopol ist die Hauptstadt der Krim. Die Krim gehört zwar zur Ukraine ist aber völlig selbständig. Mitten in der Stadt parken wir auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz. Hier stehen wir später ganz alleine. Unser Spaziergang durch die Stadt führt uns auch zu einem Lokal, wo wir vorzüglich essen können. Anschließend bummeln wir noch durch die Straßen. Simferopol unterscheidet sich in nichts von anderen europäischen Städten.

Sonntag, 25. August: Früh um 7.00 Uhr klappert es ganz heftig vor unserem Parkplatz. Ein LKW mit 5 KWAS-Anhängern ist vorgefahren. Kwas ist ein russisches Erfrischungsgetränk auf Brotbasis. Es ist alkoholfrei und soll ähnlich Bier schmecken. Wir haben es einmal probiert – und das reicht. Um 8.00 Uhr öffnet unser Parkplatz und wir starten nach Yalta. Die Straße führt über das südliche Gebirge der Krim entlang der längsten Trolleybusstrecke der Welt. Wir bekommen einen tollen Blick auf das Schwarze Meer und die herrliche Küstenlandschaft. In Jalta herrscht Massentourismus. Bei der Schönheit der Stadt kann das niemanden wundern. Wir bummeln durch die schwülheiße Stadt entlang des Hafens und der Promenade. Es ist traumhaft.

Montag, 26. August: Wir haben alle nicht die beste Nacht gehabt, da der Verkehr auch nachts nur wenig nach ließ. So starten wir früh zum Livadia-Palast, den Zar Nikolaus II errichten ließ. Hier unterzeichneten 1945 Stalin, Churchill und Roosevelt auf der Yalta-Konferenz die Vereinbarung über die bedingungslose Kapitulation und Aufteilung in Besatzungszonen Deutschlands. Wir sind eine Stunde vor Eröffnung da. Trotzdem müssen wir noch fast eine Stunde nach Eröffnung auf unseren Einlass warten, da mehrere Schulklassen vor uns eingelassen wurden. Das hätte man besser regeln können. Wir sind sauer, denn bei Temperaturen von 30 Grad macht warten keinen Spaß. Nach der Besichtigung fahren wir auf der kleinen Küstenstraße durch kleine Dörfer mit vielen Kurven aber tollen Aussichten zum Vorontsov-Palast. Die Zufahrt ist beschwerlich. Wir lassen uns wegen der hohen Temperatur und Schwüle mit einem Elektrowagen durch den Palast, eher eine Burg, und die 40 Hektar große Anlage fahren. Nicht weit entfernt finden wir einen Übernachtungsplatz oberhalb des Schwarzen Meeres mit einer schönen Aussicht.

Dienstag, 27. August: Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Sewastopol. Die Küstenstraße mit ihren tollen Aussichten auf das Schwarze Meer ist traumhaft schön. Erst irren wir durch Sewastopol. Wir haben keine genauen Ortsangaben über den Campingplatz und unser Tom Tom hat die größte Bucht nicht kartographiert. Daher habe ich ein falsches Ziel gewählt. Nach Manfreds Daten auf Garmin klappte es dann besser. Nach dem wir mit meiner langen Teleskop-Astsäge uns den Weg freigesägt haben, finden wir hier auch einen Platz. Auf ukrainischen Campingplätzen läuft alles sehr einfach ab, sofern sie überhaupt auf Campingfahrzeuge eingerichtet sind. Zuerst sollen wir ca. 10 € pro Mobil zahlen, dann sind es auf einmal 15 €, da unsere Fahrzeuge größer sind. Wir verbringen den Nachmittag möglichst im Schatten. Zum Abend bereiten wir einen großen Topf Ratatouille zu. Inzwischen wird es schon um 20.30 Uhr dunkel, aber trotzdem ist die Wärme nur zögerlich aus den Mobilen zu bekommen.

Mittwoch, 28. August: Eine nahe Disco hat uns gnadenlos bis morgens um 4.00 Uhr mit dröhnender Dschungelmusik beschallt. Die ständigen Bässe haben uns weich geklopft und fast den Verstand geraubt. Um 8.30 Uhr brechen wir zur Besichtigung von Sewastopol auf. Zuerst geht es mit einem Kleinbus, Marshrutka, zum Fährhafen, dann weiter mit dem Schiff über die große Bucht zum Fähranleger. Von hier bummeln wir auf einem Rundweg um den Stadtkern mit seinen Sehenswürdigkeiten und wunderschönen Parkanlagen. Bei den Temperaturen ist das eine schweißtreibende Angelegenheit. Gut dass wir so früh gestartet sind, denn die 30 Gradmarke ist längst überschritten. In der Sonne ist es kaum auszuhalten. Das nahe Wasser des Schwarzen Meeres sorgt für die Schwüle. Mit neuen Eindrücken und einigen Fotos im Kasten treten wir den Rückweg an.

Donnerstag, 29. August: Putz- und Flickstunde – Entspannung. Als heutiges Foto habe ich lediglich die Duschen unsere Campingplatzes – gut dass wir unsere eigene im Mobil haben.

Freitag, 30. August: Nach mühsamer Ausfahrt aus dem Zelt- und Wagenbereich nehmen wir noch Frischwasser auf und verlassen den Platz. Wir wollen entlang der Westküste der Krim uns einen anderen Platz suchen. Die Suche gestaltet sich mühsam. Laut unserer Karte sollen hier sogar ein paar Campingplätze sein. Wir finden zwar einen, aber nicht seine Zufahrt. Dafür fahren wir in die letzten Gassen und Winkel der Dörfer. Das gibt sicher Gesprächsstoff für die nächsten Tage bei den Dorfbewohnern. Schließlich finden wir vor Berehove einen einfachen Platz in einem Kieferwäldchen direkt am Ufer.

Samstag, 31. August: Es ist bewölkt und hat sich etwas abgekühlt – das ist sehr angenehm. Bei Gaby hat sich eine heftige Erkältung eingestellt. Wir genießen den Tag.

Sonntag, 1. September: Heute scheint die Sonne wieder aus allen Knopflöchern. Es ist ruhig geworden, denn ab Morgen ist in der Ukraine und auch in Russland wieder Schule angesagt. Gestern Abend gab es keine Musik. Wir haben gut geschlafen, und wollen den heutigen Tag noch einmal genießen, bevor es morgen wieder auf die Piste geht. Der Tag verabschiedet sich mit einem traumhaften Sonnenuntergang über dem Schwarzen Meer.

Montag, 2. September: Unser heutiges Ziel heißt Cherson. Auf überwiegend guten Straßen verlassen wir die Halbinsel Krim. Entlang der Straße stehen unzählige Imkerfahrzeuge, die hier ihren Honig anbieten. Weiter gibt es immer wieder Verkaufsstände von Gemüse, Obst und Melonen. Das sind schon die reinsten Wochenmärkte, die hier auf die vorbei fahrenden Käufer warten. Um 15.00 Uhr fahren wir unseren Platz in Cherson, 100 Meter vom Hafen, an. Eine knappe Stunde später treffen auch Monika und Peter ein. Dem freudigen Wiedersehen folgt ein längerer Austausch über die jeweiligen Touren und Erlebnisse. Abends gehen wir gemeinsam in Cherson zum Abendessen. Den Abend beschließen wir mit einer Flasche Wein aus Inkermann, dem bekannten Weinort bei Sewastopol.

Dienstag, 3. September: Unser Übernachtungsplatz ist anscheinend vor einem öffentlichen Gebäude mit Publikumsverkehr. Kurz vor 8.00 Uhr steht ein Mann vor Manfreds Mobil und will mit ihm wahrscheinlich irgendwelche Münzen tauschen. Wegen Verständigungsschwierigkeiten bleibt das jedoch erfolglos. 10 Minuten später ist er mit einem Namensschild versehen wieder mit einem Polizisten da und wir sollen verschwinden. Ist das die Rache des kleinen Mannes? Wir bekommen noch 10 Minuten Zeit zugestanden. Da wir ohnehin schon fast reisefertig sind, fahren wir halt 10 Minuten eher als verabredet. Aber das kann der „kleine Mann“, der erste unfreundliche Ukrainer,  auch nur schwer abwarten. Unser heutiges Ziel ist die Millionenstadt Odessa. Mit viel Glück finden wir in Strandnähe am Stadtrand einen bewachten Parkplatz. Der Spaziergang entlang der Promenade zeigt das Saisonende an. Die zahllosen Restaurants, Imbissbuden und Shops sind teilweise schon geschlossen bzw. bereiten die Schließung vor. Einige Eifrige baden auch noch. Monika und Peter gehören auch dazu – das Wasser ist aber sehr kalt.

Mittwoch, 4. September: Um 9.00 Uhr brechen wir zur Stadtbesichtigung von Odessa auf. Doch erst einmal müssen wir mit der Marshrutka, dem Kleinbus, im morgendlichen Berufsverkehr ins Zentrum fahren. Der Bus ist knüppelvoll und dadurch auch brütend heiß. Nachdem wir das überstanden haben, wollen wir die Tourist Information suchen. Auf dem Weg kommen wir schon an einem Sightseeing-Unternehmen vorbei. Mit einem Elektrowagen machen wir unter deutschsprachiger Führung von Natascha, einer jungen Ukrainerin, eine einstündige Fahrt durch das Zentrum. Viele renovierte herrschaftliche Häuser aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts begeistern uns ebenso wie der große Baumbestand, überwiegend Platanen, mitten in der Stadt. Das Ganze ist durchsetzt von Parkanlagen und einigen modernen Gebäuden. Etwas enttäuschend ist das Wahrzeichen Odessas, die Potjomkinsche Treppe. Das volle optische Ausmaß der Treppe kann man heute nicht mehr sehen, da gegenüber des Teppenfußes ein Gebäude steht und somit die Aufsicht nicht mehr möglich ist. Durch einen optischen Trick, die Treppe wird noch oben am Ende der 192 Stufen schmaler als unten. Daher wirkt sie noch länger und höher, als sie ohne hin ist. Das Wetter heute ist durchwachsen. Heftiger Wind und einzelne Schauer werden von ein paar Sonnenstrahlen abgelöst. Nachmittags kehren wir fußkrank zu den Mobilen zurück.

Donnerstag, 5. September: Wir fahren anfangs auf mehr als 250 km guter Straße, darauf folgen weniger gute Strecken bis nach Kiew. Kiew hat mit den Vororten mehr als 3 Millionen Einwohner. Auf der Fahrt lässt sich der Herbst nicht mehr verleugnen. Die Laubfärbung nimmt immer mehr zu und kräftige Herbstwinde wehen uns entgegen. Am späten Nachmittag erreichen wir das Freilichtmuseum Pyrohiv. Auf dem Besucherparkplatz können wir übernachten.

Freitag, 6. September: Die Nachttemperatur ist auf nur 9 Grad abgesunken und der Himmel ist trüb. Um 10.00 Uhr öffnet das Museum seine Pforten. Hier sind aus allen Regionen der Ukraine alte Häuser, Mühlen und Kirchen abgebaut und hier wieder aufgebaut. Petrus zeigt sich jedoch von seiner feuchten Seite und macht so den Museumsbesuch unangenehm. Nur wenige Häuser bzw. Kirchen sind für den Besucher zugänglich. Meist werden sie erst vor uns aufgeschlossen. Auf unserer Reise durch Russland und die Ukraine haben wir mehr Vorhängeschlösser als je zuvor im Leben gesehen. Anschließend fahren wir den Campingplatz von Kiew an. Zum Abendessen bereiten wir wieder eine Ratatouille zu. Wegen des schlechten Wetters koche ich in der Heckgarage.

Samstag, 7. September: Wir werden von leichtem Regen auf dem Mobildach geweckt. Es ist kalt geworden – mit Mühe und Not überschreitet das Thermometer die 10 Gradmarke. Der Regen stellt sich bis zu unserem Abmarsch zur Stadtbesichtigung um 10.00 Uhr ein. Über Manfreds Sohn haben wir eine Kontaktperson, Olexandra, hier in Kiew, die uns heute ihre Stadt zeigen will. Sie holt uns direkt am Campingplatz ab. Zuerst fahren wir mit dem Trolleybus und dann weiter mit der Metro ins Zentrum. Olexandra ist die perfekte Stadtführerin. In absolut perfektem Deutsch erklärt sie uns die Sehenswürdigkeiten über Kathedralen, Bauwerke, Oper, Einkaufsstraße bis zu Klitschkos Haus. In einem riesigen SB-Restaurant essen wir zu Mittag. Erschöpft und fußkrank kehren wir zum Einbruch der Dunkelheit zu den Mobilen zurück. Kaum sind wir angekommen, meldet sich auch wieder der Regen zurück. Hier verabschieden wir uns von Olexandra mit einem kleinen Umtrunk. Olexandra hab vielen Dank für den tollen Tag, den Du uns bereitet hast.

Sonntag, 8. September: Zur gewohnten Zeit um 8.30 Uhr starten wir. Der Kiewer Stadtverkehr ist am Sonntag um diese Zeit noch ruhig, so dass wir gut aus der Stadt herauskommen. Wir haben heute 555 km vor uns bis zu unserem Ziel L’viv, früher Lemberg. Die Straßen sind sehr gut und mittags kommt sogar wieder die Sonne heraus. Nach der Landschaft könnten wir uns auch irgendwo in Mitteleuropa befinden. Die einsetzende Laubfärbung kündigt den kommenden Herbst an. In Lemberg finden wir am Stadtrand auf dem Gelände der Trabrennbahn unseren Stellplatz.

Montag, 9. September: Wir starten zur Besichtigung von L’viv mit dem Bus ins Zentrum. Die Fahrt dauert ½ Stunde und der Bus wird zum Bersten voll. Unterwegs im Bus spricht uns eine Dame auf Deutsch an. Sie hat mit ihrem Mann, einem russischen Offizier, 11 Jahre nahe Stendals gelebt. Sie weist uns im Zentrum auf einige Sehenswürdigkeiten hin, muss dann aber zu ihrer Arbeit. Am Abend will sie uns bei unseren Mobilen besuchen, da sie wieder einmal deutsch sprechen will und uns auch kennen lernen möchte. Außerdem wohnt sie sowieso in unserer Nähe. Wir durchstreifen Lemberg und lernen eine wunderschöne Stadt mit vielen alten Bauwerken kennen. Lemberg hat ein ganz eigenes Flair, schließlich ist die Altstadt auch schon seit vielen Jahren Weltkulturerbe. Die Bausubstanzen sind zum großen Teil schon restauriert bzw. noch in gutem Zustand. Reicher Baumbestand und viele Blumenbepflanzungen erfreuen das Auge. Wir sind begeistert. Viele Kirchen aller Konfessionen sind in der Stadt vertreten. Mittags essen wir in einem rustikalen Restaurant am Marktplatz. Am Abend kommt dann Tischenko Galiya zu uns zum Besuch. Es entwickelt sich eine angeregt Unterhaltung bis zum Einbruch der Dunkelheit. Es ziehen Nebel auf.

Dienstag, 10. September: Zu gewohnter Zeit sind wir reisefertig. Die Nebel haben sich über Nacht wieder verzogen, so dass wir nach einem letzten Einkauf zur Vernichtung der ukrainischen Währung wieder auf die Piste gehen. Die Straßen sind gut und so kommen wir auch gut voran. Die Ausreise aus der Ukraine geht flott, die Einreise nach Polen geht etwas langsamer von statten. Viel langsamer voran geht aber der Erwerb einer Viatoll-Box, das ist schon für Österreich langwierig, aber für Polen noch viel ,viel, viel länger. Aber irgendwann ist auch das überstanden. Jetzt haben wir natürlich erwartet, dass die Autobahn nicht nur auf der Landkarte existiert. Wir durchfahren fast auf der gesamten Strecke bis Krakau nicht nur schöne Landschaften, sondern auch jede Menge Städte und Dörfer. Auf der Autobahn sind Schallschutzwände kilometerlang aus Glas aufgestellt. Anders als bei uns können die Anwohner direkt von ihren Grundstücken auf die Bahn auffahren. Damit das funktioniert, sind in der gläsernen Schallschutzwand riesige gläserne Schiebetüren eingebaut, die oft offen stehen. Wer das wohl bezahlt? Kurz vor Krakau meldet die Viatoll-Box durch zweimaliges Piepen beim Unterfahren der Mautbrücken, dass unser Guthaben geringer geworden ist – wir sollten nachladen. Der Campingplatz in Krakau ist herrlich grün. Wir stehen auf Rasen unter großen Bäumen. Alles ist sehr sauber.

Mittwoch, 11. September: Gut ausgeschlafen geht es weiter westwärts. Auf der ersten Tankstelle auf der Autobahn lassen wir unser Guthaben der Viatoll-Box überprüfen. Wieder ist das sehr umständlich. Wir sollten bis zum Grenzübergang nach Deutschland noch nachladen. Wahrscheinlich ist das aber gar nicht nötig, denn auf großen Streckenabschnitten wird direkt kassiert. Hier ist die Box nicht nötig. Vor der Ausreise aus Polen wollen wir die Box zurückgeben und Pfand und Restguthaben uns erstatten lassen. An der ersten Stelle sei das angeblich nicht möglich und wir werden weiter verwiesen. An der zweiten Stelle ist es angeblich ebenfalls nicht möglich, das würde erst nach der Grenze an der Tankstelle geschehen. Dort gibt es aber keine. Kundenfreundlichkeit sieht wohl aber ganz anders aus. Hoffentlich können wir von zu Hause aus die Box zur Erstattung einschicken. So verärgert man Reisemobil-Touristen. Total vergrellt fahren wir zu dem Stellplatz von Cottbus. Dieser ist verriegelt und verrammelt. Nur zu den Kassenstunden des nahen Zoos gibt es den Schlüssel für den obendrein überteuerten Platz. Wir machen auf dem davor liegenden Parkplatz Station. Abends gehen wir in die Stadt. Im griechischen Restaurant Olympia am Altmarkt nehmen wir unser Abschiedsessen ein. Wir essen ganz vorzüglich. Wir bedanken uns hier bei Peter und Monika für die tolle Reise und ihre vorbereiteten Arbeiten und Organisation. Es war für uns ein großes Erlebnis mit einer Fülle von Eindrücken, die wir erst noch in den nächsten Wochen verarbeiten müssen. Wir haben uns untereinander alle bestens verstanden, so dass es eine harmonische Reise war. Von den Erinnerungen können wir noch lange zehren.

Als wir im Lokal aufbrechen und uns nach dem kürzesten Rückweg zu den Mobilen erkundigen, fahren uns die beiden Eigentümer ganz selbstverständlich mit ihren Pkws zurück zu unserem Parkplatz. So viel Gastfreundschaft findet man nur selten. Vielen Dank an die Beiden.

Donnerstag, 12. September: Die letzten Kilometer liegen jetzt vor uns. Aber man soll sich nie zu früh freuen. Bei Manfreds Wagen war schon gestern die Servolenkung an der letzten Zahlstation in Polen ausgefallen. Wir haben einen gerissenen Keilriemen vermutet. Heute früh kommen noch schleifende und schlagende Geräusche dazu. Also geht es erst einmal in die Cottbuser Mercedes-Werkstatt. Hier ist der Fehler schnell gefunden. Zwei Keilriemen sind gerissen. Einen Ersatzriemen hat Manfred dabei, der zweite muss besorgt werden und kommt erst mittags. Hermi und Manfred wollen hier alleine warten. Wir sollen schon fahren, schließlich sind wir ja wieder in Deutschland. Also lassen wir die Beiden zur Reparatur alleine zurück. Kurz vor Berlin trennen wir uns auf der Autobahn von Monika und Peter, die weiter Richtung Hamburg heimwärts müssen. Bei Berlin steht ein riesiger Stau von mindestens einer Stunde, den wir südlich umfahren. Gegen 15.00 Uhr treffen wir nach genau 3 Monaten und gut 18.000 km wieder am heimischen Herd ein. Hermi und Manfred treffen in Braunschweig nach Reparatur und Stau bei Berlin gegen 20.00 Uhr ein.

Resümee: Wir haben eine sehr interessante Reise erlebt. Die meisten Vorurteile über Russland und speziell Sibirien treffen nicht zu. Das Land ist unendlich groß und weit – aber die langen Fahrstrecken sind auch eintönig. Die Natur ist überwältigend – ganz besonders rund um den Baikalsee. Hier haben wir die stärksten Eindrücke sammeln können. Besonders faszinierend waren die stets wechselnden Farbspiele des Sees und der Berghänge und Landschaften je nach Sonneneinstrahlung.

Die Städte und deren Menschen entsprechen ganz normalen europäischen Städten. Die Dörfer hingegen machen einen traurigen und oft trostlosen Eindruck. Die jungen Menschen wandern ab in die Städte und die alten bleiben zurück. Die Menschen auf den Dörfern werden von dem Wandel nicht mitgenommen.

Die Menschen machen einen unnahbaren Eindruck. Ist das noch der alte Überwachungsstaat, wo keiner dem anderen traute? Hat man aber erst einmal Kontakt gefunden, sind alle sehr freundlich und zuvorkommend. Ein großes Interesse an uns und unserer Reise sowie auch eine große Gastfreundschaft und wenn nötig auch Hilfsbereitschaft kamen uns dann entgegen.

Die Straßen sind zum größten Teil in Ordnung oder sogar sehr gut. Es wird mit riesigem Aufwand an der Verbesserung der Infrastruktur gearbeitet. Ein kleinerer Teil der Straßen ist schlecht oder sogar sehr übel. Wenige Kilometer staubige Piste gibt es allerdings immer noch. Am schlimmsten sind die Ortsdurchfahrten. Hier muss oft Slalom um die Schlaglöcher gefahren werden. Der Fahrstil ist riskant bis todesmutig. Das russische Überholen gleicht häufig dem russischen Roulett.

Polizeikontrollen haben wir in Russland nur zweimal erlebt. Es war allerdings nur Neugierde. Ein kurzer Blick in die Papiere, und wir konnten weiter fahren. Ähnlich sah es auch in der Ukraine aus.