Reisebericht Albanien

17. August bis 21. Oktober 2017

 

 

 

Donnerstag, 17.08.: Ganz, ganz ruhig soll es losgehen. Wir haben reichlich Zeit bis wir uns am 13. September in Brindisi zur Überfahrt mit Rita und Bernhard treffen. Hier soll dann unsere eigentliche Tour starten. Bis dahin wollen wir uns langsam treiben lassen. Zuerst besuchen wir meine Mutter, um ihr zu ihrem 92. Geburtstag zu gratulieren.

 

401 km

 

Samstag, 19.08.: Unsere heutige Station heißt Weilmünster. Wir schlagen hier um 12.50 Uhr auf und bekommen auf dem Stellplatz (kostenlos mit V+E) gerade noch den letzten Platz. In dem kleinen Ort mit den verwinkelten Gassen und den hübschen Fachwerkhäuschen verbringen wir das Wochenende.

 

147 km   N 50°26‘2‘‘  E 8°22‘22‘‘ 

 

Montag, 21.08.: Unsere nächste Station ist Bad Soden Salmünster. Hier sind wir eingeladen von Monika und Gerhard, mit denen wir einige Tage in Portugal zusammen unterwegs waren. Der Weg führt auf kleinen verwundenen Straßen durch den grünen Westerwald. Unsere Hunde sind vor lauter Wiedersehensfreude total aus dem Häuschen gewesen. Wir verbringen nette Stunden zusammen. Habt vielen Dank. Wir stehen hier auf dem Stellplatz am Kurpark. Hier genießen wir das schöne Wetter auch noch am Dienstag.

 

116 km   N 50°17‘7‘‘  E 9°21‘30‘‘

 

Mittwoch, 22.08.: Nach dem Frühstück geht es wieder weiter. Diesmal führt uns unsere Route durch den herrlichen Spessart. Kurz vor Würzburg sehen wir entlang des Mains dann auch die ersten Weinberge. So begrüßt uns bei schönem Wetter mit viel Sonnenschein das Frankenland. Von Würzburg geht es dann bis Altdorf bei Nürnberg auf der Autobahn weiter. Der Verkehr ist mit uns gnädig und lässt uns ohne Stau passieren. Hier in Altdorf werden wir von Renate und Edmund erwartet, die wir in Spanien in Benicassim kennen gelernt haben. Nach ausgiebigem Kaffeetrinken und Plauschen gehen wir abends in eines der urigen Lokale mit einem netten Biergarten. Gut dass es sich wieder erwärmt hat, so können wir draußen unser Abendessen – Spareribs – Pfifferlinge in Rahm mit Semmelknödel – Schäufele mit Knödel – genießen. Den Abend lassen wir bei einem Glas Wein bei den Beiden auf dem Balkon ausklingen. Am Donnerstag führen uns die Beiden per S-Bahn nach Nürnberg. Hier bummeln wir durch die Altstadt mit vielen Erklärungen vorbei an einigen Sehenswürdigkeiten. Mittags essen wir im bekannten Bratwurstglöckchen. Anschließend geht es zum Doku-Zentrum auf dem Reichsparteitagsgelände mit dem Bus. Wir umrunden diesen protzigen Klotz. Dann geht es wieder per S-Bahn zurück nach Altdorf. Vielen Dank an euch Beiden – ihr habt uns schöne Stunden bereitet.

 

225 km

 

Freitag, 25.08.: Nach dem Frühstück bei Renate und Edmund begleiten die beiden uns noch zu unserem Mobil, bevor es weiter geht. Vielen Dank noch einmal an euch beide. Unsere erste Zwischenstation ist bei Fritz Berger in Neumarkt. Da wir das Gesuchte nicht finden, geht es auch fix weiter. Unser heutiges Ziel ist Kehlheim im Altmühltal. Inzwischen gibt es auch einen neuen Stellplatz dicht neben dem bisherigen gelegen aber schöner hergerichtet. Am Freitag und Samstag ist es schwülwarm, und das Thermometer übersteigt mühelos die 30-Gradmarke. Am Samstag ist der Himmel bedeckt, so dass wir auch einen kleinen Spaziergang entlang der Donau zum Schiffsanleger und in die hübsche Altstadt unternehmen. Kehlheim ist halt immer einen Besuch wert. Den Aufstieg zur Befreiungshalle sparen wir uns, da wir früher schon einmal da oben gewesen sind. Nach 14.00 Uhr kommt dann auch das längst fällige Wärmegewitter mit Starkregen und Hagel über uns.

 

97 km   N 48°54‘52‘‘  E 11°52‘38‘‘

 

Montag, 28.08.: Neuenburg an der Donau ist unser heutiges Ziel. Auf der kurzen Strecke kommen wir durch ein Hopfen-Anbaugebiet. Rechts und links der Straße stehen die imposanten Pflanzen an ihren Gestellen. Das erste ist scheinbar auch schon abgeerntet. In Neuenburg liegt der großzügige Stellplatz fast direkt an der Donau. Wir finden ein Plätzchen mit etwas Grün vor der Tür, so dass sich auch Lara, unser Hund, hier sehr wohl fühlt. Die Sonne meint es sehr gut mit uns. Die Schattentemperatur erreicht mühelos die 30-Gradmarke. Am Dienstag starten wir gleich morgens zu einem Gang durch die Stadt. Zuerst führt uns der Weg hoch auf das prächtige Schloss, das im Renaissancestil erbaut wurde. Pfalzgraf Ottheinrich hat beim Bau (Beginn 1830) nicht gespart. Eine prunkvolle Sehenswürdigkeit folgt hier der nächsten. Die Schlosskapelle erschlägt uns in ihrer Pracht. Sie war der erste protestantische Kirchenraum überhaupt, wurde aber später wieder katholisch. Der weitere Weg führt uns in die Altstadt mit vielen kleinen Gassen und vielen kleinen inhabergeführten Geschäften. Gut dass es so etwas heute auch noch gibt.

Wegen des schönen Wetters bleiben wir auch am Mittwoch noch hier.

 

 

78 km   48°44‘25‘‘  11°11‘05‘‘

 

Donnerstag, 31.08.: Der Wetterbericht sieht für heute recht bescheiden aus. Wir fahren nach dem Frühstück los. Unser erstes Ziel ist ein Gashändler in Augsburg, der 95% reines Propangas verkauft. Nachdem wir unseren Tank aufgefüllt haben, geht es die wenigen Kilometer weiter bis Königsbrunn. Unterwegs setzt heftiger Regen ein, der so auch bis morgen anhalten soll.

 

77 km   48°16‘20‘‘  10°52‘56‘‘

 

Freitag, 01.09.: Bei strömenden Regen starten wir. Ursprünglich wollten wir den Stellplatz in Schongau anfahren. Doch dieser gleicht einer Seenplatte. Also geht es weiter nach Füssen. Der Platz ist zwar deutlich teurer als Schongau aber dafür ohne Pfützen. Ab Mittag lässt der Regen nach. Für einen Bummel in die Stadt ist vom Stellplatz der Weg doch recht weit, außerdem kennen wir Füssen von früheren Besuchen. Morgen früh wollen wir dann über den Fern- und Reschenpass nach Italien.

 

97 km   47°34‘52‘‘  10°42‘3‘‘

 

Samstag, 02.09.: Es hat die ganze Nacht geregnet und es will wohl scheinbar auch kein Ende nehmen. Wir starten. Doch schon am Ortsausgang von Füssen stehen wir im Stau. Wir stehen mehr, als das wir fahren. Das setzt sich fort bis nach dem Fernpaß. Hier zweigt eine Strecke ab nach Innsbruck und die Strecke ist zusehends weniger befahren, so dass wir jetzt zügiger vorankommen. Es herrscht noch reger Urlaubsverkehr in beiden Richtungen. Der Regen hält an bis hoch auf den Reschenpass. Hier klart es erst einmal langsam auf. Die Abfahrt auf italienischer Seite führt auf kurvenreicher Strecke durch die Apfelanbaugebiete Tirols mit vielen kleinen Ortschaften. Ab Meran führt eine 4-spurige Schnellstraße bis Bozen. Hier hat uns der Stau und auch Regen wieder eingeholt. Der Urlaubsverkehr auf der Brennerautobahn ist wahnsinnig dicht und der Regen auch. Hier fahren wir durch große Weinanbaugebiete. In Brentino Belluno, abseits der Autobahn, machen wir auf dem Stellplatz der Trattoria Olivo Station. Das Lokal ist eher trist gehalten, aber die Küche macht alles wett. Die PastaTartufo sind zum Niederknien und der Hauswein ist super.

 

348 km   45°39‘31‘‘  10°53‘40‘‘

 

Sonntag, 03.09.: Wir wollen heute die Autobahn meiden, um etwas mehr durch das Land zu fahren. Die Finanzmisere Italiens spiegelt sich auf den Straßen wieder. Da fallen dir teilweise fast die Plomben aus den Zähnen. Das häufigste Verkehrsschild ist dreieckig mit rotem Rand und weist zwei dicke Wellen auf. Ihr kennt es sicherlich. Aber zum Trost scheint heute wieder die Sonne – herrlich. Unser Ziel ist Gioggia – eine Lagunenstadt ähnlich wie Venedig. Doch hier tobt der Tourismus in typisch südländischen Stil. Der Stellplatz ist überwiegend von PKW gefüllt und sehr eng. Wir finden einen schmalen Platz für unser Mobil. Für eine Nacht wird es reichen.

 

185 km   45°13‘22‘‘  12°17‘46‘‘ 

 

Montag, 04.09.: Der touristische Bär aus der naheliegenden Disco brüllte nur kurz bis nach Mitternacht. Trotzdem – es hat gereicht. Wir brechen auf. Unser Ziel heute sollte Civitanova Marche laut Bordatlas von RI sein. Den Stellplatz gibt es nicht mehr. Hier stehen Schausteller bzw. Roma. Der nächste Platz für uns ist in Fermo. Er liegt direkt am Strand. Aber er schließt in zwei Tagen. Die Saison geht mit Riesenschritten dem Ende entgegen. Der Sandstrand weist hier eine 100er Körnung auf –sprich grober Kies. Die Nacht verläuft ruhig.

 

306 km   43°13‘59‘‘  13°46‘40‘‘

 

Dienstag, 5. 09.: Nach dem morgendlichen Klarieren starten wir wieder. Nach dem Einkaufen für die nächsten Tage geht es auf die Autostrada. Der erste Teil der Strecke führt durch zahllose Tunnel. Der folgende Teil führt dafür über viele Steigungen, die bei einer Temperatur von gut 30° C unsere Kühlertemperatur immer wieder fast bis an 100° C treibt. Der Kühlerventilator hat kräftig zu tun. Das letzte Drittel verläuft relativ eben ohne Tunnel und Steigungen. 25 km vor unserem Ziel verlassen wir die Autobahn. Die Landschaft wieder immer karger – Ortschaften gibt es keine und der Straßenzustand ist miserabel. In Zapponeta finden wir unseren nächsten Stellplatz. Hier ist alles sehr eng. Die letzten Meter zu unserer „Bucht“ lege ich rückwärts zurück. Wir stehen hier aber nur wenige Meter vom Strand. Der Sand ist dunkel, aber Sand und kein Kies. Hier steppt kein touristischer Bär – alles einfach aber herrlich ruhig.

 

353 km   41°27‘26‘‘  15°57‘43‘‘

 

Freitag, 08.09.: Es geht weiter südlich. Entlang der Küstenstraße, die größtenteils recht passabel ist, führt uns der Weg vorbei an Bari. Später sehen wir einige wenige Trulli-Häuser entlang der Straße. Das eigentliche Trulli-Gebiet ist hier sehr nahe (siehe Bericht 2009 Sizilien). Wir kommen an alten Olivenbaum-Plantagen mit ihren knorrigen Stämmen vorbei. Unser Ziel heute ist ein Stellplatz in einem Ortsteil von Ostuni. Der Besitzer Vito spricht deutsch. Hier wollen wir auf die Ankunft von Rita und Bernhard warten.

 Montag um 22.00 Uhr
Rita und Bernhard treffen nach einer Marathonfahrt von 1.100 km bereits schon jetzt ein. Wir sind total überrascht. Die Freude ist auf beiden Seiten groß. Bis Mitternach haben wir noch viel zu erzählen.

174 km   40°47‘13‘‘  17°35‘18‘‘

 

Mittwoch, 13.09.: Die Nacht ist früh zu Ende. Wir starten bereits um 8.00 Uhr. Unser erstes Anlaufziel ist der Lidl in Brindisi. Hier müssen noch einmal die Vorräte für die nächsten Tage aufgefüllt werden. Dann geht es zum Fährhafen. Beim Einchecken stehen zweimal Leute vor uns, die erst jetzt buchen und bezahlen. Das dauert. In südländischem Tempo wird das Prozedere abgewickelt. Aber irgendwann ist auch das erledigt und wir kommen an die Reihe. Da wir vorgebucht und bezahlt hatten, ging das wahnsinnig schnell. Nach Eingabe unserer Buchungsnummer kommen auch gleich unsere Bordtickets aus dem Drucker und wir sind abgewickelt. Dann stehen wir noch ganze Ewigkeiten in der prallen Sonne. Allein bis unsere Fähre in den Hafen einläuft und festmacht dauert es. Dann sind die Hafenarbeiter und Schiffsbesatzung mehr als zwei Stunden mit dem Entladen und dem neuen Beladen beschäftigt. Manche Lastzüge fahren vorwärts andere rückwärts rein bzw. raus. Selbst nachdem die ersten auf die Fähre fahren, kommen immer wieder andere noch heraus gefahren. Chaos lässt grüßen. Das Schiff gehört zur Grimaldi-Line. Der Name Grimaldi steht im Allgemeinen für Pracht und Pomp. Hier steht er für Dreck und Unfreundlichkeit. Es handelt sich offensichtlich um ausgediente Schiffe aus Finnland. Der alte Namen ist noch zu sehen – FINNHANSA Helsinki. Mit einstündiger Verspätung legen wir dann endlich ab. Der letzte Teil der Fahrt verläuft entlang der albanischen Küste und später dann haben wir die Küste Korfus auf der anderen Seit neben uns. Um 23.00 Uhr beginnt das Entladen und kurz vor 24.00 Uhr MEZ stehen wir auf dem Parkplatz des Supermarktes, wo wir übernachten wollen. Nach einem kleinen Absacker geht es ins Körbchen.

 

53 km   39°30‘46‘‘  20°15‘26‘‘

 

Donnerstag, 14.09.: Nach dem Frühstück geht es in „unsere Bucht“ bei Sagiada. Auf dem Weg tanken wir noch einmal den günstigeren griechischen Kraftstoff. Unsere Bucht ist es lange nicht mehr. Sie ist sehr gut besucht, aber wir finden noch ein Plätzchen für uns. Wie jeden Abend so kommt auch heute wieder der Ziegenhirte mit seiner Herde durch die Bucht. Völlig unbeeindruckt ziehen die Tiere an uns vorbei. Sie hinterlassen nur ihren etwas strengen Geruch und einige „Korinthen“. Das kann aber dieser herrlichen Bucht keinen Abbruch machen. Und weil es hier immer wieder so schön ist, bleiben wir auch noch einen Tag länger.

 

 

23 km   39°38‘07‘‘  20°10‘11‘‘

 

Samstag, 16.09.: Früh um 8.00 Uhr starten wir zur albanischen Grenze. Die Abwicklung verläuft völlig problemlos. Wir fahren auf schmalen Wegen – aber asphaltiert – entlang der Grenze nach Butrint. Bevor wir aber die Ausgrabungsstätte erreichen, müssen wir mit einer alten und primitiven Seilzugfähre über den kleinen Kanal übersetzen. Gegen 9.30 Uhr stehen wir an der Kasse des Nationalparks Butrint. Auf dieser kleinen Insel befindet sich die antike Hafenstadt Butrint. Hier haben viele Epochen ihre Spuren hinterlassen. Zu genaueren Informationen liebe Leser, bedient Euch bitte des Internets. Die Ausführungen zu diesem Weltkulturerbe würden die Möglichkeiten dieses Reiseberichtes sprengen. Nach zwei Stunden haben wir unseren Rundgang beendet. Draußen vor dem Eingangsbereich tobt inzwischen ein reger Besucherandrang. Zirka 20 Reisebusse und viele PKW entladen hier ihre Besucher. Wir fahren weiter nach Ksamil. Hier versorgen wir uns am Bancomat mit Landeswährung. Im Vodafone-Shop erstehen wir SIM-Cards für das Internet. Im Sunset-Camp machen wir Station. Von unserem Platz aus haben wir Aussicht auf das Meer.

 

33 km   39°46‘45‘‘  20°00‘30‘‘

 

Montag, 18.09.: Die Tagesetappe heute ist nur kurz. Erst geht es zurück zum Vodafon-Shop. Unsere SIM-Cards für das Internet funktionieren nicht. Im Shop findet der „Spezialist“ dann heraus, dass diese offensichtlich mit unseren Minirootern ein Problem haben. Jetzt haben wir sie in einem Smartphone und alles klappt. Am Bancomat wollen wir noch einmal Geld holen. Der scheint aber leer zu sein. Also fahren wir unter Umgehung von Sarande entlang der wunderschönen Küstenstraße nordwärts. Es geht mit teils heftigen Steigungen auf und nieder mit vielen Kurven durch einige kleine Ortschaften und Olivenhainen. In Borsh verlassen wir die Küstenstraße. Direkt am Strand – Sandstrand mit 100er Körnung – finden wir einen schönen Platz.

 

45 km   40°02‘24‘‘  19°51‘38‘‘

 

Dienstag, 19.09.: Nach ruhiger Nacht starten wir. Eigentlich wollen wir nach wenigen Kilometern in Porto Palermo Station machen. Die Zufahrt ist für unsere Fahrzeuge nicht geeignet. Hier in der Nähe befindet sich der Zugang zu einem U-Boot Bunker der Sowjets. Nach der Abspaltung Albaniens wurden hier die U-Boote versenkt. In Himarè-Livadh fahren wir den Platz Moskato an. Hier ist alles tip top sauber und gepflegt. Auch das Restaurant gefällt uns gut. Das albanische Essen hat uns bisher gut gemundet. Die Portionen sind allerdings nicht üppig – hier kann sich niemand überfr….. Hier am Strand – 100er Körnung – sieht man die Bemühungen der Albaner an der touristischen Entwicklung teil zu haben. Überwiegend in einfacher Art – selten aber auch pompös.

 

23 km   40°06‘36‘‘  19°43‘23‘‘

 

Donnerstag, 21.09.: Weiter geht’s. entlang der Küstenstraße geht es nordwärts. Auf verwundenen Straßen geht es hoch auf gut 1000 Metern ü.n.N. Die Haarnadelkurven in den Serpentinen sind so eng, dass ich häufig beide Fahrspuren benötige. Dafür sind die Aussichten über das Meer einfach atemberaubend. Der Küstenort Vlore ist nicht wieder zu erkennen. Vor zwei Jahren sah alles noch etwas einfach und unfertig aus. Heute fahren wir über einen Prachtboulevard mit Palmen und modernsten Häuserfassaden mit viel exklusiv aussehenden Restaurants. Ein großer Umbruch geht an vielen Stellen durch das Land. In der nächst größeren Stadt Fier herrscht dagegen das ganze Gegenteil – miserable Straßen mit vielen tiefen Schlaglöchern und chaotischem Verkehr. Unsere Navi ist total von der Rolle und führt uns auf chaotischen Nebenstraßen in Richtung Apollonia. Der schlechte Straßenzustand bleibt uns aber bis Apollonia erhalten. Die ist die bedeutendste Ausgrabungsstätte nach Butrint – aber kein Vergleich. Auf dem Besucherparkplatz außerhalb des letzten Ortes verbringen wir auch die Nacht. Die Aussicht von hier über das Land ist phantastisch.

 

127 km   40°43‘16‘‘  19°28‘12‘‘

 

Freitag, 22.09.: Nach ruhiger Nacht brechen wir über Fier auf nach Berat. Die Straße östlich von Fier ist überwiegend gut zu befahren. Auf einer sehr schmalen Straße fahren wir die letzten zwei Kilometer steil hoch bis kurz vor die Festung. Bei Gegenverkehr wird es jedes Mal sehr eng, so dass man nur im Abstand von wenigen Zentimetern aneinander vorbei kommt. Auf dem Parkplatz des Restaurants machen wir hier Station. Das Mittagessen ist das Beste, was wir bisher in Albanien bekommen haben – einfach lecker und auch reichlich. Der selbstgebrannte Raki des Wirtes krönt das Essen. Nach einer kurzen Mittagspause besichtigen wir die gewaltige Festungsanlage. Sie ist 10 Hektar groß und noch heute leben viele Bewohner Berats hier oben. Die letzten 200 Meter bis zum Festungstor geht es zu Fuß steil bergauf. Die Steine sind sehr glatt und wir müssen gut aufpassen.

 

56 km   40°42‘43‘‘  19°56‘45‘‘

 

Samstag, 23.09.: Wir verlassen unseren Übernachtungsplatz bei der Taverna Lazaro. Bei der Fahrt bergab kommt uns nur ein Fahrschulwagen und kein Reisebus entgegen. Glück gehabt. Die Straßen bis Elbasan sind teilweise nicht die besten. Reichlich 10 km sind Schotterstrecke mit tiefen Schlaglöchern.  In Belsh kommt es dann ganz dick. Es ist Wochenmarkt im ganzen Ort. Wir müssen durch Nebenwege und uns durch dichte Menschenmengen schieben. Ein kleines Stück muss es auch rückwärtsgehen. Ab Elbasan wird die Straße dann aber wieder gut. Unser Ziel ist der Ohrid-See. Es ist der größte See des Balkans. Nur ein kleinerer Teil gehört zu Albanien – der größere zu Makedonien. Der Blick von oben aus den Bergen auf den See ist gewaltig. Er ist 363 km² groß und gehört wegen seiner Flora und Fauna zum UNESCO Weltkulturerbe. In Udenisht finden wir unterhalb der Küstenstraße einen Campingplatz direkt am Seeufer. Wie überall in Albanien werden wir sehr nett empfangen. Im Freiluftrestaurant essen wir frisch gefangene Bachforellen mit frischem Gemüse vom Grill. Eine Hochzeitsnacht auf der Zunge. Zum albanischen Bier stellt die Platzbetreiberin uns gleich eine ganze Flasche Raki mit auf den Tisch. Albanischer Raki ist ein fast immer selbst gebrannter Tresterbrand und hat nichts mit dem Anisbrand aus Griechenland oder der Türkei gemeinsam. Neben uns stehen zwei Wohnmobile mit zwei albanischen Paaren. Es sind Geschäftsleute aus Tirana – Teppichhändler und Gold-/Schmuckhändler. Natürlich werden wir bei der sprichwörtlichen albanischen Gastfreundschaft eingeladen. Wir haben einen lustigen und unterhaltsamen Nachmittag miteinander auf Deutsch und Englisch verbracht.

 

150 km   40°57‘59‘‘   20°18‘34‘‘

 

Dienstag, 26.09.: Am Sonntag haben wir den schönen Tag am See genossen. Am Montag haben wir das Regenwetter hier ausgesessen, denn unser nächstes Ziel hätten wir bei dem Wetter auch nicht besichtigen können. Aber heute starten wir nach Korce. Dafür müssen wir nach dem Ort Pogradec noch einmal auf knapp 900 Meter steigen. In Korce parken wir die Fahrzeuge am Stadion (40°37‘29‘‘   20°46‘55‘‘). Von hier aus gehen wir am Kreisel die 2. Abfahrt in die Altstadt. Wir besichtigen die Kathedrale und bummeln anschließend durch die Fußgängerzone. Auffallend sind die überwiegend jungen Männer die die Restaurants bevölkern. Am Ende der Fußgängerzone laufen wir auf das Theater mit seiner modernen Fassade zu. Dahinter befindet sich der türkische Bazar. Anschließend treten wir die Rückfahrt zum Ohridsee an. Diesmal wollen wir am nördlichen Ende den CP Erlin anfahren. Hier ist das Restaurant schon geschlossen und so fahren wir 200 m weiter zum nächsten Platz mit Restaurant. Und hier fängt alles Übel an.

 

Der Besitzer weist mich über eine Betonplatte ein. Hier brechen wir krachend mit der kompletten Hinterachse bis auf das Chassis ein. Der Wagen liegt auf den beiden Längsträgern und auf dem Ersatzrad auf. Hier wurde offensichtlich guter albanischer Hochleistungsbeton von Profis verarbeitet. So etwas sieht dann so aus, dass am Zement gespart wird und große Hohlräume mit verfaulten Brettern, Blech, Plastikfolie und Stacheldraht überbrückt werden. Die nächsten drei Stunden sind wir mit Steinschleppen zum Verfüllen des Hohlraumes beschäftigt. Ein LKW zerrt uns dann mit einem Stahlseil heraus. Dabei wird die Anhängerkupplung und die Halterung für das Reserverad geopfert. Hoffentlich gibt es nicht noch weitere Spätfolgen.

 

Wir wechseln auf den CP Erlin zurück. Trotzdem essen wir noch in dem Restaurant. Gut aber zu überhöhten Preisen. Diesen Platz mit dem Restaurant sollte man vielleicht besser meiden.

Am späten Nachmittag treffen noch Monika und Peter ein, mit denen zusammen wir am Baikalsee waren. Wir verbringen nette Stunden zusammen mit vielen Geschichten und Austausch von unseren Reisen. Auch den Mittwoch verbringen wir noch gemeinsam. Zum Abend machen wir leckeren Pickert, eine Spezialität aus dem Lipperland.

 

 

106 km   41°03‘04‘‘  20°38‘28‘‘

 

Donnerstag, 28.09.: An unserer Kardanwelle sind Schleifspuren von der Bergung zu erkennen. Daher unternehmen wir mit Peter noch eine kurze Probefahrt. Ab Peter kann auch als KFZ-Meister nichts Außergewöhnliches feststellen. So verabschieden wir uns von den Beiden. Unser Weg führt uns heute nach Tirana. Unterwegs lassen wir die Mobile waschen. Der Verkehr durch Tirana ist gewöhnungsbedürftig. Die Albaner sind halbe Rennfahrer aber auf der anderen Seite auch sehr rücksichtsvoll. Bei dem dichten Verkehr nimmt jeder auf jeden Rücksicht. Unser Campingplatz liegt im Westen der Stadt. Die Zufahrt ist etwas abenteuerlich.

 

Am Freitag fahren wir mit einer „Taxe“ in die Innenstadt zur Besichtigung. Rings um den Skanderbeg-Platz tobt das Leben. Hier sind Ämter und Behörden, Kirchen und Moscheen, Geschäfte, Bars, Cafes und Restaurants und die moderne Markthalle angesiedelt. Die Gegensätze bei der Bebauung sind groß – teils sehr modern und teils aus der kommunistischen Ära. Fußkrank kehren wir wieder zu den Mobilen zurück.

 

132 km   41°20‘16‘‘  19°42‘23‘‘

 

Samstag, 30.09.: Nach dem Frühstück fahren wir den abenteuerlichen Weg vom CP zurück zur Hauptstraße. Wir suchen einen freien Platz für das Wochenende möglichst am Strand. Also geht es nordwärts entlang einer gelben Straße auf der Landkarte. Seewärts hinter einer im Bau befindlichen Touristensiedlung finden wir dann eine Gelegenheit. Wir stehen direkt hinter einigen Strandbars, die wegen des Saisonendes bereits geschlossen haben oder nur noch sehr wenig Betrieb haben. Daher ist es hier recht ruhig. Wir stehen kaum, da kommt aus der nächsten Strandbar schon jemand und bringt uns das erste Bier zum Willkommenstrunk. Das ist Gastfreundschaft, wie wir sie in Albanien immer wieder erlebt haben. Später gehen wir hier noch zum Essen. Es gibt Linguine mit Meeresfrüchten – lecker. Am Sonntagmorgen kommen Rita und Bernhard und gratulieren mir zum Geburtstag mit einem kleinen Präsentkorb – habt vielen Dank. Über Nacht haben sie unser Mobil mit Luftballons geschmückt. Kurz darauf kommt der Besitzer der Strandbar mit frischem Kaffee und Börek zum Frühstück. Wir haben bei herrlichem Sonnenschein einen schönen Tag.

 

37 km   41°30‘23‘‘  19°30‘52‘‘

 

Montag, 2.10.: Unser heutiges Ziel heißt Shkoder. Doch bevor wir das erreichen, erleben wir die Einigkeit der Navis, wenn es um Irrwege geht. Der Weg geht über kleine und kleinste Dörfer bergauf und bergab bis es eigentlich nicht mehr weiter geht. Uns kommt ein LKW mit einem leeren Tieflader-Anhänger entgegen. Gott sei Dank kann der Fahrer keine Straßenkarte lesen. Nach einigen Versuchen sollen wir ihm einfach folgen. So erreichen wir auch irgendwann wieder die Hauptstraße. Jetzt geht es unserem eigentlichen Ziel entgegen. Am Ortseingang von Shkoder ist der Campingplatz Legjenda. Diesen haben uns Monika und Peter wärmstens empfohlen. Die Tochter des Inhabers begrüßt uns herzlichst. Hier ist alles großzügig, sehr sauber und mit viel Liebe zum Detail hergerichtet. Das eigene Restaurant mit einer tollen Gartenanlage und vielen kleinen Sitzgelegenheiten überzeugt genauso wie die Innenräume und die Restaurantküche. Peter hatte uns auf eine Werkstatt hingewiesen, die sehr ordentlich und preiswert arbeitet. Die suchen wir noch am Nachmittag auf. Gleich am nächsten Morgen können wir mit unseren Fahrzeugen kommen. Bei Bernhard hatte die hintere Stoßstange einige Schönheitsfehler und unsere Kühlerhaube hatte durch Steinschlag einige Farbablösungen. Morgens hingebracht und abends abgeholt. Mit Arbeit und Preis sind wir sehr zufrieden.

 

106 km   42°02‘35‘‘  19°29‘19‘‘

 

Mittwoch, 4.10.: Es heißt heute früh aufstehen. Wir haben eine Tour mit der Fähre durch das Tal des Komani-Stausees gebucht. Bereits um 6.30 Uhr sollen wir abgeholt werden. Die albanische Pünktlichkeit lässt uns aber 40 Minuten warten. Dann geht es in überfüllten Kleinbussen mit einmaligem Umsteigen auf grausamen Pisten bis Koman, dem Ausgangsfährhafen am Staudamm. Dann geht es durch eine phantastische Berg- und Naturwelt bis zum Endhafen in Fierze. Nach einem einstündigen Aufenthalt geht das Ganze dann wieder genauso zurück. Aber nicht nur die Straße ist abenteuerlich. Das Anlegemanöver der Fähre und das Be- und Entladen der Autos übertrifft das noch. Ich lasse hier die Fotos für sich sprechen. Um 18.00 Uhr sind wir wieder zurück.

 

Von Shkodra mit Minibus bis Koman - dann weiter auf dem Fährschiff auf dem Wasserweg bis Fierze. Google-Maps stellt hier keine Route zur Verfügung.

Donnerstag, 5.10.: Heute lassen wir es ruhiger angehen. Wir fahren um 10.00 Uhr mit der Taxe hinauf auf die Festung, die über Shkoder thront. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt und von ihren gewaltigen Ausmaßen sehr beeindruckend. Anschließend geht es ins Stadtzentrum. Hier spielt sich das Leben ab. Shkoder hat ca. 100.000 Einwohner und ist die 3.größte Stadt Albaniens. Die Innenstadt kann es mit jeder größeren Stadt Europas aufnehmen.

 

Freitag, 6.10.: Morgens fallen die ersten Regentropfen auf das Mobil. Wir hatten gestern Vollmond, und schon ändert sich das Wetter. Wir fahren heute weiter nach Montenegro. Ursprünglich wollten wir über Ulcinj fahren. Die Straße ist jedoch gesperrt. Wir müssen oberhalb auf einer schmalen Straße in teils desolatem Zustand bis Bar fahren, ehe wir auf die besser ausgebaute Küstenstraße kommen. Der Tag ist trüb und regnerisch. Daher machen wir vor Kotor in der kleinen Bucht, die wir vom Vorjahr kennen Station. Im Restaurant Kiki essen wir wieder vorzüglich. Der Nachmittag bleibt trocken.

122 km  42°17‘02‘‘  18°48‘12‘‘

Samstag, 7.10.: Gestern Abend um 23.00 Uhr setzte ein heftiges Gewitter ein. Bis zum Morgen hat es dann teils heftig geregnet und es kommt Sturm auf. Die Mobile werden kräftig durchgeschüttelt. Der Regen der vergangenen Nacht ist den Bergen als Schnee nieder gegangen. Die Bergspitzen sind schneebedeckt. Als Regen und Wind nachlassen, setzen wir nach Kotor um. Der Parkplatz hier ist zwar teuer, aber wir stehen auf befestigtem Boden und nicht im Matsch. Wir bummeln durch die historische Altstadt. (Siehe auch Bericht 2015).

 

20 km   42°25‘40‘‘  18°46‘08‘‘

 

Sonntag, 8.10.: Am Abend war der Wind wieder sehr kräftig und schüttelte die Mobile durch. Die Bora hat sich heute wieder gelegt. Dieser typische Adria-Sturm war ganz schön heftig. Bei herrlichem Sonnenschein verlassen wir Kotor und umkreisen die phantastische Bucht mit ihren hohen Bergen ringsum. In der Nacht sind drei Kreuzfahrtschiffe eingelaufen. Nach gut einstündiger Fahrt stehen wir an der Grenze zu Kroatien. Die Abwicklung verläuft zäh. Die Montenegriner lassen sich viel Zeit. Die Kroaten übertreffen sie aber noch einmal. Nach einer ¾ Stunde haben wir es endlich geschafft. Die Küstenstraße schlängelt sich an Dubrovnik vorbei. Die Stadt liegt im tiefblauen Wasser der Adria. Wir genießen immer wieder die Aussicht auf das Wasser und die vorgelagerten Inseln. An vielen Stellen sind die Muschelbänke sichtbar. Leider können wir nirgendwo welche kaufen. Wegen der Bora konnten wohl keine geerntet werden. Später fahren wir auf die Halbinsel Peljesac. Auf schmaler Straße fahren wir an der großen Burg und „Stadtmauer“, die die Insel teilt, vorbei. Nach 30 km fahren wir in die Bucht von Brijesta hinab. Der Ausblick ist geradezu  malerisch. Hier gibt es einen kleinen Campingplatz. Und Dominik, der Besitzer, grillt uns zum Abendessen frischen Fisch.

 

177 km   42°54‘13‘‘  17°31‘56‘‘

 

Hier in der Bucht zwischen der Insel und dem Festland werden Muscheln angebaut. Soweit das Auge reicht, sind die Bojen zu sehen, die die Muschelpakete markieren. Die Muschelfischer sind zurzeit fast ausschließlich mit Austern beschäftigt. Gaby backt uns am Montag leckeren Apfelkuchen in der Pfanne. Zum Dienstag haben wir uns dann Miesmuscheln vorbestellt. Sie waren schon gut vorgereinigt. Doch dann folgt eine Verkettung unglücklicher Umstände. Wir schrubben die Muscheln verzehrfertig. Doch dazu nehmen wir Wasser aus der Quelle, die vor unseren Mobilen in die Bucht strömt. Es ist aber schon reichlich mit Salzwasser gemischt. Das Wasser, das in den Muscheln ist, ist Salzwasser – das Wasser zum Schrubben ist auch salzig. Beim Kochen tritt das Salzwasser aus den Muscheln in unseren Sud aus – kurz gesagt – alles ist salzig. Wahrscheinlich müssen so frische Muscheln erst in Süßwasser gespült und gewässert werden. Man lernt halt nie aus. Da wir 1 ½ Stunden geschrubbt haben, haben wir dann trotzdem alles aufgegessen.

 

Mittwoch, 11.10.: Vorbei an den langen Wehrmauern und Befestigungsanlagen fahren wir zurück auf das Festland. Entlang der Küstenstraße mit ihren tollen Aussichten auf Berge, Meer mit Buchten und Inseln, einigen Booten und durch Ortschaften fahren wir bis kurz vor Split. Hier steuern wir den Campingplatz in Stobrec an. Der Platz liegt an einer Bucht mit großem Baumbestand. Zum Abendessen bereiten wir Pasta mit Meeresfrüchten zu.

 

188 km   43°30‘15‘‘  16°31‘33‘‘

 

Donnerstag, 12.10.: Heute ist die Besichtigung der Altstadt von Split angesagt. Mit dem Bus fahren wir die 7 km vom CP bis zur Altstadt. Erst geht es über den ständigen Wochenmarkt mit seinem vielfältigen Angebot – dann in die sehenswerte Altstadt mit ihren antiken Bauwerken. Bessere Info holt euch bitte bei Wikipedia o.ä. Danach bummeln wir entlang der Hafenpromenade wieder langsam zum Bus. Fußkrank erreichen wir wieder unsere Mobile.

 

Samstag, 14. 10.: Wir starten bevor der allgemeine Aufbruch auf dem Campingplatz losgeht. Getreu dem Motto – Morgenstund hat Gold im Mund. Vor Sibenik verlassen wir die Küstenstraße. Es geht steil bergauf. Das Panorama von oben über die Küste mit den vorgelagerten Inseln ist gewaltig. Ab Sibenik fahren wir bis Zadar entlang der Küste. Wie auch vor zwei Jahren umfahren die Stadt. Auf den Dörfern stehen noch immer einige zerschossene und zerbombte Häuser direkt neben modern hergerichteten Häusern. Wie schlimm muss es sein, neben diesen Kriegsruinen zu leben. Kurz vor Tribanj finden wir einen Platz direkt an der Küste. Der Aussicht auf das Meer und die vorgelagerte Insel Pag ist herrlich – der lärmende Motorradverkehr im Rücken auf der Küstenstraße ist brutal.

 

205 km   44°20‘38‘‘ 15°19‘44‘‘

 

Sonntag, 15. 10.: Der Herbst ist da – die ersten Morgennebel stehen über der Adria. Nach einer halben Stunde Fahrzeit brechen diese langsam auf. Die Küstenstraße steigt teilweise auf bis zu 350 Metern an, so dass wir über den Wolken sind. Auf der Seeseite lugen die vorgelagerten Inseln aus der Suppe heraus. Tolle An- und Aussichten bieten sich uns. Vor Rijeka biegen wir ab in das Inland, um auf einer Nebenstrecke nach Ljubljana – Slowenien - zu fahren. Es geht mit uns steil aufwärts auf schmalen Straßen mit engen Kurven und starken Steigungen. Wir fahren durch eine wahre Bilderbuchlandschaft. Die Laubfärbung ist einfach phantastisch. Das Farbenspektrum variiert mit der Höhe. Wir steigen bis auf 950 Metern. Die schroffen Berge und die Bäume ergeben ein beeindruckendes Bild. Die Einfahrt nach Slowenien geht reibungslos. Wir werden durchgewunken. Mit der Grenze kommen wir auch in eine völlig andere Landschaft. Die Natur mit satt grünen Weiden ähnelt eher dem Allgäu. Die letzten 10 km vor unserer nächsten Station fahren wir auf schmalen Straßen, auf die wir kaum passen. Aber auch das geht zu ende. Wir stehen auf dem Stellplatz eines Restaurants. Der erste Palatschinken gegen 16.00 Uhr schmeckt sehr gut. Mal sehen, wie das Abendessen wird.

 

282km   46°01‘53‘‘  14°36‘14‘‘

 

Montag, 16. 10.: Wir starten bei Nebel. Ab Ljubljana geht es dann weiter auf der Autobahn und die Sonne lässt nicht lange auf sich warten. Durch wunderschöne Berglandschaften in toller Laubfärbung geht es bis zum Karawankentunnel. Bis hier zahlen wir 20,10 € Maut für Slowenien. Vor dem Tunnel steht eine lange LKW-Schlange, so dass wir an der Station für die GO-BOX schon vorbei sind, als wir sie sehen. Auf Nachfrage nach der Box an der Grenzkontrolle vor dem Tunnel heißt es: die gibt es in Österreich. Mitten im Tunnel liegt der Grenzverlauf zu Österreich. Grenzbeamte am Ausgang des Tunnels weisen uns auf die erste Raststätte in Österreich hin zum Kauf der Box. Hier können wir nur überteuert tanken. Außer der Vignette gibt es hier nur eine unfreundliche Bedienung im Kiosk. Wir verlassen an der ersten Ausfahrt die Autobahn. In Villach können wir dann endlich eine GO-BOX lösen. Auf der weiteren Autobahnfahrt gibt es in unserem Wagen einen Knall und nur noch geringe Motorleistung. An der kurz darauf folgenden Ausfahrt ist auch gleich eine Werkstatt. Der Fehler ist sofort gefunden. Ein Schlauch zum Turbolader hat sich gelöst. Der Schaden ist schnell behoben und weiter geht es. Kurz nach der deutschen Grenze machen wir in Piding hinter einem Gasthaus Station.

 

Wir hoffen, dass die Asfinag auf die Erhebung eines Bußgeldes für die wenigen Kilometer ohne GO-BOX verzichtet.

 

345 km   47°46‘08‘‘   12°5238‘‘

 

Dienstag, 17. 10.: Nach einer ruhigen Nacht setzen wir unsere Fahrt fort. Auf mehreren Umleitungen erreichen wir Kelheim in der Mittagszeit. Hier hat sich jetzt der Kreis unserer Reise mit Hauptziel Albanien geschlossen.

 

239 km   48°54‘53‘‘  11°52‘38‘‘

 

Samstag, 21. 10.: Nach 6033 km treffen wir wieder zu Hause ein. Wieder einmal liegt eine schöne Reise hinter uns. Rita und Bernhard waren wie auch bei den beiden vergangenen Reisen liebe und angenehme Begleiter.

 

Albanien hat uns überrascht. Unsere Transitfahrt vor zwei Jahren hat uns etwas anderes erwarten lassen. Das Land ist jedoch in atemberaubendem Tempo im Aufbruch. Überall wird gebaut. Nicht nur entlang der Küste wo es inzwischen reichlich Tourismus gibt, sondern auch im Inland. Geschäfts- und Bürohäuser strahlen hinter großen Glasfassaden. Wohn- und Einfamilienhäuser entstehen in ansprechender Architektur. Natur und Landschaft sind einfach wunderschön. Die Menschen haben uns außerordentlich gastfreundschaftlich und warmherzig empfangen. Kurz gesagt – es hat uns sehr gut gefallen. Albanien ist eine Reise wert.