2017 Portugal

 

11. Februar -

 

Freitag, 10. Februar: Wir fahren am Nachmittag rüber nach Braunschweig auf den Stellplatz. Abends kommt unser Sohn mit Familie, um uns in den Urlaub zu verabschieden. Sie bringen Essen vom China-Imbiss mit.

 

13 km   52°14'59''   10°31'10''

 

Samstag, 11. Februar: In den Morgenstunden hat Petrus alles mit einer hauchdünnen Schneeschicht überzogen. Trotzdem sind in Braunschweig die Streufahrzeuge unterwegs – es wäre nicht nötig. Um 8.00 Uhr drehen wir den Zündschlüssel. Der Verkehr verdichtet sich erst nach dem Kamener Kreuz. Im Bergischen Land vor Köln verschlechtert sich das Wetter zusehends. Schneetreiben und nasse Straßen sind angesagt. Ab Köln wird es wieder besser. Es hat aber gereicht, dass der Wagen eingesaut und mit einer Salzkruste überzogen ist. In Seelscheid machen wir vor der Haustür meiner Mutter Station. Hier wollen wir die Nacht verbringen. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit gehe ich noch einmal ins Mobil – die Heizung ist ausgefallen – und das obwohl wir erst gerade zweimal eine Reparatur daran hatten. Wir können hier den Wagen nicht an das Stromnetz abschließen. Wir lassen alles stehen und liegen und fahren nach Nümbrecht. Auf dem hiesigen Stellplatz (trostloser Parkplatz mit V+E) bekommen wir Strom. Man gut dass wir ausnahmsweise einen Elektroheizer mitgenommen haben. Hier müssen wir bis Montag stehen bleiben.

 

405 km   50°54'14''  7°31'55''

 

Montag, 13. Februar: Für 11.00 Uhr haben wir in St. Augustin einen Termin beim Wohnmobilservice Jansson. Herr Jansson hat den Fehler schnell gefunden, so dass wir nach einer Stunde weiter fahren können. Vorsichtshalber legen wir in Minheim an der Mosel noch eine Zwischenübernachtung ein, um uns von der Funktion der Heizung überzeugen zu können. Im Ausland eine Servicestation für unsere Alde-Heizung zu finden ist fast aussichtslos.

 

194 km   49°51‘54‘‘   6°56‘28‘‘

 

Dienstag, 14. Februar: Um 9.00 Uhr starten wir. Die Heizung hat hervorragend durch gehalten und wir sind optimistisch, dass das auch so bleibt. Die Straßen und das Wetter sind gut. Zum großen Teil herrscht blauer Himmel und Sonnenschein. Der kommende Frühling lässt schon einmal grüßen. In Pontigny mach wir Station für die Nacht. Wir stehen auf dem großen Parkplatz an der Touristeninfo. Hier entsteht ein schöner neuer Stellplatz. Die Schranke und der Ticketautomat stehen auch schon. Noch ist der Platz gesperrt und wir stehen hier wohl zum letzten Mal umsonst. Auf der anderen Straßenseite befindet sich eine alte Abtei mit einer riesigen Kirche.

 

425 km   47°54‘38‘‘   3°42‘35‘‘

 

Mittwoch, 15. Februar: Straßen und Wetter sind wie gestern. Unsere Fahrt hätte allerdings beinahe früh sein Ende gefunden. Direkt vor uns sprang von rechts wohl eine Hirschkuh über die Straße. Ein beherztes Bremsen hat uns gerettet. Am späten Nachmittag erreichen wir Perigueux. Wie vor zwei Jahren ist die Schrankenanlage außer Dienst. Die Einfahrt ist so eng, dass wir mit unserem Mobil nur die Einfahrt schaffen, nachdem wir noch einmal zurückgesetzt haben. 9 Meter Länge und 2,45 Meter Breite fordern ihren Tribut. Da die Schranke defekt ist, kostet der Platz nichts und daher gibt es auch kein Wasser. Strom ist sowieso nicht vorhanden.

 

447 km  N45°11‘15‘‘  W0°43‘50‘‘

 

Donnerstag, 16. Februar: Um 5.30 Uhr bin ich durch das erste Vogelgezwitscher wach geworden. Um 8.00 Uhr schon drehe ich den Zündschlüssel. Über Mont-de-Marsan geht es auf guten Straßen nach Bayonne und Biarritz zu Grenze nach Spanien und weiter über San Sebastian nach Zumaia. Auf einem trostlosen Stellplatz im Industriegebiet ist unsere Endstation. Während der Fahrt haben wir in den Vorgärten die ersten Palmen und an den Straßenrändern die ersten Mimosen Bäume in Blüte gesehen.

 

402 km   N43°17‘35‘‘  W2°14‘50‘‘

 

Freitag, 17. Februar: Das Industriegebiet ließ keine wirkliche Nachtruhe aufkommen. Nach dem Frühstück brechen wir auf. Wir durchfahren das Baskenland. Dafür müssen wir die Pyrenäen erklimmen. Auf kleinen kurvenreichen Streichen schrauben wir uns bis auf ca. 1000 Metern in die Höhe. Ab hier fahren wir die nächsten Stunden in den Wolken. Im Inland auf Höhen zwischen 600 und 800 Metern in der Regel herrschen Temperaturen von ca. 6 Grad. Mittags bricht dann die Sonne durch und die Temperatur steigt schnell. Südlich von Salamanca erreichen wir in Terradillos unseren Übernachtungsplatz am Ortsrand.

 

467 km  N40°52‘49‘‘  W5°34‘55‘‘

 

Samstag, 18. Februar: Nur 2° Grad zeigt heute früh das Außenthermometer. Wir stehen hier auch in rund 800 Metern Höhe. Es geht weiter südlich. Unser heutiges Ziel ist Sevilla. Die Strecke ist fast ausschließlich Autovia, d. h. autobahnähnlicher Ausbau – aber mautfrei. Wir sind auf Höhen zwischen ca. 200 Metern und auf Passhöhen von 1100 Metern unterwegs. Die höchsten Berge sind schneebedeckt. Je weiter wir südlich kommen, umso mehr sehen wir in den niedrigeren Regionen Störche, die hier überwintern. Fast auf jedem Strommasten der Überlandleitungen befinden sich Nester, die durchweg auch belegt sind. Der Stellplatz in Sevilla liegt am alten Hafengebiet auf einem riesigen Parkplatzgelände. Nicht schön – aber ausreichend.

 

459 km  N37°21‘44‘‘  W5°59‘40‘‘

 

Sonntag, 19. Februar: Die Nacht verlief ruhig. Kurz vor 9.00 Uhr Ortszeit sind wir wieder unterwegs. Heute ist es trüb und zwischendurch regnet es auch einmal heftiger. Das ist gut so. Wir brauchen eine Unterbodenwäsche, um das Salz der Herfahrt aus dem Bergischen Land abzuspülen. In Portugal müssen wir die Uhren eine Stunde zurück stellen. Wir sind nicht mehr in der mitteleuropäischen Zeitzone sondern eine Stunde weiter westlich. In Vila Real beziehen wir den hiesigen Stellplatz. In der Innenstadt sind in der Fußgängerzone einige Geschäfte geöffnet. Hier bekomme ich eine SIM-Card für das Internet und kann jetzt auch meine Home-Page bedienen.

 

149 km   N37°11‘58‘‘   W7°24‘57‘‘

 

Montag, 20. Februar: Gestern haben sich Helga und Armin bei uns gemeldet. Sie stehen in Quarteira. Da wir uns einige Jahre nicht mehr gesehen haben, wollen wir sie heute besuchen. So starten wir nach dem Frühstück. Für die Route haben wir uns ganz auf das Navi verlassen, um den mautpflichtigen Straßen aus dem Wege zu gehen. So müssen wir halt einen Schlenker durch die Berge fahren. Unten entlang der Küste wäre es wohl ein paar Meter weiter gewesen. Armin und Helga haben einen schönen Platz oberhalb einer kleinen Steilküste gefunden mit direktem Blick auf das Meer. Wasser hat halt immer etwas Faszinierendes an sich. Hinter uns stehen große Pinien mit ihren kräftig grünen Nadeln. Leider gibt es aber auch hier die Kokons einer Schmetterlingsart in den Bäumen, aus denen im Frühjahr die Prozessionsraupen kommen. Diese ziehen über den Boden und sind speziell für Hunde eine große Gefahr, denn ihre stark nesselnden Haare sind gefährlich.

 

Mit den Fahrrädern unternehmen wir eine kleine Tour durch den Ort. Entlang der Promenade sehen wir die ersten Vorbereitungen für den Karneval wie auch schon unterwegs. Es werden Podien aufgebaut und Girlanden aufgehängt.

 

78 km   N 37°03‘36‘‘   W 8°05‘07‘‘

 

Dienstag, 21. Februar: Helga und Armin haben im vergangenen Jahr einen neuen Hymer gekauft. Obwohl erst ein Jahr alt, ist der Wagen ein Auslaufmodel. Der Frischwassertank hält nur 50 % seiner Wassermenge. Alles was darüber ist, läuft langsam aus. Daher fahren sie heute schon nach Silves um auch frisches Wasser zu fassen. Wir verbringen hier noch den Tag bei herrlichem Wetter.

 

Mittwoch, 22. Februar: Wir fahren heute nach Bartolomeu de Messines. Auf dem hiesigen Stellplatz stehen Monika und Gerhard unsere alten Clubfreunde von früher. Es ist ein herzliches Wiedersehen. Unsere Lara und Leo, der Hund von den Beiden, toben den ganzen Tag, während wir bei herrlichem Wetter vor den Mobilen klönen.

 

42 km   N 37°15‘13‘‘  W 8°17‘04‘‘

 

Donnerstag, 23. Februar: Heute Nacht hat es gestürmt mit reichlich rotem Saharasand und etwas geregnet. Entsprechend sehen die Mobile rot gepudert und betropft aus. Mit einem langen Besen versuche ich den festgeklebten Saharasand von den Solarplatten zu lösen. Der Fahrtwind soll dann den Rest erledigen. Nachdem dann auch noch die Scheiben gewaschen sind, verabschieden wir uns von Monika und Gerd. 20 km weiter in Silves treffen wir uns wieder mit Helga und Armin. Wir haben Glück, dass auf dem Stellplatz noch für uns eine „Parzelle“ frei ist. Mittags fahren wir mit den Rädern in den hübschen Ort vorbei an vielen Storchennestern. Es ist reges Schnabelklappern in den Nestern angesagt. Im Ort essen wir zu Mittag. Es gibt eine leckere Fischsuppe, Schwertfisch mit Kartoffeln und leckerem Paprikagemüse, Dessert, Espresso, Weißwein und einen abschließenden Dessertwein. Für 4 Personen haben wir mit angemessenem Trinkgeld ganze 35,-- € bezahlt. Rund um satt und zufrieden sind wir zu den Mobilen zurückgekehrt.

 

20 km   N 37°11‘15‘‘   W 8°27‘07‘‘

 

Freitag, Samstag und Sonntag, 26. Februar: Wir verbringen 3 Tage auf diesem angenehmen Stellplatz. Wir sehen uns in Silves um und genießen die gemütliche Atmosphäre dieses Ortes über dem die riesige Festung thront. Am Sonntag essen wir das traditionelle portugiesische Nationalgericht Cataplana. Wir haben uns für die Variante mit Fleisch und Meeresfrüchten entschieden – oberlecker.

 

Montag, 27. Februar: Gestern am Nachmittag haben wir noch ver- und entsorgt, so dass wir nach dem Frühstück gleich starten können. Wir kaufen noch schnell in Silves ein und fahren dann auf einer Nebenstrecke nach Alvor. Unterwegs kaufen wir noch bei einer alten Bäuerin am Straßenrand Orangen ein. In Alvor fahren wir auf den ausgewiesenen Stellplatz – eine Katastrophe. Die Fahrwege sind total ausgefahren mit tiefen Kuhlen – teilweise noch mit Matsch aufgefüllt vom letzten Regen. Der Platz ist kostenpflichtig und rappelvoll. Am Ortsrand von Alvor finden wir Platz auf einem Parkplatz am Strand. Hier ist Steilküste, die stark ausgewaschen ist. Im Sandstein der Küste befinden sich überall alte Muschelreste.

 

28 km   N 37°07‘16‘‘  W 8°34‘58‘‘

 

Dienstag, 28. Februar: Starke Brandungsgeräusche beenden früh die Nachtruhe. Bei Armin und Helga ging heute Nacht der Gasvorrat zu ende. Sie fahren nach dem Frühstück los, um nach einer Tankstelle zu suchen, die deutsche Flaschen füllt. Wir fahren inzwischen nach Lagos. Auf dem großen Parkplatz vor dem eigentlichen Stellplatz stehen bereits ca. 50 Mobile. Es ist aber noch reichlich Platz. Nach dem Mittagessen fahren wir mit den Fahrrädern durch den Hafen und dann entlang der Promenade. Anschließend bummeln wir durch die Altstadt und entlang der Geschäftsstraße. Hier machen wir Pause bei einem überraschend großen Eisbecher. In Deutschland wäre er halb so groß aber um einiges teurer gewesen.

 

20 km   N37°06‘57‘‘  W8°40‘44‘‘

 

Mittwoch, 1. März: Wir wollen heute Monika und Gerd in Figueira auf dem Stellplatz besuchen. Die Zufahrt ist für unseren Wagen aber zu schmal und verwinkelt. Auf dem überstehenden Dach in der Kurve liegen schon neue Ziegeln in Reserve bereit. Der Stellplatz hat eine gute Ver- und Entsorgungsanlage – aber wir kommen da nicht hin. Wir fahren weiter nach Sagres und verabreden uns da für den nächsten Tag. Hier machen wir Station auf dem großen Parkplatz vor der Festung von Henrique – Heinrich dem Seefahrer. Mit dem Mobil von Helga und Armin fahren wir zusammen zum Hafen von Sagres. Hier nehmen wir einen kleinen Imbiss in Form von mariniertem Tintenfisch ein. Anschließend geht es zum Cabo de Sao Vicente, dem südwestlichstem Punkt des europäischen Kontinents. Hier bieten sich phantastische Aussichten auf die Steilküste und dem tosenden Atlantik. Die Felsen ragen 60 Meter über das Wasser. Hier steht auch ein Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert. Bereits im 16. Jahrhundert wurde hier eine Festung mit Leuchtturm errichtet.

 

37 km   N37°00‘17‘‘  W8°54‘44‘‘

 

Donnerstag, 2. März: Heute früh verabschieden sich Helga und Armin. Sie wollen die Rückreise entlang der Algarve und dann weiter nach Spanien antreten. Wir haben zusammen eine schöne Zeit verbracht, die uns viel Spaß gemacht und einiges Neues gebracht hat. Wir wünschen Euch eine gute Reise. Bei herrlichem Sonnenschein warten wir auf dem großen Parkplatz auf Monika und Gerhard, die mittags eintreffen. Am späten Nachmittag gehen Gerhard und ich zur Festung, um diese zu besichtigen. Die Frauen bleiben bei den Hunden und den Mobilen. Die Festung hat gigantische Ausmaße und thront hoch auf den Felsen. Einige Angler stehen direkt an der Kante der Steilküste und versuchen ihr Glück. Nur vom Zusehen kann einem schon flau im Magen sehen. An einer Stelle hat die Brandung tief unter uns Höhlen in die Küste gespült. Diese Höhlen sind mit Kaminen bis an die Oberfläche der Felsen verbunden. Schon bei recht ruhigem Wellengang wie heute spüren wir den kräftigen Luftzug an der Oberfläche der Kamine, über die Metallroste gebaut sind. Bei Marylin Monroe wären hier die Röcke hoch gegangen. Doch heute tragen die Frauen leider Hosen.

 

Freitag, 3. März: Über Nacht hat sich das Wetter verschlechtert. Es hat sich Sturm aufgemacht und immer wieder regnet es – teilweise mit Hagel versetzt. Wir brechen auf und fahren in nördlicher Richtung entlang der Atlantikküste. Es ist eine einfache Landstraße – nicht sehr breit und wellig. Der Seitenwind drückt ganz schön und ich muss das Lenkrad gut fest halten. Der Regen hat die Böden aufgeweicht, so dass die Stellplätze sehr matschig geworden sind. In Porto Covo machen wir neben dem Stellplatz auf einen asphaltierten Seitenstreifen Station.

 

139 km   N37°51‘09‘‘  W8°47‘20‘‘

 

Samstag, 4. März: In der Nacht hat es heftig geregnet. Der neben uns liegende Stellplatz ist noch matschiger geworden. Wir unternehmen nach dem Frühstück noch einen Bummel durch den Ort und gehen runter bis zum Meer. Die Brandung rollt weit bis auf die Felsen hoch. Anschließend fahren wir nach Beja, einem Ort im Inland. Auf einem Parkplatz vor dem Zentrum finden wir eine Möglichkeit zum Stehen. Wir besuchen die große Festung, die in erstaunlich gutem Zustand ist. Weiter bummeln wir über den großen zentralen Platz. Hier steht noch immer der Schandpfahl aus früheren Zeiten.

 

105 km   N 38°01‘19‘‘  W7°52‘16‘‘

 

Sonntag, 5. März: Heute führt uns unser Weg nach Evora. Den Ort nennt man auch Museumsort und hat 42.000 Einwohner. Hier gibt es noch immer die komplette alte Stadtmauer, historische Gebäude und große alte Kirchen. Die Altstadt ist sehr eng bebaut, so dass es schwer ist, in den engen Gassen, die häufig nur 2 Meter breit sind, Fotos von größeren Gebäuden zu machen. Mehr Info holt euch bitte bei Wikipedia – das würde hier den Rahmen sprengen. Der Parkplatz (78 km, N38°34‘0‘‘ W7°54‘24‘‘) am Rande der Altstadt ist für die Nacht zu unruhig, so dass wir weiter fahren. Bei Arraoilos machen wir auf einem Stellplatz mit V+E und einem angeschlossenem Restaurant Station für die Nacht.

 

23 km   N38°42‘02‘‘  W8°03‘51‘‘

 

Montag, 6. März: Unsere Fahrt führt uns durch das Inland mit vielen Korkeichen nach Obidos. Dieses Örtchen liegt am Berg. Durch die schmale Hauptgasse, vollgestopft mit Souvenirgeschäften führt der Weg hoch zur Festung. Es herrscht reger Publikumsverkehr. Vom hiesigen Stellplatz, an einem Aquädukt gelegen, fahren wir weiter.

 

167 km   N39°21‘22‘‘  W9°9‘23‘‘

 

Wir fahren auf die vorgelagerte „Halbinsel“ mit dem größeren Ort Peniche. Wir fahren durch bis zum Leuchtturm. Hier können wir leider nicht stehen. Außerdem verursacht die starke Brandung reichlich Luftfeuchtigkeit voller Salz. Wir fahren den Stellplatz zwischen den Häusern an im Ortsteil Ajuda.

 

31 km   N39°21‘57‘‘  W9°22‘44‘‘

 

Dienstag, 7. März: Langsam aber sicher bewegen wir uns in nördliche Richtung. Unter großen Pinien führt uns unsere Straße nach Foz do Arelho. Die letzten Kilometer ab der Hauptstraße gehen durch verwinkelte Dörfer und durch enge Gassen. Hier in Foz do Arelho stehen wir auf einem Stellplatz direkt an der großen Lagune, die einen schmalen Zugang zum Atlantik hat. Hier erfolgt ein geringer Wasseraustausch. Vor uns liegt bei Ebbe eine große Sandbank. Viele Angler versuchen hier ihr Glück. Einen Erfolgreichen habe ich bis jetzt nicht beobachten können. Am Berghang ist eine größere Hotelanlage, die nachts kitschig angestrahlt wird. Wir haben herrliches Wetter und wollen hier einige Tage verbringen. Am Freitag fahren Monika und Gerd nach Leilia in eine Werkstatt. Gestern hat der Kühlschrank den Dienst quittiert.

Am Abend kehren sie erfolgreich zurück. Der Kühlschrank funktioniert wieder. Schon im Januar hatten sie damit Probleme gehabt und ein vermeintlicher Spezialist hat ihn wohl erfolgreich kaputt repariert.

 

 

38 km   N39°25‘42‘‘   W9°13‘10‘‘

 

Montag, 13. März: Bevor wir hier auf diesem Platz Wurzeln schlagen, drehen wir lieber wieder einmal den Zündschlüssel auf START. Unser heutiges Ziel heißt Coimbra. Auf dem Weg dorthin legen wir in Batalha einen kurzen Zwischenstopp ein, um ein paar Fotos von der Kathedrale Mosteiro Santa Maria da Vitoria zu schießen. Durch den heute stattfindenden Wochenmarkt ist die Parkplatzsituation sehr angespannt, so dass wir schnell wieder weiter fahren. Batalha verfügt über einen kleinen Stallplatz für einige kleinere Mobile.

 

61 km   N39°39‘37‘‘  W8°49‘27‘‘

 

In Coimbra fahren wir den Parkplatz am Rio Mondega bei dem Wassersportzentrum an. Der Platz ist für unser Mobil etwas eng und kurz aber es passt schon irgendwie. Über die nahe Fußgängerbrücke geht es dann entlang des Flusses in die Altstadt. Neben der Straße geht es steil hoch. Die Häuser sind regelrecht an die Felsen geklebt. Coimbra ist berühmt für seine Universität, die die erste in Portugal war. Sie liegt steil oben in der Oberstadt – das ist uns zu mühsam heute. Vom zentralen Platz am Fluss aus schlendern wir durch die schmalen Gassen. Hier pulsiert das Leben. Die alten Häuser stehen in den oberen Etagen oft leer und verlassen, während unten noch Geschäfte ansässig sind. Am Ende der Hauptgeschäftsstraße steht die Santa Cruz Monastery, die 1131 von König Alfonso Henriques gegründet wurde. Schon von außen beeindruckt der riesige und prächtige Eingang. Bei genauem Hinsehen ist aber der traurige Zustand der Fassade und der Figuren erkenntlich. Im Inneren kommt da  aber die ganze Pracht zum Tragen. Die Besucher und Gläubigen können hier keine Kerzen mehr entzünden. Die Neuzeit hat zugeschlagen. Für den Einwurf von 10-€-Cent kann man eine elektrische Kerze für kurze Zeit zum Leben erwecken. Für einen ganzen € erleuchten sogar 12 Kerzen. Rabatt gibt es also sogar in der Kirche.

 

77 km   N40°11‘54‘‘  W8°25‘40‘‘

 

Dienstag, 14. März: Heute geht es wieder zurück an die Atlantikküste. Unser Ziel heißt Mira. Die Ausfahrt aus Coimbra gestaltet sich wegen Bauarbeiten und Berufsverkehr etwas schwierig. Dann geht es aber zügig voran. Am Ortseingang von Mira halten wir noch bei einem Intermarche. Hier können wir deutlich preiswerter als an anderen Tankstellen tanken. Im Markt an der Fischabteilung lächeln mich richtig erwachsenen Doraden an. Das Stück zwischen 700 g und 800 g. Die freundliche Verkäuferin erledigt für mich die „Operation“ – Entschuppen, Ausnehmen, Flossen und Kopf abschneiden damit sie auch in die Pfanne passen. Unseren Stellplatz hinter der großen Düne erkennen wir wieder. Hier haben wir vor einigen Jahren schon einmal gestanden. Vor der Düne wartet ein breiter endloser Strand. Und im Kühlschrank warten die Doraden für unser Abendessen auf die Pfanne.

 

55 km   N40°26‘43‘‘  W8°48‘13‘‘

 

Freitag, 17. März: Aveiro heißt heute das Ziel. Aveiro ist angeblich das Venedig Portugals. Zumindest die Boote können, auf Entfernung besehen, zu diesem Vergleich verführen. Wir buchen eine Fahrt durch die Kanäle und über den Fluss. Wir kommen bis an das letzte Tor = Schleuse 10 km vor dem Atlantik. Anschließend bummeln wir durch den Bereich der Altstadt. Den Stellplatz verlassen wir dann wieder, da er unter der Brücke einer stark frequentierten mehrspurigen Straße liegt.

 

28 km   N40°38‘42‘‘  W8°39‘19‘‘

 

Die Navis führen uns über verschlungenen Wegen nach Bico. Hier stehen wir direkt am Ria de Aveiro, einer riesigen Lagune, im Hafen. Hier gibt es einen großen Teil mit vielen Fischerbooten.

 

35 km  N40°43‘44‘‘  W8°38‘55‘‘

 

Sonntag, 19. März: Das schöne Wetter der letzten Tage trübt sich heute ein. Wir ziehen daher unsere Weiterfahrt nach Port um einen Tag vor. Wir kommen gut voran. Behindert wird die Weiterfahrt lediglich durch die verhinderten Tour-de-France-Radler in ihren bunten Strampelanzügen, die häufig „mehrspurig“ unterwegs sind und den Autoverkehr ausbremsen. Schon lange vor Porto wird der Sonntagsverkehr sehr zäh. Die Einwohner von Porto, der zweitgrößten Stadt Portugals, sind auf ihren Sonntagsausflügen entlang der Küste unterwegs. Mittags erreichen wir kurz vor der Stadt einen Campingplatz. Hier machen wir Station, um morgen die Stadt zu erkunden. Wir buchen gleich hier einen Sight-Seeing-Bus  für eine zweitägige Stadtrundfahrt mit diversen Besichtigungsstopps, einer Portweinkellerei und einer Bootsfahrt auf dem Rio Douro. Wir bedienen uns in der Konditorei, die zum Campingplatz gehört.

 

54 km  N41°6‘36‘‘  W8°39‘42‘‘

 

Montag, 20. März: Unser heutiges Programm beginnt mit einer abenteuerlichen Busfahrt durch schmalste Gassen, durch die die Busspiegel haarscharf beidseitig fast die Wände streifen, in haarsträubendem Tempo in das Zentrum von Porto. Auf einer der vielen Brücken überqueren wir den Rio Douro. Auf einem größeren Platz steigen wir um in einen Sight-Seeing-Bus. In den nächsten 2 Stunden sammeln wir viele Eindrücke dieser atemberaubenden Stadt an den steilen Hängen des Rio Douro und des Atlantiks. Im Zentrum der Altstadt stehen neben vielen renovierten Häusern auch viele, die das noch vor sich haben. Anschließend unternehmen wir noch eine Bootsfahrt auf dem Strom. Von hier aus sehen wir die vielen Brücken, die die Ufer verbinden, um dem großen Verkehrsaufkommen gerecht zu werden. Das Gesehene hier wieder zu geben, würde den Rahmen des Möglichen sprengen. Informationen über diese gewaltige Stadt gibt es im Internet reichlich. Ich kann hier nur einige Fotos beisteuern. Nach einer weiteren Busfahrt mit dem Linienbus zurück zu unseren Mobilen erlösen wir nach sieben Stunden unsere Hunde. Das ist eine herzliche Begrüßung. Der Weg der Rückfahrt führt nur durch enge Gassen. Die engsten Gassen bleiben unserer Fahrerin auf dem Rückweg erspart. Trotzdem ist es erstaunlich, wie souverän sie durch den dicksten Verkehr und die engen Gassen chauffiert. Gelangweilt kontrolliert sie gelegentlich die wohl manikürten Fingernägel.

 

Dienstag, 21. März: Heute starten wir erst mittags mit dem Bus ins Zentrum von Porto. Nach der abenteuerlichen Fahrt steigen wir in den Sight-Seeing-Bus zum zweiten Teil der Stadtrundfahrt. Wir fahren auf großen Teilen der gestrigen Strecke, so dass wir nicht viel Neues sehen. Anschließend bummeln wir wieder herunter zum Douro hinunter und gehen über die Brücke auf die andere Uferseite. Hier warten wir auf Dämmerung und Dunkelheit bei einem Schoppen Wein vom Douro. Porto mit seinen Brücken und Gebäuden von Lokalen, Kirchen und Altstadt geben eine tolle Kulisse vor dem Abend- bzw. Nachthimmel ab.

 

Morgen verlassen wir den Campingplatz südlich von Porto. Hier haben wir ein gutes WIFI-Angebot. Mal sehen, wann ich den Bericht fortsetzen kann - spätestens dann, wenn wir wieder zu Hause sind. Liebe Leser habt als bitte etwas Geduld.

Mittwoch, 22. März: Nach dem Ver- und Entsorgen führt uns unser Weg heute nach Barcelos. Hier gibt es nach allen Reiseführern den größten Wochenmarkt ganz Portugals. Wie auch schon in der vergangenen Nacht regnet es immer wieder und zum Teil auch recht heftig, so dass der Stadtrundgang sehr kurz ausfällt, denn die nächsten dunklen Wolken stehen schon wieder drohend am Himmel. Der Stellplatz befindet sich am Schwimmbad. Vorsicht bei der direkten Abfahrt – hier setzt der Wagen leicht auf.

 

63 km   N41°31‘41‘‘  W8°36‘55‘‘

 

Donnerstag, 23. März: Es hat sich gewaltig abgekühlt. Die Temperatur beträgt in den Morgenstunden nur noch 2° C. Der Reiseführer hat nicht zu viel versprochen – der Wochenmarkt ist einfach riesig. Die Stände haben sich alle mit Planen und Folien vor dem unbeständigen Wetter geschützt. Es gibt Schuhe und Textilien, Haushaltswaren und Möbel, Obst und Gemüse, Blumen und Pflanzen und sogar Souvenirs. Die Auswahl ist riesig und das Gedränge auch. Nach dem Marktbesuch kehren wir zurück zu unseren Mobilen. Hier verabschieden wir uns von Monika und Gerd. Wir haben zusammen eine angenehme und gute Zeit gehabt – vielen Dank.

 

Unsere Fahrt geht jetzt endgültig in Richtung Heimat. Heute geht es erst einmal wieder richtig auswärts mit uns. Wir verlassen den Küstenbereich und erklimmen das Hochland der iberischen Halbinsel. Es geht bis auf eine Höhe von 900 Metern. Ab 700 Metern gibt es wieder Niederschläge übergehend von Regen in Schnee, der sich an den Straßenrändern und auf freien Flächen nieder gelassen hat. Vor Charves, dicht vor der Grenze zu Spanien, geht es jedoch wieder auf etwa 350 Meter herunter. Hier machen wir hinter einem Restaurant an einem Flusslauf Station. Das Essen soll hier gut und preiswert sein und WIFI soll es auch geben. Das werden wir nachher überprüfen.

 

140 km   N41°43‘07‘‘  W7°29‘56‘‘

 

Freitag, 24. März: Das Essen, es gab Rumpsteak, war ganz hervorragend. Die Bedienung war super freundlich und familiär. Der Rotwein war Spitze und wir waren zufrieden. Zuerst gab es einen leckeren luftgetrockneten Schinken, dann 2 x große Rumpsteaks mit Pommes Frites, 2 x Espresso und einen Liter Rotwein – alles zusammen für gerade 28 €. Und WIFI gab es auch.

 

Heute geht es wieder hoch hinaus. Erst auf ca. 750 Meter, dann in Spanien haben wir an der 1300 Metermarke gekratzt. Den größten Teil der Strecke bewegen wir uns immer im 800 Meterbereich. Dichtes Schneetreiben aber auch Sonnenschein sind unsere Begleiter. Das sieht doch schon sehr nach Aprilwetter aus. Das gibt es wohl auch auf der iberischen Halbinsel. In Vitoria Gasteiz machen wir auf dem Stellplatz neben ca. 40 – 50 anderen Mobilen Station.

 

556 km   N42°51‘57‘‘  W2°41‘03‘‘

 

Samstag, 25. März: Seit Mitternacht hat es geregnet. Wir sind hier auf einer Höhe von ca. 450 Metern und haben 8° C. Als wir jedoch aufbrechen, fällt mit zunehmender Höhe die Temperatur und der Regen verwandelt sich in Schnee. Dichtes Schneetreiben behindert die Sicht und bleibt als nasser Match auf der Überholspur liegen. In Richtung San Sebastian kommen wir aber wieder herunter und der Regen ist unser Begleiter. Nachdem wir den Pyrenäen in Frankreich den Rücken kehren, hellt sich das Wetter auf und es bleibt überwiegend trocken. In Casteljaloux finden wir auf dem kleinen Stellplatz für 4 Mobile mit Ver- und Entsorgung noch die letzte Lücke für uns. Der Platz liegt in einer ruhigen Nebenstraße.

 

353 km   N44°18‘38‘‘  E0°04‘45‘‘

 

Sonntag, 26. März: Die Nachttemperatur ist wieder bis auf 2° C gefallen. Als wir starten bricht aber die Sonne heraus. Bei herrlichem Wetter setzen wir unsere Fahrt fort. Der Frühling lässt grüßen. Die Natur explodiert geradezu. Alles blüht und grünt. Wir tun uns schwer, eine passende Möglichkeit für die Übernachtung zu finden. So gehen die Kilometer dahin. Schließlich landen wir wieder in Pontigny wie auf der Hinfahrt.

 

578 km   N47°54‘38‘‘   E3°42‘35‘‘

 

Montag, 27. März: Um 9.00 Uhr starten wir wieder. Auch heute ist uns die Sonne hold. Wir kommen gut voran. In Luxemburg tanken wir noch einmal und erreichen gegen 15.30 Uhr wieder Deutschland. In Neumagen-Dhron machen wir an der Mosel Station.

 

447 km   N49°51‘2‘‘  E6°53‘35‘‘