Reisebericht

Tschechische Republik, Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Albanien, Montenegro, Kroatien, Italien

17. Aug. - 11. Nov. 2015

Ursprünglich wollten wir in diesem Jahr in den Iran fahren. Wegen der Unruhen im Jemen, wo indirekt Iran und Saudi Arabien auf einander stoßen, haben wir das aufgegeben. Hier treten Erzfeinde – Sunniten gegen Schiiten – sich gegenüber. Dann haben wir umgeplant und wollten endlich wieder in die Türkei. Doch auch hier änderte sich die politische Situation. Die Türkei greift nach einem Anschlag in Suruc die IS und die PKK an. Das zieht Anschläge in der Türkei nach sich. Wir haben wieder umplanen müssen.

Sonntag, 16. August 2015: Wir haben im Familienkreis den 90. Geburtstag meiner Mutter im Hochsauerland gefeiert. Von hier brechen wir auf, um uns mit unseren Freunden Manfred und Hermi und Bernhard und Rita in Winzer zu treffen. Nach 8 stündiger Fahrt treffen wir in Winzer, kurz vor Passau, ein. Wir stehen wie immer vor dem Sportplatz in Sichtweite zur Donau. Hier werden wir auch schon mit großem Hallo erwartet. Bernhard und Rita haben ein leckeres Abendbrot mit selbst geangeltem und gebeiztem Lachs sowie selbst geangeltem und eingelegtem Brathering vorbereitet. Manfred hat den ersten Rotwein geöffnet. Ja, so macht es Spaß, begrüßt zu werden.

547 km            43°43‘07‘‘  13°05‘04‘‘

Montag, 17. August 2015: Wir starten nach ruhiger Nacht. Unser heutiges Ziel heißt Chesky Krumlow in der Tschechischen Republik. Es regnet bis in den Nachmittag hinein. Die Fahrt verläuft durch eine wunderschöne Landschaft, deren Schönheit wir bei diesem Wetter mit teils tiefliegenden Wolken nur erahnen können. Dank dem Schengener Abkommen fahren wir reibungslos über die Landesgrenze. In Chesky Krumlow, ehemals Krumau, finden wir dicht unter dem Schloss – der Burg – einen Parkplatz für die Mobile. Hier können wir auch über die Nacht stehen. Nach dem Essen starten wir zur Besichtigung von Schloss/Burg. Hier hat das Geschlecht der Schwarzenberger residiert und regiert. Die Dimensionen sind gewaltig. Doch heute ist Montag, so dass eine Besichtigung der Innenräume nicht möglich ist. Auch hier sind montags Museen geschlossen. Weiter geht es durch die malerische Altstadt eingeschlossen von einer Moldauschleife. Altstadt und Schloss/Burg stehen auf der Liste der Weltkulturerbe der UNESCO. (Details bei Wikipedia).

146 km            48°48‘59‘‘   14°18‘33‘‘


Fotos können per Klick vergrößert werden.

Dienstag, 18. August 2015: Unser Weg heute führt uns durch den südlichen Teil der Tschechischen Republik nach Österreich an das südliche Ende des Neusiedler Sees. Das Wetter ist weiterhin trüb und regnerisch, so dass uns wieder die Schönheit der Landschaft weitest gehend hinter Wolken, Nebel und Regenschwaden verborgen bleibt. Die Straße ist kurvenreich und wir fahren bergauf und bergab. Am Nachmittag treffen wir auf dem Stellplatz in Oslip ein. Er liegt einsam am Dorfrand und wir sind die einzigen Besucher. Die Abendstunden verbringen wir vor den Mobilen, denn inzwischen ist es trocken geworden und teils scheint auch die Sonne.

391 km  47°50‘28‘‘  16°37‘32‘‘

Mittwoch, 19. August 2015: Nach ruhiger Nacht sind wir schnell am Grenzübergang nach Ungarn. Durch Österreich sind wir auf mautfreien Straßen gefahren. Hier in Ungarn müssen wir Maut entrichten – 24 € für 10 Tage. Auf Landstraße geht es bis kurz vor Győr und dann bis südlich von Budapest auf der Autobahn. In Szolnok finden wir am Sportzentrum einen Parkplatz. Hier stehen wir über Nacht.

360 km   47°10‘04‘‘  20°11‘45‘‘

Donnerstag, 20. August 2015: Das regnerische Wetter lässt uns nicht los. Unser Weg führt weiter ostwärts nach Rumänien. Die Einreise läuft wieder völlig problemlos. Die Maut beträgt für uns 10 € - die Freunde bezahlen nur 5 €. Alle Mobile wiegen über 3,5 t und sind in der gleichen Mautklasse. Die Fahrt durch Rumänien mit seinen fast endlosen Straßendörfern zieht sich entsprechend lange hin. Zudem sind wir in einer neuen Zeitzone und müssen die Uhren eine Stunde vorstellen. In Cluj-Napoca (Klausenburg) stehen wir dann auf dem gleichen Campingplatz Faget wie 2004. Wir sind die einzigen Gäste. Wie auch bei unserem ersten Rumänienbesuch lassen wir uns vom Pizzadienst beliefern. Sehr lecker aber gewaltig groß sind die Pizzen. An einer müssen zwei Personen ganz schön stemmen. Die zweite bleibt dann für morgen. Die werden wir in der Pfanne aufwärmen.

304 km   46°43‘35‘‘  23°34‘53‘‘

Freitag, 21. August 2015: Um 10.00 Uhr starten wir mit zwei Taxen in das Zentrum von Klausenburg. Bei starkem Verkehr erreichen wir den Platz der Vereinigung, einst der größte Marktplatz Europas. Vor der römisch-Katholischen Kirche Sankt Michael steht das große Denkmal mit der Statue von König Michael Corvinus. Wir besuchen das Apotheken-Museum und bummeln durch das Zentrum. Wir finden ein gutes Restaurant, wo  wir ein hervorragendes rumänisches Festmahl einnehmen. Nachdem wir noch die Fassade des restaurierten Theaters (vor 11 Jahren konnten wir es auch von innen besichtigen) besucht haben, starten wir zurück zu unseren Mobilen.                                             

Samstag, 22. August 2015: Morgenstund hat Gold im Mund – und so starten wir bereits um 8.00 Uhr. Unser Ziel ist das rumänisch-orthodoxe Kloster Sucevita. Bei trübem Wetter mit gelegentlichem Sprühnebel starten wir in die südlichen Karpaten. Endlose Straßendörfer, nicht endende Kurve und ständiges auf und ab lassen die Fahrt langwierig werden. Dann endlich erreichen wir das Kloster. Es handelt sich um ein aktives Nonnenkloster. Es ist wie eine Festung von einer Mauer mit Wehrtürmen umgeben. Die eigentliche Kirche befindet sich im Inneren. Sie ist innen und auch außen über und über mit Fresken bedeckt. Diese sind viele hundert Jahre alt und noch immer gut erhalten. Die Zusammensetzung der Farben können die Wissenschaftler auch heute noch nicht analysieren. Die Fresken sind auch außen, um den Gläubigen, die beim Gottesdienst in der Kirche keinen Platz finden, dort die biblische Geschichte näher zu bringen. Sucevita ist das jüngste und besterhaltene Kloster dieser Art im Kaukasus und wie die anderen auch Weltkulturerbe.

299 km  47°46‘46‘‘  25°42‘37‘‘

Anschließend fahren wir noch weiter bis Tupilati. Hierbei verlassen wir die Berge und kommen langsam wieder in flacheres Land. So ist morgen unsere Tour nicht so lang. Wir müssen uns etwas beeilen, da wir mit unserer Zeitplanung etwas in Bedrängnis geraten. Eine Maut für 7 Tage gelöst, lässt uns in Wirklichkeit nur 5 Tage Zeit, da sowohl der Einreisetag wie auch der Ausreisetag als voller Tag zählen. Wir finden Platz zur Übernachtung hinter einer Tankstelle. Im benachbarten Lokal essen wir zu Abend.

129 km   47°05‘53‘‘  26°41‘52‘‘

Sonntag, 23. August 2015: Weiter geht es Richtung Donaudelta. Viel Kurven – auf und nieder – und endlose Straßendörfer bestimmen unseren Weg bei bedecktem Himmel. Straßendörfer – hier ziehen sich die Häuser entlang der Hauptstraße. Selten gibt es Quer- oder Parallelstraßen. Fast ausschließlich steht nur ein Haus auf dem Grundstück. Diese Dörfer sind schmal aber endlos lang. Heute sind wir über 20 km durch vier zusammen gewachsene Dörfer gefahren. Das kostet viel Zeit. Nach ca. 250 km haben wir dann per Fähre die breite Donau überquert. (ca. 8 €) Nach weiteren 100 km haben wir dann endlich Murighiol erreicht. Hier stehen wir auf den schönen Campingplatz Lac de Murighiol. Der Platz ist sehr schön, die Sanitäranlagen sind picobello sauber und der Chef ist überaus freundlich. Her ist an alles gedacht. Wir können hier sogar unseren morgigen Bootsausflug durch das Donaudelta buchen. (Platz mit 2 Pers. 10,50 €, Bootsausflug 3,5 – 4 Std. 45,00 € pro Person)

369 km   45°02‘30‘‘   29°09‘26‘‘ 

Montag, 24. Aug. 2015: Die Nacht heute war kurz. Um 5.30 Uhr klingelt der Wecker. Um 7.00 Uhr müssen wir reisefertig sein. Nach einem gemütlichem Frühstück, Butterbrot schmieren, Rucksack packen und fertig aufgerödelt sein, geht es zum Bootshafen und auf die Tour durch das Donaudelta. Der Chef unseres Campingplatzes fährt uns selbst in seinem Boot. Er hält bei allem, was sehenswert ist, an und erklärt auch in Deutsch. Wir erleben Natur in ihrer schönsten und ursprünglich Art was Flora und Fauna betrifft. Wir sehen neben Möwen, Enten, Blässhühnern auch Graureiher, Schwarzreiher, Silberreiher, Nachtreiher, Drommeln, Pelikane, Seeschwalben, Kormorane und noch viel mehr. Nach fast vier Stunden kehren wir zum Ausgangspunkt zurück. Einen kleinen Teil des rund 3000 km² großen Deltas konnten wir sehen. Wir sind von diesem Welterbe beeindruckt.

Dienstag, 25. August 2015: Nach dem Ver- und Entsorgen (gute Bodenentsorgung) machen wir uns auf den Weg nach Mamaia. Inzwischen ist es warm und sonnig geworden. In der Mittagszeit treffen wir ein und finden schnell den guten Campingplatz „S“. Hier ist alles sehr sauber und ruhig, was für die rumänischen Plätz nicht selbstverständlich ist. Das haben wir in der Vergangenheit schon anders erlebt. Am Nachmittag gehen wir im Schwarzen Meer baden. Der in der Brandung aufgewirbelte Sand spiegelt sich im Wasser golden.

156 km   44°17‘05‘‘  28°37‘13‘‘

Mittwoch, 26. August 2015: Die Nacht verlief sehr ruhig aber auch sehr feucht. Schon gestern Abend legte sich starker Tau über alles. Heute Morgen sind alle Fenster des Mobils dicht beschlagen. Bernhard und Gaby gehen als einzige noch einmal ins Meer zum Baden. Um 10.00 Uhr starten wir, denn unsere Maut läuft heute ab, so dass wir Rumänien verlassen müssen. Die Einreise nach Bulgarien verläuft problemlos. Wir kaufen eine Maut-Vignette für 13 € mit einer Gültigkeit von 5 Tagen. Am „Goldstrand“ finden wir in der Bucht Ikantalaka bei dem Ort Topola einen schön gelegenen Campingplatz direkt am Wasser. Es herrscht kräftiger Wind mit Schaumkronen auf dem Meer.

120 km   43°24‘22‘‘  28°15‘02‘‘

Donnerstag, 27. August 2015: Heute ist relaxen angesagt. Wir baden, lesen, spielen und gehen gut essen.

Freitag, 28. August 2015: Die gebuchte Mautzeit treibt uns trotz des guten Wetters und der tollen Badebucht weiter. Die Straßen sind bis auf eine Baustelle in guten Zustand, so dass wir gut vorankommen. In Shumen machen wir eine Zwischenstation. Hier steht die größte Moschee Bulgariens und die zweitgrößte des Balkans. Leider ist sie in einem sehr desolaten Zustand.

148 km   43°16‘13‘‘  26°54‘37‘‘

Wir verlassen Shumen. Die Stadt ist im Vergleich zu rumänischen Städten ärmer und zum Teil recht trostlos. Unsere heutige Endstation ist der Campingplatz Veliko Tarnovo vor der gleichnamigen Stadt im Dorf Dragizhevo gelegen. Er entspricht gutem mitteleuropäischem Standard – sehr gepflegt, parzelliert, tolle Sanitäranlagen freundliche Mitarbeiter und ein gutes Restaurant.

140 km   43°03‘59‘‘  25°45‘14‘‘

Samstag, 29. August 2015: Schreckensnachricht am frühen Morgen. Der Kühlschrank hat seine Dienste eingestellt. Erst vor ca. 2 Monaten wurde zum zweiten Mal das Aggregat wegen Kältemittelverlustes ausgetauscht. Ich kann aber keinen Abgang des Mittels feststellen. Ich tausche die Düse gegen eine Ersatzdüse, die wir immer an Board haben, aus. Hoffentlich ist das die Ursache.

Um 10.00 Uhr starten wir mit 2 Taxen in die Stadt. Vor der Tourist-Info spricht uns Theodora, genannt Thedi, an. Sie jobbt hier und spricht ein gutes Deutsch. Sie ist in der 11. Gymnasialklasse und war schon 1 Jahr als Austauschschülerin in Deutschland. Sie will uns 2 Stunden durch die Stadt führen und uns vieles erklären. Unter anderem führt sie uns auch in eine alte Russisch-Orthodoxe Kirche. Deren verblassender Glanz und ihre Prächtigkeit beeindrucken uns. Sie führt uns durch viele alte kleine Gassen und vermittelt uns einen Eindruck ihrer Heimatstadt. Vielen Dank Thedi. Nach einem Restaurantbesuch treten wir die Rückreise zum Campingplatz an. Der eine Fahrer kennt unseren Platz nicht und zeigt uns halb Bulgarien. Zurück auf dem Patz müssen wir leider feststellen, dass unser Kühlschrank noch immer nicht seinen Dienst wieder aufgenommen hat. Hoffentlich kann uns die Firma Zampetas in Thessaloniki/Griechenland weiterhelfen. Hier haben wir schon 2003 gute Erfahrungen machen können.

Sonntag, 30. August 2015: Heute soll es um 10.00 Uhr weiter gehen. Doch bereits um 6.00 Uhr hören wir bereits Stimmen. Um 7.00 Uhr geht dann der Wahnsinn los. Das Tor des Campingplatzes wird geöffnet und unzählige PKW und Lieferwagen nehmen den Platz in Besatz. Ruckzuck werden Decken ausgebreitet, Tische aufgebaut und allerlei Krempel ausgestellt. Wir stehen mitten in einem Flohmarkt. Es herrscht reges Treiben. Wir brechen eine halbe Stunde eher als geplant auf. Unser Weg führt uns zum Kloster Troyan. Schon der Parkplatz ist gut besucht ganz zu schweigen vom Kloster selbst. Nicht nur die weltlichen Herrscher auch die Vertreter Gottes haben sich immer die besten Plätze ausgesucht. Das Kloster ist hervorragend restauriert und erstrahlt im orthodoxen Glanz. Im Innenhof stehen große Koniferen. Die Häuser haben umlaufende Holzbalkone und die Dächer sind mit schweren Steinplatten gedeckt. Die orthodoxe Kirche ist außerordentlich prächtig. Beeindruckt verlassen wir das Kloster.

104 km   42°51‘48‘‘  24°46‘92‘‘

Nach einem kurzen Imbiss beschließen wir noch weiter zu fahren. Damit die morgige Etappe nicht so groß wird. Doch der Weg wird mühsam. Entgegen dem Rat unserer Navis wählen wir den Weg über den Trojanski-Paß mit einer Höhe von 1525 m üNN. Die vielen Kurven und Spitzkehren sowie die starken Steigungen fordern ihren Tribut. Zweimal müssen wir anhalten, weil Manfreds Wagen das Kühlerthermometer bei einer Außentemperatur von mehr als 35° C über die 100 Grad Marke steigen lässt. Bergab geht es dann aber leichter. Hier müssen wir „nur“ an unsere Bremsen denken, damit diese nicht überhitzen. Dann geht es an Sofia im zähen Nachmittagsverkehr vorbei. Wir suchen einen Übernachtungsplatz entlang eines großen Sees – leider vergeblich. Auf einem Parkplatz in Samokov übernachten wir dann.

239 km   42°20‘06‘‘  23°033‘10‘‘

Montag, 31. Aug. 2015: Wegen der hohen Tagestemperatur starten wie bereits um 7.30 Uhr. Die Straßen sind heute nicht so gut, aber wir kommen gut voran. Auf einem Nebenweg mit einer Baustelle erreichen wir dann den Ort Rila. Nach 20 weiteren Kilometern stehen wir vor dem Kloster Rila. Es übertrifft das Kloster Trojan an Pracht und Größe um einiges. Prunk und Pracht der Bauten und Fresken sind einfach überwältigend. Das Ganze setzt sich in der Kirche fort. Die Ikonostase, die Seitenflügel, Leuchter und alles andere glänzen in reinem Gold. Gestern waren wir beeindruckt, heute sind wir erschlagen.

87 km   42°07‘58‘‘  23°20‘22‘

Nach zwei weiteren Kilometern stehen wir in reinster Natur an einem Bergbach auf dem hiesigen Campingplatz. Wir stehen auf satt grünem Rasen unter stahlblauen Himmel inmitten hoher Bäume - herrlich. Die Betreiber bereiten uns zu Mittag eine große Portion bulgarischen Salat und auf offenem Feuer gegrillte Forellen – es waren nicht die kleinsten. Einfach vorzüglich!

2 km   42°08‘33‘‘   23°21‘28‘‘

Dienstag, 1. September 2015: Die hohen Tagestemperaturen veranlassen uns, bereits um 7.00 Uhr zu starten. Hier auf gut 1200 Metern Höhe haben wir nur 10° C. Aber je tiefer wir kommen, so höher steigen die Temperaturen. Kurz vor der Ausreise aus Bulgarien fährt sich Rita an der Tankstelle an einem scharfen Metallteil einen Schnitt in den Hinterreifen. Vorsichtshalber fahren wir im ersten Ort nach der griechischen Grenze eine Werkstatt an. Bei den Flickarbeiten findet sich auch noch ein Hufnagel im Reifen. Nachdem alles wieder in Ordnung ist, setzen wir unsere Fahrt nach Ouranopoli fort. Dies ist der letzte Ort auf der Halbinsel Athos, dem östlichen Finger von Chalkidike. Hier finden wir wie bereits 2002 am Ortsende direkt am Wasser unseren Stellplatz. Ein Stück weiter beginnt der Mönchsstaat.

314 km   40°12‘25‘‘  23°59‘11‘‘

Mittwoch, 2. September 2015: So habe ich in meinem Bericht vom 22. Oktober 2002 geschrieben: Hier befinden wir uns am Ende der irdischen Welt, wenige 100 Meter weiter beginnt die göttliche. Hier beginnt der Mönchsstaat Athos, in dem 40.000 Mönche in vielen Klöstern unter Selbstverwaltung leben. Mit einem Ausflugsschiff fahren wir an der Küste entlang. Auf dieser Fahrt können wir einige Klöster von der Seeseite besichtigen, denn der Zugang nach Athos ist uns verwehrt. Frauen dürfen Athos überhaupt nicht betreten. Angeblich sind nicht einmal weibliche Tiere hier geduldet. In Ouranapoli finden wir einen schönen Platz am Wasser in Orts- und Hafennähe, wo wir übernachten. Am Abend essen wir im Ort.

Es hat sich nicht viel geändert, außer dass sowohl im Ort als auch im Mönchsstaat, soweit wir das vom Schiff aus sehen können, beträchtlich aufgerüstet wurde. Der Ort selbst ist fast schon brutal nur auf Tourismus ausgerichtet, im Mönchsstaat ist viel modernisiert und neu gebaut worden. Wo hier wohl das viele Geld her kommt? Der Mönchsstatt ist rein russisch-orthodox und griechisch-orthodox.

Donnerstag 3. – Sonntag 6. September 2015: Schon früh, 8.10 Uhr, verlassen wir unseren Platz, damit wir durch die enge Geschäftsstraße von Ouranopoli noch gut durch kommen. Wir wollen auf den mittleren Finger Chalkidikis, die Halbinsel Sithonia . Schon früh finden wir eine Bucht mit guter Zufahrt für die Mobile und einem tollen Sandstrand. Wir stellen unsere Mobile in Form einer dreieckigen Wagenburg auf. So finden wir im „Innenhof“ mit Hilfe unserer Markisen, Laken und Schirmen einen schattigen Platz. Das ist auch dringend nötig, denn die Sonne brennt gnadenlos. 33°- 35° C im Schatten und eine hohe Luftfeuchtigkeit machen uns schon etwas zu schaffen. Das Wasser ist hier in der Bucht kristallklar und sauber. So finden wir hier 3 x täglich eine willkommene Abkühlung. Wir genießen die Zeit mit gemeinsamen Klönen, Kochen, Spielen und Lesen. Es ist herrlich.

45 km   40°18‘35‘‘  23°41‘45‘‘

Montag 7. – Dienstag 8. September 2015: Bevor wir in „unserer“ Bucht Wurzeln schlagen, geht es heute weiter. Unterwegs werden Einkäufe und Ver- bzw. Entsorgung vorgenommen. Entlang der Ostküste finden wir keine geeignete Möglichkeit für uns, um irgendwo zu stehen. Wir fahren durch den gebirgigen Teil Sithonias. Es geht teils recht heftig auf und ab. Im Hafenstädten Porto Kuofos finden wir direkt am Hafenbecken die Möglichkeit zum Stehen. Vier Meter vor uns stehen die kleinen Fischerboote mit ihren Netzen. Hier herrscht reges Treiben. Zum Abend bietet sich eine traumhafte Kulisse in der beleuchteten Bucht. Am Dienstag ist der Himmel heftig bewölkt und bald stellen sich auch einzelne Schauer ein. Eigentlich wollten wir heute weiter fahren in „unsere Pufferbucht“ (Bericht Griechenland 2002). Wegen des Wetters verlängern wir hier aber um einen Tag.

76 km   39°58‘16‘‘   23°55‘03‘‘

Mittwoch, 9. – Freitag, 11. September 2015: Auf dem Weg in unsere „Pufferbucht“ füllen wir in Toroni in einem Supermarkt noch einmal unsere Vorräte auf. Die Bucht ist gut besucht. Es stehen ein paar Wohnmobile hier. Ein Strandimbiss mit einigen Sonnenliegen und –schirmen hat sich angesiedelt, der entsprechend frequentiert wird. So gibt es jetzt ein ständiges Kommen und Gehen. Da war es vor 13 Jahren doch viel ruhiger und einsamer hier. Das Wetter hat sich geändert, es ist leicht bewölkt. Auf jeden Fall müssen wir hier Puffer backen! Der Donnerstag ist zu windig, da gehen wir in Toroni lecker essen. Die Spaghetti mit Meeresfrüchten sind die absolute Spitze oder anders gesagt: eine Hochzeitsnacht auf der Zunge. Aber der Freitag ist endlich Puffertag. Nachdem unsere Frauen die Vorarbeit geleistet haben, wird vereint gerieben was das Zeug hält. Dann geht es ans Braten und Essen. Lecker. So verbringen wir die Zeit mit baden, spielen, spazierengehen, klönen und auch angeln.

3 km   39°59‘30‘‘  23°53‘34‘‘

Samstag, 12. September 2015: Langsam nähern wir uns Thessaloniki. Wir fahren teilweise auf wunderschönen kleinen Nebenstraßen entlang der Küste immer auf der Suche nach einer neuen Bucht. Südlich vom Ort Nikiti finden wir eine riesige trostlose Bucht mit tollem Sandstrand und einer Sicht über das Meer rüber zum dritten Finger Chalkidikis nach Kassandra. Offensichtlich sollte hier etwas völlig Neues entstehen, denn es ist einiges gerodet und aufgeräumt. Aber das war es dann auch. Wahrscheinlich ist einem möglichen Investor das Geld ausgegangen oder die wirtschaftliche Situation zu unsicher geworden. Direkt hinter dem Strand nehmen wir Aufstellung. Für einen Tag bleiben wir hier.  

35 km   40°11‘33‘‘   23°41‘31‘‘

Sonntag, 13. September 2015: Nach einem Morgenbad im Meer starten wir wegen des bedeckten Himmels. Unser Tagesziel heißt Thessaloniki. Da in Griechenland die Lebensmittelgeschäfte auch sonntags geöffnet haben, füllen wir beim Lidl wieder unsere Vorräte auf. Mittags treffen wir bei der Firma Zampetas ein, die in einem Vorort einen Wohnwagen, Wohnmobil und Campinghandel sowie eine entsprechende Werkstatt betreiben. Sie bieten auch einen Stellplatz bzw. Camperstop auf ihrem Betriebsgelände an. Doch das ist sonntags geschlossen. Aber wir haben Glück, der Monteur ist zufällig anwesend, öffnet uns und verabschiedet sich sofort wieder. Wir verbringen hier bei 30°C den Nachmittag im Schatten. Gesellschaft leistet uns Willi der Wachhund. Er ist froh, nicht alleine zu sein.

Auf dem benachbarten Betriebsgelände einer Kfz-Werkstatt lasse ich an unserem Mobil die Bremsbeläge wechseln. Die Kotrollleuchte signalisiert den Wechsel schon seit einiger Zeit. Die Bremsklötze sind weit abgefahren und einer ist auch gebrochen. Bernhard beschließt, seine Solaranlage erweitern bzw. erneuern zu lassen. Das soll morgen geschehen. Bei Manfred wird die Markise gerichtet. So vergeht der Montag.

Am Dienstag starten wir zur Stadtbesichtigung. Im übervollen Bus starten wir mit einmaligem Umsteigen bei IKEA, hier ist ein Busbahnhof, zum „Weißen Turm“, dem Wahrzeichen von Thessaloniki. Ab hier geht es mit einem Sightseeing-Bus zur Stadtrundfahrt. Der Busfahrer ist ein wahrer Künstler. Er meistert die engsten Kurven und schmalsten Passagen mit Bravour. Denn die Park-Moral der Autofahrer ist brutal und hemmungslos. Leider klappt es an anderer Stelle nicht alles so ganz. Bei unserer ersten Haltestelle zur Besichtigung der Agia Sofia, der größten Kirche der Stadt, werden wir erst nach der doppelten Zeit wieder eingesammelt und der Bus ist voll, so dass wir stehend und ohne Erklärung über Kopfhörer weiterfahren müssen. An der nächsten Station, dem Byzantinischem Kastell hoch über der Stadt, brechen wir dann die Weiterfahrt ab und kehren mit einem Taxi zurück ins Zentrum. Hier essen wir und bummeln dann durch die Marktstände. Die Hackklötze der Schlachter würden jedem Lebensmittelkontrolleur  in Deutschland die Hände über den Kopf schlagen lassen. Die erste negative Begegnung mit einem Griechen haben wir an einem Gemüsestand. Als er merkt, dass wir Deutsche sind, schimpft er laut: Fuck Merkel, fuck Schäuble. Ob der sich überhaupt Gedanken macht, dass wir ihm nicht nur unseren Einkauf bezahlt haben. Wir bummeln weiter bis zum weißen Turm und fahren mit einem kleinen Dampfer bis zum Hafen Peraia und noch eine kleine Strecke mit dem Bus zurück zu unseren Mobilen.

Auf dem Dach von Bernhards Mobil sind inzwischen zwei neue Solarpaneelen montiert. Morgen muss noch die abschließende  Verkabelung erfolgen.

90 km   4030‘10‘‘   22°58‘15‘‘

Mittwoch, 16. September 2015: Nachdem die Solarpaneelen verkabelt sind, verabschieden wir uns von Herrn Zampetas und seinen Mitarbeitern. Diesen Platz können wir nur wärmstens empfehlen. Ein toller Platz – selbst die Benutzung der Waschmaschiene ist kostenlos, Die Werkstatt arbeitet sehr gut und alle sind außerordentlich freundlich. Die Familie Zampetas spricht perfekt deutsch und die Mitarbeiter auch. Auf dem benachbarten Betriebsgelände einer Tankstelle und Waschanlage lassen wir die Mobile waschen. Dann starten wir nach Vergina. Auf dem hiesigen Stellplatz beziehen wir Station. Wir besichtigen das unterirdische Museum der Grabstelle von Phillip II, dem Vater von Alexander dem Großen. Ich selbst besichtige es zum dritten Mal. Es ist immer wieder beeindruckend. Abends auf dem Platz bereiten wir uns ein Tajine. Auf dem Markt in Thessaloniki hatten wir gestern ein „Beinchen“, eine Lammkeule, und Bohnen kaufen können. Lecker!

114 km   40°29‘06‘‘  22°19‘10‘‘

Donnerstag, 17. September 2015: Unser heutiges Ziel sind die Meteora-Klöster. Auf guten Straßen kommen wir schnell voran. Mittags stehen wir wieder auf dem gleichen Platz wie 2002 und 2003. Wir besichtigen die Klöster Varlaam und Metamorfosis Sotiros. Auf Varlaam wird heftig gebaut und erweitert – innen moderner Stahlbeton, außen wird auf alt getrimmt, so dass es für die Touristen wieder stimmt. Offensichtlich haben die keine Nachwuchsprobleme. Der Aufstieg zu Sotiros ist außerordentlich mühsam. Erst der steile Anstieg auf der Straße, dann erst gut 100 Stufen bergab, dann reichlich 200 Stufen bergauf. Jetzt bei unserer dritten Besichtigung müssen wir feststellen, dass einige Bereiche von früher nicht mehr zugänglich sind. Was soll es, der Rubel rollt auch so, denn der Touristenstrom reißt nicht ab.

171 km   39°43‘22‘‘   21°37‘57‘‘

Abends sitzen wir nach dem Abebben des Touristenstroms vor den Mobilen. Es fährt Kostas mit seinem Roller vor. In 4 km liegt sein Restaurant und seine Mutter ist die beste Köchin der Welt. Nach kurzer Beratung fahren wir los. Haus und Hof sind sehr gepflegt. Das Essen finden wir am nächsten Tag original bei Lidl im Kühlregal wieder. Wir wären besser unterhalb der Klöster geblieben.

5 km   39°42‘31‘‘  21°39‘16‘‘

Freitag, 18. September 2015: Weiter geht’s. Unser Ziel heute heißt Euböa. Wir fahren auf teilweise mautpflichtigen Straßen. Die sind ganz schön teuer geworden. Im Fährhafen Glyfa angekommen, müssen wir 1 ½ Stunden auf die nächste Fähre warten. Auch die Überfahrt ist kein Sonderangebot. Entlang der Westküste, dann quer über die Insel erreichen wir auf der Ostseite unseren Zielort Kria Vrisi. Am Strand finden wir einen ruhigen Platz direkt neben einer Süßwasserdusche. Hier wollen wir über das Wochenende bleiben. Dann soll es weiter nach Athen gehen. Die Parlamentswahl wollen wir aber hier in Ruhe aussitzen.

258 km   37°56‘52‘‘   23°38‘46‘‘

Freitag, 18. September 2015: Weiter geht’s. Unser Ziel heute heißt Euböa. Wir fahren auf teilweise mautpflichtigen Straßen. Die sind ganz schön teuer geworden. Im Fährhafen Glyfa angekommen, müssen wir 1 ½ Stunden auf die nächste Fähre warten. Auch die Überfahrt ist kein Sonderangebot. Entlang der Westküste, dann quer über die Insel erreichen wir auf der Ostseite unseren Zielort Kria Vrisi. Am Strand finden wir einen ruhigen Platz direkt neben einer Süßwasserdusche. Hier wollen wir über das Wochenende bleiben. Dann soll es weiter nach Athen gehen. Die Parlamentswahl wollen wir aber hier in Ruhe aussitzen.

258 km   37°56‘52‘‘   23°38‘46‘‘

Montag, 21. September 2015: Wir hatten hier zwei schöne sonnenreiche Tage. Heute Nacht wurden wir aber durch ein heftiges Gewitter geweckt. Nach dem Frühstück brechen wir dann nach Athen auf. Die Strecke auf Euböa ist voller Kurven und Serpentinen. Dann bricht das nächste Gewitter mit den reinsten Wolkenbrüchen über uns herein. Die Regenmassen strömen teils von den Feldern auf die Straßen. In den Orten steht alles mangels Straßen-Kanalisation unter Wasser. Die Scheibenwischer schaffen selbst im Schnellgang das Wasser kaum von den Scheiben. Dann geht es über die Hängebrücke von Euböa auf das Festland und weiter auf die Autobahn. In Athen am Olympiastadion von 2004 finden wir einen Busparkplatz. Hier machen wir Station. Wir gehen einmal um das Stadion herum. Architektonisch ist es sehr schön an zu sehen. Der Rost greift aber überall um sich. Wie viele Millionen an € sind hier wohl verbaut worden und sind jetzt dem Verfall Preis gegeben.

130 km   38°02‘24‘‘  23°47‘35‘‘

Dienstag, 22. September 2015: In der Nacht hat es geregnet, jetzt ist es aber trocken. Im dichtesten Berufsverkehr der 5 Millionen-Stadt setzen wir um auf den Campingplatz. Hier stehen die Mobile sicherer, wenn wir sie alleine lassen. Außerdem kann Manfred von hier ein Krankenhaus aufsuchen. Er war in Vergina gestürzt. Die Beschwerden waren nach 3 Tagen abgeklungen. Gestern waren sie nach einer Bewegung wieder da in mehrfacher Ausführung. Der Krankenhausbesuch wird dann am Tage einen Rippenbruch bestätigen. Wir fahren nach dem Einchecken auf dem CP zu viert per Bus und U-Bahn zur Akropolis, dem Wahrzeichen Athens und einem der größten Bauwerke des Altertums. Seit unserem letzten Besuch in 2002 hat sich viel getan. Es gibt eine U-Bahn und Aufgang und weitere Restaurationsarbeiten lassen uns nur staunen. Obwohl die Saison weitest gehend vorbei ist, sind Tausende hier zur Besichtigung. Es ist ein Drängen und Schieben. Nach der Besichtigung machen wir in einem Lokal der Plaka (Altstadt) Mittagspause. Hier bricht dann auch wieder ein Gewitter über uns herein. Eifrige Verkäufer von Regenschirmen ergänzen dann auch unsere Sammlung. Inzwischen hat der Regen wieder aufgehört – wozu jetzt noch ein Schirm? Wir setzen unseren Weg fort zum Parlament. Wir beobachten die traditionelle Wachablösung in den alten Trachten. Dann bummeln wir noch durch die geschäftige Altstadt mit ihren Cafes, Restaurants und vielen kleinen Geschäften. Der nächste Regen läßt uns noch einmal die Schirme testen und dann zur U-Bahn eilen, um den Rückzug anzutreten.

22 km   38°00‘33‘‘  23°40‘23‘‘

Mittwoch, 23. September 2015: Es soll weiter gehen zum Kanal von Korinth. Doch dann kommt es erst einmal anders. Rita schwächelt. Magen und Kreislauf wollen nicht so recht. Die Chefin vom Campingplatz ruft einen Ambulanzwagen. Nach einiger Wartezeit geht es dann ins Krankenhaus. Nach gründlichstem Check ist aber alles in Ordnung. Die Aussage hat Magen und Kreislauf beruhigt. Nach Rückkehr versorgen wir die Fahrzeuge und dann starten wir. Die Fahrt geht entlang der Küstenstraße zur östlichen Kanaleinfahrt. Neben einer Taverne machen wir 50 m von der Brücke entfernt Station. Diese Brücke wird zur Schiffspassage tief auf den Grund des Kanals abgesenkt. Auf der anderen Uferseite ist der Tower, der den regen Kanalverkehr regelt. In erster Linie verkehren hier Yachten in allen Größenordnungen und kleinere Kreuzfahrtschiffe. Bei nur 24 m Breite ist der Kanal für heutige Schiffe etwas schmalbrüstig geworden.

71 km    37°55‘06‘‘  13°00‘28‘‘

Donnerstag, 24. September 2015: Über die kleine absenkbare Brücke können nur Fahrzeuge bis 3 Tonnen fahren. Wir machen einen kleinen Umweg und fahren über eine Brücke hoch über dem Kanal. Hier machen wir noch ein paar Fotos. Dann geht es durch herrliche Landschaften nach Mykene. Hier besichtigen wir die Burg, deren Gründung rund 4000 Jahre zurück liegt. Sie oder deren Überreste liegen hoch auf einem Berg. Der Anstieg geht steil bergauf. Wir haben von hier einen phantastischen Überblick über diese tolle Landschaft.

51 km    37°43‘49‘‘   22°42‘15‘‘

Dann geht es weiter nach Epidavros. Wir besichtigen das große Amphitheater. In 55 Stufen liegen die Sitzreihen über einander. Eine Sängerin zeigt mit ihrer Darbietung die hervorragende Akustik. Nachdem wir noch einen Gang durch die umliegenden Ausgrabungen gemacht haben, beziehen wir auf dem Parkplatz unser Nachtquartier.

46 km    37°35‘49‘‘   23°04‘27‘'

Freitag: 25. September 2015: Die wilden Hunde vor dieser Anlage haben unsere Schlafqualität durch ihr ständiges Bellen stark beeinflußt. Trotzdem starten wir früh, denn es geht durch das Inland über die Berge nach Gythio/Githio (beide Schreibweisen sind richtig). Die Fahrt führt wieder einmal durch phantastische Berglandschaften hoch bis auf fast 900 Meter. Die Aussichten sind beeindruckend. In Gythio treffen wir gegen 12.30 Uhr ein. Die Geschäfte haben alle geöffnet und es herrscht reges Treiben auf den Straßen, so dass wir gerade eben noch durch kommen. Wir fahren um den Hafen herum und finden dort auch gerade noch einen Platz für die Mobile. Direkt vor uns liegt ein stolzes Segelschiff aus Deutschland. Schnell kommen wir mit dem Eignerpaar ins Gespräch. Sie leben seit fast 4 Jahren auf dem Schiff. Jetzt in Kürze geht es ins Winterquartier in Kalamata. Wir genießen wie immer die Hafenatmosphäre. Doch dann kommt die Polizei und erklärt uns, dass wir hier nicht übernachten können.

181 km    36°45‘28‘‘  22°34‘11‘‘

Nach einem kleinen Stadtrundgang machen wir uns auf die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Wir fahren entlang der Küste. Nachdem wir an 3 Campingplätzen vorbei gefahren sind, finden wir in Mavrovouni eine kleine Bucht mit einer Taverne. Das ist wie gemacht für uns.

5 km   36°43‘28‘‘   22°32‘26‘‘

Samstag, 26. September 2015: Während der ganzen Nacht schon gab es Wetterleuchten. Um 6.00 Uhr ist es dann so weit.  Innerhalb von 3 Stunden steht der größte Teil der Bucht  knietief unter Wasser. Zwei andere kleinere Mobile, die mit den geräuschvollen Schiebetüren, waren uns wegen des Wassers hautnah auf die Pelle gerückt. Am Vormittag klärt es sich auf und der Tavernen-Wirt entwickelt wahre Wunderaktivitäten. Eine leistungsfähige Pumpe wird eingesetzt, um das Wasser abzupumpen. Nach einigen Mühen und einer länger andauernden Reparatur geht es dann auch kräftig los. Stammgäste und sein Bruder, der zurzeit hier Urlaub macht, unterstützen ihn tatkräftig. Bis 18.00 Uhr dröhnt die Pumpe über die Bucht. Aber welch Wunder, der Weg zur Taverne ist fast wieder frei. Wir müssen nur durch knöcheltiefes Wasser waten. Es gibt jeden Samstag hier Spanferkel. Es ist sehr lecker zubereitet. Zur Verdauung gönnen wir uns dann auch noch Tsipouro, einen griechischen Tresterbrand. Am Sonntag ist das Wasser weiter versickert. Wir genießen den Tag in der Bucht. Zum Abendessen haben wir uns zum Ziegenbraten angemeldet.

Montag, 28. September 2015: Westwärts geht es heute. In vielen Kurven und engen Serpentinen geht es wieder über die Berge. Die Abfahrt nach Areopoli bietet atemberaubende Panoramen. Tief unter uns liegt das stahlblaue Meer. Wahnsinn! Weiter geht es nach Kalamata. Die Straßen sind eng und kurvenreich. In den Dörfern darf kein Auto entgegen kommen. Die Häuser sind teils regelrecht an die Berge geklebt. Wissen die Menschen eigentlich wie schön sie hier leben? Aber wovon leben sie? Nach 101 km erreichen wir Kalamata. Für diese Strecke haben wir 2 ½ Stunden benötigt. In Kalamata selbst finden wir keinen geeigneten Platz – auch nicht im Hafen. Also geht es nach einer kurzen Mittagspause weiter. Wieder Berge, Kurven und auch Serpentinen. Vor Pilos fahren wir dann entlang der Westküste der Peleponnes in nördlicher Richtung. Nach wenigen Kilometern finden wir am Limni Divariou bei Gialova einen schönen Platz direkt hinter den Dünen mit Blick auf den See. Dieser hat eine kleine Passage zum Meer.